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Kategorie: Nur mal so

Oha, was für eine Nacht. Ich habe jetzt so langsam das Gefühl als würde mein Kopf wieder halbwegs funktionieren. Halbwegs.

Nicht umsonst gilt das Full Moon Festival als eines der internationalsten Trance-Festivals in Deutschland überhaupt. Mein Englisch hat wieder einmal arg gelitten letzte Nacht, aber es war wieder einmal mehr wundervoll. Wer also mal von dem viel besagtem „Spirit“ den die Trance-Scene herzugeben vermag kosten möchte, sollte genau dort hinfahren. Wie lange ist es her, dass ich von einer 10-Punkt-PA vermöbelt worden bin? Keine Ahnung, es war auf einer Shiva Moon irgendwann in den Neunzigern. Aber es ist schon viel zu lange hergewesen. Das dann der zweite Floor immer noch mit einer 6-Punkt-PA aufwartet ist nur konsequent und um so besser. Es war ein toller Abend, eine tolle Nacht, ein ganz toller Morgen mit unzähligen Zuhörern im Zelt und überhaupt wieder mal das Sommerhighlight.

Aufgenommen haben wir das 3-Stunden Live-Set nicht. Das kann an den 1 2 3 4 5 6 Gläsern Wein gelegen haben, die wir zu viel hatten, oder einfach daran, dass es keinerlei Sinn machen würde, diese Atmosphere aufnehmen zu wollen, weil es nicht gelingen könnte, weil das aussichtslos wäre, wenn man nicht im Zelt sitzt.

Ich gehe jetzt pennen und hoffe, dieses Gefühl bleibt bis zum nächsten Sommer. Gute Nacht.

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Es gibt so Tage, an denen passiert nicht viel. Der Punk, der bei dem netten Kassierer im Supermarkt versucht, einzelne Zigaretten zu kaufen. Der nette Kassierer im Supermarkt, der dem Punk, der einzelne Zigaretten bei ihm zu kaufen versucht, einfach drei aus seiner privaten Schachtel gibt und darauf besteht, sich diese nicht bezahlen zu lassen. Der Busfahrer, der wieder einmal jemanden aus seinem Bus verwiesen hat, weil der keinen vorschriftsmäßigen Fahrschein vorlegen konnte. Ein ganz kleiner Mensch, der so verschnupft ist, und nicht weiß wie ihm geschieht und schreit, als wäre es der letzte Tag. Ein etwas größerer kleiner Mensch, der Ferien hat und die voll auszukosten bereit ist denn danach wird wieder mal etwas Großes, etwas ganz Neues auf ihn zukommen – vielleicht auch etwas, was ihm das Herz brechen könnte. Vielleicht auch nicht. Rührung beim Lesen des „Jahresbriefes“ – Zeugnisse gibt es in dem Haushalt hier keine, vorerst. Ein junger Mann, der darüber philosophiert, wie toll es wäre, die Zeit zurückspulen zu können und mich fast ansteckt, wonach ich ihm jedoch sagen muss, dass sich das nicht haben müsste, weil ich vielleicht alles genau so noch einmal machen würde. Überraschte Blicke. Das Bewusstsein, momentan zu wenig Musik auf die Reihe zu kriegen. Es ist Sommer, ein bisschen. Alles potenzielle Storys, aber eigentlich nur einer dieser Tage, an denen nicht viel passiert.

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Ein gutes Gefühl

Eigentlich hatte ich nie wirkliche Lust dazu so richtig arbeiten zu gehen. Das es mal dazu kommen könnte, daran hätte ich auch im Traum nicht geglaubt. So geregelt, wie man das so sagt und alles. Wenn ich heute mit jungen Menschen darüber rede aber fällt mir auf, dass ich genau das mache, was ich zu jener Zeit wohl am ehesten mit täglicher Arbeit verbunden hätte und das ich genau das verdammt gerne mache.

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Liebes iPhone,

ich kenn Dich ja nicht persönlich, ich höre momentan nur sehr viel über Dich. Zu viel, wenn Du mich fragst. Du musst schon ne ziemlich geile Sau sein, aber Du gehst mir mit Deiner Omnipräsenz gerade echt richtig auf die Eier.
Tu mir den Gefallen, geh sterben.

Danke.

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Es ist immer wieder schön,

aus irgendeinem dunklen Laden in den Morgen zu stolpern und dann zu spüren, wie die Haupstadt in den Tag startet. Gerade wenn der Himmel blau und die Sonne wohlgesonnen ist. Auch wenn der Kopf schwer und die Augen müde sind. Herrlich.

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O, wie sehr ich sie nicht mag

Zugegeben, „nicht mögen“ wäre in diesem Zusammenhang ziemlich tiefgestapelt, eher empfinde ich immer so eine ungesunde Mischung aus Miss, – und Verachtung, wenn ich Eltern sehe, die mit ihren Kindern so reden, als sollte aus denen mal Soldaten werden, als wären die schon als US-Marines geboren worden, so reden, als seien sie die Befehlsgeber und die Kinder nicht mehr als Empfänger für die Anweisungen, die die Alten ihnen entgegen bellen. Ganz so als hätten die Kinder keinen eigenen Kopf zu haben, der ihnen die Richtung in die sie gehen wollen vorzugeben vermag. Komm her! Geh weg! Steh mir nicht im Weg rum! Setz dich! Steh auf! Sei leise! Geb Ruhe! Sag guten Tag! Halt die Klappe! Wenn ich dir sage! Hör auf! Mach Platz! Geh mir aus dem Weg! Hörst du schlecht? Bist du Taub? Mach den Mund zu! Komm mit! Bleib hier! Leg dich hin! Iss! Iss ordentlich! Iss alles auf! Mach das weg! Räum auf! Mach aus! Mach an!…

Diese Liste kann unendlich weitergeführt werden. Es ist als fehlen da einige Wörter im Stammwortschatz, als fehle etwas Erinnerung an die eigene Kindheit und daran, wie sehr man es selber gehasst hat, wenn die Alten einen verbal umher geschubst haben. So als verstehe man als Kind nur die wenigen Worte, die Befehle – so wie ein Hund.

Derlei Triaden hatte heute Morgen eine Mutter für ihre beiden Mädchen in der Bahn über. Hat sie immer. Mehr nicht. Kein Lächeln, kein liebes Wort immer nur Befehle. Der Gipfel war die Ansage, dass man nicht haut! Sprach es und versetzte der Kleinen einen Schlag auf den Po.

Und so als wolle die Mutter auch wirklich kein gängiges Berlin-Marzahn-Klischee auslassen, hießen ihre Kinder „Lucien“ und „Chayenne“. Wenn doch Namen alleine glücklich machen könnten… Das wäre fein.

Ganz tief könnte ich mir den Finger in den Hals stecken, wenn ich so etwas miterleben muss. Ganz tief… Um dann zu kotzen.

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