Blog Archives for category Platte(n) der Woche

Platte(n) der Woche #37

Sublime Porte – Sigidinum | 2009 | Silent Season
Sublime Porte ist eigentlich ein Netlabel, das seinen Sitz in Instanbul hat. Für dieses Album hier haben sie sich alle zusammen gedrahtet und das Ergebnis dessen auf dem Canadischen Netlabel Silent Season veröffentlicht. Dubtechno der feinsten Sorte, mit dem ganz besonderen Etwas, was ihn doch weit über viele andere Netreleases dieses Genre strahlen lässt. Veröffentlicht unter CC-Lizenz by-nc-nd/2.0.
(Direktdownload)

Max Richter – 24 Postcards In Full Colour | 2008 | FatCat Records
Max Richter macht Musik irgendwo zwischen Klassik, Filmmusik und Ambient. Nichts Bombastisches, keine ewig langen Stücke im klassischen Sinne und schon gar keinen Kitsch. Dieses Album hier ist wie eine Reise mit dem Zug, in dem bei jedem Halt am Bahnhof die dazu passende Musik erklingt. Mit minimalen Mitteln, dafür aber mit wunderschönen Melodien. Musik, wie man sie in seinen Träumen hören möchte.
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Platte(n) der Woche #36

Beat Pharmacy – Wikkid Times (Remixes) | 2009 | Deep Space
Dieses Remix-Album der ohnehin schon mehr als gelungen LP von Brendon Moeller aka Beat Pharmacy, schießt sich von genau 0 auf 1 in meinen bisherigen Jahrescharts. Und das nachdem ersten Mal durchhören. Hammer, kann ich nur sagen. Hammer! Ich hatte ja so meine Vorahnung, als ich lass, welche illustre Gesellschaft sich dort zum Ringelpietz mit remixen versammelt hatte, aber das es so dicke kommen würde überrascht mich dann doch. Mit dabei die Versions von Minilogue, John Daly, Deadbeat, Intrusion, Appleblim & Komonazmuk, Quantec und anderen. Alles klar, oder? Veröffentlicht als digitales Album, zum Download auf Beatport.
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Sven Weisemann – Groove CD #119 | 2009 | Groove
Als Beilage im Techno Mag “Groove” und alleine die Playlist klingt nur beim Lesen schon wie Musik. Der Mix hält an den Stationen House, Techno, Dub Techno, Dubstep und bringt einige überraschende Momente mit sich. Nur zu erwerben im Zusammenhang mit dem Mag. Oder so.

Platte(n) der Woche #35

VA – Fabric Live 46/LTJ Bukem | 2009 | Fabric
Ganz frisch und hat mich heute den ganzen Tag lang aus den Socken geschossen! Nuff said.
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P. Laoss* – Landscapes & Machines | 2009 | Somnia
Mit Abstand das beste, was ich seit langem an Dubtechno gehört habe. Wundervoll konzeptioniertes Album, was sehr ruhig beginnt, sich dann über schleppende Beats nach vorne trägt und dann zum Arschwackeln einlädt. Grandiose Platte. Wer auch nur einen Mü für Neodub übrig hat, sollte dieses Album unbedingt haben.
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Platte(n) der Woche #34

Aes Dana – Leylines | 2009 | Ultimae Records
Es ist sehr ungewöhnlich, dass Elektronik bei mir nicht im ersten Durchlauf funktioniert. Ich kenne das zwar von Indie-, Rock- oder Jazz-Platten, dass man diese erstmal zwei-drei Mal hören muss, bis man da rein kommt, aber bei Elektronik kommt das eher selten vor, mal abgesehen von experimentellen Sachen wie Matmos oder so.

Als ich das Album Freitag das erste Mal hörte, dachte ich mir: “Gut, absolut kein klassisches Psybient-Album”, für das der Name Ultimae Records eigentlich steht. Düster ist diese Platte, irgendwie tragisch. Endlich auch. Hier ist keine Sekunde Platz für Kitsch oder für klischeehaften LSD-Sound. Die 10 Songs gehen sehr viel tiefer, treffen einen mit Schwermut mitunter in der Magengrube. Ich weiß auch gar nicht, warum ich die dann nochmal angemacht habe, aber spätestens nach dem denn dritten Durchlauf hatte sie mich. Und zwar so sehr, das ich nichts anderes mehr gehört habe. Ich versuche tatsächlich die Strukturen der Produktion auseinander zu nehmen, was dann jämmerlich daran scheitert, dass ich mich im Zuhören verliere. Immer wieder.

Wundervoll cleare und frische Elektronik, gebrochene Beats, aber nicht ausschließlich. Die eigentlichen Kracher nämlich sind diese slowen Four-to-the-floor-Nummern, denen man sich durchaus auch tanzend hingeben kann. Da drunter bewegen sich düstere Pads, die sich hin und wieder in kleinen Moll-Akkorden verlieren. Die Filter schlucken die Beats. Großartig.

Dieses Album ist ein echter Kracher und seit Human Blues` “Diskovery Channel” das Beste was in diesem Genre kam. Außerdem meine bisherige Platte des Jahres. Und wenn ich eine Vermutung anstellen darf; diese Musik klingt nach einer sehr persönlichen Kiste.
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Aes Dana – Oxyd auf Youtube.

Platte(n) der Woche #33

Terry Lee Brown Junior – Repack | 2009 | Plastic City
Remix-Kollektion verschiedener Künstler, die sich alle über die Musik eines der für mich immer noch besten deutschen DJs hergemacht haben. Dennoch klingt das so sehr nach Plastic City, dass es woanders gar nicht kommen dürfte. Tolle Sommerplatte. Krass nur, wenn man das Ding mal googelt.
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Various Artists – File under dub #1 | 2009 | Instabil
Das Instabil mal als grandioses Netlabel begonnen hatte und den Output CC-lizenziert in’s Netz gestellt hatte, heute aber nicht mal mehr über eine eigenständige Website verfügt- geschenkt. Mittlerweile geht Daniel Stefanik mit dem Label den kommerziellen Weg, der allerdings irgendwie inkonsequenter zu klingen scheint. Mir fehlt hier der rote Faden, wenngleich die Tracks an sich nicht schlecht sind. Ich weiß nicht so genau, irgendwie kann ich diese Compi nicht so recht greifen, was sich auch nach jetzt mehrmaligem hören nicht ändern will. Egal: am hörenswertesten ist hier die 18 Minuten-Schleife von Stefanik selber, wo er mal so richtig schön die experimentelle Keule schwingt, ohne Rücksicht auf Verluste.
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Platte(n) der Woche #32

Hallucinogen – Hallucinogen In Dub Live From Brixton | 2009 | twisted
Nachdem Hallucinogen dem Psy-Trance mitte der 90er ein neues Klangkleid verpasst hatte, hatte er es sich zur Pflicht gemacht, seine Tanzfloor-Kracher ordentlich einzudubben und brachte mit Hallucinogen in Dub einen Meilenstein der neueren Musikgeschichte in die Regale. Kann man ruhig so sagen. Ein Meisterwerk, auch technisch. Niemand vor ihm hatte dem schnellen, vertrippten Trance ein so erdiges, organisches, weed-likes Klangbild gegeben. Seitdem liebe ich den Mann für das was er tut. Dann spielte er diesen Abend im Jahr 2007 seine Werke in Brixton und alle warteten seit dem auf die Live-Ausgabe. Zwei ganze Jahre hat sich twisted damit Zeit gelassen, bevor das Ding in den Handel kam. Das sie schon gut seit einem Jahr im Netz rumschwirrt – geschenkt.

Wahnsinnsaufnahme, wenn mich einer fragt. Auch wenn ich die programmierten Beats immer einem Drum-Set vorziehen würde. Ansonsten schlicht genial. Der Moment an dem die erste Synth-Fläche erklingt, die Leute völlig ausrasten, wenn dann die Basslines fließen, die Chords fliegen… Der Tüp ist wirklich über jeden Zweifel erhaben und ich warte ungeduldig wie ein kleiner Junge auf neue Sounds aus dem Hause Posford. Bis dahin aber trägt mich dieses Album.
(Vorhören)

Federsen – Social Realism | 2009 | thinner
Kurzum das Beste was in diesem Jahr auf thinner kam, bisher. Ich mag diesen eluxen Sound sehr. Was auch immer da gerade los ist: Seite nicht aktuell, falsches Cover für die EP und immer noch nicht offiziell veröffentlicht – ganz tolles Release!
(CC-lizenzierter, freier Download)

Platte(n) der Woche #31

Various Artists – Delsin 2.0 | 2009 | Delsin
“Der beste Detroit kommt zur Zeit aus Amsterdam”, meinte Tanith eher nebenbei. Ich lass das mal so stehen. Eine nahezu grandiose Compilation, trotz einiger, weniger Ausfälle.
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DADUB – Impressions Ep | 2009 |  …aquietbump
Wieder mal ein völlig unerwartetes Release auf dem italienischen Dubschiff-Netlabel …aquietbump. Ich muss allerdings ehrlicherweise zugeben, dass ich noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Erst ein mal klingt das ein wenig sperrig.
(Download)

Platte(n) der Woche #30

üNN – Exit | 2008 | Mikrolux
So mag ich Downbeat. Fette Basslines, fette Kickdrums und immer die Wahl der Entscheidung zwischen Kopfnicken und/oder rumhängen. Eigentlich sind sowieso alle Platten von üNN immer hörbar. Auf diesem Album fliegen zwar einige wenige Tracks aus der Kurve – der Vocals wegen, aber alles in einem Runde Sache und irgendwie so mikroroluxig, wie man es erwartet.
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Platte(n) der Woche #29

Burial & Four Tet – “Mot” & “Wolf Cub” | 2009 | Text Records
Ich wusste, dass nichts Schlechtes dabei rauskommen würde, wenn Burial mal wieder was ins Presswerk schickt. Das er das hier in Kollaboration mit Four Tet getan hat, ändert daran nicht das Geringste. Klar, eine Albumreise mit Burial ist immer noch mehr als 2 Tracks und immer noch etwas ganz eigenes, etwas besonderes. Immerhin aber haben sich hier zwei 9-Minüter die Seiten geteilt, die es in sich haben, wobei die B-Seite ganz klar mein Favorit dieser Platte ist. Allerdings existieren wohl auch noch weitere Tracks, die auch im Netz anzuhören sind. So deep, ohne sonderlich dark zu sein, hat Burial m.E. bisher noch nirgendwo anders geklungen. Große Platte, die innerhalb weniger Stunden gnadenlos vergriffen war. Davon hat heute auch die SPEX schon Wind bekommen. Harhar.
(Komplett anhören)

Luke Hess – Light In The Dark | 2009 | Echochord
Sehr gutes Album, was sehr wohl als Schieber über die Tanzfläche taugen dürfte aber auch zum Homelistening einzuladen vermag. Große Dubchords, mitunter mit seichtem Detroit-Einschlag. Durch die Reihe hörbare Stücke, ohne das ich da großartige Filler auf dem Album ausmachen kann. Gefällt mir sehr gut, auch wenn die künstlereigenen, spezifischen Unterschriften im Dubtechno mehr und mehr verwässern. Auch auf die Gefahr hin, dass alles irgendwie gleich klingt. Ich “ertrage” das noch eine ganze Weile, glaube ich.
(Reinhören)

Berliner Ring – Orbital | 2009 | ART YARD RECORDS
Total verspultes, sehr experimentelles und “technomechanisches” Album mit grandioser Namensgebung der Produzenten, die mir bisher völlig unbekannt waren. Hätte auch gut auf Autoplate kommen können. Dann hätte sicher auch das Artwork der Platte gut ausgesehen.
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Platte(n) der Woche #28

Kuba – How The Future Sounded | 2009 | Chillcode
Ich bin ja immer etwas vorsichtig mit so Psybient. Zu groß die Gefahr im Kitsch zu ersaufen, was natürlich nicht allgemein gültig ist, es gibt auch in dem Bereich großartige Platten. So wie diese hier. Sehr nativer Sound, fette Dub-Basslinien, mit satten Drums, jeder Menge Synthisequencen, Flöten, anderen Bläsern, Gitarren, Vocalfetzen, ganz ohne Gesang und mit einem Kofferraum voller Effekte. Klingt sehr handmade das alles, obwohl man das heute ja immer schwer ausmachen kann. Die Ethno-Elemente gehen mir, ganz anders als sonst, nicht permanent auf den Puffer, sondern schmiegen sich so in den Sound, wie sie dort hingehören. Runden alles ab. Die schnelleren Nummern sind durchaus tanzbar und erinnern ein wenig an die früheren Le Mar- Alben, die auf Spirit Zone kamen. Diese Band – kann man hier mit Recht so sagen – würde ich mir gerne mal Live auf einem Open Air im Sommer geben wollen. Klasse Album!
(Reinhören)

Various Artists – compilation 01 | 2009 | Load and clear
Ziemlich frisches Netlabel aus Belgien, dass als zweite VÖ gleich eine Compi bringt. Furchtbare Seite, furchtbares Artwork dafür um so besseren Sound. Kann man so machen. Hier versammelt sich von verrauschtem dubbigem Ambient bis zu Dubtechno mit Dubstep-Anleihe alles. Und das klingt wirklich gut. Ziemliche Überraschung, diese Compi.
(Download unter CC-Lizenz)

Platte(n) der Woche #27

Various – Anechoic Chamber | 2008 | Echodub
Ich war eben etwas überrascht, dass ich die im Dezember schon mal hatte, aber egal. Dubstep steht drauf, was man auch gerne so hinnehmen kann, obwohl der arg von ambienten Soundscapes durchzogen wird. Eine Mischung, wie ich sie sonst nirgendwo anders zu hören bekomme. Hat etwas sehr Elektroluxes, nur frischer und eben sehr aktuell. Das erste Drittel geht mir am besten in’s Ohr, die Mitte ist etwas flach, dafür wird es am Ende dann wieder etwas atmosphärischer. So bewusst wie die letzten Tage habe ich die vorher noch gar nicht gehört.

Das vielleicht beste an diesem Longplayer mit sage und schreibe 20 Tracks: es gibt ihn als kostenlosen Download und der lohnt sich wirklich!
(Download)

Das war es schon die Woche weil: viel selber gemacht und allerhand Mixe gehört.

Platte(n) der Woche #26

V/A – Dub Tentacles Vol.1 | 2009 | Freshpoulp
Nahezu unfassbar geiles Netrelease, das sich einzig dem Dub in verschiedensten Ausführungen widmet. Ich bin momentan ohnehin mal wieder auf dem Roots-Trip, wozu dieser Sampler bestens passt. Die musikalische Qualität ist hier außergewöhnlich hoch, wie ich finde, aber auch das ist in der Netlabelszene keine Neuigkeit mehr. Wer auch nur einen Fitzel für Dubsounds übrig hat: unbedingt laden, kopieren, verbreiten!
(CC-Download)

Platte(n) der Woche #25

Marko Fürstenberg – Gesamtlaufzeit | 2003 | Thinner
Habe ich ewig nicht gehört, wurde aber durch den Artikel in der Raveline wieder daran erinnert, dass diese Net-LP immer noch durchaus hörenswert ist. Und wie sie das ist. Das für mich Interessanteste an diesem Album ist, dass Marko, ganz anders als heute, nicht ausschließlich Four-to-the-floor-Beats unter seine Soundlandschaften legt, die zum Tanzen animieren sollen, sondern das er auch durchaus in der Lage ist, vertrackte Breakbeats zu programmieren, die den Dubchords noch viel mehr Raum zur Wirkung geben. Natürlich haben auf diesem Album auch die Tanzflächenfüller ihren Platz, aber die Kracher sind m.E. eben die Downbeats, die ich immer wieder im Repeat-Mode höre. Vollends zu entfalten wissen sich diese auf einer satten PA, wie ich am Samstag spüren konnte.

Für mich immer noch eines der dicksten Thinner-Releases überhaupt und ein ganz großer musikalischer Wurf von Marko Fürstenberg.
(Direkt-Download: Zip)

Quantec – Subliminal State EP | 2009 | Echochord
Quantec macht das, was er am besten kann: fette, hypnotisierende, sich immer vorwärts schraubende, schier bohrende Chords. Allerdings probiert er sich ein wenig an neuen Beat-Strukturen, wenn ich die letzten Monate nichts verpasst habe. Es bricht. Finde ich jetzt nicht so schlecht, klingt allerdings mitunter etwas wenig undifferenziert. Aber wer mag Quantec schon wegen der Beats? Dickste Nummer der EP ist auf jeden Fall Wing Root Chord , mit einem herrlich rootslastigem Beat.
(Reinhören)

The Streets – Everything Is Borrowed | 2008 | Warner

Auch lange nicht gehört, aber auf den Player gebannt. Da bleibt das Album jetzt auch erstmal. Runde Sache, wie ast alles von Skinner.
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Platte(n) der Woche #24

Burial – Untrue | 2007 | Hyperdub
Weil die immer geht und ich was anderes bisher nicht wollte, die Woche. Unfassbar zeitlos.
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Platte(n) der Woche #23

Selig – Und Endlich Unendlich | 2009 | Universal
Mal abgesehen davon, dass ich nichts anderes erwartet hatte, obwohl ich musikalisch gar nicht wusste, was genau ich erwarte, ein Wahnsinnsalbum. Eines, wie Selig sie immer gemacht haben. Keine Versuche sich groß zu erneuern, sich neu zu erfinden. Einfach da weiter machen, wo man mit dem letzten regulärem Album 1997 aufgehört hatte. Und genau so funktioniert diese Platte auch.

Was mich primär an Selig immer gerockt hat, sind die großartigen Texte von Jan Plewka, der voller Wortgewandtheit Sätze verschachtelt, ohne sie gänzlich an die Kryptik zu verschenken. Der Mann spielt so wunderbar mit der deutschen Sprache, dass es die reinste Freude ist, ihm dabei zuzuhören. Und immer wieder der Schmerz, die Liebe, das Leben. Das der anderen auch. Man könnte jetzt behaupten, man hört durchaus, dass Plewka die letzten Jahre durch die Republik getourt ist und die Lieder von Rio Reiser gesungen hat, aber diese Behauptungen überlasse ich mal anderen.

Und weil ich derart auf die Texte bei Selig fixiert bin, spielt das Musikalische eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch springt mir bei “Wir werden uns wieder sehen” sofort ein Gedanke an die guten alten Pumpkins-Songs in die Birne.

Als ich damals das erste Selig Album bekam, war ich gerade 17. Jetzt bin ich fast doppelt so alt und Selig haben für mich nichts von ihrem Glanz verloren – im Gegenteil. Ein wunderbares Album.
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Para – Motion dub EP | 2009 | Aquietbump
Das Ding hat mich so dermaßen im Griff, dass mir das ein wenig Angst macht. Ich bleibe bei dem, was ich schon geschrieben hatte: Hammer!
(Download)

Platte(n) der Woche #22

Various Artists – Compost Ambient Selection . Sleepign Beauty | 2009 | Compost
Irgendwo zwischen Airs “Moon Safari”, Smooth Jazz, Bossa, Cinematic Orchestra, Zero 7 und Easy Listening im positivsten Sinne schlägelt sich das limitierte Ausnahmealbum durch meinen Kopf. So außergewöhnlich, dass mich jeder, der das zwangsläufig mithören muss, fragt, was das denn für “geiles Zeug” sei. Und das hat man ja nicht sonderlich häufig. Ich finde ja, dass die Definition von “Ambient” hier mächtig in die Hose geht, zumindest an meiner Definition des selbigen gemessen, aber das haben die von Kompakt ja auch immer schon mit ihren “Ambient”-Platten geschafft. Ganz und gar fantastische 16 Songs, vollgepackt mit den wärmsten der wärmsten Soundlandschaften. Hat mich allerdings erst nach dem dritten Repeat erst so richtig ergriffen. Dafür dann aber mal sowas von. Bisher meine Platte des Jahres 2009. Und deshalb heute auch nur die eine.

Allerdings wird auch hier deutlich, dass eine derartige Limitierung von Alben veröffentlichungspolitisch auch in die Hose gehen kann. Zumal weder die Compost-Website was darüber hergibt, noch andere Promo-Mittel wirklich präsent sind. Gebt mal den Namen bei Google ein. Dumm, irgendwie. Allerdings gibt es die auch bei iTunes.

Und wer hier mit “Fahrstuhlmusik” anfängt, fliegt raus und kassiert Hausverbot.
(Reinhören)

Platte(n) der Woche #21

Fever Ray – Fever Ray | 2009 | Rabid
Ich sagte ja bereits: “Das kommende Fever Ray Album-Debüt ist echt geiler Shice! Irgendwo zwischen Kate Bush, Winterdepression, Selbstmordabsichten und Mittelalterdüdel haut die einem voll in die Magengrube. Und das sagt jetzt einer, der mit The Knife niemals nicht was hätte anfangen können.” Grandiose Platte. Die würde ich gerne live sehen wollen. Bald.
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Bvdub – A Prayer To False Gods | 2009 | Shoreless Recordings
Nachdem Return To Tonglu, die letze LP von Bvdub, sich im letzten Jahr in meine Platten des Jahres und bis heute in meinem Kopf und auf meinem Player eingenistet hat, habe ich diese limitierte VÖ etwas aufgeregt in iTunes importiert. Anders als beim Vorgänger hier komplett beatless und sowas von dermaßen deep, das es einem die Ohren von innen zu wärmen scheint. Ambient per excellence und keines der Stücken unter 10 Minuten. So, wie das sein soll. Leider ohne Möglichkeit zum Vorhören irgendwo.

Martyn – Great Lengths | 2009 | 3024
Epochale Platte, die auf Martyns eigenem Label erscheint, als Dubstep verkauft wird aber eigentlich viel mehr als das ist. Unglaublich facettenreiche Produktionen, die so richtig in die Schublade Dubstep gar nicht reinpassen wollen, am ehesten aber doch dort zu suchen sind. Die wird es in diverse Jahreslisten im Jahr 2009 schaffen. So viel ist mal klar. Leider bisher auch ohne Möglichkeit zum Vorhören.

Platte(n) der Woche #20

Dub Spencer & Trance Hill – Return Of The Supercops | 2007 | Echo Beach
Manchmal ist komisch, da versucht man guter Musik immer auf der Fährte zu bleiben und dann rauscht ausgerechnet sowas derartig Fetziges an einem vorbei. Hatte ich bis Anfang letzter Woche noch nie von gehört und damit auch gleich den Berlin-Gig schon knapp verpasst.

Nur alleine für diesen überirdisch genialen Namen hätten die die drei Schweizer jeden Musikpreis dieser Welt verdient! Aber auch unter anderem Namen würden die mit Sicherheit so wahnsinnig gute Tunes durch die Bandechos nach draußen schleifen. Ein Monsterdub-Spaghettiwestern in Form eines kleinen Silberlings, der mich völlig aus der Bahn wirft. Eigentlich müsste man hierfür eine Hand voll Superlativen neu erfinden. Mindestens. Ich höre das noch eine Weile und freue mich derweil wie Bolle auf das nächste Album, was noch diesen Jahres auf Echo Beach erscheinen wird.
(Reinhören)

Motionfield – Laponia | 2009 | Thinner
Für viele da draußen war Thinner immer mit Dubtechno, für mich komischerweise immer eher mit Ambient besetzt. Mag sein, dass das auch eher an Autoplate gelegen haben mag, aber auch auf Thinner selber kamen seit je her großartige Ambient-Releases. So auch diesmal. Ich habe mich wirklich sehr auf die neue Motionfield gefreut und wurde mit dem Ergebnis in keinster Weise enttäuscht. Es gibt keine Überraschungen und sowas mag ich eben mitunter – genau das bekommen, was man erwartet. Nicht enden wollende Pads, weitestgehend beatless, schicken einen direkt zwischen die Frühblüher, die da bald kommen werden. Benetzt mit dem Tau der Nacht, zart, klar, frisch. Mit aufziehender Wärme der Frühlingssonne in Form ganz sanfter Dubchords wird dieser dann getrocknet. Irgendwo weiter hinten kann man die Flügel der Schmetterlinge hören.
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Bloc Party – Where is home? (Burial remix) | 2007 | Wichita Recordings
Nanu? Ein Song nur und dann in den Platten der Woche? Ja. Wenn man das Ding auf Loop stellt und es stundenlang am Stück hört, kann man das auch in die Platten der Woche stopfen, denke ich. Ich kenn` das Original nicht mal aber dieser Remix ist ein echtes Monster und mein definitives Lieblingsbonbon von Burial.
(Youtubelink)

Platte(n) der Woche #19

The Prodigy – Invaders Must Die | 2009 | Vertigo Be
Okay, zugegeben; ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, ich hatte sogar ganz böse das Gegenteil behauptet, aber man muss Meinungen ja auch mal ändern können. Wäre ja schlimm wenn nicht. Und deshalb sage ich jetzt, nachdem ich diese Platte einige Male gehört habe, etwas ganz anderes: dieses Album haut einem sowas von abartig zielgerichtet in die Fresse, dass es eine wahre Freude ist, diese bereitwillig hinzuhalten. Das ist laut, das ist direkt, das ist ohne jeglichen Firlefanz. Das ist The Prodigy, wie man sie kennt. Dummerweise hatte ich eben vorher erwartet, dass die sich auch mal im neuen Jahrtausend wiederfinden müssten. Aber wozu eigentlich auch? Warum etwas ändern, wenn es eigentlich für sich selber steht. In einem Interview meinen sie dazu selber:

“Es war gar nicht die Frage, ob wir diesen Sound benutzen oder reflektieren können. Uns gehört der verdammte Sound!” [...] “Hätte es irgendwen gegeben, der jünger, frischer, aufregender als The Prodigy ist, hätten wir aufgehört. So aber mussten wir zurückkommen.”

Ich bin wirklich überrascht und revidiere meine vorherige Meinung ohne Umschweife. Hat der Holgi doch recht gehabt. Deshalb nämlich habe ich mich überhaupt da durch gehört. Fett ist für diese Platte wohl das bestmöglich zu nutzende Adjektiv. Fett.
(Reinhören)

Ton Steine Scherben – Keine Macht für niemand | 1972 | David Volksmund Produktion

Habe ich mal rausgekramt. Weil mir mal wieder nach dem imho besten Album der Scherben war. Ein Stück deutscher Musikgeschichte, dass eigentlich in jede Sammlung gehört.
(Reinhören)

Tocotronic – Es ist egal, aber | 1997 | L’Age D’Or
Die beste Platte der Tocos, wie ich finde. Herrlich roh runtergerotzt, laut und schnörkellos. Ganz anders als heute, was ich aber gar nicht schlimm finde. Ich mag die neueren Sachen nicht, andere schon. Das ist okay. Eine Platte, die zu den 90ern gehört wie Olek zu Bolek.
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Disrupt – The Bass Has Left The Building | 2009 | Jahtari
Bevor ich die Platte hatte, dachte ich, ich müsste dann sowas schreiben wie: “Die sind erwachsen geworden, reifer auch im Sound…” und solchen Quatsch. Alle Angst unbegründet: Disrupt sind Disrupt sind Disrupt und machen wieder einmal mehr grandios eigenständige Musik, die wohl keiner zu kopieren in der Lage ist. Diese mit enormen Fun, Bass,- aber auch Tanzfaktor. Hier in Form eines Vinylalbums. Wo zum Teufel sind eigentlich meine Papers?
(Reinhören)

Platte(n) der Woche #18

Ambientium – Fractal Philosophy | 2009 | Kahvi
Eine Platte, CC-Release, wie ein Acidtrip. Ganz langsam beginnt es: rechts, links, vorne, hinten, oben, unten, überall ist Klang. Klar und sauber wie ein Bergsee. Langsam geht es dann tiefer, der Sound verdichtet sich, nimmt einem die Orientierung nachzuvollziehen, was von wo ins Ohr dröpfeld. Dann bei Track 4, Another World Part 1, kriecht einem die Gänsehaut vom Steißbein ganz langsam über den Rücken in den Nacken um sich bei Track 6, Europa, mit den satten Synth-Lines direkt den Weg auf die Hirnrinde zu schaben. Dann: Explosion. Licht. Traum.

Eigentlich könnte man eine derartige Perle auf Hardwarelabel wie Interchill oder Ultimae erwarten, die sich aber lieber um ethno-klischee-cheesigen Worldmusikpsyambient kümmern, so das sowas auf Kahvi kommt. Gut so. Haut mich echt vom Hocker, dieses Release. Kopfhörerpflicht und nur keinen Stress. Den nämlich machen sie, die beiden Tschechen von Ambientium, mit ihrem Debüt auch nicht. Musik, die dem LSD die Farben schenkt. Also, wenn man würde… Na, ihr wisst schon.
(Download, offered under creative commons license)

Various – 10 | 2009 | Sensual Touch Recordings
Kommt im März und hat mich echt überrascht. Irgendwo zwischen den Welten von Deep-, Tech-, Dubhouse, Minimal, Ambient und Trance flowt dieses Album durch meine Tage. Mir weites gehend unbekannte Namen haben eine wirklich hörenswerte Compi gepackt.
(Reinhören)

Daniel Stefanik – Reactivity | 2008 | Statik Entertainmaint
Kurz um: Tolles Album!
(Reinhören)