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Kategorie: Doku

Doku: Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa

Seit Tagen wird darüber debattiert, warum der Dokumentarfilm „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Sophie Hafner und Joachim Schröder, der vom WDR in Auftrag gegeben und redaktionell abgenommen wurde und für eine Erstausstrahlung bei Arte geplant war, nun doch nicht gezeigt werden soll. Zumindest bei Arte weigert man sich, den Film so zu zeigen. Beim WDR „prüft“ man noch.

Arte-Programmdirektor Alain Le Diberder weigert sich aber, den Film zu zeigen, unter anderem mit dem Verweis auf dessen mangelnde „Ausgewogenheit“ – als ob das beim Thema Antisemitismus ein sinnhaftiges Argument sein könnte.
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Der WDR äußert sich ähnlich bizarr. In einer Pressemitteilung schreibt er: „Wir bedauern, dass die redaktionelle Abnahme im WDR offenbar nicht den üblichen in unserem Haus geltenden Standards genügte.“ Zum Hintergrund: Abgenommen hat den Film die Arte-Beauftragte des WDR, Sabine Rollberg, sie ist eine mehrfach preisgekrönte Redakteurin, drei von ihr betreute Filme wurden mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Es gibt in Deutschland im Bereich Dokumentarfilm nur wenige Redakteure, die ähnlich kompetent sind wie sie. Bleibt die Frage: Was haben die Kölner Hierarchen wirklich gegen den Film?

Nun bringt ausgerechnet BILD.de den Film für 24 Stunden ins Netz. Von dort aus hat er jetzt auch seinen Weg zu YouTube geschafft. Ob er dort lange bleiben wird ist fraglich, aber ich gucke den da seit einer halben Stunde und finde ihn nicht wenig erschütternd.


(Direktlink, via Zecko)

Doku: Bruce Springsteen – Born to Run

Ich hege eine ominöse Schwäche für das, was Bruce Springsteen sein Leben lang so gemacht hat. Eigentlich ist das alles nicht meint Sound, der mich in diesem Fall aber halt trotzdem mitnimmt. Eigentlich ist mir das alles auch ein bisschen zu pathetisch, weil eigentlich nicht cool genug. Und dennoch mag ich Bruce Springsteen. Vielleicht weil er so charismatisch und dabei noch authentisch bei mir ankommt. Vielleicht auch, weil er meine kleine Liebe fürs Songwriting über die Jahre gefüttert hat. Aber so ganz genau weiß ich es auch nicht.

Als Songwriter hat sich Bruce Springsteen in die Riege der großen amerikanischen Erzähler geschrieben. In seinen Liedern, sagt er, schreibe er immer auch über sich selbst. Und im selben Maße kommentiert der charismatische Rockstar in Nigel Coles Dokumentation persönlich den Soundtrack seines Lebens. Er blickt auf seine Kindheit zurück, berichtet von seinen Jahren als „King der Bar-Bands“ in Asbury Park, vom Aufstieg der E Street Band und seinem Durchbruch. Springsteen erzählt von den frühen Einflüssen des Doo-Wop, der in den wonnigen 50ern zu Hause im Radio erklang, bis hin zum Rausch der Elvis-Rockabilly-Rebellion und seiner engen Verbindung zur spirituellen Soulmusik. Springsteen wuchs als einfacher Junge in New Jersey auf, in einer typisch amerikanischen Arbeitersiedlung der 50er Jahre, geprägt vom Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit. Bereits in seinem Heimatstaat erspielte er sich den Ruf eines Local Heroe. Der Durchbruch gelang ihm 1984 mit „Born in the U.S.A.“, einem Album, das sich über zweieinhalb Jahre in den britischen und amerikanischen Charts hielt. Nigel Cole beleuchtet auch den kreativen Schaffensprozess des Künstlers und erklärt, wie es Bruce Springsteen gelingen konnte, zeitweise zum größten Rockstar des Planeten zu avancieren, für den Rock ’n‘ Roll jedoch stets weit mehr war als nur Musik. Ergänzt wird der persönliche Kommentar von Springsteen mit unveröffentlichtem Archivmaterial aus verschiedensten Phasen seines Lebens und Schaffens; zur Verfügung gestellt von Thom Zimny, der in 16 Jahren einen repräsentativen Katalog mit Foto-, Film- und Audioaufnahmen von Bruce Springsteen zusammenstellte. Das Porträt von Regisseur Nigel Cole („Kalender Girls“, „We Want Sex“) bietet einzigartige Einblicke in das Leben des Rockstars. Es zeigt, wie Bruce Springsteen mit Entschlossenheit und Hingabe zu einem der fesselndsten Geschichtenerzähler seiner Generation wurde.

Doku: Wilde Miezen – Katzen allein unterwegs

Bis vor ein paar Jahren hatten wir über längere Zeit verschiedene Katzen. Ich hatte immer mal Lust zu wissen, wo genau die Burschen sich rumgetrieben haben, wenn sie außerhalb unserer Sichtweite waren, was ja häufiger vorkam. In Weimar hat man das jetzt mal mit 10 Katzen beobachtet und dokumentiert.

Katzen sind das beliebteste Haustier in Europa, allein in Deutschland leben zwölf Millionen Katzen. Und dennoch: Kaum jemand weiß, wie sie leben, sobald sie das heimische Grundstück verlassen. Wohin gehen sie? Was treibt die Katzen an? In der Dokumentation wird eindrücklich erlebbar, dass so mancher Stubentiger ein Doppelleben führt und in der Dämmerung ungeahnte Raubtierinstinkte in den Schmusetieren erwachen. Als Freigänger erleben die Katzen Abenteuer, von denen ihre Halter nichts ahnen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Katzenforscherin, die sich in Weimar, der Katzenhochburg Deutschlands, auf Spurensuche in die heimliche Welt der Katzen macht. Denn hier in Weimar leben 65.000 Menschen und geschätzte 10.000 Katzen. Ihr Experiment ist dabei ebenso effektiv wie leicht verständlich: Mit modernster Technik, mit GPS-Katzenhalsbändern und speziell entwickelten Kameras, folgt die Katzenforscherin den Tieren auf ihren Streifzügen in freier Wildbahn. Das GPS-Signal sendet dabei im Minutentakt den Aufenthaltsort der Katze und entwickelt damit einen lückenlosen Bewegungspfad, der auch nachts die Aktivitäten der Katze darstellt. Damit die Untersuchung auch repräsentativ ist, wählt die Forscherin ein breites Spektrum von Katzen aus: junge und ältere Katzen werden von ihr genauso beobachtet wie freche oder scheue Tiere. Schon innerhalb einer Woche erhält die Katzenforscherin damit gleich Zehntausende Daten zur Auswertung. Sie kartiert und entschlüsselt die unbekannten Wege und entdeckt verborgene Lieblingsplätze. Aber vor allem stellt sich heraus, dass Katzen auch eigene Reviere haben, in denen sie angegriffen werden und die sie verteidigen. So kommt die Dokumentation dem Wesen und der Faszination dieser beliebten Tiere ein Stück näher.

Reisedoku: Mit dem Rad von Berlin nach Shanghai

Die Brüder Hansen und Tom haben sich schon vor einigen Jahren mit dem Fahrrad auf die Reise nach Shanghai gemacht. 13600 Kilometer in sieben Monaten. Eine Reise, die die beiden mitunter an die Grenze ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit führt. Berlin2Shanghai ist ihre Doku über dieser Reise und in voller Länger jetzt in der ARD-Mediathek zu sehen.

„Die eineiigen Zwillinge Paul und Hansen Hoepner aus Singen am Bodensee sehen sich zwar äußerlich zum Verwechseln ähnlich – haben sich aber über die Jahre und das Studium in verschiedenen Städten auseinandergelebt. Getrennte Wege, getrennte Freundeskreise – nur die Leidenschaft fürs Radfahren teilen sie immer noch. Kurz vor ihrem 30. Geburtstag leben beide in Berlin und beschließen, auf einer gemeinsamen Reise wieder zueinander zu finden. Ihr Ziel: Shanghai. Weit genug von Berlin entfernt, um all das nachzuholen, was sie in den Jahren zuvor versäumt haben. Mit Zelt und Isomatte im Gepäck radeln sie los, immer Richtung Osten. Ihre Erlebnisse und ihre Gefühle halten die beiden in Videotagebüchern fest. Unmittelbar, unverfälscht und authentisch. Mehrmals droht die Tour zu scheitern: Krankheit, fehlende Visa, Streit zwischen den Brüdern. Ihre Reise wird auch zu einer inneren Reise, mit vielen Höhen – und vielen Tiefen. Von Berlin nach Shanghai sind es auf ihrer Route nicht nur viele Kilometer. Weite Strecken des Weges sind alles andere als ungefährlich – bis hin zu seltsamen Begegnungen mit russischen Grenzbeamten oder einem Gefängnisaufenthalt in China. Ihre Reise führt über gewaltige Pässe und endlose Ebenen, durch spektakuläre Landschaften, zu fremden Kulturen und exotischem Essen – es ist der Trip ihres Lebens.“

Hier in etwas gekürzter Fassung, die schon 2015 auf einsplus lief.


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BBC-Doku: Once Upon A Time In New York

Eine schon leicht in die Jahre gekommene BBC-Doku über das New York der 70er Jahre, HipHop, Disco und den Punk.

„BBC Documentary | Once Upon A Time In New York: The Birth Of Hip Hop, Disco & Punk. How the squalid streets of ’70s New York gave birth to music that would go on to conquer the world – punk, disco and hip hop.
In the 1970s the Big Apple was rotten to the core, yet out of the grime, grit and low rent space emerged new music unlike anything that had gone before.
Inspired by the Velvet Underground, a new wave of ‚punk‘ rock emerged in lower Manhattan including The New York Dolls, The Ramones and the Patti Smith Group. Meanwhile, downtown loft parties held by gay New Yorkers heralded the birth of disco, which would eventually spawn the ultimate club for the privileged few: Studio 54. The swanky mid-town discos were out of bounds to black New York so in the Bronx DJs such as Kool Herc, Grandmaster Flash and Afrika Bambaataa created their own parties, heralding the birth of hip hop.“


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Doku: Lee Scratch Perry’s Vision of Paradise

Divenhaft und ein bisschen durchgeknallt. Man kann von dem spleenigen Lee Perry halten, was man will, dass er einer der einflussreichsten Musiker der letzten 50 Jahre ist, allerdings, lässt sich nicht bestreiten. Er hat nicht nur Bob Marley auf den Weg in die Popularität gebracht, er hat auch den Dub erfunden. Und was wäre diese Welt ohne den Dub?

Ein großartige Doku von Filmemacher Volker Schaner.

„Lee „Scratch“ Perry ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten Musiker aller Zeiten – und doch jemand, der immer im Hintergrund seiner weltberühmten Schüler geblieben ist. Er ist der Ziehvater von Bob Marley und gilt als der Erfinder des Reggae und des Dub – zwei Genres, die als Grundlage aller Formen der modernen Tanzmusik angesehen werden. Nach der jamaikanischen Unabhängigkeit vom britischen Empire Anfang der 60er Jahre suchte die Insel nach einer neuen kulturellen Identität – und Lee Perry war einer der Ersten, der den Rastafari-Glauben mit Popmusik verband und Reggae zum weltweiten Siegeszug verhalf. Doch diese „spirituelle Revolution“ schlug in den Augen Perrys fehl. Reggae wurde kommerzialisiert und seiner ursprünglichen Bedeutung beraubt. Der Filmemacher Volker Schaner begleitete Lee Perry über 15 Jahre von Jamaika nach London in die Schweiz, wo er – in seinem neuen Geheimlabor – mit Hilfe von Musik und Kunst für sich neue Wege findet, um das Böse in der Welt zu besiegen. Der Film zeigt die Geisteswelt Lee Perrys und erzählt mit viel Musik die Lebensgeschichte dieses außergewöhnlichen und genialen Musikers.“

Doku: Kein Gott, kein Herr! – Eine kleine Geschichte der Anarchie

Zweiteilige Doku über den Anarchismus, die bei arte gerade in der Mediathek steckt. Das Wissen darüber kann keinem Schaden.

„Der Anarchismus brachte die Welt immer wieder ins Wanken, ermöglichte aber auch die ersten sozialen Errungenschaften und beeinflusste die großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Wo nahm diese Bewegung ihren Anfang, die seit 150 Jahren jeden Herrn und jeden Gott ablehnt? Warum ist der Anarchismus, der eine bessere Welt wollte als die, die sie früher war, noch immer aktuell?“

Trailer: Denk ich an Deutschland in der Nacht

Romuald Karmakar hat mit Denk ich an Deutschland in der Nacht einen Dokumentarfilm gemacht, der die fünf DJs Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel und David Moufang/Move D auf ihren Touren, im Studio und im Alltag begleitet und sie dabei zu Wort kommen lässt. Sie sprechen über ihr Leben und ihre Leidenschaft, die Musik. Der Film feierte auf der diesjährigen Berlinale Premiere und kommt am 11. Mai in die Kinos. Da kann man schon mal reingehen.


(via Faze)

Frank Zappa Doku: Zapped

Thorsten Schüttes Doku über Frank Zappa läuft heute Abend um 21:45 Uhr auf arte. Da ich um diese Zeit arbeiten werde, gucke ich mir den schon mal jetzt auf arte+7 an.

Als Frank Zappa am 4. Dezember 1993 in Los Angeles im Alter von 52 Jahren starb, verlor die Welt einen ihrer kreativsten und provokantesten Künstler. Der amerikanische Sänger und Gitarrist, der wegen seiner ungestümen Äußerungen bisweilen von der Plattenindustrie und bestimmten Radiosendern zensiert und boykottiert wurde, gehört zu den unangepassten Persönlichkeiten der modernen Musikgeschichte. Zu Beginn seiner Karriere war er selbst der kalifornischen Gegenkultur der Hippies zu unberechenbar und unbequem. Schon für seine erste Band The Mothers of Invention schrieb er radikal gesellschaftskritische Songs. Zwischen 1966 und 1993 veröffentlichte Zappa solo und mit den Mothers of Invention rund 60 Alben, darunter das Debütalbum „Freak Out!“. Zappa galt als Enfant terrible und als satirisches Mastermind der Musikszene, aber auch als genialer Autodidakt und versierter Geschäftsmann, der sein eigenes Label gründete und sich so ein Vermögen aufbaute. Fast 50 Jahre lang dokumentierten Radio- und Fernsehsender in aller Welt die Aktivitäten und Statements des Sängers. Seine bissigen Kommentare zu Politik, Religion, Plattenindustrie und Jugendkultur nahmen die musikalische und soziopolitische Realität jener Zeit klug in den Blick. Der Dokumentarfilm von Thorsten Schütte zeichnet anhand seltener Archivaufnahmen ein Porträt von Frank Zappa als hochtalentiertem und einflussreichem Musiker, aber auch als kühnen Nonkonformisten und hellsichtigen Kritiker seiner Zeit. So bietet der Film auch einen Rückblick auf die Popkultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und räumt nebenbei auch mit so manchen Klischees über Frank Zappa als Mensch und Künstler auf.


(Direktlink)

Doku: Ein Palast und seine Republik


(Foto: IstvanCC-BY-SA)

Eine von Thomas Beutelschmidt und Julia M. Novak im Jahr 2000 veröffentlichte Doku über „Erichs Lampenladen“, den Palast der Republik, den ich nie von innen gesehen habe. Die ganz wichtigen Pionier-Geschichten fanden für mich immer im Pionierpalast Berlin in der Wuhlheide satt. Andere hatten da mehr Glück, wenn ich mich recht erinnere. Ansonsten habe ich es nie dort rein geschafft, was ich, als man ihn nur noch von außen betrachten konnte, bedauerte. Denn sowohl den Bau von Nahem als auch die Innenarchitektur hätte ich mir schon gerne noch angesehen.

„Ein Palast und seine Republik erzählt die Geschichte der ehemaligen Superbox – in Filmausschnitten und Fotodokumenten, mit einmaligen O-Tönen und unvergessener Musik. Entstanden ist eine informative wie illustrative Dokumentation über die Entstehung, Funktion und Bedeutung dieses DDR-Vorzeigestücks: eine Entdeckungsreise in die „lost world“ des einmal real existierenden Sozialismus. Er berichtet von Aufstieg und Fall und zeigt, wie schwer es der Berliner Republik nach der Wende fiel, den symbolischen Ort neu zu besetzen.“


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