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Schlagwort: Punk

Indie in der DDR 1989

Von weitem und von außen mag Indie in der DDR keine große Rolle gespielt haben. Musik in der DDR verbindet man aus dieser Sicht eher mit realsozialistisch reguliertem Ostrock, Schlager und sonstig beliebigen Gedudel, das mitunter nur schwer zu ertragen ist.

Spätestens aber, wenn man das großartige Buch „Bye bye, Lübben City“ gelesen hat, weiß man, dass es auch in der DDR eine durchaus lebendige Indie-Szene gab, die nicht selten abenteuerliche Ausmaße annahm, aber das nur am Rande.

Im NDR‐Nachtclub gab es neulich eine wirklich hörenswerte Sendung über Indie in der DDR im Jahr 1989. Lutz Schramm, der damals bei DT64 die Sendung „Parocktikum“ moderierte erinnert sich an das im Osten aufregende Musikjahr und hat Aufnahmen dieser Zeit dabei. Hier zu hören in der NDR-Mediathek.

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Doku: London’s Burning – Campino auf den Spuren des Punk

Man kann von Campino halten, was man will, aber unabhängig davon, dass die Hosen mit „Opel Gang“ eines der wichtiges deutschen Alben gemacht haben, kann ihm wohl kaum einer seine Kompetenz in Sachen Punkgeschichte absprechen wollen. Für diese Doku hat er sich auf eine Reise in die Entstehungsgeschichte des Punk begeben.

Als das britische Establishment besorgt schien, weil es fürchtete, die Beatles und die 60er-Generation würden Grundwerten wie Respekt und Ehrerbietung den Garaus machen, so hatte es schon erst recht nicht mit dem gerechnet, was da noch kommen sollte: denn die Punk-Haltung hieß kurz und knapp: „Fuck you!“. Mit dem Slogan „No Future!“ und mit einer genialen Mischung aus Chaos, Sex, Drogen und lauter Musik wollten die Punker mit Schock die Welt verändern. Wie alle sinnvollen Jugendbewegungen zuvor auch, kombinierte Punk kraftvolle Musik mit sozialpolitischen Kommentaren – was manch Mächtigen zittern ließ und Eltern in den Wahnsinn trieb. Der Punk-Stil war ein brodelndes Durcheinander von Politik und Posen, von Provokation und Gegensätzen. Im Sommer 1977 hatte Punk das Silberjubiläum der Königin in den Schatten gestellt, die Spitze der Charts erklommen und darüber hinaus alle bisherigen Rockgötter als obsolet erklärt. Von da an waren die Gesellschaft und das Musikgeschäft nicht mehr dieselben. Präsentiert wird die popkulturelle Wallfahrt in die 70er Jahre von Campino, Frontmann der Band Die Toten Hosen. Sie gelten nicht nur als Urgesteine der deutschen Punkbewegung, sondern veröffentlichten 1991 auch das sagenumwobene Album „Learning English: Lesson One“. Campino führt den Zuschauer zu geschichtsträchtigen Orten und trifft Rebellen und Musiker wie Bob Geldof, Viv Albertine, Tony James und TV Smith. Er erzählt über sein Leben als Punk in Düsseldorf Ende der 70er. Zahlreiche Ausschnitte aus Konzerten der 70er zeigen, mit welch roher Energie die neue „Do-it-yourself“-Musik einschlug.

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Katharina König versuchte den Abgeordneten der AfD und der CDU im Thüringer Landtag einige Punkrockbands näher zu bringen

Im Thüringer Landtag hat die AfD mit Alternativantrag der CDU einen Antrag vorgelegt, welche beide das Ziel verfolgen, das Landesprogramm gegen rechts unter dem Vorwurf „Förderung linksextremistischer Veranstaltungen“ zu beschränken. Irgendwie muss es dabei wohl auch um Punkrock gegangen sein. Den mag man wohl bei der AfD ebenso wenig wie bei der CDU, was jetzt niemanden überraschen dürfte.

Katharina König-Preuss, Landtagsabgeordnete der Linken, hat dem Landtag dann heute mal ein paar Punkrockbands nähergebracht – und das ist ganz schön dolle gut. Für „Fuckin Faces der #AfD“ gabs dann einen Ordnungsruf aber dafür mehr als 30 Punkrockbands in einem Redebeitrag untergebracht. Chapeau.


(Direktlink, via Katharina)

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Muff Potter – Mein Freund, das Wrack

Seine Launen fahren Achterbahn,
sein Gesicht fährt Porsche,
sein Hirn ist ein Minenfeld.

Mehr Ideen, als Ambitionen,
mehr Pläne als Taten
und mehr Sorgen als Geld.

Ich find, er sollte die Welt regieren,
doch er sagt, er sei einfach zu müde.
Und ich frag mich, was ist eigentlich schlechter:
Sein Atem oder seine Attitüde?


(Direktlink)

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Rio Reiser – der Rock-Poet von „Ton Steine Scherben“

Für mich nach wie vor einer der größten Musiker, die Deutschland je hervorgebracht hat. Und einer, der heute fehlt. Sehr. Der SWR hatte schon Mai dieses kurze Feature über sein Leben und sein Schaffen.

Berlin in den 70er-Jahren, eine junge Rockband wird Sprachrohr von Linken, Wehrdienstverweigerern und Hausbesetzern: „Ton Steine Scherben“ ist die erste Gruppe, die schnellen und vor allem politischen Rock auf deutsch macht. Der charismatische, spindeldürre Frontsänger, der bürgerlich Ralph Möbius heißt, schreibt unter dem Namen Rio Reiser rebellische Texte gegen Ausbeutung, Bevormundung und Unterdrückung. Aber auch über Sehnsucht, Liebe und den Traum vom Paradies. Als sich die „Scherben“, wie man sie in der Szene nennt, 1985 unter einer gewaltigen Schuldenlast von 300.000 Mark auflösen, tritt Rio Reiser eine Solo-Karriere an. Im Alter von nur 46 Jahren stirbt er 1996 überraschend auf einem Bauernhof in Nordfriesland.


(Direkt-MP3, via René)

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