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23 Suchergebnisse für "punks ddr"

Buchtipp: Anja Schwanhäußer – Kosmonauten des Underground

Nachdem ich meinen letzten Blog geschlossen habe, kam Ronnys Frage gerade recht. Und saugeil ist es auch noch, hier mitzubloggen. Ansonsten gibts mich gelegentlich auf Twitter, aber vor allem bei Realvinylz zu lesen. Und da Ronny einen Faible für Open Airs, alternative Lebensentwürfe und irgendwo auch Berlin hat, muss diese wunderbare Feldforschung verbreitet werden ;)

In ihrer Ethnografie über den Berliner Techno-Underground, die auf Feldforschungen in den Jahren 2002-2005 basiert, beschreibt die Autorin eine Szene, die sie nach Bourdieu als neues Kleinbürgertum bezeichnet. Dieses kennzeichnet sich dadurch, dass es in der Stadt lebt und sich sowohl von der proletarischen als auch der Hochkultur abgrenzt. Statt dem Wunsch beruflich oder finanziell aufzusteigen und sich ins Private zurückzuziehen, steht eine hedonistische Lebensweise („Die Pflicht zum Genuss”) im Vordergrund und ein sich permanentes im Raum bewegen – so „führt die Fluchtlinie des neuen Kleinbürgertums nach unten und nach außen und wieder zurück“ (265). Das permanente Bewegen wird ebenso als Reiz empfunden, wie die auf Vergnügen ausgerichtete Lebensweise. Beide Verhaltensweisen bekräftigen in den Augen der Akteure die Einstellung, nicht zur Mehrheitsgesellschaft, zum Mainstream dazuzugehören.

Um in den Genuss zu kommen, dienen den Akteuren des Techno-Underground ungenutzte städtische Räume, die sie zu temporären Locations umgestalten um dort ihre Feste zu inszenieren. Und hier liegt auch die Besonderheit der Szene:

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Doku: Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend

Der Dokumentarfilm „Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend“ (2008) von Lutz Hachmeister und Mathias von der Heide schildert die Geschichte des Jugendverbandes FDJ von seinen Anfängen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts bis zum Niedergang der DDR.

Die Ostpunks Kai-Uwe Kohlschmidt und Chris Hinze von der Band SANDOW und Christian Flake Lorenz von FEELING B, der heute bei RAMMSTEIN spielt, erklären, wie man als DDR-Jugendlicher rebellieren und abseits der staatlich vorgegebenen Normen leben konnte.

Zeigt interessante Einblicke in das jugendliche Dasein in der DDR. Als Playlist, also einfach rechts immer auf das Pfeilchen klicken. Ihr wisst schon.


(Direktplaylist)

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DOKU: Ostpunk! too much future

Prädikat: Höchst interessant und unbedingt sehenswert.

Auch in der DDR war Punk – zehn Jahre später zwar als andernorts, grundsätzlich aber die gleiche Sache. Carsten Fiebeler lässt in seiner Dokumentation sechs Protagonisten der Ostpunkszene zu Wort kommen, durchmischt die Interviewpassagen mit Archivmaterial aus den 70er- und 80er-Jahren, mit Propaganda- und privaten 8mm-Aufnahmen. „Too much Future“ erzählt von einer wilden Zeit, vom Leben danach und der martialischen Unterdrückung dazwischen. Allerdings bleiben viele der Aussagen vage, und es liegt beim Zuschauer, sie zu deuten und zu bewerten.

(Direktlink)

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