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Ffffound macht dicht

Eine etwas traurige Nachricht für die Alten unter uns: die einst großartige Image-Sharing-Site Ffffound.com schließt seine Pforten.

Die waren damals die erste Bilderseite, die ich mir als Lesezeichen angelegt hatte, das ich bis heute noch in all meinen Browser habe. Vieles, wenn nicht gar das meiste, das stilistisch auf einem gehobenen Level im Netz stattfand, landete dort früher oder später. Design, GIFs, Fotografie digital Art.

Das ganze war so etwas wie der Vorläufer von Pinterest ohne Netzwerk-Gedanken und das ganze Chi Chi, das soziale Netzwerke heute so mit sich bringen. Schlicht und einfach wurden dort meist optische Genüsse geteilt. Augenzucker und so. Das eigentlich Besondere an Ffffound aber war, dass es dortige Accounts nur gegen Einladung gab, von denen jeder User nur eine weitergeben konnte. Diese elitär anmutende Vorgehensweise sorgte allerdings für eine immer exorbitant hohe Qualität. Ich mochte diese Seite sehr gern. Viele Blogs, die sich auf Kunst und Fotografie spezialisierten, ließen sich dort gerne inspirieren. Ich auch. Und ich war immer ein bisschen geil, wenn Sachen von mir dort landeten, ohne das ich diese dort selber hingeschliffen hätte. Aber das alles endet jetzt. Am 8. Mai zieht Ffffound sich selber den Stecker.

Gegründet 2007 von einer japanischen Designagentur war die Seite nie kommerziell ausgerichtet, was nichts ändert, aber daran erinnert, dass vieles von dem, was das Netz zu dem machte, was wir lieben lernten, damals nur wenig bis gar nicht in kommerziellen Teichen fischte.

Irgendwann kam Facebook und damit der Anfang vom Ende. Nicht nur für Ffffound.

Launched in June 2007 as a side-project by a Japanese design agency, FFFFOUND borrowed the visual bookmarklets of Wists, a social shopping service launched a year earlier, to rapidly form a community around the curation of art and other imagery. Invite-only for its entire ten-year run, each user only received a single invite, forming a small but dedicated community.

Despite the constrained user base, FFFFOUND users added over 500,000 images by the end of its second year. Though the site’s features or design barely changed after 2008, it inspired dozens of similar services, including Pinterest, which launched in 2009.

Yesterday, Tha founder Yugo Nakamura announced FFFFOUND would close on May 8.

Mach’s gut, ganz alte Lieblingsseite! Du hast mir sehr viel von dem gezeigt, was das Internet bis heute großartig macht – und gar nicht mal so wenig davon ist bis vor ein paar Jahren hier bei mir gelandet.

Eine Auswahl:


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)

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(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


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(via ffffound)


(klick für in groß, via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)


(via ffffound)
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doonaldjtrump dot com

Doonaldjtrump.com is an endless time capsule of the unnerving present. It uses elements of randomization to create new juxtapositions with each visit. It was made by Zach Scott and published on February 6, 2017. You can see what else I’m working on at weinventyou.net.

Trump and those that actively support him have been very clear about the kind of world they want the rest of us to live in. We should take them at their word.

(via MeFi)

Kann eine halbe Zwiebel in einem Plastikbeutel auf Twitter mehr Follower sammeln als Donald Trump?

Ich weiß es nicht, halte diese Frage aber für durchaus berechtigt und folge der halben Zwiebel in einer Plastiktüte jetzt mal. Trump folge ich dort nicht, aber das versteht sich ja von selber.

Als Pete Tong 1995 das erste Mal die Domain für seine Sendung „Essential Mix“ vorlas

War gar nicht mal so einfach und konnte wahrscheinlich nur von jenen aufgerufen werden, die entweder gleich die Adresse in den Browser tippelten oder diese mitschrieben.


(Direktlink, via RBYN)

Vater sucht für seinen autistischen Jungen per Twitter nach einer Tasse – Twitter liefert

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Soll mal einer sagen, dass Netz wäre endgültig kaltherzig und nur noch im Pöbelmodus. Nein, manchmal schreibt es Geschichten, wie das eben nur das Netz zu schreiben vermag – und die einen hoffen lassen.

Marc Carter ist der Vater des 14-jährigen, autistischen Ben. Ben trinkt seit Jahren aus einer ganz bestimmten Tasse. Und nur aus dieser. Sonst trinkt er gar nicht. Langsam nun wird die Tasse alt, Bens Vater macht sich Sorgen darüber, dass die Tasse bald kaputtgehen könnte, was für Ben die Notaufnahme bedeuten würde, weil er trinkt halt aus absolut keinem anderen Gefäß.

„Bens Vater sucht schon eine ganze Weile. Marc Carter hat dabei kaum etwas unversucht gelassen: 32 Suchrecherchen bei eBay hat er eingerichtet. Aber der Blick in die Benachrichtigungen war eine tägliche Enttäuschung: Nie war die türkise Tasse dabei. Die mit den gebogenen Haltegriffen und dem umklappbaren transparenten Deckel über dem Trinkschnabel.“
(Der Westen)

Schon nach der aktuellen Tasse von Ben hatte der Vater drei Jahre lang suchen müssen, sie wird nicht mehr hergestellt. In Voraussicht fragte Carter vor zwei Tagen per Twitter einfach mal, ob nicht irgendwer noch so eine Tasse rumstehen hat.

Der Tweet ging ordentlich rum und die Menschen versuchten, diese Tassen für Ben zu besorgen. Und es sind wohl tatsächlich einige gefunden worden, die in den nächsten Tage per Post bei Ben ankommen werden. „Ihr seid unglaublich. Bens Leben wird jetzt besser.“, schreibt sein Vater.

Auch der Hersteller hat nun, nachdem er Carter erst wenig Hoffnung machen konnte, reagiert und geäußert, dass er nochmal in den Regalen nach den nicht mehr hergestellten Tassen suchen wird. Internet kann was.

How many people paid 1 dollar to see how many people paid 1 dollar?

Ich habe nicht gezahlt, aber ich mag die Idee. Die Hälfte des dortigen Erlöses geht an die SickKids Foundation.

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Podcast bei Viertausendhertz: Sascha Lobo – „Wir haben uns die Welt schön gehofft.“

Ich bin nicht so der Podcast-Hörer, habe allerdings bei den letzten Episoden aus dem Hause Viertausendhertz schon des Öfteren länger hingehört, als ich es in den letzten Jahren bei irgendwelchen Podcasts vermocht habe. In der aktuellen Ausgabe spricht Nicolas für Elementarfragen mit Sascha Lobo. Oder besser: hört Sascha Lobo zu. Ich tue das gerade auch. Diese Gelassenheit, dieses Bedachte, wohl Überlegte, diese Ruhe und dieser mitunter freundliche Mittelfinger erdet in Tagen wie diesen. Auch wenn ich der Tüp dafür ja eigentlich eher weniger bin.

Your phone is now a refugee’s phone

Die BBC hat den Weg nachgezeichnet, den Menschen nehmen, um am Leben bleiben zu können. Auf diesem Weg begleitet sie und hilft ihnen wahrscheinlich bis ziemlich sicher sogar ihr Telefon.

„If you had to flee your country, what’s the one piece of technology you would take with you? This striking film, designed to watch on a mobile phone, helps the viewer to experience with immediacy the confusion and fear facing refugees making a perilous journey by boat. Your phone is now a refugee’s phone. Text messages arrive from your family. Suddenly someone contacts you on WhatsApp warning you to turn back. But are they right? Your lifeline is a phone with no signal that’s rapidly running out of battery.
The film is based on research conducted by BBC Media Action, in partnership with DAHLIA, to help humanitarian agencies be aware of the communication issues of refugees in transit. It found that access to internet, mobile networks and social media are critical in helping people feel more informed and better connected…“


(Direktlink, via Martin)

Auktionatoren auf Beats

Auf dem Vine-Account von Auctioneer Beats finden sich allerhand Auktionatoren, unter deren Gebrabbel allerhand unterschiedliche Beats gelegt werden. Toller Quatsch.


(via Kottke)

Ein Großvater bekommt zum 💯. ein 💯er-Hemd

Der Großvater von ChingMing hat vor ein paar Tagen seinen 100. Geburtstag gefeiert. Er bekam ein 💯er Hemd und er zog es über.

Eine verdammt ehrliche Artikelbeschreibung zum Verkauf eines Autos

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Hanssolo85 bietet auf eBay gerade seinen ollen Renault Clio B Phase 2 1.2 16V Privilege an. Offenbar verbindet ihn mit diesem Auto nicht die tiefste Liebe und so schreibt er sich diese problematische Beziehung und den damit verbundenen Frust in der Artikelbeschreibung von der Seele. Die Trennung fällt ihm offenbar alles andere als schwer. Ob das den Verkaufswert erhöhen wird ist unwahrscheinlich, aber er ist dabei so ehrlich, wie manche KFZ-Dealer es ihr Leben lang nicht gewesen sein dürften. Viel Glück, Hanssolo! Go for it!

Hallo liebe Liebenden!

Zum Verkauf steht: $DREGGSKARRE! Ein Renault Clio Bj. 2001. Der Schrotthaufen, oder das, was von ihm übrig ist, nachdem ich ihn drei Jahre geschunden, gefoltert, malträtiert, vollgequalmt, verlebt, verbraucht und misshandelt habe. Rest-TÜV bis 10.2016.

#defekt #schrott #kaputt #groschengrab #bastelfahrzeug #sargnagel #verkehrsbehinderung

Fangen wir der Einfachheit halber damit an, was an dem Kackfass noch funktioniert:

Klimaautomatik arbeitet bisher einwandfrei.
Motor schnurrt, wie ein Kätzchen. (Wenn man von dem infernalischen Krach, durch den gelochten Auspuff, absieht.)
Gurte lassen sich problemlos anlegen.

Der Rest von dem Fahrzeug ist absolut am Ende.

Die Kupplung ist im Arsch. (Bevor wieder 100 Mails kommen: Der Kübel ist NICHT fahrbereit!)
Motor verliert Wasser (sicher wieder mal das scheiß Thermostatgehäuse, war schon mal defekt, is ne Krankheit von diesen Mistdingern.) und verliert Öl. (Dürfte Ventildeckeldichtung sein, aber was weiß ich schon?)
Service- und ABS-Leuchte leuchten. (Keine Ahnung, ob es ein ABS-Ring, oder sonstwas ist. Das ist mir auch scheißegal.)
Die Heckbeleuchtung hat einen Massefehler. (Sobald es regnet, blinkt das Heck, wie ein Weihnachtsbaum auf Koks und der Heckscheibenwischer läuft Amok.)
Airbagleuchte leuchtet, wenn sie Lust dazu hat. (Bekanntes Problem, die Kabel verlaufen unter dem Fahrersitz und wenn man etwas daran herumzuppelt, verschwindet der Fehler für ein paar Kilometer.)
Die Antriebsachse rechts ist ausgeschlagen. (Bei scharfen Kurven rattert es, wie eine 100 Jahre alte Straßenbahn.)
Der Auspuff ist perforiert. (Die Kiste röhrt wie ein brünftiger Elch und wird garantiert keine AU der Welt mehr bestehen.)
Das Motorlager ist schön spröde und rissig. (Nur eine Frage der Zeit…)
In der Mittelkonsole rasselt irgendwas, wie ein Sack Nüsse. (Fragt mich bloß nicht, woher das kommt. Ist nervig, aber hat bisher nicht zu nachteiligem Fahrverhalten geführt.)
Die Sitze sind völlig fertig und versifft. Und zwar alle. (Hinten hat ein Hund gelebt, vorne ein Suchtraucher. Der Beifahrersitz hat mal einen halben Liter Hefeweizen geschluckt. Der Fahrersitz hat mehrere Brandlöcher und einen großen Riss.)
Das „Fahrzeug“ hat mehrere Unfallschäden, die man auf den Fotos hoffentlich erkennen kann. Hinten links wurde das Gefährt bei einem Einparkversuch von einer Laterne angegriffen und leicht verwundet. Ein paar Kratzer vorne links am und unter dem Scheinwerfer hat ein VW Golf Variant hinterlassen, als er zu stark gebremst hat.
Am Dach sind ein paar Hagelschläge zu erkennen.
Die Befestigungsnase vom Schaltsack ist abgebrochen. (Ich finde „Schaltsack“ sollte mal Wort des Jahres werden.)

Ach ja, das Stromkabel für die Endstufe im Kofferraum, Verbandskasten, Wahndreieck und Dosenpfand sind NICHT Bestandteil dieser Auktion und wurden dem Fahrzeug bereits entnommen. Der Tank enthält laut Bordcomputer noch sieben Liter Super. Der Aschenbecher kann auf Wunsch vor der Übergabe noch befüllt werden.

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Wenn mir noch irgendwas einfällt, das ich vergessen haben könnte, werde ich die Informationen selbstverständlich ergänzen.

Wer jetzt noch nicht abgeschreckt ist, kann sich den rollenden Eimer Scheiße entweder ansehen und darauf bieten, oder möge für immer schweigen.
Fahrzeugbesichtigung ist nach Absprache möglich. Preisverhandlungen gibt es keine. Wer Bock hat, sich diesen kostenintensiven Sargnagel ans Bein zu tackern, soll ihn mit eigenen Augen begutachten und an der Auktion teilnehmen. Wer das nicht will, soll mich in Ruhe lassen! Für nervige Diskussionen, mit Inhalten, wie: „Was ist letzter Preis?“, oder „Ich gebe Dir 200 sofort, wenn du die Auktion beendest!“, habe ich weder Zeit, noch habe ich Lust dazu.

Das Wrack muss bis spätestens sieben Tage nach Auktionsende abgeholt werden!

Jedes Gebot ist BINDEND. Es gibt KEINE NACHVERHANDLUNGEN!
Spaßbieter bekommen Post von meinem Anwaaaaaaaaaaalt!

[…]

Noch eine kleine Ergänzung:

Die Nummer hier scheint aus irgendeinem Grund viral geworden zu sein und das weckt meine (Neu)gier, wozu das Internetz so fähig ist.
Daher habe ich mich dazu entschlossen, 50% des Erlöses für einen guten Zweck zu spenden.

(Ich könnte auch alles spenden, aber ich habe horrende Schulden wegen der Scheißkarre…)

(via Wiase)

Mal ganz freundlich bei Google fragen

Gute Erziehung und Manieren auch im Internet nicht vergessen.

Die 85-Jährige May Ashworth aus Großbritannien hat eine ihrer Google-Suchanfragen auf höflichste Weise formuliert. Dazu gehört natürlich auch ein „bitte“ und ein „danke“. Klar. Würden das alle so handhaben und vor allem auch in den Kommentaren umsetzen, wäre das Internet ein sehr viel freundlicherer Ort.

Ein Jahr, um einen Löffel über die Schulter in eine Kaffeetasse zu werfen

Niall Brady hat sich ein Jahr lang dabei gefilmt, wie er Tag um Tag versucht, einen Löffel über seine Schulter in seine Kaffeetasse zu werfen. Und wieder und wieder. Und wieder. Und irgendwann, er scheint schon nicht mehr daran zu glauben, klappt es dann.


(Direktlink, via Boing Boing)

Die Tagesschau führt GIFs ein

Nachdem nun mitunter auch traditionelle Medienhäuser damit angefangen haben, GIFs auf ihren Websiten zu etablieren, zieht die Tagesschau nach und macht auf Giphy einen eigenen Kanal auf. Weltbewegend ist das jetzt nicht, aber ich freue mich auf die unter dem FB-Post erscheinenden Kommentare. Mag da mal wer ein Bullshit-Bingo zusammenschustern?

Meine Vorschläge:
„Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“
„Habt ihr keine wichtigeren Themen?!“
„Jetzt verblöden alle vollends!“
„Wie bei Bento!!111!!!“
„Das braucht kein Mensch!“
„Voll unseriös!“
„Für sowas zahl ich Rundfunkgebühr?!“
„UND DAS NENNT SICH JOURNALISMUS!!1111!!!!!“

Und während ich das schrieb, hätte ich schon drei Mal „Bingo“ rufen können. Wetten?

Ich setze mal die Popcorn-Fütter-Maschine auf.

Kunst/Gesellschafts-Projekt: die Züricher Go-Kart Gang ist ein Fake


(Direktlink)

Ihr erinnert euch an die Burschen, die sich neulich in Zürich mit ihren Go-Karts von einer Tram einen Berg hochziehen ließen, um dann volle Kanone mit den Dingern den Berg auch wieder runterfahren? Dabei wurden sie dann auch noch geblitzt. Jetzt stellt sich raus, dass die beiden uns alle verarscht haben. Die Aktion war von vorne bis hinten gefaked. Well done, Jungs.

Es gibt sie nicht, die irre Gokart-Gang, die das nächtliche Zürich unsicher macht. Es gibt keine gepimpten Rides, keine Rennen mit anschliessenden Raves, keinen neuen Underground-Trend. Die Videos davon wurden von zwei Cast-Studenten der ZHdK produziert, verfälscht und gezielt medial verbreitet – als Bachelor-Abschlussarbeit.

Watson hat ein Interview mit den beiden.

Was war eure Absicht?
Michael: Wir wollen einen urbanen Mythos kreieren und ihn medial verbreiten.
Alun: Das Phänomen FOMO steht in unserer Arbeit im Zentrum. FOMO ist eine Abkürzung für Fear of Missing Out, also die Angst, Happenings zu verpassen – das neue Pop-up-Restaurant, die Vernissage, die beste Party, die coolste Gästeliste. Ein in Zürich weit verbreitetes Phänomen.

Das Ziel ihrer Arbeit erklären die Studenten in einem Kurzvideo:

(Direktlink | Danke, Gian!)

Na hoffentlich ist nicht das auch wieder gefaket. Man kommt ja ganz durcheinander.