Portishead: 2300 Euro für 34 Millionen Streams

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(Foto: Paul Carless, CC BY 2.0)

Ich erwähnte hier mal in einem Nebensatz, dass ich Streaming-Angebote wie Spotify nicht sonderlich schätze, weshalb ich konkret Spotify selbst auch nicht nutze, obwohl ich wirklich viele der immer wieder irgendwo aufploppenden neuen Angebote zumindest mal anteste.

Mal unabhängig davon, dass ich musikalisch auf Spotify wahrscheinlich auch gar nicht sonderlich glücklich werden würde… Ein zweiter Punkt ist eben der, dass die Musiker durch Dienste wie diese eben echt wirklich beschissen bezahlt werden. Es gab dafür in letzter Zeit einige Beispiele, das aktuelle Sahnehäubchen dazu kommt von Portishead-Kopf Geoff Barrow, der auf Twitter die sehr mäßigen Einnahmen von den Streams ihrer Musik veröffentlichte.

Wie genau er dort auf Apple kommt, weiß ich nicht. Immerhin verkaufen die ja, wenn auch zu einem für die Künstler eher miesen Anteil von 50%, soweit ich weiß.

Von Tonspion:

Die Zukunft der Musikbranche scheint ungewiss. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Dienste wie Spotify, Youtube oder Pandora Musikern wenig Geld einbringen. Letztes Jahr veröffentlichte Streaming-Riese Spotify offizielle Zahlen, nach denen er zwar insgesamt rund 500 Mio. Euro an die Rechteinhaber zahlt. Und Zahlen aus dem Jahr 2014 belegen dass Streaming-Einnahmen, die von CD-Verkäufen zum ersten Mal überstiegen. Allerdings findet das Geld nur in seltenen Fällen den direkten Weg zum Künstler, vielmehr geht es zu großen Teilen an Plattenfirmen, Labels und Verlage.

Umgerechnet verdient Barrow damit pro Stream eines Songs gerademal 0.007 Cents. Wer hier scheinbar richtig verdient ist Universal Music Group. Die kritisiert Barrow auch, dafür dass sie seine Musik so günstig unter das Volk bringen. Zur Universal Music Group gehört auch die Universal Music Publishing Group, diese macht in der Regel die Verträge mit den Streamingdiensten.

Ich bin in seiner Betrachtungsweise da recht nahe bei Tanith, der vor gar nicht allzu langer Zeit schrieb, „Mir persönlich ist es lieber wenn die Kids die Musik klauen, anstatt sie zu streamen, weil so wenigstens keiner reich wird anstatt die falschen“.

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Kommentare: 13

  1. Mike (Basel) 17. April 2015 at 20:37  zitieren  antworten

    Kann mich dem Statement von Tanith nur anschliessen. Man will uns weismachen, dass der persönliche Besitz von Musik nicht mehr viel Wert ist, weil heute mittels eines Abo-Streaming-Modells die Möglichkeit besteht von überall auf die Musik der Wahl zurückzugreifen. Das Problem dabei ist nur, dass diejenigen, die uns den persönlichen Besitz ausreden wollen, gleichzeitig diejenigen sind, die am Meisten abkassieren wollen. Schon aus diesem Grund ist dieser Streamingdreck abzulehnen. Wie bei der Creative Cloud von Adobe. Monatlich zahlen – und am Ende nichts besitzen. Ist das nicht toll?

  2. 089DJ München 17. April 2015 at 22:01  zitieren  antworten

    Auch ich bin hier bei Tanith und die Streaming Dienste sind denke ich auch ein Grund dafür das für sehr viele Nutzer Musik nichts mehr Wert ist, denn wenn man etwas immer und überall bekommen kann auf legalem Wege ist es nicht mehr viel Wert, leider, denn so kommen Newcomer nicht wirklich nach oben. Irgendwann wird das ganze Streaming und Cloudsystem kollabieren, denn dadurch werden wir auch indirekt, von wem auch immer, überwacht… Traurige Entwicklung…

  3. Nightbyte 17. April 2015 at 22:45  zitieren  antworten

    Ich möchte auf die Vorteile der Streaming-Dienste nicht mehr verzichten, wäre aber bereit, mehr zu bezahlen. So dass die Künstler das bekommen, was ihnen zusteht.
    Plattformübergreifende Verfügbarkeit, fehlerfreie Synchronisation, ausgezeichnete Usability, guter Funktionsumfang bei Premiumnutzung – aus der Sicht ist Spotify hervorragend. Und es wäre mir auch mehr Wert, als ich bisher bezahle.

  4. purf 18. April 2015 at 00:26  zitieren  antworten

    Ei, das.

    Ich hab‘ (zur Zeit!!) kein Spotify und es fehlt mir. Sehr! Musik zu besitzen hat für mich vor Jahren aufgehört. Es gibt ’nen BillyregalBoden mit Platten und etwas mehr mit CDs. Dazu 5oderwas GB an Mp3s. Das mag ich alles nicht mehr hören. Langweilig. 1000mal gehabt. Und beim letzen Umzug habe ich 100+ CDs verkauft. Der Gewinn als Tausch im 2nd hand media Laden: 2 Platten.
    Brauche ich einfach nicht mehr.
    Das Problem ist nicht Streaming (und papperlapapp+lol Überwachung: jemand weiss jetzt, dass ich sowohl Electric Wizard als auch SOHN als auch Squarepusher als auch wasweissich… Bangles höre? So fuckin‘ what?!)
    Das Problem sind die MittelsmannVerlage die keine Sau mehr brauchen müsste.

  5. glamorama 18. April 2015 at 08:11  zitieren  antworten

    Bleibt natürlich die Frage, wozu eine weltbekannte und preisgekrönte Band wie Portishead sich überhaupt an Major Labels und Streamingdienste bindet. Warum verkaufen / streamen sie ihre Musik nicht direkt? Kennen sie niemanden, der eine Website erstellen kann?

    Oder glauben sie, dass die ohne die PR von Spotify und Co. in der Bedeutungslosigkeit verschwinden? Dann sollten sie sich vielleicht mal Gedanken um ihre Musik machen.

  6. wilder Roland 18. April 2015 at 11:24  zitieren  antworten

    Wie viel zahlt Spotify eigtl. an die Gema und wie wird der Betrag aufgeschlüsselt?

  7. Jonathan 18. April 2015 at 12:10  zitieren  antworten

    Ich denke, er redet hier im Zusammenhang mit Apple von iTunes Radio, einem Streamingdienst, den es hierzulande nicht gibt. Bei regulären Verkäufen aus iTunes erhält der Rechteinhaber 70% der Einnahmen. Und dort ist der Anteil am Gewinn, der beim Künstler ankommt und nicht beim Label hängen bleibt vermutlich ähnlich gering wie beim Streamingdienst oder CD-Kauf. Sich über Streaming als solches aufzuregen finde ich aus Künstlersicht etwas lächerlich. Niemand ist gezwungen, sich an einen Major zu hängen. Musik kann man heute, gerade über Onlineplattformen und Streames erstaunlich leicht selbst an den Menschen bringen.

  8. robotron sömmerda 18. April 2015 at 12:28  zitieren  antworten

    Nightbyte,
    Du brauchst nicht mehr/zusätzlich zu zahlen, das Geld muss nur bei den Künstlern ankommen. Und wenn diese Künstler zu dumm und zu gierig sind, ihre Rechte an andere abzutreten, dann geschieht ihnen das recht.

  9. Eisboer 18. April 2015 at 12:38  zitieren  antworten

    Meiner Meinung nach werden hier wieder Themen miteinander vermischt und als schöner Eintopf ins Klo gekippt. Dass Portishead so wenig Geld für 34.000.000 mal auf Play drücken (oder per Radio zufällig in die Liste gerutscht) hat doch mehrere Gründe.

    – Spotify ist ein Streaming-Anbieter. Wissen wir, wieviel von dem Geld die Belegschaft, die Technik, Werbung, GEMA etc. pp. aufbraucht?
    – Im Zitat selbst steht, dass die Verlage den Großteil bekommen. Wieder nichts, was direkt mit „Streaming“ zu tun hat
    – Sichtbar sein über Streaming hat noch weitere nicht direkt in Geld sichtbare Auswirkungen.
    – Zurück zur Illegalität? Ernsthaft? Und dann gibt’s die 5% Bauernopfer, die für die anderen Büßen müssen? Mal bitte bis zu Ende denken.

    Wir werden das Streaming nicht mehr los. Die Frage ist nur noch, ob wir eine faire Verteilung der Ressourcen hinbekommen. Die meisten Probleme, haben nicht direkt etwas mit der Technik „Streaming“ zu tun.

  10. Alex 18. April 2015 at 14:56  zitieren  antworten

    Etwas einseitige Sicht, bei der die Streamingdienste viel zu negativ bei wegkommen. Das große Problem sind doch die Labels. Denn gerade bei Spotify als derzeit wohl bekanntesten Streamingdienst ist keineswegs gesagt, dass sich der Dienst trägt, Gewinn wurde damit jedenfalls soweit ich weiß noch nicht gemacht. Die einzigen die im Moment also verdienen, sind die Plattenfirmen.

  11. Hans-Peter 19. April 2015 at 13:32  zitieren  antworten

    Ich höre bei Spotify nur rein, gefällt mir etwas, kaufe ich es auf Vinyl oder CD.
    Das ist so etwas wie früher die ausgeliehene Platte und so ist es auch o.k. finde ich.
    Oder ich höre per Spotify Musik, die ich schon lange bezahlt habe (dereinst als Vinyl Platte).

  12. marc 20. April 2015 at 12:09  zitieren  antworten

    Ich muss einigen meiner Vorposter hier zustimmen. Mit den Streaming-Diensten wird mal wieder auf die Falschen eingedroschen, das Problem sind wie so oft die Medien-Industrie und die Masse der geldgeilen Schlipsträger.
    Man sehe sich nur den GEMA Chef an, der vor jeder Kamera seine dicken Heucheltränchen rauspresst, weil er ja so so sehr mit dem armen, notleidenden Künstler mitfühlt – gleichzeit aber 300.000.- + Boni /Jahr kassiert und einer Organistation vorsteht, in der laut Satzung nur die Großverdiener das Sagen haben und sich gegenseitig das Geld zuschieben. Eine widerliche Bande.

    Aber zurück zum Streaming: Auf Heise gab es gerade erst den passenden Artikel dazu:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Musik-Manager-Streaming-kann-lukrativer-als-Verkauf-sein-2612252.html

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