Berliner Firma will keinen Nato-Draht nach Ungarn verkaufen

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(Foto: Frank C. Müller, CC-BY-SA 4.0)

Ungarn baut weitere Grenzanlagen, um Flüchtlinge nicht weiter nach Europa kommen zu lassen. Dafür braucht es Nato-Draht. Jede Menge davon. „Mitte Juli bat Ungarn in mehreren Ländern Hersteller von Nato-Draht, ein Angebot für Tausende Rollen einzureichen – ein Großauftrag“. Einer der angefragten Hersteller sitzt in Berlin Neukölln und will trotz eines geschätzten Auftragswerts von 500.000 Euro nicht nach Ungarn liefern. Der 39-jährige Geschäftsführer sagt: „Nato-Draht ist dafür da, kriminellen Taten vorzubeugen. Aber ich kann doch nicht einen Flüchtling, der nichts weiter hat als das, was er trägt, mit einem Kind auf dem Arm durch einen Nato-Draht laufen lassen.“

Es ist davon auszugehen, dass sich ein anderer Anbieter finden wird, der seinen messerscharfen Draht nach Ungarn verkauft, so dass Ungarn seine menschenunwürdigen Grenzanlagen ausbauen kann – es geht schließlich um viel Geld. Aber der Draht wird nicht aus Berlin kommen. Wenn die Waffenindustrie mal auch nur ein halb so großes Gewissen an den Tag legen würde, würde vielleicht generell weniger Nato-Draht gekauft werden.

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Kommentare: 9

  1. […] via Ronny […]

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