{"id":4404,"date":"2009-03-17T23:32:35","date_gmt":"2009-03-17T22:32:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/?p=4404"},"modified":"2009-03-17T23:35:17","modified_gmt":"2009-03-17T22:35:17","slug":"doku-stoerung-ost-punks-in-ostberlin-1981-1983","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/doku-stoerung-ost-punks-in-ostberlin-1981-1983\/","title":{"rendered":"Doku: St\u00f6rung Ost &#8211; Punks in Ostberlin 1981-1983"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt endlich auf Google-Video gelandet. Finde ich pers\u00f6nlich noch aussagekr\u00e4ftiger als <em>Too much future<\/em>. Die bisher beste Ost-Punk-Doku, die ich gesehen habe. Weil sie so nahe rangeht, weil sie reflektiert ohne den vielleicht auch naiven Idealismus zu leugnen. Aber auch weil sie zeigt, das Punk sein in der DDR auch immer was mit Angsthaben zu tun gehabt haben kann. Ganz anders als im Westen, behaupte ich jetzt mal. Ein toller Film und ein wichtiges St\u00fcck Zeitgeschichte.<\/p>\n<blockquote><p>Die beiden Autorinnen Mechthild Katzorke und Cornelia Schneider lassen w\u00e4hrend einer Dampferfahrt auf der Spree in Gespr\u00e4chen mit fr\u00fcheren Freunden die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse in einer Ostberliner Punkgruppe wieder aufleben. In den 1980er Jahren war die Clique jugendlicher Punks eine Sensation f\u00fcr DDR-Verh\u00e4ltnisse und eine ernsthafte Bedrohung f\u00fcr die herrschende Politik. &#8230; Viele der Ex-Punks sind der Einladung der beiden Autorinnen auf das Schiff gefolgt. Sie hatten sich Jahre lang nicht mehr gesehen. In den Gespr\u00e4chen mit ihnen wird deutlich, welche Spuren die Behandlung des DDR-Regimes in den Lebensl\u00e4ufen hinterlassen hat. In den Archiven der ehemaligen DDR haben Katzorke und Schneider erstaunliches Material zu Tage gef\u00f6rdert, das Einblick gibt in die Abgr\u00fcnde der massiven Repression der damaligen Staatsmacht. Private Super-8-Aufnahmen und die geliebte Punkmusik aus der Zeit lassen im Film die Erinnerungen an das Lebensgef\u00fchl der 80er Jahre lebendig werden. John Peel, britischer Rockmusikspezialist, wurde damals mit seinen Radiosendungen zur Kultfigur der Punks in Ostberlin. Seine Sendungen wurden illegal mitgeschnitten und untereinander verbreitet. Dass John Peel auch aus der DDR herausgeschmuggelte Aufnahmen einheimischer Punk-Bands spielte, wurde ihm von der Szene hoch angerechnet. Auch er ist eigens f\u00fcr die Bootsfahrt und diesen Film angereist, um einige seiner Fans pers\u00f6nlich kennen zu lernen. Allerdings \u00fcberrascht er seine Anh\u00e4nger mit dem Bekenntnis, dass er sich die deutschen Texte der von ihm gespielten DDR-Punk-Bands nie hat \u00fcbersetzen lassen, ihm die m\u00fchsam herausgeschmuggelten Botschaften aus der DDR also unverst\u00e4ndlich geblieben sind. Auch der (West-)Journalist Peter Wensiersky ist mit an Bord und gibt der Geschichte noch eine zus\u00e4tzliche, merkw\u00fcrdige Perspektive: Er erz\u00e4hlt, wie schwer es auch auf der Westseite in den Medien war, von der Existenz der Ost-Punks zu berichten. Denn in der Bundesrepublik passten die Ost-Punks ebenfalls nicht in das Bild, das man sich von der \u201canderen Seite\u201d machte. Das Dokumentarvideo \u201cSt\u00f6rung Ost\u201d ist ein Dokument der j\u00fcngeren deutsch-deutschen Geschichte, in all ihrer Vielschichtigkeit und &#8211; eine Liebeserkl\u00e4rung an den Punk.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><small>(<a href=\"http:\/\/video.google.de\/videoplay?docid=8275054642879987534\">Direktlink<\/a>)<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt endlich auf Google-Video gelandet. Finde ich pers\u00f6nlich noch aussagekr\u00e4ftiger als Too much future. Die bisher beste Ost-Punk-Doku, die ich gesehen habe. 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