Blog Archives for category Täglicher Sinnwahn

Bundestag gibt Cannabis auf Rezept frei

Eine der Nachrichten, die ich vor 10 Jahren hier so noch nicht für möglich gehalten habe: Bundestag lässt Cannabis auf Rezept zu.
Ab März haben schwer Erkrankte in Deutschland damit die Möglichkeit Cannabis auf Rezept zu bekommen, bezahlt von der Krankenkasse. Ein längst überfälliger Schritt, von dem dennoch nur wenige Menschen einen Nutzen tragen werden. Der Eigenanbau, allerdings, bleibt auch zu diesem Zweck weiterhin verboten.

Die Entscheidung betrifft nach wie vor nur eine kleine Gruppe Schwerkranker: Um Cannabis auf Rezept zu erhalten, müssen die Betroffenen verschiedene Voraussetzungen erfüllen. So ist das Mittel nur für Menschen mit einer schweren, chronischen Erkrankung vorgesehen, bei denen andere Therapien versagen.

Vielleicht kann ich hier dann ja in 10 Jahren auch endlich schreiben, das Cannabis generell legalisiert wurde. Mal sehen.

Fashion meets #Menschlichkeit


(Direktlink)

Die Idee ist einfach und nicht nur optisch ansprechend. Es könnten Motive sein, die für Mode-Shootings gemacht wurden – pünktlich zur Fashion Week. Sind es aber keine. Epic Escape sammelt Fotos von aus Syrien Geflüchteten. Modisch in Szene gesetzt, ausgeleuchtet.

Alle, die sich dafür fotografieren ließen, haben eine Geschichte. Nicht nur die individuelle ihrer Flucht. Aber auch diese natürlich. Und so lächeln sie von Plakaten, die als Werbung für auch hier hippe Mode durchgehen könnte und tragen am Ende einfach das, was auch hier von Menschen aktuell so getragen wird. Aber sie bringen uns halt auch ihre ganz persönlichen Geschichten nahe – und erzählen sie.

Epic Escape ist keine Modemarke für teure Kleidung im „Destroyed Look“. Und die Models sind keine Models, sondern Flüchtlinge. Sie erzählen bewegende Geschichten ihrer Flucht aus Syrien.

Damit wecken wir mehr Verständnis, Respekt und Empathie für geflüchtete Menschen, um die Hilfsbereitschaft zu fördern. Mit der Bildsprache der Fashionwelt appellieren wir an den guten zwischenmenschlichen Stil: #menschlichkeit steht dir am besten.

Gute Kampagne, die zu dem auch noch einen ebenso guten Zweck verfolgt: Oberteile für einen guten Zweck verkaufen. Menschlichkeit steht dir am besten. Uns allen.

Obama begnadigt Whistleblowerin Chelsea Manning

Dass Obama geht und Guantanamo immer noch nicht geschlossen ist, kostet mich in ein paar Tagen eine Kiste Vodka. Ich hatte vor sieben Jahren darauf gewettet, dass Obama den Laden auf der Kubanischen Insel dicht machen würde. Was er nicht tat.

Aber immerhin noch das, bevor er gehen wird.

„Noch-US-Präsident Barack Obama hat die Haftstrafe der früheren WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning massiv verkürzt. Wie Medien unter Berufung auf das Weiße Haus berichten, darf die ehemalige Soldatin im IT-Bereich des US-Militärs das Gefängnis nun bereits am 17. Mai 2017 verlassen.“

Genderless Nipples auf Instagram

Nach wie vor ist es auf Instgram nur erlaubt, männliche Nippel zu zeigen. Bei den auf Anhieb erkennbaren weiblichen Nippeln, schlägt der instagramsche „Jugendschutzfilter“ oder so was zu. Der Account genderless_nipples postet einfach nur Nippel, bei denen nicht ganz klar ist, welchem Geschlecht diese nun zuzuordnen sind. Und dann bleiben die halt auch erstmal online, wie es aussieht. Tanz der Algorithmen.


(via Boing Boing)

Life Accordion To Trump


(Direktlink, via René)

Studenten in Magdeburg schmeißen AfD aus dem Hörsaal

[Update] Bei jetzt erzählt einer der dabei gewesenen Student, wie sich die Aktion angefühlt hat.

In Magdeburg hatte die AfD-nahe Hochschulgruppe Campus Alternative mit André Poggenburg den Chef der AfD in Sachsen-Anhalt eingeladen. Er sollte über Geschlechterforschung reden. Poggenburg ist einer derer, die Homosexualität schon gerne mal mit Pädophilie gleichsetzen.

Eigentlich hatte die Campus Alternative ein paar geneigte Zuhörer erwartet. Im Hörsaal wurde Poggenburg und seine Entourage von gut 400 Studenten in Empfang genommen, die so gar nicht zuhören wollte – und ihm das auch sehr schnell sehr deutlich machten. Darauf kam es zu Gerangel und Böllerwürfen. Am Ende musste die Polizei Poggenburg und seine Kumpels von der Polizei nach draußen begleitet werden. Lief nicht so gut für die AfD.


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Poggenburg selber war dann auch etwas traurig.

AfD-Pretzell will Journalisten ausschließen

Weil wir ja so gerne mit dem Finger auf Trump seine kommende USA zeigen: haben wir hier schon schneller als wir gucken können.

Europas Rechtspopulisten wollen sich in Koblenz treffen. Der Organisator, AfD-Mann Pretzell, schließt unter anderem „alle GEZ-Medien“ aus. Die ARD verurteilt den „massiven Eingriff in die Freiheit der Berichterstattung“.

Von Pressefreiheit einer Presse, die diesen Protagonisten gegenüber nicht wohl gesonnen berichtet, halten Leute wie Pretzell offenbar wenig bis gar nichts. Und dann sollen die halten draußen bleiben. Kritische Berichterstattung mag man dort nicht so. Demokratie-Verständnis ala AfD.

Die Arbeit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften im Jahr 1991

Die Inhalte, die es damals zu prüfen gab, waren wohl noch zentral erfassbar, wovon heute keine Rede mehr sein kann. Gemessen an dem, was heute übers Netz so für jedermann zugänglich ist, wirkt das fast schon ein bisschen niedlich. Die Bundesprüfstelle für heute „jugendgefährdende Medien“ arbeitet im Namen des Jugendmedienschutzes allerdings auch heute noch. Und damals wurde im Büro noch geraucht!


(Direktlink, via René)

Doku: Das braune Netzwerk

Ein Film von Caterina Woj und Andrea Röpke. Lief gestern im WDR und macht irgendwie so gar kein optimistisches Gefühl im Hinblick auf das, was da kommen mag. Gruselig. Wirklich gruselig.

„Immer entfesselter werden die Rufe auf den Straßen. Hassgesteuert gegen Merkel, Flüchtlinge, Demokratie und Rechtsstaat. Was mit Pegida begann, ist mit dem gigantischen Wahlerfolg der AfD zu einer neuen, wütenden Bewegung geworden.

Zumeist rechts und oftmals rassistisch. Strategen, intellektuelle Vordenker und eine ganz neue junge Generation von Rechtspopulisten versuchen, diese Bewegung zu beeinflussen und zu steuern: Neo-Nazis in Hinterzimmern mit tiefen Verbindungen in Wirtschaftskreise. Sie heizen die Menge an und sind die wahren Akteure hinter den Rufen von Volk und Lügenpresse.“


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Trump wollte Moby als DJ buchen – Moby so: Hahahahaha!


(Foto: Andy SternbergCC BY 2.0)

Donald Trump hat ein Problem. Er hätte, wie alle anderen Präsidenten vor ihm auch, zu den Feierlichkeiten zu seiner Amtseinführung gerne große Namen aus dem Musik-Business, die dort für ihn trällern. Allein: irgendwie will sich dafür keiner finden.

Über eine Agentur wurde auch Moby als angefragt, der schon im Wahlkampf so gar kein gutes Haar am designierten Präsidenten ließ. Ganz im Gegenteil. Seine Antwort ist so kurz wie deutlich: „Hahahahaha, wait, Hahahaha, really?“ Nur falls Trump für diesen Gig seine Steuererklärung veröffentlichen würde, würde es Moby noch mal überlegen. Die musikalische Richtung dafür stellt sich Moby dann auch ziemlich eindeutig vor. „Also I would probably play public enemy and stockhausen remixes to entertain the republicans.“

Hihi.

Nach Behördenschelte: Waxing im Schaufenster

Der Wiener Schönheitssalon The Beauty Bar bekam vor ein paar Tagen Besuch vom dortigen Arbeitsinspektorat, die sich offenbar ähnlich dem hiesigen Ordnungsamt, um Bedingungen kümmern, die vom Einzelhandel und so zu erfüllen sind. Das Inspektorat war offenbar nicht damit einverstanden, dass im Laden nicht mit „Sichtkontakt ins Freie“ gearbeitet wurde und forderte das von der Salonbesitzerin ein.

Diese reagierte mit einem FB-Post und bot den ArbeitsinspektorInnen ein „Waxing der Pofalten“ mit Zuschauern an. Ob sich das jemand vom Arbeitsinspektorat abholen wird, ist ungewiss.

Serdar Somuncu über uns

[Edit] Ich kann für den grenzdebilen Titel des Videos genau so wenig wie für die textliche Einleitung. Auch für die für manche unnötige Musik trage ich keine Verantwortung. Dennoch finde ich das Gesagte wichtig.

Ich habe nicht selten aber dafür gerne meine Probleme mit dem, was Serdar Somuncu so macht. Aus ganz verschiedenen Gründen. Hier aber trifft er mehrfach den oft zitierten Nagel auf seinen oft zitierten Kopf – und das ist alles andere als lustig. Ein Ausschnitt aus Serdars Programm „H2 Universe – Die Machtergreifung“.


(Direktlink, via Blogrebellen)

Unwort des Jahres 2016: „Volksverräter“

Es dürfte nicht ganz leicht gewesen sein, sich auf das Unwort des Jahres 2016 zu einigen. Möglichkeiten gab es da sicher einige. Die „Unwort“-Jury, die im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten besteht, hat sich dennoch für „Volksverräter“ entschieden.

Das gab die Sprecherin der „Unwort“-Jury, Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, in Darmstadt bekannt. Das Wort sei ein „Erbe von Diktaturen“.

Eines allerdings muss man dem Wort lassen. Es hat die schöne Variante der „Volksfahrräder“ geboren, die zu fordern ja nun wirklich nicht das Verkehrteste wäre.

UK after Brexit

Beatrix von Storch – keine Ahnung, aber Welle machen

Frau von Storch hat mal wieder schneller getippelt, als sie denken konnte und auf die bekannte Weise empört eine Frage gestellt:

Eine Antwort darauf hätte keine drei Minuten der Recherche gebraucht, aber die Zeit war wohl gerade nicht da.

So was passiert, wenn man Politik machen will, aber sich der Medien verweigert – die nämlich hatten darüber berichtet.

Man bedenke, diese Leute wollen politisch gestallten, verweigern sich aber offenbar ganz gerne mal der Realität. Da wird mir ein bisschen Angst und Bange. Die erzählen uns bestimmt auch irgendwann, dass das Morgenrot eher ein Morgenblau ist – nur, dass wir es nie gemerkt hätten. Oder so.

Das alles wirft noch mehr Fragen auf: