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Wohl weil etwas Liebe immer bleibt

Ich vertrete ja die Meinung, dass für jeden Menschen, den man irgendwann mal geliebt hat, einen kleines Stück des Herzens reserviert bleibt. Für immer. Egal, wie dann alles zu Ende ging – wo irgendwann mal Liebe war, bleibt immer mehr als ein Nichts.

Marina Abramović trifft während einer Kunstausstellung nach vielen Jahren völlig unerwartet das erste Mal wieder auf ihren ehemaligen Partner Ulay. Beide sind Künstler, die zumindest einen Weg ihres Lebens gemeinsam beschritten haben. Später dann trennten sich mit einer „dreimonatigen Performance auf der chinesischen Mauer. Beide liefen von dem jeweils anderen Ende der Mauer aufeinander zu, bis sie sich trafen. Der Abschluss war eine letzte Umarmung der ehemals Liebenden, die sich danach nie wieder treffen wollten.“

2010 veranstaltete das Museum Of Modern Art in New York eine Retrospektive der Künstlerin. Auf dieser fand die Performance “The Artist is Present” statt. Während der Öffnungszeiten der Ausstellung saß Abramović im Atrium des Museums an einem Tisch und schwieg, ihr gegenüber ein Stuhl, auf dem Besucher Platz nahmen. Einer dieser Besucher war Ulay, der ohne Ihr Wissen sich ihr gegenüber setzte.

Dann öffnet sie ihre Augen. Ich bin ein bisschen doll gerührt gerade. Wirklich.


(Direktlink, via Daniel)

19 Kommentare

  1. Tim Thaler5. März 2013 um 16:27

    ich finde diese Performance SOWAS von EINDRUCKSVOLL!!!!

  2. Fette Kette5. März 2013 um 16:46

    Da hab ich ja nur vom Lesen schon Pippi in die Augen – das kann ich jetzt nicht im Büro anschauen.

  3. Friedrich5. März 2013 um 16:53

    alles nur Geldmache

  4. Octavian5. März 2013 um 17:21

    Ich war zu der Zeit im MoMa und hab die Ausstellung und Ihre Aktion dort gesehen.
    Ich muss zugeben, dass ich voll nicht gerafft habe wer sie ist und was sie da macht. Die restlichen Werke von ihr, waren auch eher verstörend, aber ich hab auch keine Ahnung von „Kunst“ ;)

  5. egghat (@egghat)5. März 2013 um 18:12

    Fette Kette :
    Da hab ich ja nur vom Lesen schon Pippi in die Augen – das kann ich jetzt nicht im Büro anschauen.

    Yepp. Danke auch für den Text!

  6. kasn5. März 2013 um 18:21

    Octavian :
    Ich war zu der Zeit im MoMa und hab die Ausstellung und Ihre Aktion dort gesehen.
    Ich muss zugeben, dass ich voll nicht gerafft habe wer sie ist und was sie da macht. Die restlichen Werke von ihr, waren auch eher verstörend, aber ich hab auch keine Ahnung von “Kunst” ;)

    Wir waren ja zusammen dort und haben das vor Ort schon intensiv diskutiert. Ich fand die Performance damals schon sehr stark (auch wenn sie sich mir nicht ganz erschlossen hat) aber durch dieses Video mit Ulay wirkt das noch viel intensiver. Grossartige Arbeit einer grossartigen Künstlerin.

  7. Jürgen5. März 2013 um 19:24

    Das hätten sie doch auch Privat machen können…hätten sie sich dann genauso verhalten? aber ich muss zugeben es hat was.

  8. Steff5. März 2013 um 19:47

    Danke Internet!

  9. piet5. März 2013 um 20:47

    Wenn Blicke mehr sagen, als all das verbale Gewese. Ich glaub, ich hab grad nen Leck, manno.

  10. Alex M.6. März 2013 um 08:38

    Einfach großartig. Danke.

  11. suspects6. März 2013 um 08:42

    Och, Nö! finde ich gar nicht rührend und weinen muss ich jetzt auch nicht dabei bei wohne ich nah beim Wasser …

    Gefühle vs. Idee = 0:1

    Ich bin wohl gefühlstot oder ich finde dass man das nicht unbedingt so öffentlich machen muss vor allem aus min. FÜNF FUCKING(!) KAMERA PERSPEKTIVEN!!!!
    Mit 180 Leuten die dabei zuschauen und applaudieren!!!
    Das ist schon so übertrieben gewollt/ungewollt Inszeniert dass der eigentlich wirklich total schöne Moment zweier Menschen komplett flöten geht.
    Da kann ich euch nur mit Worten ne rührendere Story erzählen die nicht so Medial aufgeblasen wurde.

    Wobei man sagen muss die Idee das der Künstler sich für so ein paar Stunden Zeit nimmt um einen anderen gegenüber zu sitzen hat seinen Reiz …

  12. MomaOma6. März 2013 um 13:54

    Man sollter sich den ganzen Film anschauen um es zu verstehen. Natürlich ist es inzeniert. Es ist Kunst.Und wunderbar. Verdammte Banausenbande. Viele Schauspieler weinen nach Premieren oder intensiven Szenen und die kennen das Drehbuch auch. Das sind Emotionen, die einen überwältigen können.

  13. petra6. März 2013 um 14:21

    eine runde klugscheißen: die beiden trafen sich schon vor der performance auf ein gespräch, das macht diese situation aber nicht weniger schön!

  14. Nord15. März 2013 um 23:55

    Und selbst wenn es gestellt ist und sie sich vorher gesehen haben und immer mal Kontakt hatten, was macht das Wissen für den Zuschauer aus? Ich glaube, sich zusammen an einen Tisch zu setzen, nicht weiter als zu gucken und zu fühlen, bringt Emotionen mit sich – denn was im Kopf/ Herz passiert, das kann ja eh niemand nachvollziehen (hier vielleicht aber sehen).Für mich sieht es (trotz oder wegen der Kunst) authentisch aus. :)

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