Himalaya, timelapsed

Der Versuch, dem Montagmorgen einfach mal was Schönes zu entgegnen. Mutter Erde in ihren schönsten Kleidern. Und Wolkenberge überall.

Aufgenommen von Maxim Letovaltsev, Musik: Max Richter. Passt

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Ein Tribute-Mix für einen ganz großen des Psy-Trance: „Loud – Cosma, 10 years without him“

Das war hier heute bis genau eben einer dieser ganz wenigen Abende, an denen ich mich schon recht frühzeitig dazu entschieden habe, endlich mal früher ins Bett zu gehen. Ich hätte das sogar durchgezogen. Dann schickte mir Christoph den Link zu diesem Mix hier. Einem Mix, der einzig aus den Produktionen von Cosma besteht.

Aus den Produktionen von Avihen Livne, der heute vor genau 10 Jahren mit einem Motorrad in Goa tödlich verunglückte und kurz davor mal ganz nebenbei und vermutlich ungewollt dem Psy-Trance ein gänzlich neues Klangkleid überzog. Der irgendwie alles noch mal veränderte. Für mich war er einer der ganz ganz großen in diesem Genre. Einer, der klanglich alles bis dahin Gehörte voll über den Haufen warf und einfach nur das machte, was für ihn der damals neue Sound war, der unter dem Imprint „Goa“ doch bitte schön zu laufen hatte. Ich liebte diese völlig neue, sehr clean produzierte und durchaus minimale Musik, die trotz oder gerade wegen der entschlackten Synthie-Orgien den absoluten Punkt der Mitte zur absoluten Ekstase durch die psychedelisch geschwängerten Boxen zu tragen vermochte. Ohrgasmus und so.

Psy-Trance war an einem Punkt, an dem eigentlich alles gesagt war. Viel zu viel mitunter. 17 Melodien per Track muss man halt auch nicht immer machen. Dieser ganze Gitarren-Rotz ala Sun Project, den ich schon lange nicht mehr hören konnte und der immer noch mehr Leute mit drei Buchstaben auf den Nummernschildern auf die Festivals fuhren lies. Diese ganze, geremixte Pop-Shice, die dem heutigen Dubstep genau so die Beine brechen wird, wie sie es damals schon mit dem Psy-Trance tat. Die Paralelen diesbezüglich sind nicht zu übersehen. Das alles war für mich so durch und begann mich derbe zu langweilen. Und dann kam Cosma.

Er kam mit seinen jungen Jahren gerade mal auf zwei Alben. „Simplicity“ ‎, das 2001 erschien, und schon gut war, aber immer noch in den alten Teichen fischen ging. Dann kam im März 2003 Nonstop und dieses Album – haltet mich gerne für total bekloppt – veränderte alles. Es war wie das einsetzende Atmen eines schon lange tot Geglaubten. Es schrie förmlich nach Wiederbelebung! Da, als viele schon meinten, es sei endgültig vorbei, kam dieser junge Mann auch Isreal und ballerte das genaue Gegenteil durch die CD-Player, die gerade zu dem Standard aller Psy-DJs wurden. Alle spielten seine Tracks. Egal wo man feiern ging, Cosmas Tracks waren total omnipräsent. Und das ganz zu recht. Auch keines unserer Sets kam damals mit weniger als mindestens vier seiner Nummern von „Nonstop“ aus. So war das nämlich.

Allerdings war Livne da schon nicht mehr unter den Lebenden. Kurz bevor „Nonstop“ veröffentlicht wurde, verstarb er.

Die Festivals des folgenden Sommers waren geprägt von seinem neuen Sound. Alle liebten diesen. Mat Mushroom, das werde ich nie vergessen, knallte in seinem Set auf dem Second Floor der 2003er Shiva Moon fast das komplette Album durch. Alle hörten es und wussten, warum er genau das tat. Alle gingen total mit. Es waren für mich zwei der besten Stunden meines ganzen Psy-Trance Lebens. Und das hielt ganz schön lange an.

Mit dem Tod von Cosma starb auch ein wenig der Psy-Trance in mir. So richtig Herausragendes wollte nach diesem nämlich nicht mehr nachkommen. So blieb es. Bis heute. Leider.

Und weil ich das mit dem Bett eh gerade aufgegeben habe, höre ich das hier jetzt auch bis zum Ende durch. Vielleicht fange ich sogar noch mal von vorne an. Der alten Zeit wegen. Und wer nicht genau weiß, was das hier alles soll: Minute 17 ff hat alles wunderbar auf den Punkt gebracht: „The Time Has Come“. Vermutlich habe ich keine andere Nummer so oft gespielt wie diese.

Danke, Eitan Reiter und Kobi Toledano aka Loud aus Haifa, Israel, für diesen völlig unerwarteten Kick in die Vergangenheit und den damit verbundenen doch so wunderbaren Hirnfick. Ganz großes Tretbootfahren, das. Und ganz viel lange schon erloschen geglaubter Liebe.

Und womöglich wäre der Goa, der heute bei mir leider nur noch unter „ferner liefen“ läuft ohne den Unfall im Jahre 2003 ein ganz anderer. Ich ging zumindest damals schwer davon aus. Cosma hätte das beweisen können und ich traute ihm zu, genau das zu tun. Nun denn.


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Nur ein paar Pinguine an einer Wegkreuzung


(Direktlink, via Say OMG)

Doku: Lennon, NYC

Ich habe es ja nicht so mit dem Sound der Beatles, aber ich mochte immer schon John Lennon wegen dem, was bei mir von seiner Persönlichkeit ankam. Und der Liebe wegen, die er so populär hippieresk zu vertreten wusste, wie kaum ein anderer. Und genau deshalb sehe ich mir jetzt diese Doku, für die Yoko Ono zum ersten Mal ihre privaten Archive mit Videos, Konzertmitschnitten, Studioaufnahmen, Making-ofs und Fotos zeigt. Ist ja Sonntag, da passt das.

Nach der Trennung der Beatles verließ John Lennon im August 1971 Großbritannien und zog mit seiner zweiten Ehefrau Yoko Ono nach New York. Am 8. Dezember 1980 wurde er von dem geistig verwirrten Mark Chapman vor seinem Wohngebäude erschossen.
Doch das Jahrzehnt, das sie in New York verbrachten, war reich an Begegnungen, Projekten, Entwicklungen und Kreativität, aber auch an Engagement. Der britische Staatsbürger John Lennon wurde von den amerikanischen Behörden nicht gern gesehen; in Zeiten der Konfrontation der beiden großen ideologischen Blöcke war er ihnen ein Dorn im Auge. Der legendäre Beatle sah sich oft ganz allein der mächtigen US-Verwaltungsmaschinerie ausgesetzt, doch er gab sich nie geschlagen und kämpfte stets weiter, reihte Projekte, Platten, Happenings und Pressekonferenzen aneinander.
Für „Lennon, NYC“ öffnete Yoko Ono zum ersten Mal ihre privaten Archive mit Videos, Konzertmitschnitten, Studioaufnahmen, Making-ofs und Fotos. So entstand ein spannender Dokumentarfilm, der den ganz privaten John Lennon zeigt: seine Begeisterung, seine Kämpfe, aber auch seine Ängste und Enttäuschungen sowie seine Fähigkeit, sich immer wieder aufzuraffen und in der Musik und der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern neue Motivation und Inspiration zu finden. Hinter dem Idol kommt der Vater zum Vorschein, der Mensch, der Ehemann, der stets alles mit seiner Frau teilte. In dieser Zeit entstanden auch seine Welterfolge „Imagine“, „Whatever Gets You thru the Night“ und „Woman“.
„Lennon, NYC“ zeigt John Lennon, wie er wirklich war, ungekünstelt und ungeschönt, aber auch die Stadt New York, die zweite große Liebe seines Lebens.


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Sein letzter Besuch in der Techno-WG

Sie warfen ihn raus, kündigten ihm die Freundschaft und luden ihn nie wieder ein.


(via The last Beat)

Papierkugelsprungstubentiger, gif’d


(via Torsten)

Wie man aus Schnee Eiscreme macht

Das vielleicht Naheliegendste dieses Planeten und trotzdem wäre ich nicht selber darauf gekommen. Womöglich auch deshalb, weil das ganz so lecker dann doch nicht aussieht. Und immer schön dran denken: nicht den gelben Schnee nehmen, der schmeckt nicht nach Zitrone.


(Direktlink, via Bites and Pieces)

Eine Horde Gorillas, die im ugandischen Dschungel mit einer Film-Crew abhängt

„Du, Pete, da kommt Besuch!“
„Wer ist es denn?“
„Nur ein dutzend Gorillas!“
„Okay, lass sie rein. Ich setze mich hier hin und bewege mich nicht mehr.“

So oder so ähnlich muss das wohl gelaufen sein. Putzig, obwohl mir im Angesicht des Silberückens dabei so was von die Düse gegangen wäre.


(Direktlink, via reddit)

Indian Wells – Wimbledon 1980

Musik, wie ich sie ja ganz gerne ma. Dazu ein wirklich geiles Video, das die ganzen Tennisstars der 80er Jahre zusammenbringt, mit denen ich unzählige Nachmittagsstunden vor der Glotze verbrachte. Also ich jetzt. Die natürlich in der Glotze.

So wie es klingt, wurden Teile der Nummer „Wimbledon 1980“ tatsächlich aus dem Sound von Tennisspielen gesamplet und Teile der originalen Moderation von damals druntergelegt.

Die Jungs von Indian Wells veröffentlichen mit „Night Drops” gerade ihr Debut-Album auf Bad Panda und nach den sechs Minuten hier, werde ich über dieses ganz sicher noch mal genauer drüber hören, dann das Ding ist eine echte Perle, die man sich hier für umme downloaden kann.

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Berlin Techno Flyer von 1994 – 1997


(„Nackt ist man glücklicher“, Bunker Berlin, 1995)

Das Ding hier lag mir verdammt lange schon am Herzen. Allein es fehlte mir die Zeit und die konkrete Organisation dazu. Dank der Hilfe eines furchtbar netten Menschens aber ist das nun endlich gemacht.

Wenn ich damals™ feiern ging, war es Teil dessens, sich die Taschen mit irgendwelchen Flyern zu füllen. Man konnte an einem Samstagabend schließlich nicht genau wissen, wo genau man diesen 1-2-3-4 Wochen später wohl am liebsten verbringen würde. Internet gab es zumindest für mich noch nicht so wirklich, und die Bekanntmachung des nächstliegenden Wochenend-Happenings war Aufgabe der kleinen, bunten Zettel, die ich immer sehr gerne erst in die Bauchtasche meines Hoodies steckte, um sie dann im Handschuhfach des alten E-Kadetts zu verstauen. Kombi. Großartige Karre übrigens. Vorher auch in den Handschuhfächern der älteren Freunde.

Ich sammelte die Dinger damals und war ganz vernarrt in sie. Jeden davon steckte ich in eine Klarsichtfolie (ein furchtbar deutsches Wort) und heftete diese in einen dieser bürokratischen dicken Aktenordner ab. Ich hefte bis heute darin so genau gar nichts ab, aber diese alten Wochenendbegleiter waren mir dieses pedantische Tun wert. Der Ordnung wegen, die man ja sonst nicht hatte. Und so.

Seitdem lagen die Dinger eben nun in Folie und in Ordner gebettet dort, wo sie einem am wenigsten daran erinnern konnten, das man selber verdammt viel älter geworden ist und wo sie einem am wenigsten im Weg rumstanden; erst im Schrank, dann im Studio, später dann im Keller und als es, des Drucks der Frau wegen, wirklich eng wurde, im warmen Schoß des Büros, auf den sich keiner außer mir setzen darf.

Ich hatte immer mal vor, die Flyer zu digitalisieren und dann irgendwie ins Netz zu bringen, aber der Gedanke daran den Scanner zu bedienen und das alles irgendwie zu digital zu sortieren, war stärker als die eigentliche Motivation. Also lies ich das bleiben.

Vor ein paar Monaten allerdings ergab es sich dann irgendwie, dass mich Raimund, der oben erwähnte, furchtbar liebe Mensch fragte, ob ich noch Flyer aus den 90ern hätte. Den genauen Kontext weiß ich nicht mal mehr, aber ich sagte, „Und wie ich die noch habe!“. Er meinte, „Lass uns treffen, ich nehm‘ die Dinger mit und scanne die ein. Ich habe da so eine Idee.“ Dann trafen wir uns in Berlin, er kam mit seinem Motor-Roller und nahm meine Ordner samt allen eingefoliegten Flyern mit und sagte, „Ich melde mich.“ Gestern meldete er sich. Er hätte alles, sagte er, ob er mir das schicken könne, fragte er. „Na klar“, sagte ich.

Raimund Reintjes, seines Zeichens Ursympath und Macher das alten RAW-Tempels in Berlin, hat Teile meiner so geliebten Flyer-Sammlung für einen Zweck digitalisiert, der noch nicht ganz ausgegoren und aus zeitlichen Gründen noch nicht ganz spruchreif ist. Die Flyer aber sind schon mal im Netz – viele davon aus meinen Folien.


(Aquadrome, Potsdam, 1995)

Es sind so viele Erinnerungen dabei, dass es für jede davon eigentlich einen eigenen Artikel geben könnte. Steve „fucking“ Mason in meiner heutigen Stadt, der damals in einem alten, lange vor sich hingammelnden Schwimmbad in Potsdam auflegte. Über das alte Schwimmbecken wurden Gitter gezogen, dadrunter lagen die Bässe, die einem direkt in das Hosenbein fuhren. Die alten Hirschbar-Partys, die Abende… Nächte… Öhm… ganzen Wochenenden im E-Werk, das ich so sehr in mein Herz schloss und das auch heute noch einen Platz in dem selbigen hat. Weil das alles alles hatte, was ich damals wollte. Es war so verdammt großartig – glaubt ihr gar nicht.

Da sind sie nun, meine sekundären Erinnerungen an das, an mein, Berlin der 90er Jahre. Vieles davon wirkt heute, zumindest das Design betreffend, furchtbar billig. Aber darum ging es ja auch damals nicht. Wir wollten gute Musik. Wir wollten im Idealfall bis Montagmorgen feiern, wir wollten es laut. Und wir wollten es dreckig. Und dreckig mag ich heute noch verdammt gerne.

Was ich eigentlich sagen wollte: Raimund hat Teile meiner 90er Flyer-Sammlung eingescannt. Ich habe die nach ewigem Account-Abfuck auf Flickr geladen bekommen und hier sind knapp 100 Flyer aus dem Berlin im Techno während der 90er. Ein bisschen auch von außerhalb , weil wir auch damals schon gerne weiter weg fuhren um zu tanzen und um feiern zu können.

Hier ein paar meiner Lieblinge, hier das ganze Album mit 96 Flyern auf Flickr. Ich habe die Dateinamen nicht geändert, aus denen sich alle Infos erschließen.


(Waschhaus, Potsdam, 1995)


(Matrix, Berlin, 1995)


(Chromapark, E-Werk, Berlin 1995)


(Tresor, Berlin, 1996)

Normahls „Bullenschweine“ in die Charts

Wegen der Hausdurchsuchung zu Beginn der Woche haben sich einige Liebhaber der Band Normahl jetzt vorgenommen, den besagten Song, „Bullenschweine“, wegen dem die Hausdurchsuchung ja stattfand in die Charts zu kaufen. Ich fand das anfänglich etwas albern, habe jetzt allerdings doch die 0,69 EUR auf iTunes gelassen.

Das sollte doch wohl zu schaffen sein.


Hier die Links, die direkt zur jeweiligen Kasse führen.
-> iTunes
-> Amazon
-> Musicload
(via Max)

Wie man zu Kunst wird

Die Diskussion um den Begriff der Kunst ist so mindestens so alt, wie die Kunst selber. Dabei muss man es so kompliziert gar nicht machen. Man stecke sich einfach einen Tischtennisball in den Mund und stelle sich so in ein angesehenes Kunsthaus. Schon ist man Kunst. Das es so einfach ist, hätte mir auch jemand schon mal früher sagen können.


(Direktlink, via I have seen the whole of the internet)

Teebs verschenkt ein Lied

Hach, wie schön. Schlacker-Beat Wunderkind Teebs hat heute Nacht einfach mal einen Song ins Netz geladen und bietet diesen nun zum Download an. In Zeiten wie diesen ja nichts Weltbewegendes, möchte man meinen, aber die Nummer ist von Teebs und sie ist fucking großartig! „For Phil“ heißt sie.

„Mellow tune for today“, schreibt er. Recht hat er.


(Direktlink, Download via Sendspace)

Pumpe, gif’d


(via Irgendwas mit Farben)

Men throwing rocks with the other hand

Hier stimmt einfach alles. Die Farben, die Idee und vor allem die Musik. Die kleinen Dinge und so.

(Direktlink, via reddit)