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Moop Mama x Fettes Brot – Da Draussen

Moop Mama treffen nach einem St.Pauli-Spiel vor dem Millerntorstadion auf die Brote und sie performen zusammen der Brote ihr „Da Draussen“.

Ich mochte die Brote lange nur so am Rande und gar nicht so ganz ernst genommen, wenn auch schon ein bisschen. Dann haben sie vor Jahren nach den Beginnern auf der Fusion gespielt. Die Beginner – und vor allem Jan Delay – war im Slot vorher furchtbar enttäuscht, dass nicht alle abgehen wollten und empfahl dem vor ihm stehenden Publikum, noch ein Pille zu klinken und sich dann auf die Techno-Floors zu verpissen. Weil sie den Sound ja eh nicht verstehen und die Texte nicht können würden. In seinem Deutschland-Trikot.

Es war E- oder WM und eigentlich war klar, dass derartige Shirts dort nicht ganz so geil ankommen würden. War ihm wohl egal, er wollte halt auch mal den Punk rauslassen. Auf seine Art, in einem Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Kam damals nicht ganz so gut an – im Gegenteil. Es war eine ziemlich lahme Vorstellung. Für alle Beteiligten.

Zwei Stunden später kam Fettes Brot auf die Hangar-Bühne. Die, auf der die Beginner kurz vorher noch ihr Glück versucht hatten und damit grandios gescheitert waren. Das Publikum hatte sich bis dahin locker mal verdoppelt und dann begann ein Abriss, wie ich ihm selten beiwohnen konnte. Auf der Bühne hatte keiner mehr einen Stock am Arsch und es sollte wirklich und nur verdammt hart gefeiert werden. Alles brannte und alle konnten alle Zeilen aller Songs. Wirklich. Zudem ließen die Brote damals komplett ihre Gage für den Kulturkosmos e.V. dort, die damit Kohle in ihre Jugendkulturprojekte droppen konnten. Und zusammen aus all dem bin ich seitdem Fan. Und glaube, gerade nach der letzten Woche, in der die Fantas ihr neues Video gebracht haben, dass es sich auch als HipHoper in Würde altern lässt. So zumindest machen die Drei das hier wieder einmal vor. Ich mag’s. Sehr. Und halte Jan Delays „Searching For The Jan Soul Rebels“ dennoch für eine der wichtigsten Platten der letzten 20 Jahre. Aber dann bitte nicht live – und wenn doch, dann bitte erst wenn die Brote schon abgerissen haben. Danke.


(Direktlink, via Maik)

3 Kommentare

  1. Jan27. März 2018 at 18:29

    Ich stand bei dem Beginners Gig auf der Fusion vorne an der Bühne und dachte echt, ich spinne, als Jan Delay den Spruch rausgehauen hat.

    Ich bin dann auch abgehauen und konnte Ihn seitdem nicht mehr ernst nehmen.
    Das hat er echt maximal verkackt. Grüße !

  2. Peter Licht27. März 2018 at 19:22

    Wenn wir vom gleichen Erlebnis sprechen, dann war es 2006. Jan Delay war damals allein auf der Fusion und ich fand die Provokation mit Trikot und Dorfkneipensprüche sogar ganz amüsant. Was aber garnicht ging, war sein Auftritt später bei Kerner oder Lanz wo er dann über die Fusion abgelästert hat und mit jedem Satz deutlicher wurde, dass das Fusionprinzip nicht gepeilt hat.

  3. kobpy28. März 2018 at 01:59

    Hatte er nicht auch noch seine Backroundsängerinnen of color mit dümmsten Verquatschungen von ebenfalls farbigen Nationalspielernamen vorgestellt? Hörte da noch er sei daraf hin mit aussortierten tomaten von einem nahen Essensstand beworfen worden.
    fänds schön, wenn zumindest der 2. teil der story stimmt.

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