{"id":184028,"date":"2022-11-28T21:32:53","date_gmt":"2022-11-28T20:32:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/?p=184028"},"modified":"2022-11-28T21:32:53","modified_gmt":"2022-11-28T20:32:53","slug":"doku-ueber-heavy-metal-in-der-ddr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/doku-ueber-heavy-metal-in-der-ddr\/","title":{"rendered":"Doku \u00fcber Heavy Metal in der DDR"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mit Metal genau gar nichts am Hut, musikalisch ist der mir so fremd wie Schlager. Ohne Scheiss, ich kam da nie ran, habe es mehrfach versucht und es wollte einfach nichts werden. Das ist bis heute so geblieben. Wenn ich es hart haben wollte, h\u00f6rte ich RATM. Ohne Haarspray, ohne Show, ganz roh.<\/p>\n<p>Aber: ich habe neulich im \u00f6stlichsten Brandenburg auf einer Gartenparty \u00fcber Umwege alte M\u00e4nner kennengelernt, die schon seit DDR-Zeiten in einer Band spielen, die Hardrock auf die B\u00fchnen bringen, auf denen sie heute noch stehen. Inklusive diverser Metal-Tunes. Das hat mir irgendwie imponiert, zu mal ich sp\u00e4testens nach &#8222;<a href=\"https:\/\/schwarzkopf-verlag.info\/p\/bye-bye-luebben-city-neuausgabe\">Bye bye, L\u00fcbben City<\/a>&#8220;  wei\u00df, dass Subkultur im Osten nicht nur subversiv sondern f\u00fcr die diese nach drau\u00dfen Tragenden auch immer sehr riskant war. Die haben das durchgezogen und sind heute eher so die gem\u00fctlichen T\u00fcpen, die immer noch ihre Instrumente spielen.  Subkultur war da halt immer mehr als ein Lifestyle, Subkultur war da eben auch immer im Fokus der StaSi und somit im Zweifelsfall die pers\u00f6nliche Perspektive komplett gef\u00e4hrdend. Das nahm man hundertfach in Kauf. F\u00fcr die Musik, die man liebte und leben wollte. Heavy Metal war als Subkultur in der DDR gr\u00f6\u00dfer als Punk, wie diese wahrlich sehenswerte Doku zeigt. Ich komme trotzdem nicht an den Sound ran, finde seine Liebhaber hiernach mit Blick auf damals aber dennoch \u00e4u\u00dferst stabil.<\/p>\n<blockquote><p>\nSie alle geh\u00f6rten in den 80er-Jahren zu einer gro\u00dfen Subkultur in der DDR. Im Gegensatz zur Punkszene wurde sie aber nach der Wende wenig beachtet. Dabei gab es in der DDR viel mehr Heavy-Metal-Fans als Punks \u2013 vor allem auf dem Land. Bei uns im \u00f6stlichen Brandenburg war es die gr\u00f6\u00dfte jugendliche Subkultur. Wie auch in vielen Gegenden der BRD wurden die Heavy-Metal-Fans skeptisch be\u00e4ugt: zu unangepasst, zu laut, st\u00e4ndig betrunken und gewaltbereit, argw\u00f6hnten die Erwachsenen.<br \/>\nIm grauen, eint\u00f6nigen sozialistischen Stra\u00dfenbild fielen sie ganz besonders auf: lange Haare, Jacken und Hosen aus Leder, Nieteng\u00fcrtel, \u00e4rmellose Jeansjacken voller Buttons und Aufn\u00e4her und nat\u00fcrlich die Bandshirts mit Monstern oder Skeletten darauf.<br \/>\n\u201eWitzigerweise, das ist jetzt so mein Eindruck, haben die Heavy-Metal-Fans in der DDR auf dieses \u00c4u\u00dfere sogar noch mehr Wert gelegt als im Westen\u201c, erkl\u00e4rt der Historiker Nikolai Okunew. \u201eUnd dann noch diese Anzahl an Ketten, an Spikes, an Nieten und so weiter h\u00f6her gefahren, als es im Westen \u00fcblich gewesen w\u00e4re.\u201c<br \/>\nOkunew hat sich ausgiebig mit der Metal-Szene in der DDR besch\u00e4ftigt. Er ist Historiker am Leibnitz-Zentrum und hat mit \u201eRed Metal\u201c eine Doktorarbeit \u00fcber die Heavy-Metal-Subkultur in der DDR ver\u00f6ffentlicht.<\/p><\/blockquote>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/A4bhgQiVfVs?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><br \/>\n<small>(<a href=\"https:\/\/youtu.be\/A4bhgQiVfVs\">Direktlink<\/a>)<\/small> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mit Metal genau gar nichts am Hut, musikalisch ist der mir so fremd wie Schlager. 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