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Schlagwort: Documentary

Doku: Loveparade – Als die Liebe tanzen lernte

Eigentlich ist das Thema hier so gut wie durch, alle Geschichten sind erzählt und auch in dieser Doku dürfte es wenig neue Infos und oder Erinnerungen geben und trotzdem besuche ich gerade nochmal gedanklich die Orte meiner späten Jugend. Das E-Werk, der Tresor, der Bunker. Mir fehlt hierbei das alte Matrix, das damals der mir liebste Club von allen war, wenn auch nur kurz. An meiner ersten Loveparade nahm ich 1993 teil. Ich kam gerade erst aus London und dachte es sei eine gute Idee, meine dort neu gekauften 9-Loch-Martens einzulaufen. War es nicht. Irgendwann bluteten mir die Füße, tanzen gingen wir danach dennoch. In der Halle Weißensee. Ich trank zum ersten Mal Pfirsisch-Eistee und erwartete alles vom Leben. Wirklich alles. Das blieb ein paar Jahre so und erfüllte sich regelmäßig. Es gab keine Grenzen mehr, dort ganz besonders deutlich spürbar. Verrückte Zeit und die vielleicht beste meines Lebens. Dem Techno blieb ich ihm und er mir treu. Bis heute. Die Loveparade interessierte mich ab Ende der 1990er nicht mehr sonderlich. Dann kam Psytrance, der nochmal alles veränderte.

Hier ein kleiner Rückblick mit den damals jungen und heute stark angegrauten Protagonisten. Ich hol‘ mir mal eben einen Pfirsich-Eistee. Ohne Zucker. Klar.

Es war die größte Party aller Zeiten: 1999 tanzten 1,5 Millionen Menschen auf den Straßen von Berlin. Angefangen hatte die Loveparade mal mit nur 75 Menschen. Die Geschichte der Loveparade – bis zu ihrem unglücklichen Ende in Duisburg.

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Doku über die historische Abschaffung der Berliner Sperrstunde: Stadt ohne Morgen

Als ich mich als junger Mensch durch die Berliner Wochenenden gefeiert habe, habe ich mir nie Gedanken über eine Sperrstunde gemacht. Es war total normal, jede Nacht zum Tag und den wieder zur Nacht machen zu können. Erst später wurde mir klar, dass das woanders alles andere als normal galt. Als ich mal in Neapel auflegte, ging um fünf morgens das Licht an und die Leute gingen gesammelt nach Hause. Ich staunte nicht schlecht und war früher im Hotelbett als ich mir hätte vorstellen können.

Der Nachteil dort war, dass die Leute so hart am Feiern waren, dass sie ganz schnell ganz viele Sachen zu sich nahmen, weil sie ja wussten, dass die Nacht bald ein Ende haben würde und dementsprechend sehr verballert waren.

Aber glücklicherweise bleibt derartiges in Berlin erspart und man kann, wenn man mag, das komplette Wochenende durchmachen. Diese Doku zeigt, wie es dazu kam und wie das die Clubkultur der Stadt beeinflusst hat und immer noch beeinflusst. Und jetzt, wo da gerade gar nichts geht, macht es schon auch ein bisschen Bock, mal wieder eine Nacht zum Tag und den wieder zur Nacht zu machen.

1949 schaffte ein Mann namens Heinz Zellermayer in Berlin die Sperrstunde ab und legte damit den Grundstein für die niemals enden wollenden Nächte die daraus erblühende grenzenlose Freiheit, die wir heute genießen. STADT OHNE MORGEN geht der Frage nach, wie diese historische Entscheidung die Entstehung einer vielfältigen Clubkultur befördert hat und was diese Freiheit innerhalb einer sich rapide verändernden Stadt für ihre Bewohner bedeutet.

(Direktlink, via Das Filter)

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Doku: Stax Records – Wo der Soul zu Hause ist

Wenn ihr den Soul so sehr wie ich mögen und irgendwann bis zum 25.08.2020 mal 53 Minuten Zeit haben solltet, schaut euch diese Doku an. Musikgeschichte.

1957 steckten die USA mitten in einem der düstersten Kapitel ihrer Geschichte: Die Hautfarbe entschied darüber, in welchen Hotels und Restaurants gewohnt und gegessen werden durfte – auch die Benutzung von Sanitäranlagen wurde durch die Rassentrennung reglementiert. Dunkelhäutige Menschen wurden als minderwertig betrachtet – obwohl die Sklaverei offiziell längst abgeschafft war.

Genau zu dieser Zeit sorgte ein weißes Geschwisterpaar aus den Südstaaten für eine historische Wende: In Memphis, einem der hermetischsten schwarzen Ghettos der späten 50er Jahre, gründeten Jim Stewart und seine Schwester Estelle Axton das legendäre Plattenlabel Stax Records – und holten schwarze und weiße Künstler gemeinsam ins Studio. Das Ergebnis: unvergessliche Hits von internationalen Stars wie Otis Redding, Isaac Hayes, Sam & Dave und William Bell. Doch wie konnte eine kleine Plattenfirma in Memphis zu einem der berühmtesten Labels der Welt avancieren? „Stax Records – Wo der Soul zu Hause ist“ blickt zurück auf das fantastische und wechselhafte Schicksal der Plattenfirma, die zum Sprachrohr der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wurde und dabei eine neue Musikrichtung aus der Taufe hob.


(Direktlink, via Sascha)

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arte-Doku über die Geschichte des globalen Drogenhandels: Der große Rausch

Sehenswerte, dreiteilige Doku-Serie, die noch drei Tage im Stream zu sehen ist. Wer also die Zeit hat und sich nehmen mag; bitte schön.

Heroin und Kokain haben in der Weltwirtschaft genauso viel Gewicht wie Erdöl und Textilien. Für die Entstehung der mächtigen Drogenkartelle sind die Kolonialmächte ebenso verantwortlich wie Pharmaunternehmen, Bankensysteme und Geheimdienste der ganzen Welt. In drei Folgen zeichnet ARTE die Geschichte des globalen Drogenhandels nach. Im 19. Jahrhundert breitete sich Opium auf Betreiben der Kolonialmächte in ganz Asien aus. Zur gleichen Zeit entdeckte die pharmazeutische Industrie des Westens mit Morphium, Kokain und Heroin neue Wundermittel. Während sich die Rauschgiftabhängigkeit zum weltweiten Problem entwickelte, wurden Drogen nach und nach verboten. Infolge der Prohibition entstanden die ersten Drogenkartelle, die immer wieder den Schutz der Staaten suchen sollten. Einen beispiellosen Boom erlebten diese kriminellen Netzwerke während des Kalten Krieges, als Geheimdienste Drogen politisch instrumentalisierten. Die USA mussten das teuer bezahlen: Ein Drittel ihrer Soldaten in Vietnam waren 1970 heroinabhängig. Im Jahr darauf rief US-Präsident Richard Nixon in einer historischen Rede den „Krieg gegen die Drogen“ aus.

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Doku: Drum & Bass – The Movement

So. Da isse. Ich habe mich gerade erst reingeklickt, weiß also noch nicht, ob gut oder eher meh. Aber ich guck die jetzt mal. Nicht nur, weil Drum & Bass Mixe in der letzten Woche meine Trittfrequenz beim Radfahren ganz ordentlich nach oben geschoben haben, sondern auch weil ich Drum & Bass spätestens seit Kemistry (RIP) & Storm wirklich regelmäßig hart liebe. Und die Ataris von damals. Mit Cubase und all diesem Hardware-Wahnsinn. Awwww!!11!!! <3

20 years that changed our lives: Presenting our full, feature-length documentary – Drum & Bass: The Movement – capturing a specific and intense slice of drum & bass and jungle culture’s rapid acceleration from 1996 – 2016. Brought to you by Drum&BassArena, featuring Goldie, Andy C, Roni Size, DJ Flight, Grooverider, Ed Rush & Optical, Mefjus, Friction, El Hornet, Chase & Status, plus many more pioneers, as well as exclusive unseen footage from our scene’s rich history.

Drum & Bass: The Movement explores how a unique UK club culture rose from an underground movement to become a global phenomenon infiltrating and influencing disciplines from mainstream pop music to video games. From dubplates to mainstream crossovers, to the labels, the tracks and the clubs that shaped the game, Drum & Bass: The Movement is a snapshot of jungle drum & bass history and how it’s always been much more than a genre of dance music: it’s a lifestyle. The movement continues…


(Direktlink)

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Doku-Trailer: Drum & Bass – The Movement

Der Trailer für die in sechs Tagen auf YouTube Premiere feiernde Doku Drum & Bass – The Movement sieht schon mal recht vielversprechend aus. Da gucke ich doch glatt mal rein.

20 years that changed our lives: Drum & Bass: The Movement is a feature-length documentary that captures a specific and intense slice of drum & bass and jungle culture’s rapid acceleration from 1996 – 2016. Brought to you by Drum&BassArena, featuring Goldie, Andy C, Roni Size, DJ Flight, Grooverider, Ed Rush & Optical, Mefjus, Friction, El Hornet, Chase & Status, plus many more pioneers, as well as exclusive unseen footage from our scene’s rich history.

Drum & Bass: The Movement explores how a unique UK club culture rose from an underground movement to become a global phenomenon infiltrating and influencing disciplines from mainstream pop music to video games. From dubplates to mainstream crossovers, to the labels, the tracks and the clubs that shaped the game, Drum & Bass: The Movement is a snapshot of jungle drum & bass history and how it’s always been much more than a genre of dance music: it’s a lifestyle. The movement continues…


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Doku: Kraftwerk – Die Erfinder des Techno

Arte hat den Tod von Florian Schneider zum Anlass genommen und auf YouTube für ein paar Wochen die 2013er Doku „Kraftwerk – Die Erfinder des Techno“ geparkt.

Mich haben Kraftwerk immens geprägt, auch wenn ich sie erst nach dem Techno für mich entdeckt habe und Techno mir dennoch immer wichtiger war als der Sound der Düsseldorfer. Dennoch habe ich Monate damit verbracht, mir auf allen möglichen Flohmärkte sämtliche Platten von Kraftwerk zusammenzukaufen. Wenn ich das richtig überblicke, hat das mit Ausnahme von ein paar 7inches auch ganz gut geklappt. Ich mag die frühen Sachen bis heute deutlich lieber. Sie waren weniger poppig und dennoch oder gerade deswegen sehr inspirierend. Die Kometenmelodien bleiben für mich die stärksten Kraftwerk-Song von allen.

Live konnten Kraftwerk mich nie wirklich überzeugen und ich fand sie dabei immer etwas lame. Dann lieber ein ordentlicher Rave und zur Afterhour Kometenmelodien.

Provokativ, experimentell, radikal, aber auch kommerziell und clubtauglich – all das ist Kraftwerk. Die Dokumentation nähert sich dem Phänomen und untersucht die popkulturelle Relevanz einer öffentlichkeitsscheuen Band aus dem Rheinland, die eine der einflussreichsten Popgruppen aller Zeiten wurde.

Dokumentation von S. Witter und H. Rossacher (F 2013, 60 Min)


(Direktlink, via Testspiel)

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Trailer zu einer Netflix-Doku, in der Celebrities über ihre Trip-Erfahrungen sprechen

In der von Netflix produzierten Doku Have a Good Trip teilen einige Prominente aus Funk, Kino und Fernsehen ihre Erfahrungen, die sie mit Halluzinogenen gemacht haben. Kann ich mir ganz interessant vorstellen. Ab 11. Mai beim Streamingdealer.

Mixing comedy with a thorough investigation of psychedelics, HAVE A GOOD TRIP explores the pros, cons, science, history, future, pop cultural impact, and cosmic possibilities of hallucinogens. The film tackles the big questions: Can psychedelics have a powerful role in treating depression, addiction, and helping us confront our own mortality? Are we all made of the same stuff? Is love really all we need? Can trees talk?


(Direktlink, via Laughing Squid)

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Doku: Alles aussteigen…! Ein S-Bahnhof und die Wende (1995)

Schön nostalgische Doku aus dem Jahr 1995 über den S-Bahnhof Oranienburg, an der bis heute die S1 einer ihrer beiden Endstationen hat. Ich bin zu dieser Zeit täglich mit der S1 durch Berlin aber nie bis Oranienburg gefahren. Es war die Zeit, in der Berlin noch keine Ringbahn hatte und man die Türen der fahrenden Bahnen noch ohne weiteres öffnen konnte, was wir hin und wieder in den Nächten taten. Andere verbanden damals ganz andere Gefühle mit der Linie. Und mit dem S-Bahnhof Oranienburg, wie diese Doku zeigt. Und man, ist das schon lange her!

Der S-Bahnhof Oranienburg ist seit der Wiedervereinigung wieder am Gesamtnetz. Vor der Wende war er das Ende eines S-Bahn-Teilstücks vier Stationen nach der Mauer. Der Bericht zeigt die Geschichten seiner Bediensteten und Fahrgäste sozusagen nach dem (Gleis)anschluss an die Bundesrepublik: die Rotkreuzschwester vom Bahnhofsdienst und die Obdachlosen, die Pommesfrau und der Blumenhändler als die neuen Unternehmer nach der Wende, der eifrige Wagenputzer und der wütende Malergeselle, die Bundesgrenzschützer in neuer Funktion als Aufsichtspersonal, u.a.


(Direktlink)

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Doku: Homs und ich – Ein Kriegstagebuch

Ich betreue seit ein paar Jahren ein paar damalig syrische Kids, die bis 2014 einfach nur Kinder waren, die in Homs aufgewachsen sind und dort erwachsen werden sollten. Dann kam der Krieg und sie mussten dort weg, nachdem ihre Mutter nach einem Granateneinschlag einem ihrer Söhne die Lunge zurück in seinen Körper drücken musste. Die Familie hatte das Glück, ins offizielle Flüchtlingsprogramm der UNO aufgenommen zu werden und mit dem schwer verletzten Bengel aus Syrien erst in den Libanon und dann nach Deutschland kommen zu dürfen. Irgendwie sind sie dann in Potsdam-Mittelmark gelandet, wo wir uns trafen, und wo wir uns bis heute täglich miteinander über die Tage bringen. Wobei das für sie immer schwieriger als für mich ist. Natürlich. Aber wir mögen uns. Sehr. Aber kaum einer weiß, was diese Familie durchmachen musste. Und was es für sie heißen würde, wenn sie hätte dort bleiben müssen. So wie Sulaiman Tadmory, 23 Jahre jung, der hier seine Geschichte erzählt.

Ich hätte dort auch nicht bleiben wollen, wenn es nur eine Alternative dazu gegeben hätte. Ich hätte versucht, diese zu nutzen.

„Letzte Woche habe ich mir eine Pistole besorgt. Lieber sterbe ich durch meine eigene Kugel, als durch Assads Truppen zu Tode gefoltert zu werden.“ Sulaiman Tadmory ist 23 Jahre alt, als die Armee des syrischen Präsidenten Assad über Nacht die Altstadt von Homs umstellt. Als er am nächsten Morgen aufwacht, lebt er in einer belagerten Stadt. Was das bedeutet, lernt er schnell: kein Essen, keine Medikamente, seine Familie nur wenige Hundert Meter entfernt und doch unerreichbar. Mit seiner Kamera hält er alles fest, um der Welt zu zeigen, was hier passiert.

Der Dokumentarfilm ist ein schmerzhaft persönlicher Film darüber, wie im Krieg aus der Angst zu sterben eine Angst zu leben wird.

„Woran denkst du?“, fragt Sulaiman seinen Freund. Abu Hassan liegt auf einer Bank im Innenhof eines zerstörten Wohnhauses. Seine Wangen sind eingefallen, sein Gesicht ist blass, der Blick leer. Leise murmelt er: „An Schwalben. Warum fallen die nicht einfach vom Himmel? Dann hätten wir was zu essen.“

Bislang haben die Bomben Sulaiman verfehlt. Manchmal nur haarscharf. Auch die Scharfschützen haben ihn noch nicht getroffen. Er kann sich gar nicht mehr erinnern, wann das genau war, aber irgendwann hat er sich an diese ständige Angst, sterben zu können, gewöhnt. Mehr noch, er weiß gar nicht mehr, wovor er mehr Angst haben sollte: davor zu sterben oder davor weiterzuleben. Denn bis Assads Männer die Altstadt erobern, kann es nicht mehr lange dauern. Was dann passiert, will er sich nicht ausdenken.

Vor ein paar Tagen hat er sich jetzt die erste Waffe in seinem Leben besorgt. Eine Pistole. Nicht um damit irgendjemand anderen zu töten. Nur für den Fall, dass die Angst vor dem Weiterleben überwiegt.


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