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AfD-Wahlkampfauftakt in Niedersachsen floppt, Beatrix von Storch sauer, Schuld daran: „die Antifa“

Die AfD hat heute Abend ihren Wahlkampf in Niedersachsen eröffnet. Natürlich mit Hinblick darauf, bei der anstehenden Bundestagswahl einen Fuß aufs Treppchen zu kriegen, was bei über 5% mit Mandaten winkt. Der dazugehörige Wahlkampfauftakt der AfD fand in Osnabrück statt. Gegendemo. Großer Platz, abgesperrt, alles vorbereitet. Allein: es kam keiner. Keiner. Ha-Ha!

Beatrix von Storch ist dementsprechend angepisst. Kann ja nicht sein, dass zu so einem Ereignis keiner kommen mag, wenn nicht irgendwer anders als der selbstbefeuerte und immer noch kochende Bullshit-Kessel der AfD selber dafür die Verantwortung tragen könnte. Auf so was kommen die da ja nicht. Also muss wer anders Schuld sein. Laut Frau von Storch – natürlich – „die Antifa“. Die sind Schuld daran. Ist ja nicht so, dass die Anti-AfD-Demonstranten in anderen Teilen des Landes von der Polizei weggeknüppelt werden, um der AfD ihren demokratisch legitimierten Raum zu gewähren. Nein. *hust*

Vielleicht wollte in Osnabrück halt wirklich keiner mehr kommen, weil allen offensichtlich wird, dass sich eine „Start-Up-Partei“ langsam aber sicher selber obsolet macht. Weil sie keine Themen mehr, aber immer noch Bernd Höcke hat. Aber da kommt Frau von Storch natürlich nicht drauf und bedient sich eines Zitates, das bis heute nicht endgültig jenem zugesprochen werden kann, dem sie es in den Mund legen versucht: Ignazio Silone und sein angebliches Antifaschismus-Zitat.

Aber wer kann schon erwarten, dass die AfD-Partei-Instanzen wie Frau von Storch Zitate prüfen, wenn die so schön schmissig vom Bodensatz ihrer Fans immer und ewig breiig wiedergekäut werden. Ehrlich: ich auch nicht. „Antifa und so – die sind eh immer schuld!“ Und am Ende ist eh nicht die Inkompetenz dieser Knetbirnen für das Dilemma verantwortlich, dass in Osnabrück keiner zuhören wollte. Natürlich nicht! Es sind die anderen, na klar. Dafür verantwortlich ist „die Antifa“, meint Beatrix von Storch. Und wenn sie es denn tatsächlich es wäre, wäre es mal wieder an der Zeit zu sagen, #dankeantifa.

Vielleicht sollte ihr auch endlich mal wer sagen, dass „Prozente bei einer Wahl holen“ noch lange nicht „Wahlen gewinnen“ bedeutet, aber was weiß ich schon.

3 Kommentare

  1. Bienenkorb19. April 2017 um 07:39

    Das Schöne am „Opfer“ sein: man muss keine Gründe suchen und es ist so unglaublich einfach sich zum „Opfer“ zu erklären. Wahren Opfern, also jenen von Mobbing, Gewaltakten oder auch dramatischen Ereignissen schadet man zwar dadurch, doch das stört das selbsternannte „Opfer“ nicht, welches sein Verhalten immer wieder als Widerstand gegen Repression und Ausgrenzung führt. Wieso das „Opfer“ in all dem nicht erkennt, dass, wenn es selbst „Opfer“ ist und dies aufgrund der empfundenen Missbehandlung, es obendrein diesen Zustand unerträglich findet, andere, wahre Opfer vor solchen echten Misshandlungen flüchten. Doch dazu müsste „Opfer“ erkennen, dass es Opfer der eigenen Unfähigkeit zum Ziehen von Rückschlüssen ist, denn ohne diese, wäre es ja kein „Opfer“.
    tl;dr: Katze beißt sich in den Schwanz, während andere Katze ersäuft wird.

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