Blog Archives for category Kopfkinomusik

Live Visuals: Tycho – Horizon

Vor ein paar Wochen war ich mit der FrauDesHauses bei den großartigen Tycho im Berliner Astra. Ein erwartungsgemäß grandioser Abend, den ich gemessen am Sound allerdings ob meines gehobenen Alters lieber im Sitzen verbracht hätte. Manche Musik lässt sich so einfach noch angemessener aufnehmen. Dennoch war es toll und mir fiel mal wieder auf, wie sehr ich die klassischen Bühnenprojektionen mag, die durch Bands wie Pink Floyd damals populär wurden. Scott Hansen fährt bis heute einen ähnlichen Stil für seine Bühnenbilder. Nun haben Tycho auf dem Coachella gespielt, das sind die dortigen Visuals zu „Horizon“.

Live visuals for Tycho – Horizon by Scott Hansen (Tycho) which debuted at Coachella on April 15th, 2017

Original animations by Neil Krug
Original cinematography by Charles Bergquist


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Mix: Ash Walker – Broadcasting From Home Vol. II

Ash Walker hat sich 2015 seinem Album-Release auf Deep Heads ganz nach vorne in meine Playlisten gespielt. Seine Mischung aus Bass, gebrochenen Beats und Jazz ist einzigartig und dürfte von von kaum einem anderen so gemacht werden. Wahnsinnig gutes Zeug, dass es so dann auch auf seinem zweiten Album gab.

Aktuell hat er einen Mix gemacht, der ein wenig darauf schließen lässt, wo er sich über die Jahre seine musikalische Inspirationen geholt haben könnte. Dopebeats, klassischer Chill Out und natürlich eine Priese Jazz. Musik für den Ostersonntag.


(Direktlink, via RBYN)

Rolands Promo-Video für die Groovebox MC-303 aus dem Jahr 1998

Als wir zum Ende der 90er jede Menge Klassiker wie die TB-303, die TR-606 und die TR-808 zusammen hatten, um sie am „customized“ 1040 ST auf dem ollen 16-Kanal-Dynachord-Mixer zu einem klanglichen Output zu bringen, kam ein befreundeter Bassist mit seiner MC-303 vorbei. Er hatte diese zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommen, fand die „schon irgendwie ganz geil“, aber benutzte sie nicht weiter. Er bot uns an, das Dingen als Dauerleihgabe bei uns stehen zu lassen. Am Ende starb sie bei uns ihren Heldentod.

Damals belachten alle diese neue Box, die von Roland durchaus bezahlbar angeboten wurde, als Spielzeug. „Kann nichts“, „klingt zu dünn“ und überhaupt „fühlt sich an, wie ein Toy-Piano“. So die einhellige Meinung der „alten Hasen“. So wie die „alten Hasen“ es auch heute noch gerne tun, wenn mal was Neues auf den Markt kommt – man kennt das ja. Uns war das egal. Uns kostete das nichts und es kam Sound raus. Sound, der damals nach dem von Etnica klang, nach dem von Total Eclipse und Astral Projection. Den wollten wir.

Der Sequenzer war genau so gut wie der, der alten TB/TR-Reihen und nebenbei hatte das Teil eine nicht all zu kleine Sound-Library, Effekte und einen Arpeggiator, der ein bisschen was konnte. Zumindest mehr als all die anderen Geräte, die wir so zusammengekauft hatten.

Wir kauften uns bei Doepfer einen MIDI-to-SYNC-Converter und kabelten alles zusammen. Unser hauptsächlich für alles benutzter Sequenzer wurde die MC-303. Auch klanglich ging da hin und wieder was, man durfte es halt einfach nicht übertreiben, oder gar denken, die MC würde auch als Stand-Alone-Gerät ausreichen. Das tat nicht, aber sie leistete uns jede Menge Dienste. Solange, bis die Potis nicht mehr griffen, sich überdrehten oder die Tasten des Sequenzers aus ihrer Fassung sprangen. Wir haben das Dingen echt tot genudelt und sind irgendwann am PC zu Cubase umgestiegen, was als Sequenzer damals eben noch viel mehr taugen sollte.

Der damals mit uns befreundete Bassist hat nie wieder nach seiner MC-303 gefragt. Die Dauerleihgabe müsste demnach bis heute gültig sein, wobei ich gerade gar nicht weiß, wo genau das Dingen irgendwann mal tastenlos gelandet ist.

Sie war jedenfalls besser als ihr Ruf, die MC-303. Wirklich. Hier ein Promo-Video für die Groovebox MC-aus dem Jahr 1998. Ganz so, als wäre alles darum herum ein nie enden wollender LSD-Trip. Und so klang alles um uns herum damals ja auch. Genau genommen war die MC demnach auch besser als die für sie gemachte Promo. Ja.


(Direktlink, via RBYN)

„Killing In the Name Of“ auf Kinderinstrumenten

Diese jungen Leute machen aber auch vor gar nichts halt. Das französische Trio The Wackids spielen hier auf Kinderinstrumenten eine Instrumentalversion von RATMs „Killing In the Name Of“. Mit Otamaton.


(Direktlink, via Laughing Squid)

Scuba – Singles & Extras: 2009​-​2010

Scuba hat Tracks seiner Schaffensphase aus den Jahren 2009 und 2010 gebündelt und gestern auf Bandcamp als Compilation veröffentlicht. Ich weiß, dass er sich selber dafür schätzt, nie stehen zu bleiben und sich immer weiter zu entwickeln. Für mich allerdings stehen diese beiden Jahre für das, was ich an Scuba so derbe mag. Dubbige Chords, Bass und gerne auch gebrochene Beats. Richtig gutes Zeug.

„More than a decade into his storied career, Paul Rose aka Scuba is still one of the most vital figures in electronic music. It remains that way thanks to his always contrary perspectives and constant musical evolutions. They have ranged from visceral bass and techno affairs to jubilant main room offerings via deep, introspective mood and ambience. Here, for the first time, we find a near-comprehensive anthology of all the early singles and EP leading up to 2012’s game-changing Personality. Grouped into three key periods, and dotted throughout with no fewer than 7 previously unreleased cuts, Scuba – Singles + Extras provides a fascinating look back at the career of an artist who has steadfastly refused to stand still for a single moment.“


(via Deepgoa)

Ein Stuhl mit einem Kopfhörer gegenüber eines Keyboards, an dem jemand sitzt, der für dich spielen wird – und du weißt nicht, was kommt

Der Pianist Pedro Carneiro Silva hat sich im Sommer 2016 mit dem Filmemacher Ardalan Aram zusammengetan und am Hermannplatz in Neukölln ein Nord Piano aufgestellt.

Dabei standen zwei Stühle. Einer, auf dem der Spielmann an seinen Tasten saß, einer der frei war, Kopfhörer bot und auf etwaige Hörer wartete. Alles ganz ungezwungen. Und wenn sich dann dort wer auf den freien Stuhl setzte, bekam er die Kopfhörer auf und quasi eine Privatvorstellung am Klavier. Mitten in der Stadt. Urbane Klaviaturromantik wie sie schöner kaum sein kann.

A keyboard and an empty chair with headphones are placed in an urban space. A song is created in the moment for every person who takes a seat. This performance piece at Hermannplatz was an invitation to stop for a moment and dive into another realm within the public space. No explenation, no rules and no expectations were set, just a moment of encounter through music.
„Free Seat“ is a collaboration between the Brazilian musician Pedro Carneiro Silva and the Iranian/German filmmaker Ardalan Aram.
Berlin, July 2016


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Gorillaz – Andromeda (Bonobo Remix)

Die Gorillaz haben sich für „Andromeda“ einen Remix von keinem Geringeren als Bonobo schmieden lassen. Und der geht nicht nur gut ins Ohr – sondern auch in die Beine.


(Direktlink, via FACT)

Refugium Podcast 009 – Risikogruppe

Paco hat den aktuellen Podcast für Refugium gemacht und der trägt mich hier gerade irgendwo zwischen Valium- und Deep House ganz entschleunigt ins Wochenende. Schönes Ding!


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Video: T.Raumschmiere – Wacker

Als vorhin die Infomail von Kompakt dazu kam, dachte ich so, „Kiek an, den gibt es auch noch. Lange nichts gehört. Klickste mal drauf.“

Eigentlich war der Sound von Marco Haas aka T.Raumschmiere nie so meiner, aber dieser Track hier ist ein wunderschönes Stück Musik – und der Himmel voller Streicher.

Das dazugehörige Album „Heimat“ erscheint am 19. Mai auf Kompakt. Da werde ich glatt auch mal reinhören.


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Burial Remix von Goldies „Inner City Life“ kommt auf Vinyl

Goldies „Inner City Life“ zählt zu den mir 10 liebsten Songs von allen. Kaum etwas anderes kommt meinem persönlichen Lebensgefühl der 90er Jahre musikalisch so nahe. Ich liebe diese Nummer. Um so mehr bin ich aus dem Häuschen, wenn ich lese, dass ausgerechnet ein Burial Remix dieser akustischen Perle bei Metalheadz auf Vinyl gepresst wird. Und zwar am 22. April, zum Record Store Day, an dem somit doch nicht alles nur schlecht ist. Außerdem dabei: ein 2017er Rebuild des Stücks von Goldie himself. Jetzt muss man nur noch eine abkriegen.

Goldie mentioned the remix of his ’95 jungle anthem during a BBC interview in 2015. „His version is amazing,“ he told Gilles Peterson. „My friends don’t get it, but I get it completely.“ The 12-inch is due out as part of Record Store Day 2017, and includes the Burial version as well as a „2017 Rebuild“ by Goldie himself on the flipside.


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How to turn your cat into a Drum ’n‘ Bass banger

So geht das. Nämlich.


(Direktlink, via Gilly)

Böhmermann lässt sich einen Song von Schimpansen texten und spricht über deutsche Industriemusik

Als Vater werde ich hin und wieder mit dem Radioprogramm von Radio Teddy konfrontiert. Akustisch ist das nicht immer ein Labsal, um es mal gelinde auszudrücken. Deutscher Pop hat gerade dort Hochkonjunktur und man kommt kaum damit hinterher, sich die Namen und die Songs von gerade neu aufkommenden Popsternchen merken zu können. Aber eigentlich will man das auch gar nicht. Aktuell hoch gehandelt: Max Giesinger.

Jan Böhmermann nimmt jenen Giesinger und den mal wieder anstehenden Echo nun zum Anlass, sich die aktuelle deutsche Popmusik und das, was die Musikindustrie daraus macht, mal genauer anzusehen. Spoiler: beide kommen dabei nicht gut weg. Ich glaube ja, dass das nie wirklich anders war, es gibt halt aber auch heute keinen Grund dazu, so zu tun, als wäre der aktuelle Sound voll Indie, als der er sich ja gerne verkaufen lässt. Schlager trifft es wohl eher. Und das trifft eben nicht nur auf Max Giesinger zu, der hier als Beispiel herhalten muss.


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Um seinen Versuch der Analyse zu untermauern, hat sich Böhmermann mal eben einen Song von Schimpansen texten lassen. Und der soll es bitte schön im nächsten Jahr zum Echo schaffen. Musikalisch nämlich gehört er genau dort hin.


(Direktlink, via FernSehErsatz)

Reggae-Jam mit Mini-Keyboard

Manu Digital, ein MT-40 und Queen Omega, die das Mikro übernimmt.

„Don’t call me local!“


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Das Schreibmaschinen-Orchestra

Ich mochte es immer sehr, meinem Vater dabei zuzuhören, wenn er auf seiner Schreibmaschine tippelte. Er schrieb im Einfingersuchsytem, was das Ganze selten flüssig klingen lies. Mit Musik hatte das wenig gemein. Dennoch mochte ich es.

Andere wollen mit den Dingern halt schon so was wie Musik machen. Die Leute vom Typewriter Orchestra jedenfalls.

For pre-digital natives, there’s nothing quite as nostalgia-inducing as the manual „click,“ „clack“ and „ding“ sounds of an old mechanical typewriter. That’s why The Boston Typewriter Orchestra is making these old machines quite literally „sing“ again. Since 2004, this six-man ensemble has been playing a range of covers and original songs on both desktop and portable machines from years past. And if you thought all typewriters emitted the same sounds, think again. This orchestra’s sonorous symphonies have captivated crowds all over New England.


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Das klingt dann so:


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Sowjetischer New Wave aus dem Jahr 1987: Petr Manomov & Zvuki Mu Band – Grey Pigeon

Die Uhren und die die akustisch angedachten Metronome schlugen im Osten halt etwas anders in den 1980ern. Obwohl man wohl dachte, es dem Westen gleich tun zu können – und sich sichtlich Mühe gab.

Swuki Mu (russisch Зву́ки Му; englische Transkription Zvuki Mu) war in den 1980er und 1990er Jahren eine avantgardistische Rock-Band aus Russland und in der Folgezeit faktisch Soloprojekt des Bandleaders Pjotr Mamonow. Der Name bedeutet übersetzt Klänge von Mu, wobei die Bedeutung von Mu offenbleibt: als Abkürzung für Musik, Moskaus Straßen (russisch Moskowskije ulizy) oder als Laut der Kühe Muh.
(Wikipedia)


(Direktlink, via BoingBoing)