Das „Gruntgesets“, neuinterpretiert durch die Kommentarspalten im Internet

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Gregor Weichbrodt hat das Grundgesetz mit einem Algorithmus in die Sprache übersetzt, die viele der Pegida-Tröten, Besorgten und andere Patrioten bei ihren virtuelle Grabenkämpfen in den Kommentarspalten so nutzen. Wer mal aus Versehen in jenen Spalten gelandet ist, weiß, dass das mitunter schmerzhaft sein kann. Gerade für die deutsche Sprache. So entstand jetzt das „Gruntgesets“ in der Sprache eben jener, die es mit der selbigen mitunter nicht ganz so genau nehmen. Selbstredend komplett in Capslock!!!!

In „Gruntgesets“ wurde der Verfassungstext für die Bundesrepublik Deutschland neu geschrieben. Grundlage für die Bearbeitung war ein Schriftbild, das sich in Sozialen Netzwerken und Kommentarspalten im Internet wiederfinden lässt: aus dem Affekt niedergeschriebene, hasserfüllte Texte in Großbuchstaben, missglückter Rechtschreibung und überdeutlicher Interpunktion.

Während die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland das Ergebnis langer, diskursiver Kämpfe ist, scheint der Diskurs im Internet an seine Grenzen gelangt. Hier kann jeder schreiben und sich für seine rechtsnationalen Ausflüchte auf höhere Werte berufen, wie Patriotismus (Pegida) oder sogar auf das Grundgesetz selbst (Artikel 5: Freiheit der Meinung, Kunst und Wissenschaft – oder: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“).

Ich mache mich ungern über Schreibfehler anderer lustig, finde diese Arbeit allerdings dennoch sehenswert. Hier als pdf.
(via René)

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