{"id":49262,"date":"2013-02-20T23:15:35","date_gmt":"2013-02-20T22:15:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/?p=49262"},"modified":"2013-02-20T23:16:41","modified_gmt":"2013-02-20T22:16:41","slug":"doku-die-trabant-story","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/doku-die-trabant-story\/","title":{"rendered":"Doku: Die Trabant-Story"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df noch, wie froh mein Vater damals war, als er irgendjemandem seine Abmeldung f\u00fcr einen neuen Trabant abkaufen konnte.  Es war nunmal nicht so, dass man, wie man das heute ja tut, in irgendein Autohaus gehen und die Kiste kaufen konnte. So lief das nicht. Entweder man kaufte irgendwo einen Gebrauchtwagen, eine Kiste mit Devisen \u00fcber den <a href=\"https:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/?p=5185\">Genex-Katalog<\/a> oder auf irgendwelchen omin\u00f6sen Umwegen einen Mazda oder einen Golf. Fahrer dieses Modelle allerdings waren einem immer etwas suspekt, sie waren diese Leute, mit denen man nicht sonderlich lange reden wollte, sie fragten immer sehr viel, wenn ihr versteht.<\/p>\n<p>Einen neuen Trabant kaufen hie\u00df also: sich anmelden und dann 10 Jahre warten. Mindestens. Mein Vater hatte also das unsagbare Gl\u00fcck, einem diese Anmeldung  abkaufen zu k\u00f6nnen, die schon \u00fcber zehn Jahre alt war. Er freute sich wie Bolle und wartete nun  quasi t\u00e4glich auf die Meldung, dass Dingen auch kaufen und abholen zu k\u00f6nnen. Im Mai 1989(sic!) kam diese tats\u00e4chlich und meine Mutter ging mit mir zu Sparkasse, lies sich dort 100 100-Mark scheine auszahlen und die beiden kauften diese Kiste f\u00fcr knapp 10.000 Mark. Es war ein Trabant <em>601 Universal S de Luxe<\/em> und er war <em>&#8222;Gletscher-Blau&#8220;<\/em>. Eine gro\u00dfe Freude f\u00fcr alle. <\/p>\n<p>Kein Jahr sp\u00e4ter &#8211; die Mauer war gefallen &#8211; schob er die Kiste ab, auf die er so lange gewartet hatte und tauschte sie gegen einen 200er Benz der W123er Baureihe, <a href=\"http:\/\/file1.npage.de\/002889\/90\/bilder\/mb-16.jpg\">diesen Hier<\/a>, ein altes Taxi. Mit Kunstlederausstattung. Sehr geile Karre. Finde ich auch heute noch. Die <em>&#8222;Pappe&#8220;<\/em>, die ja genau genommen gar keine war, ging an den \u00e4lteren Bruder, der sie etwas sp\u00e4ter erst auf&#8217;s Dach und dann in die Presse legte. <\/p>\n<p>Alt ist er nicht geworden, der Familientrabbi, ein bisschen geliebt haben ihn trotzdem alle. Und die Sache mit dem Kotfl\u00fcgel, der mal getauscht werden musste und uns zu einer halben Weltreise zwang, ist eine ganz andere Geschichte.<\/p>\n<p>Das hier ist die Story des Autos der DDR. Ich fand die gut. So war das n\u00e4mlich.<\/p>\n<blockquote><p>Der Trabant pr\u00e4gte den Alltag des DDR-Lebens und wurde zum Synonym f\u00fcr den Mangel. Niemand ahnte, dass der &#8222;Trabi&#8220; genau das wurde, was ein gewiefter Werbetexter formuliert hatte: Trabant &#8211; dein treuer Begleiter. Gehasst und geliebt im Alltag der DDR, h\u00e4lt er bis heute eine gro\u00dfe Fan-Gemeinde in Trab. Der Film erz\u00e4hlt unterhaltsame lebensnahe Geschichten rund um den fahrbaren Untersatz aus dem Osten.<\/p>\n<p>[&#8230;]<br \/>\nInteressiert und mit riesiger Erwartung wurde der Kleinwagen, die ostdeutsche Antwort auf Goggomobil, Lloyd und Isetta, von den B\u00fcrgern aufgenommen. Die Besitzer der Nullserienfahrzeuge, die pl\u00f6tzlich auf den Stra\u00dfen erschienen, wurden umringt und ausgefragt. Als preiswert, robust und leistungsstark feierte ihn die Werbung. Und dabei blieb es \u00fcber viele Jahre: Der Trabant war es, der die Menschen trocken zur Arbeit brachte, der als Arbeitspferd und Transporter diente und die ganze Familie in den Urlaub kutschierte.<\/p>\n<p>Der Film erz\u00e4hlt Geschichten von gescheiterten Versuchen, dem Trabant ein zeitgem\u00e4\u00dfes Design und eine moderne Ausstattung zu geben. Geschichten von kleinen Ver\u00e4nderungen, die in der Regel zu Aufpreisen f\u00fchrten, und Geschichten von fantastischen Produktionssteigerungen. Langj\u00e4hrige Trabi-Besitzer, aber auch Menschen, die nie einen haben wollten, erz\u00e4hlen, wie der Trabant den Alltag des DDR-Lebens pr\u00e4gte und zum Synonym f\u00fcr den Mangel wurde.<\/p><\/blockquote>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/tjlEbGRZDXc?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><br \/>\n<small>(<a href=\"http:\/\/youtu.be\/tjlEbGRZDXc\">Direktlink<\/a>)<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df noch, wie froh mein Vater damals war, als er irgendjemandem seine Abmeldung f\u00fcr einen neuen Trabant abkaufen konnte. 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