„Dieser Teil unserer Geschichte ist in seiner Abartigkeit so einzigartig, dass er gar nicht vergessen werden kann.“

Ich bin heute weitestgehend um die ewig immer alles vergessen wollenden Kommentatoren rumgekommen, auf Facebook habe ich zwei-drei Knetbirnen „verbannt“, weil es solche waren, die nicht verstehen noch überhaupt erst zuhören wollen. Heute Morgen dachte ich noch, es werden viel mehr davon werden.

Ganz daran vorbei kam ich dann aber doch nicht, hier eine Sammlung an eben genau jenen Kommentaren, die „endlich vergessen“ wollen. Auch oder gerade die Verantwortung vergessen wollen, die wir alle tragen, um das nicht vergessen machen.


(Klick für in groß)

Passend dazu auch diese häufig versuchte Art der Argumentation.

Wohl für diese Menschen ist dieser Kommentar von Anja Reschke. Danke dafür. Es war einer der besten heute.


Tagged: ,






Kommentare: 37

  1. David,

    Wieso denn?
    Die posten das doch schließlich öffentlich und unter ihrem Klarnamen im Internet.

  2. Klaus 28. Januar 2015 at 02:20  zitieren  antworten

    rehwanne,

    Stimmt!

  3. Ronny 28. Januar 2015 at 09:42  zitieren  antworten

    sren,
    Ja, das Ding ist halt, dass einige genau so argumentieren, ohne darin einen Widerspruch zu sehen. Da kann das Bild nichts für und ich habe das schon als Kritik verstanden, wollte allerdings auf Nummer sicher gehen.

  4. piwwo 28. Januar 2015 at 09:44  zitieren  antworten

    David,

    Wieso soll man das zensieren? Wer öffentlich seine Faschistenmeinung ins Internet spühlt, muss dafür auch gerade stehen.

  5. piwwo 28. Januar 2015 at 09:48  zitieren  antworten

    Prinz Eisenschmerz,

    Die Nachkommen sind nicht schuld, das behauptet auch niemand. Aber wir haben eine Verantwortung der Vergangenheit gegenüber. Und gerade sowas wie Auschwitz darf nie vergessen werden. Der Holocaust ist in seiner Unmenschlichkeit einmalig in der Weltgeschichte, auch wenn andere Diktaturen Menschen abgeschlachtet haben, keiner hat bis jetzt eine industriell und bürokratisch durchorganisierte Massenvernichtung gefahren, die nicht nur Juden sondern auch Homosexuellen, Kommunisten (also politische Gegner), Künstler, Behinderte und Kranke betraf.

  6. Gerald 28. Januar 2015 at 09:49  zitieren  antworten

    Servus,
    interessant find ich halt, dass die Leute sich da immer persönlich angesprochen und angegriffen fühlen (bei uns in Österreich übrigens auch) anstatt hier eine Chance zu sehen etwas in Erinnerung zu behalten um für sich selber und die nächsten Generationen sicher zu stellen, dass so etwas oder ähnliches, nicht mehr passiert.
    Niemand muss sich für Dinge schuldig fühlen die die Großeltern Generation getan hat, aber man kann Verantwortung übernehmen.
    Kleines Beispiel, hier in Wien gibt es ein jüdisches Zentrum welches auch ein Altersheim beherbergt einige dieser Senioren sind auch Überlebende des Holocausts und beziehen damit Geld aus dem Entschädigungstopf, der wiederum das Altersheim finanziert. Da jedoch immer mehr dieser Überlebenden altersbedingt sterben fehlt diesem Zentrum dieses Geld (gelesen in einem Artikel der „Presse“) was wiederum zeigt, dass hier nicht ein endloser Geldstrom fließt der, wie oft behauptet wird, das jüdische Leben finanziert und wir im Folgeschluss ewig auch finanziell für die Taten der Großeltern bezahlen müssen.
    Diesen Menschen jedoch finanziell Entschädigung zu leisten halte ich für unsere Pflicht auch wenn es nicht von uns begangene Taten sind da hier oft nur noch Bruchstücke einer Familie vorhanden sind und man diesen Menschen alles genommen hat. Mit Geld ist dieser Schaden sowieso nicht gut zu machen.
    Die Zahl der Überlebenden wird jedes Jahr kleiner und irgendwann werden wir nur noch die Erinnerungen auf Film, Fotos oder in geschriebener Form haben.
    Dass die Ereignisse (nicht nur in Auschwitz) langsam verblassen ist klar, aber trotzdem sollte man sich immer in Erinnerung rufen was da damals passiert ist und auch die Welt um sich beobachten und erkennen wenn ähnliche Dinge passieren oder beginnen.

  7. David,

    Wieso zensieren? Wurde doch auch öffentlich gepostet um diese Meinung zu verbreiten. Ist doch jeder selbst an den Senf schuld den er von sich gibt und damit nicht Schützenswert.

  8. David,

    Wer mit Klarnamen dumme Scheisse schreibt, kann auch gerne dafür gerade stehen!

  9. Max 28. Januar 2015 at 14:16  zitieren  antworten

    der Lokus,

    oh je, wenn es so weit kommt das man nicht mal mehr zu schätzen weiß was für ein Glück wir haben in Deutschland geboren worden zu sein. Andere Nationen versuchen zb. unser Gesundheitsystem, TüV usw. zu korpieren weil es einfach funktioniert.
    Wir leben in einem Land in dem wir unsere Meinung zu Themen frei äußern dürfen..

    Spielen in so vielen Konflikten eine Vermittlerrolle, grade weil wir als Land Deutschland anerkannt und respektiert werden.
    Es gibt so viele Möglichkeiten Menschen zu helfen, auf Missstände aufmerksam zu machen und diese zu veröffentlichen (gegensatz zb. China/Russland)

    Für manche Menschen/Aussagen muss man sich an dieser Stelle einfach schämen @derLokus

    Zum aktuellen Thema

    Ich denke man muss einfach ein Mittelmaß im Bezug auf die Geschichte des Holokaus finden.
    So etwas sollte nie in Vergessenheit geraten und es auch immer eine Aufklärung für junge Menschen in diesem Thema geben. Aber ich selber (1993 geboren) kann mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich schuldig fühlen weil wir eben in einer Demokratie aufgewachsen sind.
    Trotzdem übernehme ich Verantwortung für die Deutsche Geschichte, gerade das so etwas schreckliches nie wieder vorkommt sollte.

  10. Georg 28. Januar 2015 at 14:23  zitieren  antworten

    der Lokus,

    Nun ja, man kann schon stolz darauf sein, mit Anderen zusammen eine Gemeinschaft zu bilden, die ein lebenswertes Land bewohnt und dafür sorgt, dass es lebenswert bleibt.
    Ich habe das in Kanada gelernt, da hat auch niemand mehr persönlich Schienen verlegt, und trotzdem sind sie alle stolz wie Bolle auf ihr Land. Eine Frau darf auch stolz auf ihren schönen Garten sein, auch wenn der Mann die Rosen gepflanzt hat. Eigentlich ganz schön schade, dass Heimatstolz hierzulande immer gleich als Wiederbetätigung verkauft wird.

    Sich für seinen Geburtsort zu schämen ist übrigens ein ziemlich seltsames Asana. Da kann ja nun wirklich niemand etwas dafür.

  11. vanRAW 29. Januar 2015 at 11:57  zitieren  antworten

    David,

    ich wollte gerade fragen, warum die Namen zensiert sind. Jeder kann seine Meinung haben, sollte aber auch dazu stehen. Denn anders ist es ja im Internet auch nicht vorzufinden. Es dokumentiert ja nur, was man selbst bereit willig einstellt

  12. Blah Blahson 29. Januar 2015 at 12:47  zitieren  antworten

    Einige der KommentatorInnen spielen hier schon auf etwas an, dass ich gerne noch explizit äußern möchte.
    Auffällig an den Äußerungen bzgl. des empfundenen Nationalstolzes von Menschen ist immer wieder, dass zu dessen Begründung völlig willkürlich gewählte Ereignisse herangezogen werden. Einige vermeintlich positive Dinge, bspw. die Leistungen Goethes, finden Eingang in die Nationalidentität, während Anderes (Holocaust, 184 rechtsextreme Morde seit 10/1990, Dominierung der EU-Politik zum Deutschen Nutzen) ausgeblendet wird.
    Ich denke, dass es für alle Menschen immens wichtig ist, eine positive Identität zu haben, sich selbst und ihr Handeln und Denken sozusagen als „gut“ wahrzunehmen. Wenn jetzt genau dieser Vorgang auch bei „Nationalstolzen“ in Bezug auf die eigene Nation stattfindet – Positives wird hervorgehoben und Negatives heruntergespielt oder sogar geleugnet – dann zeigt dies m.E., dass sie ihre Nationalangehörigkeit für ihre Identität brauchen. (Das geben sie ja sogar zu! Sie sprechen immer von „Wir“, sie meinen ein Kollektiv und zählen sich selbst dazu.) Dass sie bspw. aus Deutschland kommen, macht sie gut. Dafür muss dann aber auch Deutschland gut sein, denn würden alle Dinge, die mit der Deutschen Geschichte zu tun haben, gleichwertig betrachtet, wäre auch ein riesiger Batzen an negativem Scheiss dabei, der dann auch auf irgendeine Weise in die eigene Identität integriert werden müsste. Dadurch besteht aber die Gefahr, dass man plötzlich gar nicht mehr so geil ist, wie man eigentlich sein würde. Schwere Selbstzweifel wären die Folge. Um das eigene Individuum als positiv zu empfinden, muss das Negative ausgeblendet oder relativiert werden. Mit dem Holocaust müsse abgeschlossen werden oder andere Nationen hätten ja auch Dreck am Stecken.

    Davon mal abgesehen, wird ja auch gerne auf den Nationalstolz anderer Länder angespielt, in denen es ja kein Problem sei, auf die eigene Nation stolz zu sein. Sowas halte ich a) für ein Strohmann-Argument. Das unterstellt, dass es in anderen Ländern keine Menschen gibt, die eine Nationalidentität ablehnen und „ihr Land“ kritisch sehen. Das halte ich für Schwachsinn. Allein die Tatsache, dass US-Konservative ihren Gegnern gerne vorwerfen, Amerika zu hassen, zeigt ja schon, dass auch US-Amerikaner die USA kritisieren und so gar nicht stolz darauf sind, was dort passiert.
    Und b) ist Nationalstolz nun mal etwas Kritikwürdiges. Für das eigene Kollektiv (bspw. „die Deutschen“) muss es Kriterien der Angehörigkeit geben. Der Umkehrschluss ist, dass es auch Kriterien des Ausschlusses gibt. Irgendwer gehört nicht dazu, ist fremd, wird mit negativen Eigenschaften belegt, hat gewisse Rechte nicht, etc.. Das widerspricht aber dem wissenschaftlich belegten Grundsatz, dass alle Menschen überall gleich sind, und die gleichen Grundrechte haben müssen und das Kooperation die Menschheit weiter gebracht hat, als Konkurrenz.

    Ich weigere mich, stolz auf Deutschland zu sein. Ich und keiner hat irgendwas dazu beigetragen, zufällig hier geboren zu sein. Ich habe nichts mit Goethe, Adorno, Michael Schuhmacher oder dem Dritten Reich zu tun und ich weigere mich auch, mich mit scheiss Menschenhassern und Ausbeutern oder dem nervigen Nachbarn von gegenüber gemein zu machen. Ich brauche Deutschland nicht, um mich als Individuum wahrzunehmen. Ja, ich bin dankbar, die Privilegien der Deutschen Staatsbürgerschaft genießen zu können und ich denke, dass vieles davon im Grunde gute Errungenschaften sind, die gegen den Widerstand des deutschen Staats erkämpft wurden, aber ich weiß auch, dass in und durch Deutschland ’ne Menge Scheisse passiert und dass Zivilisation schnell wieder in Barbarei umschlagen kann, und dass ich das nieniemals gutheißen kann.

  13. der Lokus,

    Wer sich für seine Herkunft schämt, ist gut damit bedient, sich zu erschiessen.

  14. Klaus 29. Januar 2015 at 22:40  zitieren  antworten

    Blah Blahson,

    toller Beitrag. Danke.

  15. […] Am Mittwoch ist am 70. Jahrestag der Befreiung Ausschwitz gedacht worden. Ronny fasst zusammen: “Dieser Teil unserer Geschichte ist in seiner Abartigkeit so einzigartig, dass er gar nicht verge… […]

  16. Dings Bums 30. Januar 2015 at 12:34  zitieren  antworten

    Stolz,

    Nach der Logik: Für diejenigen, die darauf stolz sind, gilt das Selbe…

  17. Harry 30. Januar 2015 at 14:34  zitieren  antworten

    Stolz,

    Bite geh weg.

  18. Harry 30. Januar 2015 at 14:34  zitieren  antworten

    Stolz,

    Bitte geh weg.

  19. Blah Blahson 30. Januar 2015 at 15:06  zitieren  antworten

    Stolz,

    Dumm. Einfach nur dumm.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *