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Album-Stream & Download: Kraftfuttermischwerk – Es macht auch wirklich keiner mit!

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Es ist jetzt gut 10 Jahre her, dass ich, damals noch allein, das letzte Mal Musik veröffentlicht habe. Seitdem hatten Rudi und ich immer wieder mal vor, gemeinsam Musik zu machen und zu veröffentlichen. Lange blieb es nur bei dem Vorhaben.

Als ich vor zwei Jahren dann einen Herzinfarkt hatte und 10 Tage im Krankenhaus lag, dachte ich, dass es jetzt an der Zeit sei, aus diesem Vorhaben Realität werden zu lassen. Man weiß ja nie, wie viel Zeit einem noch bleibt und ganz ohne noch mal Musik veröffentlicht zu haben, will ich dann doch nicht gehen. Ich nahm mir im Krankenbett meinen Rechner, meine Kopfhörer und machte den Track, der hier als „Auf Station“ mit drauf ist und eigentlich erst als Nachfolger zu „Unterm Bassphalt der Strand“ gedacht war. Ganz lange klang der ganz anders als die jetzt veröffentlichte Version. Rudi und ich haben den vor ein paar Monaten dann doch komplett umgebaut.

Überhaupt haben wir in den letzten Monaten sehr intensiv und vor allem verdammt effektiv gebastelt. Es ist wahnsinnig inspirierend mit ihm zu arbeiten. Ich habe schon immer mit anderen Leuten gemeinsam musiziert, aber eben noch nie so effizient wie mit ihm. Da passt einfach alles zusammen und fließt.

Einige Tunes hat er mitgebracht, einige kommen von mir, über alle haben wir dann gemeinsam gehorcht und final zu Ende gebracht. Andere sind dann komplett gemeinsam entstanden. Mitunter innerhalb von zwei Nächten. Ein Track brauchte drei Wochen. Rudi hasst es, so lange an einem Song zu schrauben, weil er dann schon wieder fünf bis zwölf neue Ideen hat, denen er währenddessen nicht nachgehen kann. Aber es ist wie es schon immer war: gut Ding will manchmal Weile haben. Und so haben wir uns gut zwei Jahre Zeit gelassen, dass das Album jetzt so klingt, wie es klingt – und wir lieben einfach alles daran. Weil es in seiner Summe klingt, als wäre es ein langer Track mit kurzen Pausen. Wir waren zwischenzeitlich immer etwas unsicher, ob wie die verschiedenen Soundideen klanglich zusammenbekommen würden. Aber am Ende klingt „Es macht auch wirklich keiner mit!“ in unseren Ohren perfekt. Genau so wie es klingen sollte.

Im Spätsommer waren wir mit dem Bulli auf dem von uns so sehr geliebten Meeresrausch-Gelände, um über ein Wochenende hinweg alle Mixdowns zu machen. Draußen. Keiner von uns beiden glaubte auf dem Hinweg, dass das an einem Wochenende zu schaffen sei. Keiner sagte das. Als wir dort ankamen, bauten wir alles auf und arbeiteten verdammt fokusiert daran, das zu schaffen. Sonntag früh waren wir durch, schleppten die riesengroße Bluetooth-Box an den Peenestrand legten uns dort hin, schauten in den Himmel und ballerten volle Möhre dieses Album, unser Album in den Sonnenaufgang – was für ein grandioser Moment!

Überhaupt war der ganze Prozess dieses Album zu machen immer wieder großartig. Von der Idee, den ganzen Klangskizzen, die sich mehr und mehr zu endgültigen Tracks formten. Euer Wille, dass Ding auf Vinyl haben zu wollen, die Covergestaltung, die Max übernahm, der früher als Jugendlicher von mir betreut wurde und heute studierter Designer ist, das Mastering, das Sven Weisemann übernommen hat, die Shirts zu drucken. Die Kommunikation mit Rand Muzik, die die Platten pressten, die Abende, an denen man all die Tracks mit guten Freunden hörte und deren Meinungen dazu haben wollte. Und dann der Moment, in dem man dann im Presswerk steht und sein Baby aus dem Karton holt und dann aus dem Cover zieht. Leudde, das ist ein großartiges Fühl! Wirklich!

Nun stehen die Scheiben hier, werden von uns noch bedruckt, bevor wir sie endgültig an euch verschicken werden.


(Direktlink)

Und jetzt hauen wir das Album auch für alle raus. Digital und zum Download. Unter CC-Lizenz (CC BY-NC-SA 4.0), weil das eben immer so war und so bleiben soll. Hört es, teilt es, kauft es und vielleicht – oder im besten Fall – liebt ihr es halb so sehr wie wir das tun. Das würde uns viel bedeuten. Und wenn ihr es nicht mögt, ist uns das auch egal. Wir lieben‘s für euch mit.

Wir wünschen euch in erster Linie, dass ihr gesund bleibt und irgendwie durch diese verrückte Zeit kommt, ohne schwer darunter leiden zu müssen. Habt unter diesen Umständen ein für euch schönes Fest und kommt gut ins neue Jahr. Hört das Album, genießt es, träumt dazu von einer besseren Zeit. Wir werden uns wiedersehen! Und jetzt Prost!

23 Kommentare

  1. Rudi24. Dezember 2020 at 18:41

    ❤️

  2. techstep24. Dezember 2020 at 19:05

    Schön das die Tradition an Weihnachten ein Album rauszuhauen dieses Jahr wieder geklappt hat. Habt ihr gut gemacht!

    Und jetzt feiert und lasst euch gutgehen 🍻🍷 oder was auch immer.

  3. Michael24. Dezember 2020 at 19:43

    Dumme Frage, aber als Unterstützer, wo kann ich das Album denn herunterladen? Bandcamp zeigt das nicht bei meinen käufen. Bin ich da auf der falschen Seite?

    Frohe Weihnachten!

    • Ronny24. Dezember 2020 at 20:51

      Guck mal in deine Mails, auch in die Spams. Da sollte irgendwo der Link samt Code für dich sein.

      • Michael27. Dezember 2020 at 05:37

        Hi Ronny,

        nochmal durch meine Spam und Trash geschaut, leider nichts gefunden. Komisch das….

        Von welcher Addresse hätte das kommen sollen?

        • Flomarkt27. Dezember 2020 at 17:46

          Die Adresse lautet noreply@bandcamp.com und der Betreff ist „Thank you!“. Bei mir wurde das an die Mailadresse geschickt, die mit Paypal verbunden ist.

  4. Hugo24. Dezember 2020 at 22:04

    Viel klicker, viel klacker und lecker zu Gin. Was soll ich sagen? Ein bisschen bereue ich, dass ichs nicht auf Vinyl gekauft habe, aber die Player stehen eh ungenutzt auf dem Schrank. Ich mags, not disappointed! Wir hier wohl noch ne weile laufen!

    Bleibt gesund, mach(t) weiter und bald wird alles Bässer!
    Hoffentlich dann auch mal wieder in NRW live, das wäre mal was…. Liebe, Musik, Sonne, Bier und so… wissen schon….

  5. virtualmono25. Dezember 2020 at 00:22

    Danke danke danke :-)))

    Das war aber auch höchste Zeit, herrje, zehn Jahre seit dem letzten Album… Ich liebe es schon nach dem ersten Anhören und habe es natürlich direkt gekauft (und etwas mehr in den Hut getan, ich weiß ja, wie viel Arbeit und Liebe da drinsteckt).

    Wünsche Euch relaxte Feiertage, und auf dass es im nächsten Jahr hoffentlich so langsam vorbei ist mit dem Corona-Irrsinn (ich habe mich ja schon musikalisch dazu ausgelassen, als das im März losging: https://soundcloud.com/virtualmono/corona-party-for-one ),

    Beste Wünsche, keep on grooving.

  6. Marcus25. Dezember 2020 at 00:24

    Glückwunsch. Habta jut jemacht.
    Vielen Dank und passt auf euch auf.

  7. k25. Dezember 2020 at 01:04

    Das Intro vertieft in meinen Kopfhörern – nice. Ich freue mich sehr endlich die Platte in den Händen halten zu können <3

    Ganz viel alles beste für euch und natürlich auch die euch umgebenden,

    Ich hoffe, man stößt 2021 mit Sekt am Meer im Rausch an, Füße im Sand, tanzend.

    Danke für das Blog, Liebe, Freiheit und Kraftfuttermischwerkmusik!

  8. virtualmono25. Dezember 2020 at 12:34

    Kann es sein, dass Ihr für den Basssound mit dem langen Sustain bei „Auf Station“ einen Moog (Minitaur?) benutzt habt? Der Sound kommt mir so bekannt vor :-)

  9. slowtiger26. Dezember 2020 at 14:59

    Sehr gelungen. Lief hier gestern den ganzen Tag.

  10. möhre26. Dezember 2020 at 20:11

    boah jungens,

    bin gerade erst beim dritten titel und jetzt schon voll geflasht. werde die restlichen titel bei einem glas vom guten roten genießen und den 2 weihnachtseiertag austrudeln lassen.

    sooo muss los, der vierte titel fängt an…..

  11. Steffen27. Dezember 2020 at 17:10

    Boa. Danke. Hab eure Musik bisher nicht gehört (da ich den Blog so gerne lese und Sorge hatte ich mags vielleicht nicht). Habs „blind“ aus Solidarität gekauft. Bin nun völlig begeistert. Bei meiner langen Runde gestern durch den ehemaligen Truppenübungsplatz bei Stahnsdorf war das der perfekte Soundtrack. Hab ich da eigentlich die Krähen ausm „Bergmann“ Innenhof gehört?

    • Ronny27. Dezember 2020 at 17:23

      Da haben wir die letzten Jahre immer Open Airs gefeiert. ;(

      Und ja, das sind die Krähen aus dem Bergmann – und immer wenn ich jetzt eine Krähe höre, habe ich den Track und diese Momente im Kopf.

  12. fa27. Dezember 2020 at 21:25

    So gut, perfekt geworden ! läuft ohne witz schon das zehnte mal in schleife und ich werde mich dadurch in den nächsten tagen wohl weiterhin in diese wohlig schöne stimmung fallen lassen. toll, wirklich toll ! liebste grüße

  13. Gabriel28. Dezember 2020 at 12:08

    Coole Aktion, voller Herzblut und echter Vibes ❤️
    Big up & Respekt!
    Wünsche euch einen guten Rutsch und viele schöne Projekte!

  14. Joe9. Januar 2021 at 16:50

    Sehr schön gemacht, danke euch :)

    PS: Ihr solltet unbedingt auch eure alten Alben auf Spotify stellen, will die immer wieder gerne hören und habe sie so nicht zur Hand.

    • Ronny9. Januar 2021 at 16:53

      Haben wir tatsächlich drüber nachgedacht. Dummerweise habe ich die nur als 192er mp3, oder müsste alles nochmal neu mastern lassen.

  15. dervonnebenan15. Januar 2021 at 22:51

    Oh man wie ich mich ärger die Vinyl verrafft zu haben.
    Endlos gute Musik. Das ist nicht normal.

    Grüße aus Steglitz

  16. Schlumpatz14. April 2023 at 20:22

    Offtopic: Puh, erst 2023 wahrgenommen, erinnert mich das verlinkte Video des Titels ‚Es macht auch wirklich keiner mit‘ irgendwie an eine Zeit, als beispielsweise ‚I can people know‘ von Arj Snoek ( https://m.youtube.com/watch?v=ZnD2AT0GyfA ) ebenfalls für die Freude am Herumexperimentieren ohne Rücksicht auf Verluste stand. Ja, ja, Ladomat 2000, völlig andere Mugge, weiß ich doch. Trotzdem gefällt mir der Humor bei beiden Tracks.

    Danke, wenn auch deutlich verspätet! :-)

  17. Ickeee22. Januar 2024 at 22:43

    Danke Ü

    Danke für mehr als eine Dekade deines Bloggings: Danke für Deine (eure) Musik <3
    Ohne dein Blogging wäre mein Dasein vorm Bildschirm anders gewesen; ich wäre ein anderer Mensch geworden.
    Ich danke Dir für die Leichtigkeit und all den Dub; denn Irrsinn der Welt, den Du so wundervoll kuratierst und die Profundität die die Prophanität erträglich macht.

    Danke.

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