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Deutschland 2014: „Hooligans gegen Salafisten“

In Köln haben heute bis zu 3000 Hooligans, darunter viele Neonazis, gegen Salafisten demonstriert. Es kam zu Ausschreitungen, Übergriffen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die sich offenbar im Vorfeld nicht vorstellen konnte, dass 3000 Menschen, von denen einige aufgrund von Gewaltdelikten Stadienverbote haben, auf einer Demo durchdrehen könnten. Klar. Am Nachmittag spielte dann die der Neonaziszene zuzurechnende Band „Kategorie C“ ein Konzert für die Menge auf einem öffentlichen Platz. Später musste dann zeitweise der Kölner Hauptbahnhof komplett gesperrt werden. Die Ruhrbarone waren vor Ort und haben ein Protokoll dieses Wahnsinns. Mittlerweile scheint sich die Situation vor Ort beruhigt zu haben.

16.04 Uhr: “Hier marschiert der nationale Widerstand”, am Ebert Platz zeigt sich wieder deutlich der apolitische Charakter der Veranstaltung. Immer noch fliegen Böller, Steine und Flaschen, auch in Richtung der Polizei. Die vorhandenen Einsatzkräfte mühen sich redlich, die Situation halbwegs zu kontrollieren, allerdings sind es nach unserer Einschätzung deutlich zu wenige Beamte, die hier aktuell im Einsatz sind.

15.56 Uhr: Über twitter mehren sich die Meldungen, dass es zu Eskalationen kommt. Auch unsere Leute vor Ort berichten von Übergriffen der rechten Hools auf Vertreter der Presse. Wer eine Kamera trägt oder einfach so aus Frack für einen Journalisten gehalten wird, wird von den Nazis massiv angegangen, bedroht und bedrängt. Nach anfänglicher Untätigkeit hat die Polizei nun begonnen die Lage unter Kontrolle zu bringen. Pfefferspray und Schlagstockeinsatz.

15.50 Uhr: Es knallt in Köln. Böller explodieren und es fliegen Steine. Der Zug der Neonazi Hools befindet sich im Bereich der Tunis- und Turiner Straße. Immer noch ist von der Polizei kaum etwas zu bemerken, sie läuft lediglich mit schwachen Kräften dem Zug hinterher. Es gibt kein Spalier und auch vor dem Demonstrationszug befindet sich keine Polizei, die Lage ist gefährlich. Keiner kann sagen, was passiert, wenn 3000 Schläger einfach nach vorne ausbrechen…

Auch SpOn und Zeit online haben Artikel darüber.

Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers warnten Polizisten in Köln vor Schlägereien und baten Passanten, die Innenstadt zu meiden. Einige Hooligans hätten versucht, über die Abriegelungen zu den Teilnehmern der Gegendemo zu gelangen. Immer wieder skandierten sie „Ausländer raus“.

Es dürfte die größte und aus Sicht der Beteiligten „erfolgreichste“ Neonazi-Demo der letzten Jahre gewesen sein. Das Signal, dass da von Köln ausgeht, ist fatal. „Endlich sind wir wieder wer und bewegen was,“ werden einige derer jetzt denken. Ich denke, das wird Folgen haben, auf die ich gerne verzichten möchte. Eigentlich möchte ich gerade brechen gehen.

(Direktlink)

Während einer Demonstration greifen Neonazis und Hooligans die Bewohner einer Wohnung in Köln am Rande der Aufzugstrecke mit Steinen und Pyrotechnik an.

10 Kommentare

  1. Patrick26. Oktober 2014 um 20:27

    Kein Grund zur Sorge – nirgends ein linker, schwarzer Block dabei.
    Da muss man halt kaum Polizisten hinschicken. Was kann bei rechten Hools schon schief gehen.

    Im Ernst: Das die Polizisten zurückhaltend waren kann man ja verstehen – die Wahrscheinlichkeit böse aufs Maul zu kriegen war vielfach höher. Aber wie man da stark unterbesetzt antreten kann muss ich wohl nicht verstehen -.-

  2. Vasilie26. Oktober 2014 um 20:34

    Falls dein Klo überläuft, meins hat noch bedingt Platz. Wasn Dreck eh. Niederknüppeln und verklappen in der Nordsee. Dreckspack.

  3. Marcus26. Oktober 2014 um 20:39

    Ich hab die Spackos in der Bahn von Deutz zum Hbf mitbekommen. Was für dumme, laute, Vollidioten. Zum Glück den Rest des Tages außerhalb der Innenstadt gewesen.

  4. glamorama26. Oktober 2014 um 21:53

    Ach was, Rechtsextreme. Das waren 2500 V-Leute des Thüringer Verfassungsschutzes.

  5. markus26. Oktober 2014 um 23:00

    fast noch übler fand ich heute tausende facebook kommentare bei ntv, spiegel etc. die zum thema berichtet haben, die Leute fallen voll auf die Salafisten- Hysterie rein, Pro Nrw meldet eine Demo an mit Unterstützung aus der Neonazi/ Hooligan Szene, so wie die Nazis damals mit ihren SA Schlägerbanden und Deutschland klatscht Beifall.

  6. Kaffchris27. Oktober 2014 um 00:53

    Bei Facebook: weit über 7000 Zusagen
    Kräftig mobilisiert in den Fanszenen im In- und Ausland
    aber weniger Polizei vor Ort als bei nem Fußballspiel zweier Teams deren Fans ne Fanfreundschaft verbindet. Mhm, is klar

  7. Intraligenter27. Oktober 2014 um 09:46

    Wo waren eigentlich die Salafisten, ich dachte die wollten sich mit den Hools da prügeln? Alle schon in Syrien? Meinetwegen können sich die Idioten gerne irgendwo auf dem Land treffen und sich ordentlich den Hintern versohlen.

  8. Blah Blahson27. Oktober 2014 um 10:51

    „Einfach ignorieren. Die profitieren doch nur von der Aufmerksamkeit.“

  9. David27. Oktober 2014 um 12:40

    Ach du scheiße. Der Abschaum der Gesellschaft.
    Warum war die Gegendemo denn so schwach besucht, dass die Knetbirnen frei herumlaufen können?
    Der Bericht der Ruhrbarone liest sich so, als ob niemand mit dieser Dimension gerechnet hat. Um 13.15h schreiben sie noch von der „Stärke der Polizei“. Nächstes mal dürfen dann gerne parallel die Lokführer streiken :)

  10. Stephan27. Oktober 2014 um 12:58

    „Einfach ignorieren“ – genau – das ha ja immer schon bombig geklappt!

    Die Polizei ließ dann heute über den Innenminister mitteilen, dass Sie genau richtig gehandelt hat und die Lage absolut korrekt eingeschätzt hat. Das eigentliche Problem läge in dem zu weiten Demonstrationsrecht und dem Recht der freien Meinungsäußerung.

    Aber nun gut, dass man sich auf die Polizei nicht verlassen kann war ja schon lange klar. Das muss die Gesellschaft selber regeln!

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