Blog Archives for category Doku
Doku: Die geheime Disco-Revolution
Während halb Deutschland den ESC-Bullshit zu gucken scheint, höre ich alte Wu-Tang Platten und gebe mir diese Doku über Disco. Ich gewinne. Und das, obwohl ich Disco nie wirklich leiden mochte. Aber womöglich würde der House ohne Disco heute ganz anders klingen, oder gar nicht da sein. Und ohne House hätten wir keinen Techno. Ist so.
Von der Ära der Disco-Musik nahm man bislang gemeinhin an, dass es den Fans seinerzeit in erster Linie um Sex, Drogen, weiße Polyester-Anzüge und Plateau-Schuhe ging. Nun legen neue Erkenntnisse namhafter Experten nahe, dass dahinter viel mehr gesteckt haben könnte.
Sollte diese Epoche bis zum heutigen Tag falsch interpretiert worden sein? Eine Zeit, in der es um viel mehr ging als um Tanz-Beats und Partys bis zum Morgengrauen? In der man ein sehr viel größeres Ziel verfolgte, nämlich die Befreiung der Schwulen, Schwarzen und Frauen?
War Disco tatsächlich mehr als eine Musikmaschinerie, die Milliarden von Dollars eingespielt hatte, bevor sie von der Bild- und Tanzfläche verschwand? Wahr oder falsch – es macht in jedem Fall Spaß darüber nachzudenken, wie eine Untergrund-Bewegung funktioniert haben könnte, die so geheim war, dass selbst ihre Mitglieder nichts von ihr wussten.
„Die geheime Disco-Revolution” verknüpft Neuinterpretationen ausgewiesener Experten mit aktuellen Interviews berühmter Stars der Disco-Ära und Insidern der damaligen Szene. Gespickt mit mitreißendem und teilweise unveröffentlichtem Archiv-Material wartet der Dokumentarfilm darüber hinaus mit einer Fülle von Hits auf, die den Zuschauer unmittelbar ins Jahr 1978 zurückversetzen.
„Die geheime Disco-Revolution” reizt die Grenze zwischen Realität und Satire aus und wirft einen höchst amüsanten und neuen Blick auf die Glitzer-Kugel-Ära, auf ihre millionenfach verkauften Platten und einige Künstler, die im Namen der Disco-Revolution noch immer die alten Hits spielen und die bis heute ihre Teilnahme an der Bewegung verleugnen. Die doppelbödige Doku-Satire changiert zwischen ironischer Amüsiertheit und sachlicher Strenge und lässt den Zuschauer im Unklaren, was wirklich ernst gemeint ist. Gab es sie wirklich, die Gruppe von „Master-Minds”, die – wie Hellseher über ihre Disco-Kugel gebeugt – die eigentlichen Strippenzieher der Revolution auf der Tanzfläche waren und die Filmemacher Kastner vor der Kamera wieder auferstehen lässt? Mit ihnen zusammen erlebt der Zuschauer eine eigentlich hinlänglich bekannte Zeit von einem neuen und völlig überraschenden Blickwinkel aus.
Kurzfilm über die Nächte Berlins: 5 nach Zehne
Ein sehr unaufgeregter und wohl auch deshalb sehr schöner Kurzfilm, der fünf Menschen durch die Nächte in Berlin begleitet. Und eben nicht nur hippe Szene-Leute beim Feiern zeigt, sondern auch die, die eine Stadt wie Berlin ganz unauffällig un im Stillen am Leben halten, während andere schlafen. Den Bick zwischen Anonymität und Hedonismus wurde „5 nach Zehne” Gewinnerfilm des Berliner Kurzfilmfestivals “kiezkieken” 2012. Toll!
(Direktlink | Danke, Felix!)
Doku: Google und die Macht des Wissens
Verdammt sehenswerte Arte-Doku über die Google-Buch-Affäre, über Datenschutz, Download, Urheberrecht, Freiheit und Überwachung.
Im Jahr 2002 fing Google an, Weltliteratur einzuscannen. Man schloss Verträge ab mit den größten Universitätsbibliotheken wie Michigan, Harvard und Stanford in den USA, der Bodleian Bibliothek in England und der Katalanischen Bibliothek in Spanien. Das Ziel war nicht nur eine riesige globale Bibliothek aufzubauen, sondern all dieses Wissen sollte noch einem verschwiegenen Zusatzzweck zugutekommen: Man wollte eine neue Form von “Artificial Intelligence”, von künstlicher Intelligenz entwickeln.
Google bekam aber Probleme bei der Realisierung des Projekts: Mehr als die Hälfte – rund sechs Millionen – dieser Bücher waren urheberrechtlich geschützt. Autoren auf der ganzen Welt begannen, einen Feldzug gegen Google zu starten. Im Herbst 2005 reichten sowohl die amerikanische Autorengilde “The Authors Guild of America” als auch die amerikanische Verlegervereinigung “The Association of American Publishers” Klage ein.
Drei Jahre später kam dabei die Google-Buch-Regelung, das “Google Book Settlement” heraus. Diese Vereinbarung umfasste 350 Seiten und wurde im Oktober 2008 veröffentlicht. Dieses Abkommen hätte Google unglaubliche neue Macht verschaffen können. Die Google-Buch-Webseite war drauf und dran, nicht nur die weltgrößte Buchhandlung zu werden, sondern auch eine gebührenpflichtige Bücherei. Google hätte das Monopol auf die Mehrheit der im 20. Jahrhundert veröffentlichten Bücher gehabt.
Im März 2011 entschied dann Richter Denny Chin nach Anhörungen gegen die Rechtsgültigkeit der Google-Buch-Regelung. Am Ende hatte eine bunte kleine Armee von Autoren und Buchhändlern eines der weltweit mächtigsten Unternehmen besiegt. In dieser Dokumentation werden in die zentrale Geschichte um die Google-Buch-Affäre andere problematische Aspekte des Themas “Internet” eingewoben, wie Datenraub und Datenschutz, Download und Urheberrecht, Freiheit und Überwachung.
Arte-Doku: Wild Thing – Eine Tour durch die Geschichte der Rockmusik
Tolle Arte-Doku, die sich in zwei Teilen der Geschichte der Rockmusik widmet. Lief vorhin im TV, jetzt für sieben Tage auf Arte+7. Mit allen, die auch nur annähernd irgendwas mit dem Thema Rockmusik zu tun haben dürften. Und eben so was, was man halt so guckt, wenn der Osterhase das Building verlassen hat. Ihr wisst schon.
“Wild thing … you make my heart sing … you make everything groovy …” – spielt Jimi Hendrix diesen Song auf einer brennenden Gitarre, dann ist das die Demonstration des puren Rocks. Laut, sexy, wütend und scheinbar grenzenlos – all das ist Rock: ein Urschrei des 20. Jahrhunderts, rebellische Sounds, die später von der Musikindustrie vereinnahmt, gezähmt und zur Ware gemacht wurden. Was ist mit dem Rock passiert und wie wurde er zur Legende?
Der Regisseur Jérôme de Missolz erzählt die verrückte Geschichte des Rocks, die er selbst miterlebt hat, begibt sich auf die Suche nach den letzten Rebellen, Outcasts und Aussteigern, die für die befreiende, identitätsstiftende und zerstörerische Kraft der Rockmusik stehen und sie zum Lebensstil gemacht haben und erinnert an die, die an ihr zerbrochen sind.
Die zweiteilige Dokumentation “Wild Thing” ist eine Rückbesinnung auf die wilden Anfangszeiten des Rock, eine Chronologie des Rocks anhand von Musikgrößen wie Chuck Berry bis Pete Doherty. Eine Geschichte, an der viele mitgewirkt haben: Jerry Lee Lewis, Little Richard, The Animals, The Troggs, The Kinks, Pretty Things, The Rolling Stones, Jimi Hendrix, Captain Beefheart, Frank Zappa, Pink Floyd, John Lennon, The Doors, The Stooges, Janis Joplin, Led Zeppelin, Velvet Underground, David Bowie, Nico, The Clash, Sex Pistols, Joy Division, Guns’N'Roses, Motorhead, Fugazi, Dead Kennedys, PJ Harvey, Nirvana, Jeff Buckley …
Die Musikdokumentation zeigt unveröffentlichte Archivbilder, Bilder von legendären und allzu früh verstorbenen Musikern wie Brian Jones, Jim Morrison, John Lennon, Jimmy Carl Black… und eine Fülle von Begegnungen mit weiterhin aktiven Rockgrößen wie Iggy Pop, Eric Burdon, Reg Presley, Kevin Ayers, Gary Duncan, John Echols, Genesis Breyer P-Orridge, Richard Hell, Lydia Lunch, Lemmy K, Slash & Duff, Peter Hook, Jello Biafra und Gary Lucas.
Teil 1:
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Teil 2:
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Doku: Die Nazi-Braut – Das Geheimnis der Beate Zschäpe
ZDF Doku aus dem Februar.
Beate Zschäpe, die mutmaßliche NSU-Terroristin, muss sich ab Mitte April unter anderem wegen Mittäterschaft an zehn Morden verantworten. Welche Rolle spielte die 38-Jährige wirklich? War sie das von den Medien hochsexualisierte “Nazi-Luder”, die bauernschlaue Überzeugungstäterin oder gar die disziplinierte und eiskalt kalkulierende Mörderin? Der “Nationalsozialistische Untergrund” — eine Zelle aus Rechtsterroristen — tötet unerkannt zehn Jahre lang Einwanderer mit gezielten Todesschüssen und heimtückischen Nagelbomben. Nachdem die Terrorgruppe von der Polizei gestellt wird, nehmen sich zwei der drei Mitglieder das Leben.
Doku: Loveparade 1995
Ich kam gerade aus frisch zurück aus London und dachte, meinen neuen 9er-Martens könnte man doch optimal auf der Loveparade einlaufen. Drei Stunden später bluteten mir die Füße und ich Trottel musste zwangsläufig nach Hause. Das war damals in der Bundesallee, also glücklicher Weise gleich um die Ecke. Ich zog mir Sneaker an und verbrachte die kommende Nacht im E-Werk.
Das hier ist die Dokumentation aus dem Jahr 1995, die irgendwann mal von K7! vertrieben wurde.
(Direktlink, via Tanith)
Doku über Nazis in Californien: Louis Theroux – The Nazis
Keine Ahnung, warum ich mir hier heute einen Abend auf englisch gebe, aber vermutlich liegt es an den Inhalten. Ganz sicher sogar liegt es an diesen.
Louis Theroux ist Journalist, neben der britischen Staatsbürgerschaft besitzt er auch die amerikanische. Für die BBC produzierte er Ende des letzten Jahrtausends die Dokumentationsreihe Louis Theroux’s Weird Weekends. Dafür lebte er sich in verschiedene amerikanische Subkulturen ein, um eben so nahe wie möglich über diese berichten zu können. Eine dieser Subkulturen war damals die der in Californien aktiven Nazis.
Er geht da ziemlich locker auf diese Wichser zu und bekommt die soweit, dass die so ziemlich alles an Gedankenkotze vor laufender Kamera rauslassen. Dabei allerdings ist er trotz allem offensiv hinterfragend und macht aus seinem Unverständnis für derartig menschenverachtende Ideologien keinen Hehl. Als er sagt, dass er kein Rassist sei und das er finde, das es falsch sei ein Rassist zu sein, verstummt das Lachen der Idioten. Krasser Job, den der da macht.
Was auch deutlich wird, diese Tüpen da nehmen diesen ganzen Bullshit noch mit einer ordentlichen Ladung Humor, die mich hier fast kotzen lässt. Ambivalentes Ding, dass das so hier in der BRD so niemals nicht so aufgenommen werden könnte. Übler Shice. Wirklich. Und ein bisschen bin ich trotzdem sehr froh, dass es darüber eigentlich so gar nichts zu lachen gibt. Wichser.
Die Zwillinge sind übrigens wirklich die Prussian Blues, die erst wegen dem jungen, besungenen Rassismus und später dann wegen der durchs Kiffen bekanntgewordenen Läuterung durch die Medien gingen. Guter Job, Louis.
(Direktlink, via Mo)
Wie Biber ihren Bau sanieren und sich munter dabei filmen lassen
Kein Ahnung, wie zutraulich bzw. schüchtern Biber im Allgemeinen so sind – ich habe noch nie einen von nahem gesehen. Die beiden hier scheinen sich keine Gedanken darüber zu machen, was Mensch ihnen tun könnte – schließlich ist das Haus kaputt. Und da gehen etwaigen Sanierungsmaßnahmen natürlich vor. Ganz egal, was Mensch da vor der eigenen Tür so zu veranstalten gedenkt. Dienst ist Dienst! Und der will erledigt sein. Das beeindruckt nicht nur den hier Filmenden. Ganz sicher. Und ja: Biber können auf ihren Hinterläufen gehen, die Vorderläufe brauchen sie zum tragen.
(Direktlink, via reddit)
Doku über Hip Hop und Breakdance in Uganda: Bouncing Cats
Uganda, ein von Krisen geschütteltes, von Unruhen und Massakern gequältes Land, hat natürlich auch andere Seiten. Im Jahr startete dort das Breakdance Project Uganda und fokussierte Energien junger Menschen auf Breakdance und HipHop. Nabil Elderkin machte mit Bouncing Cats darüber diese Doku, die mehrfach ganz zu recht ausgezeichnet wurde. Jetzt hat er sie komplett auf Vimeo geladen.
Uganda has been called one of the worst places on earth to be a child. In the South, children face the threat of poverty and disease. In the North, these threats are enflamed by brutal, mindless war inflicted by the Lord’s Resistance Army (L.R.A.) that has divided families, displaced millions and led to the abduction and mutilation of tens of thousands of children resulting in the deterioration of identity and culture.
Bouncing Cats is the inspiring story of one man’s attempt to create a better life for the children of Uganda using the unlikely tool of hip-hop with a focus on b-boy culture and breakdance. In 2006, Abraham “Abramz” Tekya, a Ugandan b-boy and A.I.D.S. orphan created Breakdance Project Uganda (B.P.U.). The dream was to establish a free workshop that would empower, rehabilitate, and heal the community by teaching youth about b-boy culture. Based in Kampala, Uganda, B.P.U. has recently expanded to include permanent classes in Gulu, Northern Uganda. Abramz teaches classes three Times a week to more than 300 kids from all parts of the country. Many of the children are homeless, victims of war and poverty, and few can afford proper schooling yet they walk from miles away to attend the B.P.U. classes. As Abramz says, “This is where many people’s pride is. It’s a skill that no one can take away from us.”
Arte-Doku: Sind wir der letzte Dreck? Von der Würde der Arbeit
Die Wadan-Werft ist eine der modernsten Werften der Welt und der ganze Stolz der Region Wismar. Von 4.000 Mitarbeitern werden bald 3.100 arbeitslos sein. Die Dokumentation ist die Chronik einer Krise. Filmemacher Dieter Schumann begleitet drei Schiffbauer durch das Jahr. Seit Jahrhunderten werden in der Hansestadt Wismar an der deutschen Ostseeküste Schiffe gebaut. Heute lebt fast jede dritte Familie direkt oder indirekt vom Schiffbau. Doch nun muss die Wadan-Werft über drei Viertel ihrer Mitarbeiter entlassen. Den restlichen 900 werden befristete Arbeitsverträge zu einem Hungerlohn angeboten.
Der Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet für die betroffenen Arbeiter weit mehr als der Verlust des Einkommens. “Zum Schiffbauer musst du geboren sein”, sagt Roland Lindner, besser bekannt als “Knolle”: Schiffbauer ist ein stolzer Beruf, der über Generationen weitergegeben wird, er hat mit Würde und Qualität zu tun und prägt die Identität der ganzen Küstenregion. “Das ist wie ein Familienbetrieb”, merkt Auszubildender Christian Ratsack an. Sein Vater war schon als Schiffsbauer hier, sein Großvater ebenso.
Von den drei Protagonisten wird zunächst Roland Dreier wieder eingestellt. Wochen später erhält auch Roland “Knolle” Lindner ein Arbeitsangebot – zu stark verschlechterten Konditionen. Mit gemischten Gefühlen nehmen sie ihre Arbeit wieder auf, während Christian Ratsack arbeitslos bleibt und vom Arbeitsamt gesagt bekommt, dass “es als Schiffbauer keine Zukunft geben wird”. “Das ist wie im Dschungel. Wer stehen bleibt, der hat verloren”, sagt der Insolvenzverwalter mit nüchternem Zynismus.
Der Verlust der Arbeit trifft das Wertgefüge, teilt Menschen in scheinbar Überlegene und Verlierer, in Menschen mit Arbeit und in Menschen ohne Arbeit. Und dann sind da Menschen, die Arbeit haben, aber nicht mehr davon leben können, so wie einer der Leiharbeiter auf der Werft, der für 700 bis 800 Euro monatlich wieder eingestellt wurde. “Knolle” bringt die Wut der Schweißer auf den Punkt: “Sind wir hier eigentlich der letzte Dreck?” Die Männer spüren schmerzlich: Härter als die Arbeit ist es, sie zu verlieren.
http://youtu.be/k4JNQ2wgbfA
Doku über das Leben der Kids im Märkischen Viertel Berlin: Wo lang?
Während meiner ersten Ausbildung zum Maler/Lackierer lernte ich in meiner Berufsschule in der Sonnenallee, Neukölln, einen Tüpen kennen, der seine Kindheit und Jugend im MV verbrachte. Er lebte schon Mitte der 90er den Gangster-Scheiß, der dann erst viel später endgültig in deutsche Kinderzimmer einziehen sollte. Hip Hop, Dope ohne Ende, Gangs, Abziehen und trotzdem irgendwie einen Ehren-Kodex haben. Einerseits fand ich das sehr imponierend, andererseits fand ich dieses Getue völlig albern. Aber er war eben so, meinte das ernst und machte sein Ding – Techno fand er völlig beschissen.
Später dann hörte ich das dieser Sido auch aus dem Märkischen Viertel kam. Seitdem musste ich öfter an diesen Tüpen denken. Was er wohl macht? Ob er immer noch Pinsel quält und mit Farbe kleckst? Ob er dieses Hip Hop Ding durchgezogen hat? So Fragen eben, die man sich dann eben so stellt.
Während im Jahr 2007 mit “Prinzessinnenbad“ ein Portrait über die Kids in Kreuzberg in die Kinos kam und für ordentlich Beachtung sorgte, drehte Max Kerkhoff mit “Wo lang?” einen ganz ähnlich gelagerten Film über die Kids des Märkischen Viertels in Berlin. Der fand offenbar nicht ganz so viel Beachtung und nachdem ich diesen gesehen habe, weiß ich gar nicht mal, warum dem so ist, denn der ist toll und deshalb genau das richtige für einen Sonntagnachmittag.
Kevin und seine Freunde verbringen den Sommer in ihrem Viertel, dem Märkischen Viertel, einem Berliner Außenbezirk. Ihr Alltag wiederholt sich. Zwischen Tiefkühlpizza, Billigbier und Playstation dominieren Konflikte ihren Sommer. Konflikte mit den Nachbarn, dem Sicherheitsdienst, den Eltern, der Polizei, und Konflikte mit sich selbst. An der Schwelle zum Erwachsenwerden stellt sich für die Freunde die Frage: Wo lang?
Graffiti während der ägyptischen Revolution
Jehane Noujaim möchte mit “The Square” einen Film über die ägyptische Revolution zum Ende bringen. Der lief zwar in Rohfassung schon auf dem Sundance und wurde dort von allen Seiten hochgelobt, aber Noujaim hätte gerne eine aktualisierte, endgültige Produktion. Will heißen: das Dingen soll noch mal auf das eingehen, was seit dem passiert ist, als der Film eigentlich gedreht wurde. Außerdem soll es noch mal in die Postproduktion. Dafür gibt es ein Kickstarter Projekt, welches mit $100.000 nicht gerade tiefpreisig angesetzt wurde, aber nun gut, sieht momentan auch nicht so aus, dass das zu schaffen wäre.
Teil dieses Films allerdings ist die Rolle der Street Art während der ägyptischen Revolution und genau diesen Teil würde ich schon ganz gerne mal in aller Ausführung sehen wollen. “The Revolution Will Not Be Televised, It Will Be Written On The Walls.”
(Direktlink, via Wooster)
More on Street Art in The Square:
Graffiti began to appear on walls around Egypt during the January 25 uprising 2 years ago. Prior to that, there was little to no street art in all of Egypt. But now, the walls of Cairo’s streets are covered in so many layers of graffiti and posters, grime and fumes, that studying the layers is like reading a book on everything these walls have witnessed. The uprising, the downfall, the unity and the coming apart are all shown in street art pieces – pieces that speak for those that do not have a voice.Despite being perceived by the majority of Egyptians to be “pointless scribbling” on the walls, artists who got their start during the revolution have been commissioned for magazine cover art, have given lectures and been featured in documentaries about their work, including ours – The Square, an on-the-ground look at revolutionaries throughout the Tahrir uprisings.
No piece of art can exist in a vacuum. Out of the revolution sprung so many vibrant expressive pieces of humanity.
Doku: Szenen Aus Einer Hauptstadt – Ost-Berlin 1978
Schöne und auch aufschlussreiche Einsichten ins Ost-Berlin der späten 70er Jahre. Lief irgendwann mal für die ZDF-Serie 30 Jahre später. Wahrscheinlich also irgendwann im Jahre 2008. “Dirk Sager mit einem wunderbaren Panorama des Lebens im Ost-Berlin des Jahres 1978. Schrebergärtner, Militärparaden, Centrum-Warenhaus, Bauarbeiter, Gemüsemarkt Pankow, Interviews mit einer werdenden Mutter, den Schriftstellern Klaus Schlesinger und Dieter Schubert, der Liedermacherin Bettina Wegner.” Toll².
Beat Kings – The Producers Hip Hop Documentary
Schöne Doku aus dem Jahr 2007, in der alle dabei sind, die im amerikanischen Hip Hop hinter den Reglern sitzen und Rang und Namen haben – oder vielmehr damals hatten. Studiogespräche.
Beat Kings is an in depth documentary about hip hop producers spear-headed by longtime Wu-Tang Clan Producer/DJ Mathematics. Beat Kings chronicles the history of beatmaking from the days of Afrika Bambatta to Marley Marl to modern day greats like Kanye West. Tapping a who’s who in hip hop music, Beat Kings get the first hand accounts of the equitment they use, how they learned to make beats, and anything else a budding producer or hip hop fan would want to know. The DVD features in the studio interviews with Kanye West, Just Blaze, Havoc (Mobb Deep), Trackmasters, Swiss Beats, RZA, Premier, Pete Rock, Marley Marl, Alchemist, Easy Moe Bee, Prince Paul and more. These producers are the architects behind the rhymes of superstars like Jay-Z, Notorious BIG, 50 Cent, Nas, The Wu-tang Clan and now anyone can learn how they do it.
Doku: Lennon, NYC
Ich habe es ja nicht so mit dem Sound der Beatles, aber ich mochte immer schon John Lennon wegen dem, was bei mir von seiner Persönlichkeit ankam. Und der Liebe wegen, die er so populär hippieresk zu vertreten wusste, wie kaum ein anderer. Und genau deshalb sehe ich mir jetzt diese Doku, für die Yoko Ono zum ersten Mal ihre privaten Archive mit Videos, Konzertmitschnitten, Studioaufnahmen, Making-ofs und Fotos zeigt. Ist ja Sonntag, da passt das.
Nach der Trennung der Beatles verließ John Lennon im August 1971 Großbritannien und zog mit seiner zweiten Ehefrau Yoko Ono nach New York. Am 8. Dezember 1980 wurde er von dem geistig verwirrten Mark Chapman vor seinem Wohngebäude erschossen.
Doch das Jahrzehnt, das sie in New York verbrachten, war reich an Begegnungen, Projekten, Entwicklungen und Kreativität, aber auch an Engagement. Der britische Staatsbürger John Lennon wurde von den amerikanischen Behörden nicht gern gesehen; in Zeiten der Konfrontation der beiden großen ideologischen Blöcke war er ihnen ein Dorn im Auge. Der legendäre Beatle sah sich oft ganz allein der mächtigen US-Verwaltungsmaschinerie ausgesetzt, doch er gab sich nie geschlagen und kämpfte stets weiter, reihte Projekte, Platten, Happenings und Pressekonferenzen aneinander.
Für “Lennon, NYC” öffnete Yoko Ono zum ersten Mal ihre privaten Archive mit Videos, Konzertmitschnitten, Studioaufnahmen, Making-ofs und Fotos. So entstand ein spannender Dokumentarfilm, der den ganz privaten John Lennon zeigt: seine Begeisterung, seine Kämpfe, aber auch seine Ängste und Enttäuschungen sowie seine Fähigkeit, sich immer wieder aufzuraffen und in der Musik und der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern neue Motivation und Inspiration zu finden. Hinter dem Idol kommt der Vater zum Vorschein, der Mensch, der Ehemann, der stets alles mit seiner Frau teilte. In dieser Zeit entstanden auch seine Welterfolge “Imagine”, “Whatever Gets You thru the Night” und “Woman”.
“Lennon, NYC” zeigt John Lennon, wie er wirklich war, ungekünstelt und ungeschönt, aber auch die Stadt New York, die zweite große Liebe seines Lebens.
Doku: Partylife – DJ und DJanes
Kurze Doku von NZZ Format, die nicht unbedingt Neues zu vermitteln weiß, sich allerdings auch um Geburtstags-DJs kümmert.
50 Jahre Musikkassette – 50 Jahre Bandsalat
Die Musikkassette feiert mitten in ihrem Siechtum ihr 50. Jubiläum. Womöglich das letzte 00er, an dem sie noch halbwegs lebendig teilhaben wird, denn viel dürfte von ihr nicht mehr zu erwarten sein. Auch wenn es immer noch Liebhaber der Bänder und sogar Labels gibt, die erst jetzt an den Start gehen und ihre Releases primär auf Kassetten veröffentlichen, wie das junge Dubtechno-Label Ferro Tape Records das tut.
Dennoch: die besten Tage ihres Lebens dürfte die Kassette hinter sich haben.
Ich erinnere mich gerne an sie zurück, im Osten war sie DAS Medium um Musik aufzunehmen, zu kopieren, zu tauschen, zu hören. Nur mein oller Cousin fand sie schon damals unkuhl und hörte auch Ende der 80er noch Musik von seinem Tonbandgerät wenn er vor Omas Haus seine MZ TS 250 wusch. Hipster!
ZDF Hallo Deutschland hatte kürzlich dieses Feature zur Kassette und beweist, dass viele Kids den kognitiven Zusammenhang zwischen einem Bleistift und einer Kassette nicht mehr herzustellen in der Lage sind. Aber ist ja auch nicht schlimm, ich weiß ja auch nicht, wie man einen Pflug hinter einen Gaul spannt. Außerdem geht es um die drei ???, die wohl jeder im Westen Sozialisierte sofort mit den Bändern assoziiert.
(Direktlink, via Antischokke)
Über den einzigen Plattenladen in Mauretanien
Noisey Music World hat Saphir D’or, den einzigen Plattenladen in der islamischen Republik Mauretanien im nordwestlichen Afrika, ausgemacht und diesem einen Besuch abgestattet. Dort sprechen sie mit Shop-Inhaber und DJ Ahmede Valle über seine Arbeit und der Liebe zur Musik. Sehr interessant.
We happened to be in Nouakchott, Mauritania while chilling in Africa so we decided to stop in at the country’s only record store, Saphir D’or. Turns out it rules! We chatted with Ahmede Valle, shop proprietor and seasoned DJ, about record collecting and the unifying powers of music.
(Direktlink, via DeadFix)
Über Schallplatten Liebende: For the Record
So eine Kurz-Doku, bei der ich ständig hachen muss, auch wenn ich dem Vinyl weitestgehend komplett entsagt habe. Ich mag es trotzdem immer noch und ganz besonders die, denen es ähnlich geht und die sich der daraus entwachsenden Leidenschaft völlig hinzugeben bereit sind. Produzenten, Hersteller und natürlich Schallplatten Kaufende. Nektar hat für diesen Film hier weltweit Menschen besucht, die nach wie vor dafür verantwortlich sind, dass das schwarzen Gold in die Läden kommt.
A expedition undertaken to discover, learn, meet and document the ideas and people behind the controls of vinyl record production.
Recorded over 6 weeks, travelling through Germany, Switzerland, Austria and the UK – For The Record exposes a number of notions about why vinyl is such an indelible medium and how it continues to remain popular in the the face of opposing format change.
(Direktlink, via Mururoar)
Web-Doku: Goa Hippy Tribe – und ein Mix zum Fliegen
Als ich heute diesen Kasetten DJ verbloggte, schickte mir Adrian diesen Link zu einem Artikel, was er mit der Frage verband, ob ich denn wüsste, dass die ersten DJs in Goa auch mit Tapes auflegten. Ja, das wusste ich, für den Artikel war ich dennoch sehr dankbar.
Ich habe einige Zeit meines Lebens mit diesem Sound und in der Szene verbracht, der bzw. die sich “Goa” nannte. Es war eine sehr schöne, eine sehr intensive Zeit und weil ich schon immer auch vernarrt darin war, alle erdenklichen Hintergründe über das zu erfahren, auf was ich so feiern ging, wühlte ich mich auch immer durch alle mir zur Verfügung stehenden Informationen. Das hat gerade bei diesem Thema bis heute nicht nachgelassen, was wohl der allgegenwärtigen Präsenz von Utopien und Idealen geschuldet ist. Ich mag das. Auch heute noch. Leider scheinen sich die über die Jahre zumindest hierzulande verflüchtigt zu haben, was die Szene für mich nicht mehr ganz so liebevoll macht. Außerdem hat mich die Musik irgendwann nicht mehr mitgenommen, aber das ist ein ganz anderes Thema.
In dem Artikel beschreibt Dave Mothersole wie er Ende der 80er nach Goa kam und wie sich dadurch sein Leben veränderte. Er erinnert sich zurück, denkt dabei an Partys, an die revolutionäre Stimmung, an Drogen und all das. Toller Artikel, der außerdem noch noch einen Podcast und einige Videos aus Goa Anfang der 90er hat.

It was like stepping into another world. UV pictures of blacksploitation babes and leather clad joy boys hung from the walls as the speakers pumped out these dark, synthetic beats. Wild eyed loons in flip flops and rags leapt about next to girls who looked like they had just walked in off some Milanese cat walk. An American kid in his late teens dressed in a Mickey Mouse tracksuit and sporting the best Billy Idol haircut I’d ever seen, walked up and offered us some liquid acid. “Full trip or half trip” he leered, pulling out a whacking great needle-less syringe and gesturing at us to hold out our hands for a dose. “Could change your life” he said with a sly chemical grin and an air of overbearing superiority. I went for half, holding out my nervously clenched fist in a mixture of curiosity and fear.
[...]
Far from showing them what it was all about, we looked on in a mixture of horror, fascination and wide eyed disbelief. Passive observes who’d stumbled across this weird bacchanalian scene. In a church, at the end of a dirt track. A few thousand miles from where we from, but a million miles from anything we knew. As defining year zero moments go, this was a major one for me. I’d expected to find a few burnt out pot heads singing Bob Marley songs around a campfire. Not this. That American kid was right – life was never quite the same again.
In diesem Artikel fand ich einen Link zu Goa Hippy Tribe. Einer webbasierten Doku, die eigentlich den Möglichkeiten geschuldet ist, die ausgerechnet Facebook heute bietet.
Der australische Filmemacher Darius Devas nämlich brachte seinen Vater, der in den 1960ern zu den Pionieren in Goa gehörte, über Facebook mit seinen alten Mitstreitern zusammen. Die haben sich im Laufe der Jahre größtenteils aus den Augen verloren, nun tauschten sie über FB Erinnerungen aus, erzählten alte Geschichte und sie teilten ihre alten privaten Fotos in der Gruppe. Diese eigens dafür gegründete Facebook-Seite wurde zum Kommunikationszentrum der Alt-Hippies. 2010 gab es dann für viele ein Wiedersehen in Goa, Darius Devas machte daraufhin diesen Film. Die Aufnahmen sind gemeinsam mit der Facebook-Seite die Basis für die Webdoku. Diese kann man auf dieser wirklich toll gemachten Flash-Seite ansehen, die natürlich komplett die Facebook-Seite implemitiert, was man nicht mögen muss. Das technisch so umzusetzen allerdings zeigt, was man heute alles so machen kann, wenn man die Idee hat und diese dann verdammt gelungen umsetzt.
Natürlich gibt es die einzelnen Teil der Doku auch in einem eigenen YouTube-Channel. Ich aber habe sie auf der Seite gesehen, habe nebenbei auf diverse Zusatzinformationen geklickt und mir die Facebook-Kommentare angesehen. Lustig auch: fast alle der Hippies finden Facebook evil, trotzdem sind sie irgendwie dankbar dafür, was ihnen dadurch möglich wurde. Ein tolles Projekt, exzellent umgesetzt. Davon würde ich gerne mehr sehen. Mittlerweile bemüht man sich in der Gruppe, auch die aktuellen Veränderungen zu dokumentieren. Denn dieses mystische Bedürfnis nach Goa zu fahren, steckt immer noch in vielen jungen Menschen. Nicht wenige geben sich diesem hin.
Und weil ich da jetzt gerade irgendwie so drin stecke, hier noch ein Mix, der einzig aus Tracks besteht, die so Mitte der 90er für das standen, was man damals eben Goa nannte. Wenn ihr Kopfhörer aufsetzt, könnt ihr die Töne wandern hören und das Licht tanzen sehen. Hach, was war das schön.
Tracklist:
1 Trip Tonite / Etnica
2 Spiritual Transgression / Encens
3 Enlightened Evolution (Remix) / Astral Projection
4 Freakshow / Cydonia
5 Back To Earth / Satori
6 Slick Witch / Slinky Wizard
7 2-07 / Mudra Banda
8 1-02 / Camaro Kanitou
9 Trommelmaschine (Voodo Remix) / Der Dritte Raum
10 Astral Voyage / Electric Universe
11 The Rezwalker (London Live Mix) / Transwave
12 Mahadeva / Astral Projection




