Entdeckung des Moments: Bossa N’Roses

The electro-bossa songbook of Guns ‘n Roses. Hatte ich bis zur letzten Nacht noch rein gar nichst von gehört. Um so überraschter und freudig erregt war ich über das, was ich da zu hören bekam. Zwölf Roses-Klassiker eingebossanovat quasi. Der perfekte Sonntagnachmittag-im-Herbst-Soundtrack. Seitdem höre ich nichts anderes mehr. Besonders an Herz bzw. ans Ohr zu legen wären Knockin’ on Heaven’s Door und Don’t Cry. Das ist ganz großes Kino! Diese Bossa Reihe gibt es außerdem mit den Stones, Bob Marley, den Beatles, den Ramones (Woohaa) und und und. Wie konnte das eigentlich bisher an mir vorbei in die Welt gehen?, frage ich mal eben.

Hier gibt es sämtliche DownloadLinks zu den Dingern.

Achso, ich lass mein Subscribe to Comments hier erstmal an. Nun macht Euch mal nicht wieder gleich alle kollektiv in die Hose, wenn Ihr kein gewerbliches Blog fahrt. Is´ ja schlimm, die arme Sau die Ihr da gerade mal wieder durchs Dorf treibt.

Pfff. Da gibt es ganz andere, die das mit ihren Mails ähnlich ahnungslos handeln. Und die bekommen die Woche noch Post von mir. Keine nette, soviel ist mal klar, denn ich habe mich da niemals nicht angemeldet und die schreiben mir trotzdem. Mit Aufforderung zur Zahlung. Ich bin ja mal gespannt, wie die aus dieser Nummer wieder rauskommen wollen. Irgendwer hat da meine Mail-Adresse getagt und dafür gibt es Beef. Durchgebraten.

Ich. Will. So. Eine. Holga.

Bemerkenswert daran, wenn man mit jungen Menschen kocht, ist der Umstand, dass die offenbar eine, der Gewohnheit wegen, völlig andere Geschmackswahrnehmung haben als man selbst. Selbst ein rund um gutes Essen aus den frischesten Zutaten bewegt sie dann zu Kritik. Kritisieren tun sie gerne, das ist wichtig, finde auch ich. Sie kosten dann und sagen: “Schmeckt gut,… aber irgendetwas fehlt da noch.” “Ja”, sage ich, “der Geschmacksverstärker aus diesem Tütenzeug.” “Stimmt” erwiedern sie dann und fragen, ob man den nicht extra noch kaufen könnte, um ihn als Zutat da mit rein zu machen.” Dem Geschmack wegen. Und das meinen sie ernst.

Kann man kaufen.
Dieses Flashzeug bei Beatport wäre echt mal ein Grund für einen Boykott, später dann.
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Doku: Rio Reiser Biographie – Ich bieg’ dir den Regenbogen

Biografischer Dokumentarfilm aus dem Jahre 1997, der demanch kurz nach seinem Tod entstanden ist. Für mich nach wie vor der vielleicht beste Musiker, denn dieses Land in den letzten 40 Jahren vorzuweisen hat.
Ich verstehe allerdings nicht, warum die sowas immer bei youtube hochladen. Immer dieses Gestückele. Alternativen gäbe es doch. Aber sei es drum, ich kannte das vorher nicht und hab mich da durchgeklickt.

(Direkt: Part 1)
Die weiteren 5 Parts: (weiterlesen …)

Es überrascht mich jetzt doch, dass “Der Baader Meinhof Komplex” schon jetzt bei Google Video aufgetaucht ist. Zwar nur in Form einer Videoaufnahme im Kino, aber davon habe ich schon schlechtere gesehen.

Wer auch immer mir heute Nacht den Hammer auf den Kopf gehauen hat: Du Arsch, das tut weh.

Die Neunziger sind ja nun schon seit Jahren Geschichte und wenn ich mich so umsehe, ist von denen auch nicht viel mehr als jede Menge Mainstream und ein wenig Techno als einverleibtes Kulturgut von wenigen übrig geblieben, was durchaus okay und vor allem auch wichtig ist, wie ich finde. Aber es gab ja auch da, wie so oft, noch so viel mehr. Keine Ahnung, was andere zu der Zeit so getrieben haben, aber bei mir gab es eigentlich an den Wochenenden konsequenterweise nur Techno mit Hintergrund, worauf ich heute noch wert lege. Ich/wir haben sehr viel über das nachgedacht, was wir an den Wochenenden so getrieben haben. Für uns war das immer mehr als nur “Feiern”. Für uns, für mich, war das auch immer Kultur, auch wenn diese Begrifflichkeit für einige schon wieder etwas staatlich Gefördertes an sich haben mag – für mich hatte das zu jener Zeit damit nicht das Geringste zu tun. Aber ist ja auch egal… Über die Woche habe ich Unmengen Deutscher Punkmukke gehört als der einzige in meiner Peer-Group, was mir auch heute noch irgendwie zu denken gibt. Aber ich mochte das sehr, wenn ich morgens über den Hermannplatz lief, mit Steckern im Ohr. Ich weiß nicht mal genau, woran das wohl gelegen hat. Kann sein, dass mich Schulze damit infiziert hatte, der in der Berufsschule neben mir saß und mir von seinen Wochenenden erzählt hat, die so ganz anders waren als meine. Er war einer dieser Berliner 90er-Punks, die die Hoffnung aus was Neues quasi auf und in dem Kopf trugen. Aber ist ja auch egal… Viel blieb bei mir bis heute davon nicht übrig außer vielleicht 30 CD´s, die das Importieren heute nicht mehr wert wären. Dennoch gibt es diesen einen Song, der das alles zusammenfassend auf den Punkt bringt, der mein damaliges Gefühl raushaut. Alles war neu, alles was anders, alles war machbar – nichts war unmöglich. Ich wusste bis vor einer Stunde nicht mal wonach ich suchen sollte, ich habe es vergessen, aber nun ist es ganz präsent:
Aufbruch – Abend in der Stadt. Das sind meine Neunziger. Alles zusammenfassend, alles sagend. So einfach, so wahrhaftig, so echt.

Das mag jetzt wieder keinen interessieren, aber ich habe da so lange nach gesucht, dass mir genau das jetzt auch einfach mal egal ist.

Das die letzte, die beste Strophe hier fehlt, ist blöd, aber ich versuch das mal zu finden.

Politiker, wenn ihr den Krieg haben wollt,
dann säht nur weiter Wind
Der Sturm kommt zu euch zurück,
wenn wir wieder ohne Wohnung sind!
Dann besetzen wir eure Villen
Und die Deutsche Bank
Und den deutschen Reichstag
Und dann ist Morgenrot im Land

Wieder im Netz.
Mist, mobil kaputt editiert. Mhmm.

Fucked Up feat. Moby – Blitzkrieg Bop (Ramones Cover)

Moby ist nicht so mein Ding, daran wird sich sicher auch nicht mehr viel ändern. Was ich allerdings an ihm mag, ist zu sehen, wie ekstatisch der auf der Bühne abgehen kann. Ich hatte öfters das Vergnügen, den auf diversen Techno-Festivals zu erleben und die dabei geschockten Techno-Kiddies zu sehen. Das war immer ein Spaß. Wer das hier sieht, weiß warum.

(Direkt: Veganpunk, via intro)

Ich mag jene, die ihre Powerbooks, iBooks, MacBooks und ihre Pros mit Aufklebern voll knallen. Oben, unten – überall. Ich mag sie sehr, ohne auch nur ein Wort mit ihnen gewechselt zu haben. Das was sie tun hat etwas Statussymbol-zerstörendes und es zeigt, dass es ihnen mehr um die inneren Werte geht, weniger um eine glänzende Oberfläche. Die konsequentesten dieser Spezies kleben auch den Apfel zu.
Ich gehöre nicht zu denen. Zu beiden nicht.

Doku: Punks in Ostberlin 1981-1983 (komplett)

Als diese Doku im September letzten Jahres auf ZDF lief, war ich schwer beeindruckt von dem, was ich da sehen und hören konnte. Das ist wirklich äußerst sehenswert.

Die beiden Autorinnen Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider lassen während einer Dampferfahrt auf der Spree in Gesprächen mit früheren Freunden die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse in einer Ostberliner Punkgruppe wieder aufleben. In den 1980er Jahren war die Clique jugendlicher Punks eine Sensation für DDR-Verhältnisse und eine ernsthafte Bedrohung für die herrschende Politik. Die Jugendlichen hatten zunächst keine besonderen politischen Absichten. Sie wollten – wie überall – anders sein, ihren Spaß haben, viel Bier trinken und vor allem die verbotene westliche Musik hören. Doch das DDR-Regime bespitzelte sie, fotografierte sie, sperrte sie ein, so oft wie irgend möglich, bis die Gruppe schließlich zerschlagen wurde. Der Großteil des harten Kerns wurde zwangsweise zur Volksarmee rekrutiert, einige der weiblichen Cliquenmitglieder wurden in die Bundesrepublik abgeschoben. – Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider waren unter den Glücklichen, die über die Grenze kamen.


(Direkt: Part 1)
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Also: die Musik von In Extremo ist ja auch was zum Weglaufen. Wer hat die denn ins Radio gelassen?

Der Tüp, der heute Morgen um 06.30 Uhr vor meinem Schlafzimmer damit begonnen hat, mit so einem Laubpustekrawallungeheuerkraftwerk das Laub um 20 Meter durch die Luft zu schießen, möchte sich doch bitte Morgen mal um die selbe Zeit, jedoch bevor er dieses Ding wieder anschmeißt(!), bei mir melden. Einfach klingeln, ich steh hinter der Tür, koche schonmal einen Kaffee vor und muss dem dann unbedingt etwas in meinem Keller zeigen.

Das ich mal einen Vertrag mit dem Discovery Channel unterschreiben würde hätte ich ja auch nicht gedacht. Dumm nur: vertragsenglisch war weder in der Schule ein Thema geschweige denn danach nochmal. Über sowas redet man ja sonst mit keinem. Natürlich nicht. Fieses Zeug.

Da würde ich ja auch gerne mal reingucken.

“Zauberhafte Klangmaschinen”

DDR-”Klangmaschine” Subharchord II aus dem Jahre 1968, Foto:Jurai Duris

Die Ausstellung ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN erzählt die Geschichte und die Geschichten der Klangerzeuger, Klangspeicher und der Klangübertragung. Die groß angelegte Schau erweckt Ariston, Mellotron, Rhythmikon und viele andere zum Teil vergessene Klangmaschinen aus ihrem Dornröschenschlaf und macht sie in einem interaktiven Ausstellungsparcours für Jung und Alt, für Laien und Experten spielerisch erlebbar.

ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN ist eine Ausstellung wider das Vergessen. Mithilfe der präsentierten Objekte zeichnet das IMA Institut für Medienarchäologie eine exemplarische Geschichte unseres Medienzeitalters nach – unter besonderer Berücksichtigung technischer wie musikalisch-künstlerischer Entwicklungen. Die ausgestellten Objekte bezaubern durch ihre Geschichten, Konstruktionen und die mit ihnen verbundenen Visionen ihrer Erfinder.

(ima.or.at)

Soviel zu der in Niederösterreich stattfindenen Ausstellung. Für all jene, die so wie ich aus irgendwelchen Gründen den Weg dorthin scheuen, haben die auf ihrer Seite allerdings so etwas wie die virtuelle Austellung dazu. Jede Menge dieser dort ausgestellten, zauberhaften Klangmaschinen mit umfangreichem Infotext zu den jeweiligen Austellungs-Exponaten und deren Erfindern. Außerdem noch hochwertige Bilder der Zauberkisten, was mich geradewegs etwas hibbelig macht. Soviele tolle Tasten, Schalter und Knöpfchen. Hach, schön. Die Dinger nämlich klingen nicht nur eigen, sondern sehen auch noch super aus.
(via SPEX)

Platte(n) der Woche #2

Deadbeat – Roots and Wire | 2008 | Wagon Repair
Irgendwo zwischen Dub, Dubstep, Dubtechno und Rootsdub fliegt einem dieses Album regelrecht um die Ohren, wobei sich die ersten 3 Tracks exorbitant herrausstellen lassen. Diese habe ich so oft repeatet, dass ich für den Rest kaum noch Zeit hatte. Ganz zu Beginn chantet sich Tikiman Paul St. Hilaire, über alles erhaben, über den wunderbaren Beat von Rise again, wobei eine wirklich großartige Nummer, eine perfekte Symbiose rauskommt. Das krasse an Tikiman Paul St. Hilaire ist, dass man den auch unter 100 anderen Stimmen sofort heraushören würde, was ich im Reggae-Betrieb als eher selten empfinde. Mit Roots and Wire geht es dann konsequent in eine fixere Dubstep-Richtung, die ganz klar nicht überproduziert wurde, sondern genau auf den Punkt. Und dieses Mundharmonika! Der mir liebste Track des Albums, obwohl mir bei Grounation (Berghain Drum Jack) dann doch noch mal derb die Fußsohlen jucken. Was für ein Monster! Das muss ich unbedingt mal auf irgendeinem Floor in ganz laut hören. Minimal mal anders, vollgepackt mit Percussions und einem klitzekleinen Einsatz an Chords. Und wie das brettert. Trommelmaschine 08 quasi. Danach gibt es dann im Mittelteil Dubtechno, der gut klingt, aber für meine Vorlieben etwas zu transparent, etwas zu sauber, etwas zu berechenbar erscheint. Zum Abschluss dann noch mal eine von Tikiman Paul St. Hilaire gefeaturede Nummer, die aber bei weiten nicht an den Opener ran reicht. Ich sagte ja, mir hat es eher der erste Teil des dennoch tollen Albums angetan.

Paul St. Hilaire & Rene Löwe – Faith | 2003 | False Tuned
“Einfach hinreißend.” wie die De:Bug jenerzeit schrieb. Daran hat sich auch nach 5 Jahren nicht das Geringste geändert.

Digitalverein – zu hause² | 2002 | thinner
Mittlerweile ein Netaudio-Klassiker allerhöchster Güte. (Download)

Wie gehts uns denn heute?