Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm

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(via Mannheim Streetart)

Änderungen auf Wikipedia in Echtzeit hören können: Listen to Wikipedia

Ziemlich anmachendes Projekt von Stephen LaPorte und Mahmoud Hashemi, die dafür Sorge tragen, dass jede Änderung, jede Ergänzung und jede neue Zeichenfolge auf Wikipedia-Einträgen in Klang gepackt wird. Ambient ist dieser dann, manchmal aus klassisch. Je größer die Bearbeitung, je tiefer der Ton. Wie die Wikipedia halt so klingt. Eine dieser kleinen Dinge, für die man das Internet eben lieben muss.

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Listen to the sound of Wikipedia’s recent changes feed. Bells indicate additions and string plucks indicate subtractions. Pitch changes according to the size of the edit; the larger the edit, the deeper the note. Green circles show edits from unregistered contributors, and purple circles mark edits performed by automated bots. You may see announcements for new users as they join the site, punctuated by a string swell. You can welcome him or her by clicking the blue banner and adding a note on their talk page.

This project is built using D3 and HowlerJS. It is based on Listen to Bitcoin by Maximillian Laumeister. Our source is available on GitHub, and you can read more about this project.

Optisch und auch klanglich erinnert das ganze ein wenig an Danny Millers Boomshine App, welche damals die erste App auf meinem iPhone war und dort bis heute durchgehalten hat, was nicht viele Apps von sich behaupten können.

Schon geil, der Wikipedia zuhören zu können, auch wenn der deutsche Teil davon selbst mir viel zu ambient ist. Besonders schön auch dann, wenn man zwei verschiedene Browser mit diesem Tab offen hat.
(via Peter)

Freitag

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(via StreetArt in Germany)

Wenn Dub und Techno in der Tiefsee tauchen gehen: ColtEP – Deep Afterhour Nr. 115

Lange keinen Dubtechno mehr hier gehabt, lange auch keinen gehört. Dafür aber heute den neuen Deep Afterhour Mix von ColtEP jetzt schon sechsmal. Wie Tiefseetauchen. Mit jeder Menge schwebenden Chords, noch mehr Atmosphäre und dem nötigen Grad an Liebe, der das alles ausmacht. Herrlichst!


(Direktlink, via Marsi)

Tracklist:
01. Yagya – Rigning Einn *** Sending Orbs
02. Urenga – Eclipse Seamount (Ohrwert Technoid Alter) *** Stasis Recordings
03. Sub.Made – Broken Storm *** Sublime Porte Netlabel
04. Mr. Cloudy – Increase *** Entropy Records
05. Adverb – Echolocations *** Dewtone Recordings
06. Aepiel – Shallow Ground (Nitz Remix) *** Retrospective Zoology
07. Sven Weisemann – Redux *** a.r.t.less
08. Desolate – Actaeon *** Fauxpas Musik
09. Federsen – Djembe Dub *** Silent Season
10. Sven Weisemann – Winter Tale *** Essays
11. Dublicator – Quantum State *** self-released
12. The Nautilus Project – Shades & Forms (Martin Nonstatic Remix) *** Confineless Recordings
13. Wenzel Mehnert – Paranoika (Biodub Remix) *** Dreiton
14. Yagya – As It Is *** Sending Orbs
15. G.R.I.T. – As I Look To The Sky From The Surface Of The Water *** Meanwhile

Der Kampf um den letzten Kaffee

… ist meistens ein brutaler. Ihr kennt das.


(Direktlink, via reddit)

Wenn Fotos von New York zu einem Film verschmelzen: NY 41×41

Ein Handy-Hersteller, der hiermit seine eigene Handy-Kamera anpreisen möchte. 41 Fotos, alle aus New York, alle in der Zeit zwischen 03:00 Uhr bis 07:00 Uhr aufgenommen und dann über eine mir nicht bekannte Weise zu einem Film zusammengefügt. Das schafft eine ziemlich geile, wenn auch leicht verwirrende Wirkung auf zumindest meine Birne. Irgendwie hypnotisch.


(Direktlink, via this isn’t happiness)

Die Bläsersektion selber klickspielen: Fanfare

Leute, feiert! Hier ist eure eigene virtuelle Band. Und jetzt: Humpa, humpa, humpa!

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(via Schlecky)

Original-Inhaltsverzeichnis eines Westpakets und der Duft des selbigen als Saunaaufguss

Westpakete waren ein großes Ding in der DDR. Wer sie regelmäßig bekam und zum Teilen bereit war, stand in der Schulhof-Hierarchie meistens weiter oben. Ich bekam nie ein Westpaket.

Redditor Koh-I-Noor hat zum Tag der Einheit ein Original-Inhaltsverzeichnis aus einem Westpaket hochgeladen und schreibt:

Ich weiß nicht ob sowas von Interesse ist, aber ich dachte heute passt es. Ich hoffe man kann’s lesen. Keine Ahnung was „Fruit.“ oder „REA quick“ ist.

Die Absender- und Empfängerfamilien waren nicht verwandt und kannten sich vorher nicht, sondern lernten sich über einen Luftballon mit einem Adresszettel kennen, den dann ein Traktorist im Osten auf dem Feld fand. Der Kontakt besteht generationenübergreifend bis heute, auch mit gegenseitigen Besuchen.

Noch ein paar allgemeine Infos über Westpakete (ohne Gewähr):
– Das Inhaltsverzeichnis und die Aufschrift „Geschenksendung – Keine Handelsware“ waren Pflicht, wohl für die Zollfreiheit.
– Vieles war verboten und wurde von der Stasi konfisziert, vor allem Medien wie Zeitungen, Bücher und Tonträger (auch Leerkassetten) oder Bargeld. Trickreich geschmuggelt wurde freilich trotzdem.
– Westpakete wurden von der BRD-Regierung gefördert, pro Paket oder Päckchen konnte man pauschal 30DM(?) von der Steuer absetzen.
– Den durchschnittlich 25 Mio. Westpaketen standen 9 Mio. Ostpakete pro Jahr gegenüber – pro Kopf verschickte der Osten demnach mehr Pakete.

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Vor fast 347 Jahren schrieb ich hier mal einen Artikel über den Duft des Westens, in dem es heißt:

Die Eltern gingen mit uns also in diesen Intershop. Sie kauften sich ein Kaffeeservice aus Porzellan mit Zwiebelmuster. Ich und mein Bruder entschieden uns nach ewigem hin,- und her für Cola ohne Ende und für jede Menge Autokarten, die auf den ostdeutschen Schulhöfen Statussymbole waren. Ich werde diesen Tag nie vergessen. Er hat sich in mein Hirn gebrannt. Diesen Geruch konnte man nirgendwo anders riechen, ausser im Intershop. Mir ist gerade jetzt so, als könnte ich ihn riechen.

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Ähnlich muss wohl auch immer ein Westpaket gerochen haben, was ich ja nicht wissen kann, denn ich bekam ja nie eins. Genau diesen Geruch aber kann man jetzt auch als Saunaaufguss kaufen, was dann so wirken dürfte, als würde man in einem heißen Westpaket saunieren. Und das, wo ich heute nichtmal eine Sauna habe. Damals keine Westpakete, heute keine Sauna, keine blühenden Landschaften. Story of my life.

Jeder Tag des zweiten Weltkriegs in 7 Minuten

Passt ja auch irgendwie zum 3. Oktober.

YouTuber EmperorTigerstar hat die Frontverläufe des zweiten Weltkriegs in MS Paint gemalt und diese beeindruckende Animation daraus gemacht. Jeden Tag. Was sich erst wie ein Krebsgeschwür ausbreitet, wird dann ab Februar 1944 ordentlich zusammengefaltet.

In den Kommentaren wird moniert, dass die jugoslawischen Partisanen ausgeblendet werden, weshalb ich da hier mal drauf hinweise.

Starting with the German invasion of Poland (1 September, 1939), the invasions of Norway (April 9, 1940), France (May 10, 1940), Yugoslavia and Greece (April 6, 1941), to the invasion of the Soviet Union (June 22, 1941), through to the Battle of Moscow (November 25, 1941), the Battle of El Alamein (October 23, 1942), the German surrender at Stalingrad (January 31, 1943), the Allies capture of Rome (June 4, 1944), the Normandy Landings (6 June, 1944), the liberation of Paris (August 25, 1944), the Soviets enter Berlin (April 23, 1945), and Victory Europe Day (8 May, 1945).


(Direktlink, via Dangerous Minds)

Die Plattensammlung von The Gaslamp Killer

Crate Diggers von Fuse TV haben das mixende Maschinengewehr mit dem irren Blick besucht und lassen ihn über seine Plattensammlung fachsimpeln.


(Direktlink, via Vinyl of the Day)

Album-Stream: The Field – Cupid’s Head

Auch Kompakts Sahnekaramell The Field hat ein neues Album. Nichts zum Ausrasten, aber herrlicher Langstreckentechno, der mich hier ganz wunderbar über einen Feiertag groovt.


(Direktlink, via EOMS)

Ein Tisch aus aneinander schwebenden Holzwürfeln

Nicht wirklich praxisnah, dass Dingen. Wenn man der Großtante darauf den guten Bohnenkaffee im Familien-Porzellan serviert und dann beim Setzen mit dem Knie dagegen stößt, gibt es sicher eine Riesensauerei und der gute Orientteppich muss derbe leiden. Aber ein echter Hingucker mit wahrscheinlich ziemlich hohen Spaßfaktor: The Float Table.

The Float Table is a matrix of „magnetized“ wooden cubes that levitate with respect to one another. The repelling cubes are held in equilibrium by a system of tensile steel cables.

It’s classical physics applied to modern design. Each handcrafted table is precisely tuned to seem rigid and stable, yet a touch reveals the secret to Float’s dynamic character.


(Direktlink, via BoingBoing)

Drachenhandschuhe

Die Tage werden kälter. Viel schneller übrigens als mir lieb ist, wobei mir Kälte ohnehin nie irgendwie lieb ist. Wie auch immer…

Kälte ist noch beschissener, wenn man dazu auch noch kalte Hände hat. Dagegen helfen bekanntlich Handschuhe. Nun könnt ihr zu den schwarzen Leder-Modellen greifen, die schon von eurem Vater bis hin zur Großoma interfamiliäre Dienste leisteten. Oder ihr zieht Fausthandschuhe an, die ich immer noch mit einem Faden durch die Jackenärmel verbinde – man will ja nichts verlieren. Ihr könnten allerdings auch einfach diese geilen Drachenhandschuhe der Etsy-Userin HotScones kaufen. Grün ist zwar gerade aus, aber die sehen auch in rot recht schnuffelig aus.

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(via this isnt happiness)

Album-Stream: Four Tet – Beautiful Rewind

Four Tets neues Album „Beautiful Rewind“ im kompletten Stream.


(Direktlink, via FACT)

1 Gong
2 Parallel jalebi
3 Our navigation
4 Ba teaches yoga
5 Kool FM
6 Crush
7 Buchla
8 Aerial
9 Ever never
10 Unicorn
11 Your body feels

Jugendkultur im Deutschland der 80er-Jahre und Icke so

IslBG

Ich hatte nur wenig von den 80ern, andererseits hatte ich alles. Zum Beginn der selbigen war ich Vorschulkind, zum Ende war die Mauer gerade eingefallen und ich war ziemlich bis verdammt pubertär. Und ich liebte Musik. Die Kultur auch, die Musik mit sich brachte, wenn sie bitte schön rotzig und dreckig war. Da war der Mainstream, den ich schon damals ziemlich beschissen fand: Pop und Falco, der heute ja auch obhin seiner Koks-Nase gerne zum kuhlen Tüpen stilisiert wird. Da waren die alten Scherben-Platten, die mein großer Bruder zwar besorgte, obwohl er eigentlich lieber die von Phil Collins und von Westernhagen mochte (der tatsächlich auch mal gute Platten machte). Die Ärzte, die es sogar auf Amiga schafften. The Cure, die damals alle interessanten Mädels in der Stadt mochten, viel mehr noch als BROS, die eigentlich schon in den 80gern so total tragisch späterer 90er-Bullshit waren. Die waren ihrer Zeit auf tragische Weise sehr viel hinaus. Da war der Kassetten-Rekorder meines Bruders, der RIAS konnte, und sein Plattenspieler, den ich nie hätte benutzen dürfen, was ich natürlich trotzdem tat, um die Platten zu hören, die er zwar hatte, aber nie so wirklich gerne mochte: Rio Reiser, Opel-Gang, Grönemeyers „Gemischte Gefühle“ (bis heute auch deswegen ein Riesenalbum), die Dada-Sachen von Trio, 80er eben.

Später dann kamen Anne Clark (Die Nummer haben wir dann bis auf die Vocals Mitte der 90er komplett auf der MC-303 nachprogrammiert), die die eine Grufti-Betreuerin (Gott, was war die lieblich) mit ihren lila Strähnen im Ferienlager total gerne mochte. Und New Orders Blue Monday.

Und dann waren meine 80er auch schon wieder vorbei. Musikalisch verabschiedeten sich diese irgendwo in der Mitte zwischen Techno, der gerade alles zu runterreißen vermochte, und zwischen Punk. Beides mag ich bis heute, wie ja hier nur unschwer zu erkennen sein dürfte. Nur war Techno für mich schon damals nicht nur dumpfes Geballer für den Dancefloor, sondern alles, was aus Maschinen kam – was bis heute so geblieben ist. Und Punk schon immer viel mehr als nur ein 3-Akkorde-Riff, sondern viel mehr eine Haltung. Im Kopf eben punken. Nicht nur, aber eben auch. Auch in der Playlist, die damals noch als Mixtape auf die papierende Hülle einer Kassette geschrieben wurde. Natürlich.

Populärmusikalisch waren in Deutschland eigentlich nur die 80er noch schlimmer als die der 90er. Populärmusikalisch nämlich kann man beide Jahrzehnte gerne in den Tonne drücken. Und jetzt kommt mir nicht mit NDW und kommt mir nicht mit Eurodance. Beides war musikalisch für den musikalischen Arsch (Jehova, Jehova!). Bei mir ohne jegliche Tränen, ohne jegliches Vermissen. 20 Jahre für nichts. Aber daneben passierte so vieles, was so viel wichtiger war, als die „Heavy Rotation“ auf RIAS. Es pulsierte im Unten auf soviel mehr zu Erwartendes.

Aber ich verschreibe mich hier gerade mal wieder fürchterlich. Was ich eigentlich sagen wollte und was man sich gerne auch mal anhören könnte/sollte vielleicht: Deutschlandradio (ich mag den Namen nicht, aber was kann ich schon dafür) hat gerade ein ziemlich hörenswertes Feature über die Jugendkultur im Deutschland der 80er-Jahre, auch der im Osten dieses Landes.

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(Direktlink)

Hippies verschwinden fast völlig, Punks gewinnen die visuelle Oberhand, aus Rockern werden Heavy-Metal-Fans, daneben gibt es Gothic-Anhänger, Skinheads und, und, und; in Anfängen auch in der DDR. Charakteristisch für das Jahrzehnt: der Protest vor allem junger Leute gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Ost und West, gegen den Bau von Atomkraftwerken oder Wiederaufbereitungsanlagen sowie gegen das Waldsterben.

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt. Pessimismus greift um sich. In der DDR äußert sich die zunehmende Politisierung der Jugend vor allem in der kirchlichen Arbeit oder der alternativen Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“. Gorbatschow weckt ab 1985 neue Hoffnungen, die sich vier Jahre später in der Friedlichen Revolution in der DDR erfüllen.

Und ich gebe mir jetzt ein The Cure-Konzert voll alter Klassiker. Aus Gründen. Die nämlich spielen sie auch heute gerne mal noch, mittlerweile fast 30 Jahre später. Auf dem Lollapalooza. In Chicago. „Pictures of You“ und so. Nämlich.


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Das Foto ganz oben ist übrigens vom großartigen Ulrich Joho, der wohl, wie es kein anderer vermochte, die Jugend der DDR mit seiner Linse festzuhalten vermochte. Wirklich.