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Schlagwort: Documentary

Doku: Lugau City Lights – Ein DDR-Dorf schreibt Popgeschichte

Eine sehr schöne Doku über jugendkulturelle Begehrlichkeiten in der DDR und über junge Leute, die es trotz aller staatlichen Widerstände einfach mal gemacht haben, was nicht ganz ungefährlich war.

In Lugau, einem kleinen Dorf im Spreewald, ist es still. Zu still. Der einzige Ort, der etwas Leben verspricht, ist die Kneipe. Kein Wunder also, dass der Ostfrust insbesondere bei der Dorfjugend allgegenwärtig ist. Das Leben von Alexander Kühne und seinen Freunden dümpelt geradezu dahin: Kohlebau, Weißkohlernte. Kurzum: viel Langeweile, wenig Coolness. Bei Bier und Zigaretten beginnen sie herumzuspinnen, malen sich aus, wie es wäre, ein Stück der pulsierenden Metropole nach Hause zu holen. Sie wollen etwas noch nie Dagewesenes schaffen, dem Mikrokosmus der DDR etwas ganz Großes entgegensetzen. Sie träumen groß – Spielen mit dem Gedanken, einen Musikclub zu gründen, in dem sich auch David Bowie wohlgefühlt hätte. Die Volkspolizei wittert eine Revolution, die Nachbarn Ruhestörung. Die Hürden scheinen unüberwindbar – und doch gelingt es. Aus der ehemaligen Dorfgaststätte wird der Jugendclub „Extrem“. Die größte Party ihres Lebens beginnt – mitten im Nirgendwo der DDR. Bis in die 90er zieht der Musikclub in der Provinz rockwütige Partygänger aus Berlin, Cottbus, Dresden und Leipzig an. Bands wie Rammstein, Fettes Brot oder Sandow bringen die Bühne zum Beben. Heute ist die Bühne verwaist, die Punkkonzerte von einst sind nichts weiter als bloße Erinnerung. 2017 reist Kühne zurück an den Ort, an dem er und seine Freunde einst das Unmögliche möglich machten. „Lugau City Lights“ zeigt überschäumende Popkultur, wo sie keiner vermutet – in einem Dorf zwischen Dresden und Berlin – und erzählt die Geschichte von jungen Menschen, die weder aus der DDR flohen noch sie bekämpften, sondern sie einfach ignorierten: mit einer musikalischen Revolution im einem Dorfsaal.

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Doku: Woodstock – Drei Tage, die eine Generation prägten

Ein wirklich großartige Doku mit jeder Menge Archivaufnahmen über das vielleicht verrückteste Festival aller Zeiten, das in diesem Jahr vor genau 50 Jahren stattfand und zumindest meine Festivalkultur in vielen Belangen bis heute geprägt haben dürfte. Und nicht nur das. Ich behaupte einfach mal, dass es das Leben vieler Menschen nachhaltig verändert haben dürfte. Mega gut.

Zu sehen in der Mediathek des Ersten.

Woodstock ist zur Legende einer ganzen Generation geworden, der Höhepunkt der Hippiebewegung. Bislang unveröffentlichte Szenen von 1969 zeigen, wie ein Festival einer zerrissenen Gesellschaft zeigte, wie ein Miteinander möglich ist.

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Die Arbeit von Buschpiloten: Above Alaska

Seit dem ich vor Jahren T.C. Boyles „Drop City“ gelesen habe, habe ich irgendwie Bock dort mal hinzureisen. Keine Ahnung, ob ich das je schaffen werde. Aber bis dahin erfreue ich mich zumindest an Dokumentationen wie dieser hier.

Alaska ist der größte Bundesstaat der USA, aber auch der am dünnsten besiedelte. Aufgrund des weiten Geländes und des Mangels an Straßen erfolgt der Transport über die rauen Landschaften in erster Linie mit dem Flugzeug. In diesem kurzen Dokumentarfilm machen sich die Filmemacher Brother und Filson mit den Buschpiloten auf den Weg über die letzte Grenze.

(Direktlink, via Uncrate)

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Doku-Trailer: Woodstock – Three Days That Defined a Generation

50 Jahre Woodstock. Wäre schade, wenn es zu diesem Anlass keine neuen Dokus mehr geben würde, die sich vielleicht auch die jungen Menschen ansehen, was natürlich nicht Gewissheit ist. Aber bei dem Trailer für Woodstock: Three Days That Defined a Generation hier bekomme ich instant Bock, die Doku zu sehen. Vielleicht, weil das ziemlich gut aussieht. Vielleicht aber auch, weil ich den Hippie in mir wohl nie wieder rausbekommen werde.

Ab Mai in den Kinos. Zumindest in den us-amerikanischen. Mal gucken, ob es neben die Filmfestivals auch anderweitig die Möglichkeit geben wird, die Doku sehen zu können.

With never-before-seen footage, WOODSTOCK: THREE DAYS THAT DEFINED A GENERATION tells the story of the political and social upheaval leading up to those three historic days, as well as the extraordinary events of the concert itself, when near disaster put the ideals of the counterculture to the test. What took place in that teaming mass of humanity — the rain-soaked, starving, tripping, half-a-million strong throng of young people — was nothing less than a miracle of unity, a manifestation of the “peace and love” the festival had touted, and a validation of the counterculture’s promise to the world. Who were these kids? What experiences and stories did they carry with them to Bethel, New York that weekend, and how were they changed by their time in the muck and mire of Max Yasgur’s farm? Directed by award-winning filmmaker Barak Goodman and written by Goodman and Don Kleszy, WOODSTOCK takes us back to the three days that defined a generation.


(Direktlink, via Uncrate)

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Doku: Land of the Rising Sound | A Roland Retrospective

Alex Ball hat diese ausführliche Dokumentation über den Instrumentenhersteller Roland und seinen Einfluss auf die Musikwelt gemacht – und die ist ziemlich sehenswert.

The story of Roland is one of the most expansive and influential in the world of music technology. This feature length documentary sets out to tell it through their iconic inventions.


(Direktlink, via Thomas)

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Doku über den Frontmann von Feine Sahne Fischfilet in der Mediathek: Wildes Herz

Ich hatte hier über Wildes Herz geschrieben und die wirklich sehenswerte Doku über eine durchaus streitbare Persönlichkeit, die daraus auch keinen Hehl macht, im Kino gesehen. Ein Film von Charly Hübner über Jan „Monchi“ Gorkow, der heute Nacht im Ersten läuft, aber schon jetzt in der Mediathek geparkt wurde. Wer sie noch nicht gesehen haben sollte, kann das jetzt nachholen. Ich empfehle das.

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Doku-Trailer: Apollo 11

Zum 50. Jahrestag der Apollo 11-Mission, kommt ein Dokumentarfilm in die Kinos, der einzig aus Archiv-Materialen gemacht wurde. Dafür wurden 65-mm-Film-Aufnahmen mit mit dem Sound aus 11.000 Stunden Audio-Aufnahmen unterfüttert, die damals während der Mission entstanden sind. Und das sieht ziemlich fantastisch aus.

Miller and his team collaborated with NASA and the National Archives (NARA) to locate all of the existing footage from the Apollo 11 mission. In the course of sourcing all of the known imagery, NARA staff members made a discovery that changed the course of the project — an unprocessed collection of 65mm footage, never before seen by the public. Unbeknownst to even the NARA archivists, the reels contained wide format scenes of the Saturn V launch, the inside of the Launch Control Center and post-mission activities aboard the USS Hornet aircraft carrier.

The find resulted in the project evolving from one of only filmmaking to one of also film curation and historic preservation. The resulting transfer — from which the documentary was cut — is the highest resolution, highest quality digital collection of Apollo 11 footage in existence.

[…]

The other unexpected find was a massive cache of audio recordings — more than 11,000 hours — comprising the individual tracks from 60 members of the Mission Control team. “Apollo 11” film team members wrote code to restore the audio and make it searchable and then began the multi-year process of listening to and documenting the recordings. The effort yielded new insights into key events of the moon landing mission, as well as surprising moments of humor and camaraderie.


(Direktlink, via Kottke)

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Doku darüber, wie Pink Floyd „Dark Side of the Moon“ aufnahmen

Man muss weder Pink Floyd noch ihr Über-Album „Dark Side of the Moon“ mögen, aber man sollte es mindestens einmal am Stück gehört haben. Im besten Fall mit einem Joint intus. Dann kann man immer noch sagen, dass man es nicht mögen würde. Aber erst dann.

Für mich ein Meilenstein meiner musikalischen Sozialisation. Danach hörte ich Musik immer ganz anders. Und ich hörte „Dark Side of the Moon“ zum ersten Mal nachdem ich schon erwachsenen war.

Hier eine super interessante Doku, die deutlich macht, was dieses Album so sehr besonders macht und von allen anderen zu dieser Zeit unterschied. Pink Floyd gingen da halt ganz anders ran. Computer gab es noch keine, dafür aber Nerds, die das liebten und ausreizten, was im Studio damals halt so möglich war.

Die Band spielt mit innovativen Toneffekten, Soundmixen und Studio-Geräuschen. So hört man, wie jemand um das Mikrofon herumläuft, oder das berühmte Uhrenticken. Für diese Einspielung mussten die Uhrgeräusche auf Tonbänder aufgenommen werden, da die damaligen Computer noch keine „Copy-Paste“-Funktion hatten. Man kann daher leicht nachvollziehen, welche Probleme bei der Geräuschsynchronisation entstanden.

Das Album vermischt verschiedene Musikstile wie Blues, Rock, Jazz und Psychedelic und wird in der Sendung sowohl von der Band selbst als auch von renommierten Musikexperten wie David Fricke von „Rolling Stone“ analysiert. Allein die Statements von Syd Barrett und die Gitarreneinlagen von David Gilmour sind Grund genug, um sich auf diese Reise in die Welt der Pink Floyd einzulassen.

Es ist das achte Album der britischen Progressiv-Rockband Pink Floyd, das die Charts stürmt und für die Rekordzeit von 741 Wochen in den „American Top-200“ bleibt. Bis heute zählt es zu den meistverkauften Alben, insgesamt gingen mehr als 30 Millionen Exemplare über die Ladentische. Der Film beschreibt die Beweggründe und den Kontext für die Entstehung von „The Dark Side of the Moon“.

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Doku: The History of the Drum Machine

Und wo wir gerade beim Thema sind, gleich noch diese noch recht neue Dokumentation über Drum Machines. Mit unser Lieblingsnervensäge und jeder Menge Trommelboxen.

Leon Theremin. Sly & The Family Stone. Prince. Drum machines have influenced our music and the way we perceive rhythm since the Rhythmicon popped onto the scene in the 1930s. Join William Kurk as he gives us a run-down of the evolution of the incredible drum machine.


(Direktlink)

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