Die 00er waren auch das Jahrzent der Netlabels. Wie die sprichwörtlichen Pilze wuchsen sie und vermehrten sich. Manche haben Großartiges geleistet. Manche waren und sind nie über den Durchschnitt hinausgewachsen. Wiederum andere haben lange gebraucht um dann voll zuzuschlagen.
Hier ein Querschnitt aus fast 10 Jahren Netlabelism. Aufgrund der Tatsache, dass der Sound da nie wirklich ein homogener war, die total bunte Kiste. Von Modern Classic bis hin zu Dubtechno ist da fast alles dabei. Natürlich könnte dieser Mix fünf Stunden haben, und würde dennoch noch nicht alles wiedergeben, was es in diesem Bereich in 10 Jahren gegeben hat. Deshalb sind bis auf zwei Ausnahmen alle Tracks dieses Mixes Teil meines CC-Adventskalenders, denn irgendwo muss man ja anfangen zu sortieren.
Verantwortlich für diesen Mix sind die zwei jungen und m.E. sehr guten DJs Rudi Stöher und Flo Kasten, die sich die Mühe gemacht haben, dass Dingen so klingen zu lassen, wie es jetzt klingt. Da dürfte wirklich für jeden was dabei sein.
Drei Mixe, drei Styles – drei Stunden Thinner. Ein Querschnitt der mittleren Schaffensperiode des Frankfurter Netlabels, dass es auch im letzten Jahr wiederholt geschafft hat, beim De:Bug Leser-Poll auf der Eins zu landen. Und das mit so wenigen Veröffentlichungen wie nie zuvor. SBT hat sich aus den ersten 70 Releases seine liebsten Perlen raussortiert und daraus drei Mixe gezimmert, die für ihn den Sound of Thinner ausmachen. Unter anderem mit Tracks, die damals CC-lizenziert veröffentlicht wurden, dann aber wieder von der Seite genommen wurden, wie beispielsweise Jeff Bennetts fulminante EP “Lowdown”. Dazu gesellen sich dann im letzten Mix noch Kollektiv Turmstrasse und Raumton von No-Response, die er fälschlicherweise für Thinner-Releases gehalten hat, was bei dem Sound allerdings auch nicht verwundert, die hätten auch auf Thinner kommen können. Stilistisch sind alle drei Mixe in je eine Schublade zu packen. In Welche? Keine Ahnung, sucht Euch welche aus. Irgendwo zwischen Dubtechno, House, Minimal, Techno mit einemQuentlein Trance. Der perfekte Afterhour-Soundtrack. Ganz Thinner eben. More Infos & Download:Mehr…
Es ist Sonntagmorgen, 6.00 Uhr. Alle die jetzt in der Stadt unterwegs sind, sind entweder die Übergebliebenen der letzten Nacht, so wie ich, jene die ohnehin immer keinen Schlaf finden oder
überzeugte Frühaufsteher. Die große Straße, auf der ich unterwegs bin, reicht geradelang bis zum Horizont. Da verschwindet sie im Sonnenaufgang. Sie ist nass, es muss geregnet haben – jetzt ist es warm. Dunst steigt vom sich langsam wärmenden Asphalt auf und verwischt das Bild der orangen Sonne. Ich habe Lust auf einen Kaffee. Auf einen guten Kaffee, so wie ihn das kleine Kaffeehaus im Stadtinneren den macht mit seiner Espressomaschine, die schon älter sein muss als ich. Vielleicht trifft man ein paar Bekannte, kann draußen sitzen, etwas reden und den Weinrausch der Nacht loswerden. Vielleicht gibt es ja auch wieder diesen Deejay, der die Leute in den Tag begleitet, sie den Stress der Nacht vergessen macht mit seiner ganz eigenen Definition von Musik, wie sie in ein Kaffeehaus gehört. Ambientes, Jazz, broken Beats, viel Organisches, Dub, Gitarren, Gesang und eine Priese Elektronika. Musik so warm, wie der leckere Kaffee von innen, und die aufgehende Sonne von außen. Ja, vielleicht habe ich Glück und er versüßt mit den Kaffee ganz ohne Zucker.
Ich kann ihn schon von draußen sehen. Er sieht besser aus als ich. Wahrscheinlich hat er letzte Nacht entweder geschlafen oder einfach weniger getrunken. Ich bestelle einen Latte macchiato, bitte um einen Aschenbecher und setze mich in den kleinen Garten im Hinterhof, wo auch andere schon sitzen. Die Anlage hat hier draußen hat eine angenehme Lautstärke. Ich nehme mir keine Zeitung. Ich will die Musik ganz bewusst genießen. Mehr…
Wenn man über Netaudio spricht, ist es unausweichlich, dass man früher oder später auch auf das Thema Dubtechno kommt. Das zeigen nicht nur die aktuellen Diskussionen dazu bei Tanith, oder bei pEtEr. Auch wir sind über genau jenes Genre zum Netaudio gestoßen. Jahre nachdem uns Labels wie Basic Channel oder Chain Reaction mit ihren Releases regelmäßig in hellste Aufregung versetzen konnten, tat sich wieder was in der lieblichen Beziehung zwischen Techno und Dub. Der Vorteil daran war nun, dass es sich bei einigen Tracks nicht um eine schlichte Kopie der liebgewonnenen Klassiker handelte, sondern eben um Dubtechno der frisch klang und bereit war, neue Wege zu gehen. Es wurde quasi ein neues Zeitalter für Dubtechno ausgerufen und jede Menge Netlabels folgten diesen verlockenden Rufen. Manche setzten es mit Brillianz um, andere machten es weniger gut, und einige machten, und machen es noch immer, regelrecht schlecht. Dennoch ist es nicht zu verleugnen, dass aus jenem Subraum, des netlabelaffinen Dubtechnos ein ganze Riege von Ausnahmekünstlern den Weg auf diverse Vinyls gefunden haben und auch dort überaschend frische Musik in die Rillen bekommen. Kollektiv Turmstrasse z.B. haben ihren Sound zwar schwer endubt, machen aber immer noch großartige und vor allem tanzbare Musik. Marko Fürstenberg hingegen treibt seinen ganz eigenen Dubsound, auch auf den vielen Platten, die mittlerweile von ihm zu haben sind, immer noch kompromisslos und konsequent nach vorne. Und das als ganz großes Theater, ohne das Alte zu kopieren. Der Erfolg gibt ihm recht. Auch war er es, der sagte, dass "Der neue Basic Channel-Soundhype ohne die Vorarbeit, die die Netlabels in den letzten Jahren betrieben haben, gar nicht möglich wäre." Und da würde ich ihm ohne zu zögern beipflichten. Der nächste Abräumer aus dem Pool dürfte wohl Havantepe werden, der einen exorbitant geilen Sound raushaut.
Hier nun alles das, was uns in den letzten Jahren am meisten in den Ohren klingelte, wenn jemand mal wieder von Dubtechno im Kontext zu Netlabels sprach. Auch einen housigen Touch gibt es zwischendurch. Bleibt nur zu hoffen, dass sich nicht nach und nach alle der diesbezüglichen Ausnahmeproduzenten vom Netlabelzirkus verabschieden. Ansonsten muss das wohl zur Erinnerung an die “besten Jahre” reichen.
Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie wir damals auf Thinner gekommen sind. Ich glaube aber, dass irgendwer den Link zu der Dolby EP schickte und wir uns dann da durch den gesamten Releasekatalog geklickt haben, um alles zu laden, was es da zu laden gab. Unabhänig davon, dass die ganzen Dubtech- Sachen genau meinen Nerv der damaligen Zeit trafen, fand ich persönlich die sachten Tracks um noch einiges interessanter und verliebte mich spontan in diese Art Dubsound. Klassisch war das natürlich nicht unbedingt das, was man an Dub gewöhnt war, aber die Klangteppiche die dabei entstehen sind denen, die man vom klassischen Dub gewöhnt nicht unähnlich. Außerdem transportieren beide Spielarten eine ähnliche Stimmung. So laden sie dazu ein, sich zurück zu lehnen, sich mal frei zu machen vom Stress und der Hektik, den der Alltag so für einen bereithält und um sich Räume zu schaffen, in denen das Träumen ein Leichtes ist. Mittlerweile höre ich fast kaum noch den alten Dub, so gut ist das, was heute von mittlerweile einigen Netlabels an Neodub released wird. Da aber nunmal Thinner die ersten waren, die diesen Sound in meinen Gehörgang brachten, hier ein Mix, der sich einzig auf die slow Dubs dieses Labels konzentriert, was nun kurz vor der hundertsten Veröffentlichung steht. Inklusive der Songs, die schon heute fast als Klassiker dieses Genres gelten dürften.
E voilà! Mixtape Nummer 3. Diesmal im Stil: Digital Laptop Reggae bzw. Digital Dub, ganz im Zeichen des großartigen Leipziger Netlabels Jahtari, was, musikalisch betrachtet, in der Netaudio-Landschaft gänzlich konkurenzlos ist. So einen Sound gibt es nur da. Kein Wunder also, dass das ein oder andere Release mittlerweile auf Vinyl oder Cd gelandet ist. Aufgrund der Tatsache, dass ich nun all das mit raufgepackt habe, was mir am besten gefällt, ist das eine sehr bunte Mischung geworden, die aber besser zu so sonnigem Wetter nicht passen könnte. Da disrupt, seines Zeichens Labelhead von Jahtari auch auf Phonocake und iD.EOLOGY seine Spuren hinterlassen hat, sind diese Releases hier mit bei. Ansonsten ein Labeltape, quasi. Und ich übertreibe kein bisschen, wenn ich sage, dass es mir eine Ähre war, mich durch die fantastische 8-Bit Klangwelt dieses Labels zu graben. Nicht nur, dass die Jungs unglaublich sympathische Sachsen Thüringer sind, nein, die machen einfach alles richtig. Nicht umsonst sieht ihr Terminplan so aus, wie er eben aussieht. Nun gut, Herrschaften. Bässe rein, laut gemacht, hier kommt Offbeatkaraoke! The Sound of Jahtari.
Zu Beginn des Monats kann man ruhig den Provider mal mit etwas mehr Traffic als sonst belasten. Da sind die noch nicht so. Hier also Netaudio-Mixtape II. Diesmal aus dem Bereich Lounge / Nu Jazz, was gar nicht mal so einfach war, denn es gibt einfach zu wenig Netlabels, die sich diesem Sound verschrieben haben. Dazu kommt das Labels wie TruTypeSound nicht mehr online sind, womit viele Perlen nicht mehr verfügbar sind. Die Auswahl ist begrenzt und ich habe nun all das, was mir am besten gefällt hier zusammengepackt. Wer hier vorbeikommt und noch gute Adressen für Lounge und Nu Jazz Downloads kennt, kann diese gerne in die Kommentare packen. Mir fällt immer häufiger bei meinen Reisen durchs Netlabel-Universum auf, dass allerhand, auch alteingesessene Labels damit beginnen, ihre Files nur noch zu verkaufen. Ein Trend, der sich offenbar durchsetzen wird, was ich bedauern würde, denn die eigentlich Philosophie geht dabei vor die Hunde. Ich weiß, dass noch mehr Labels diesem Trend folgen werden.
Nun denn: Viel Spass mit Nummer 2.
(Nachtrag): Ich weiß auch, dass das hier viel zu lange dauert mit dem Hören und dem Laden. Ich lass mir was einfallen, aber ich habe gerade keine Zeit…
Ich sagte ja, ich lass mir was einfallen mit den leeren Tapes. Eines davon hab ich nun mal bespielt. War echt anstrengend mit so einem alten Kassettenrekorder. Aufgenommen habe ich meine allerliebsten Ambient-Tracks aus der Netaudio-Bibliothek. Davon nämlich gibt es jede Menge Perlen, die es nur zu ernten gilt.
Und weil nun immer noch so viele Tapes leer sind, habe ich darüber nachgedacht, das öfter mal zu machen. Aus rein nostalgischen Gründen versteht sich. Da ich aber doch ein sehr progressiv denkender Junge bin, kommt auf die alten Dinger immer nur Netaudio-Musik. Das Rauschen oben drauf gibt es inclusive, nur zum leiern müsst ihr die Bänder selber bringen. Ich habe einen sehr modernen Rekorder benutzt, müsst ihr wissen. Da leiert nix, vorerst.
Nun denn: Ab in die Hängematte und den ambienten Klängen lauschend die Sonne geniessen.