Die neunjährige Ishema schreibt der Zeit, weil sie es schrecklich findet, „Neger“ gennant zu werden

Die Debatte um den Wortgebrauch in deutschen Kinderbüchern hat ja sicher jeder mitbekommen. Diese fand überall statt. So auch in der Zeit. Die neunjährige Ishema Kane, Tochter eines Senegalesen, hatte den besagten Artikel in der Zeit wohl gelesen und war alles andere als mit dem Inhalt einverstanden. Deshalb schrieb sie der Zeit-Redaktion diesen Brief. Ob es schon eine Antwort darauf gab, ist mir nicht bekannt.

Und ja, sie hat Recht. Sprache fließt, sie verändert sich stetig. Daran hat sich bitte auch eine Gesellschaft zu orientieren. Gerade dann, wenn Sprachgebrauch schon im Kindesalter leichtfertig dazu beiträgt, rassistische Ressentiments zu bedienen. So.


(via CHaunhorst)






Kommentare: 88

  1. Lulu 22. Januar 2013 at 16:01  zitieren  antworten

    @Frank Meier

    Für Sie nicht? Junge, Junge… wie sind Sie denn drauf?! btw… warum regt sich das kleine Mädchen dann so auf?

  2. @Lulu
    Ich schrieb bereits, das ich es für befremdlich halte das Pickelfressen Briefe an die Zeit senden und sich über gefühlten Rassismus in Büchern beschweren. Was zweifelsohne den Eindruck hinterlässt Kampagnengesteuert zu sein. Und aus Erfahrung und Geschichte sind mir Pickelfressen als Botschafter suspekt. Nichts gegen Briefe an Frau Dr. Sommer aber das Ding hat Geschmäckle …

  3. Ultramarinrot 22. Januar 2013 at 16:12  zitieren  antworten

    @Lulu
    Ich hab kein Problem damit, das Wort in der „kleinen Hexe“ auszutauschen. Ich finde nur, es ist ein untaugliches Mittel, um Rasssismus zu verhindern und es unterschätzt die Intelligenz von Kindern. Ich verfolge auch nicht akribisch sämtliche Neuerscheinungen auf ihre sprachliche Unversehrtheit. Aber mir sind die Taten von Leuten wichtiger als die Begriffe.

  4. man könnte der kleinen auch erklären das worte symbole sind, die im laufe der geschichte ihre bedeutung ändern. nicht für alle menschen war das wort neger ein schimpfwort, sondern einfach nur eine beschreibung einer person die eine dunkle hautfarbe ins schwarze hinein hat, der ursprung liegt im lateinischen. erst machthaber, industrielle abzocker, menschenfeinde haben den informationsfluss kontrolliert und „neger“ im zoo ausgestellt. dahinter stand aber immer nur die bereicherung einiger weniger. man hätte schwarze menschen der öffentlichkeit auch anders präsentieren können, aber da kein weltliches verständnis vorhanden war war der neger halt eine attraktion. daß das wort neger nun also verletzend ist und es andere als waffe gegen personen einsetzen können hat nur etwas mit der geschichte der menschen zu tun, nicht mit dem wort neger. wilhelm busch und andere große schriftsteller haben das wort neger als wort benutzt, nicht als beschimpfung, nicht als symbol für etwas, das man ablehnt und nicht wert schätzt.

    man kann also weiterhin den schrecken, den machtgierige menschen geschaffen haben, bewahren in dem man die kinder angst und bange vor dem wort neger macht (ohne alternative wie man dunkelhäutige personen nun in einem wort beschreiben soll) oder man kann dem wort eine neue bedeutung geben, so wie zb „geil.“
    „geil“ wird heute für alles mögliche benutzt, genauso wie in den 90ern das vorzeichen mega, was millionen beschreibt. im normalen sprachgebrauch sagt man geil wenn man ficken will viel seltener als sonst so auf der strasse, beim zocken, in der kneipe oder sonstwo. auf der strasse erzählt auch keiner mehr was von megaohm, wenn dann überhaupt megabyte, und in den 90ern wurde mega für alles mögliche verwendet.

    der mensch ist der schlüssel. nicht das wort.

  5. Ali Schwarzer, hast Du wirklich alles gelesen was ich schrieb? Ja, denn dann solltest Du genau dieses „Denotat und Konnotat“ mehr als überdeutlich erkannt haben. Für Aussenstehende: http://www.gutefrage.net/frage/denotat-bzw-konnotat
    Falls nicht, bleibt mir nur noch übrig mich selbst einen Neger zu nennen, genauso wie einst JFK aus Solidarität sagte: Ich bin ein Berliner.

    Interessant und wichtig ist immer was man aus der Situation macht und wie man selber damit umgeht. Ein afroamerikanischer deutscher Musiker (B-Tight) hat 2002 ein Album mit dem Titel „Der Neger (in mir)“ herausgebracht das auch für ordentlich Diskussion – und DIE ist wichtig- gesorgt hat. Die Fragen die man sich hierzu stellen sollte wären z.B. Ist ihm die Benutzung dadurch legitimiert, weil er afroamerikanischer Herkunft ist? Andersfarbige dürfen den Begriff nicht verwenden? Ist die Begriffsverwendung stark kontextabhängig oder nicht?

    Dein auf mich bezogenes „dummes rumgesülze“ versuche ich mal als „Getroffene Hunde bellen“ zu werten. Wer sich der Diskussion entziehen möchte kann das gerne jederzeit tun, sollte jedoch andere Meinungen oder sogar !nachgewiesene Fakten! nicht als Rumgesülze abstempeln.

  6. @Michael
    bwahahaha! klatschometer 8.6
    das kannst du aber noch besser.

  7. Lulu 22. Januar 2013 at 16:50  zitieren  antworten

    @olli

    Das Wort Neger war schon immer rassistisch. Denn es war die Sammelbezeichnung für die vielen heterogenen Völker, die als der „Weißen Rasse“ unterlegen angesehen waren.

    Wenn das Wort „Neger“ nicht als Beschimpfung gedacht war, warum dann so daran hängen? Mit der gleichen Argumentation müsste man das Wort „Mädchen“ in den Märchen wieder durch „Dirne“ ersetzen. Das Wort an sich kann ja schließlich nichts dafür, dass sich seine Bedeutung geändert hat. Warum darf man alte Märchen dem Sprachgebrauch anpassen, aber neuere Geschichten nicht?

  8. Lulu :
    @olli
    Das Wort Neger war schon immer rassistisch. Denn es war die Sammelbezeichnung für die vielen heterogenen Völker, die als der “Weißen Rasse” unterlegen angesehen waren.

    Das war es eben ursprünglich gerade nicht! Auch wenn ich mich damit wiederhole:
    „Nach dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die AUSGANGSBEDEUTUNG „Schwarzer“ und ist ein Lehnwort nach dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des Lateinischen niger („schwarz“) kommt.“

    „Im Niederländischen wird das Wort Neger und seine Verwendung im Allgemeinen nicht als problematisch angesehen“

    „In Spanien und Portugal entspricht der Gebrauch von negro dem des deutschen oder englischen schwarz.“

    „Bis Anfang der 1990er Jahre vermarktete die Dr. Oetker GmbH noch die Eissorte „Negerlein“, ein mit Schokolade überzogenes Vanilleeis.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Neger
    Wobei allein schon die Einleitung des Artikels, recht gut wie ich finde, den Bedeutungswandel im Laufe der Geschichte hervorhebt. Nichtsdestotrotz ist und bleibt der Wortwert an sich nichts anderes als „schwarz“ – genauso wie etwa bei „Kanacken“ = „Mensch“.

    Ich schaue jedenfalls aus gutem Grund immer auf den inhaltlichen Kontext und nicht auf die Verpackung: Ein vom einem Kind neugierig gesagtes „Guck mal da, ein Mann mit einem Buckel und riesigem Pickel auf der Nase!?“ kann und muss, von einem Erwachsenen geäussert, als diskriminierend und abwertend ausgelegt werden, dem Kleinkind aber nicht unbedingt.

    Mit Sprache kann man auch spielen und mit verletzenden Worten sollte man immer vorsichtig umgehen – doch schwarz ist und bleibt für mich eine von vielen Farben.

  9. Ronny 22. Januar 2013 at 18:31  zitieren  antworten

    @Anonymous
    Das immer die am lautesten „Fake“ schreien, die es nicht mal schaffen eine Mail-Adresse anzugeben. Faker.

  10. Anonymous 22. Januar 2013 at 18:36  zitieren  antworten

    es ist und bleibt ein fake
    gruß anonymous

  11. bemme51 22. Januar 2013 at 18:50  zitieren  antworten

    @Ronny ob der brief dann so bei der zeit angekommen ist sagt das hier zwar auch nicht so richtig aus:

    https://twitter.com/zeitonline/status/293742158635220992

    ist aber auch wurscht. ausserdem, ich hab mich dazu ja schon geäussert. also zum inhalt.

    #habefertig

  12. bemme51 22. Januar 2013 at 18:59  zitieren  antworten

    @Anonymous
    da sind ja wohl genug fehler drin um bei korrektur ner neunjährigen den schultag zu versauen.

    ansonsten: glashaus. steine.

  13. bemme51 22. Januar 2013 at 22:38  zitieren  antworten

    @Floyd
    sachte – eine facebookseite mag für jemanden der dort nen account hat in notwendiger tiefe zugänglich sein, mir bleibt als aussenstehender der kram aber allzuoft verborgen. (was eher gegen fazebuke spricht). es wäre einfach angebracht solche dinge irgendwo hinzupacken wo man von echter öffentlichkeit sprechen kann. auch dieses thema haben wir schon öfter am wickel. muss nicht hier sein.

    ansonsten ist doch alles dazu verlinkt und bemerkt. allerdings: wer heutzutage etwas ins netz setzt und nicht gefahr laufen will als hoax verdächtigt zu werden sollte zumindest über ausreichend social media kompetenz verfügen die richtigen und transparenten mittel und wege zu benutzen. vernünftige quellendokumentation und kanalwahl ist doch nicht zuviel verlangt. auch die zeit bekleckert sich da imho nicht mit ruhm. sie hätte diesen verdächtigungen mit nem simplen bestätigen des eingangs des schreiben jedweden boden entziehen können.

    eben auch: nur fake brüllen und das wiederholt tuts auch nicht und bringt uns da kein stück näher. fakten, fakten, fakten – alles andere ist glaskugelleserei (und das andere leider vom focus missbraucht).

    willsagen: nachvollziehbar und schon bleiben fake-schreier stumm. sollte doch nicht zu schwer oder zuviel verlangt sein?

  14. Floyd 23. Januar 2013 at 09:19  zitieren  antworten

    @bemme51 Sorry, vielleicht habe ich mich da etwas missverständlich ausgedrückt. Nachdem Ronny in diesem Kommentar auch den Ursprung dokumentiert hat, war ich nur leicht irritiert. Ich stimme dir zu, dass eine Quellendokumentation immer lobenswert ist. Allerdings könnte man das auch von einem interessierten User erwarten, bevor man Kommentare wie „Alles nur Fake“ schreibt. Meine persönliche Meinung. Dass ich nur die Facebookseite verlinkt habe war etwas zu kurzsichtig gedacht. Sorry dafür.

    Auf Twitter hätte man aber auch weiterkommen können;) Um was es mir ganz unabhängig vom Thema geht: ein User muss bei Interesse eben auch ein paar Mal eine Suchmaschine, etc. bedienen, um weiterführende Informationen zu finden. Ronny könnte das in diesem Fall zwar auch übernehmen, muss es aber nicht.

  15. Ronny 23. Januar 2013 at 09:23  zitieren  antworten

    @Floyd
    Sorry, Ronny hat gerade ganz andere Sorgen. ;)

    Ich bin eigentlich immer dabei, Dinge zu Updaten und um Informationen zu erweitern. Geht gerade nicht so gut und im Netz ist mittlerweile recht deutlich nachzuvollziehen, dass das kein Fake ist.

  16. Floyd 23. Januar 2013 at 11:23  zitieren  antworten

    @Ronny Kein Problem, lese dich ja jetzt schon ne ganze Zeit und weiss, dass du normalerweise Updates schreibst. Und um dem Ronny mal ein wenig Sorge zu nehmen, werde ich jetzt kurz zu dem anderen Artikel springen und mal den Blogsupport anrufen ;)

  17. […] sich sehr schön am Beispiel der neunjährigen Tochter eines Senegalesen, die der ZEIT einen empörten Leserbrief geschrieben hat. Ihr Argument gegen die “Neger” in Kinderbüchern: Sie fühlt sich und […]

  18. […] zum Thema: Beim Kraftfuttermischwerk wird rege drüber diskutiert Markiert mit kinderbücher, literatur, neger, politik.Speichere in […]

  19. Ronny 2. Februar 2013 at 21:16  zitieren  antworten

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