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Typischer Fall von Montag: Azubi zieht Notbremse

Ohne Titel


(Foto: Jared Preston • CC BY-SA 3.0)

Dieser junge Mann hatte gestern einen typischen Start in die Woche, was ihn quasi dazu nötigte, die Notbremse in einem Regionalexpress von Zwickau ziehen zu müssen. Ich verstehe das und hoffe, der Bursche kommt ohne Strafe davon. War ja schließlich ein Montag.

Einen schlechten Wochenstart hatte gestern ein 16-jähriger Auszubildender. Dieser befand sich in einem Regionalexpress von Zwickau in Richtung Chemnitz und hatte bei Abfahrt des Zuges am Bahnhof Glauchau die Notbremse gezogen. Dann stieg er aus. Der Triebfahrzeugführer informierte darüber eine an Bord befindliche Streife des Bundespolizeireviers Zwickau, die den jungen Mann daraufhin zur Rede stellte. Er reagierte völlig aufgelöst und konnte zunächst nicht befragt werden. Allerdings fanden die Beamten heraus, dass er nach Zwickau wollte, und begleiteten ihn dorthin. Dort angekommen hatte der Azubi wieder so weit zu sich gefunden, dass er erklären konnte, wie es zu diesem Missbrauch von Notrufen – so der Tatvorwurf gegen ihn – gekommen war. Er habe am Morgen am Fahrausweisautomaten im Bahnhof Glauchau ein Ticket gelöst, um nach Zwickau zu fahren und dies mittels Girocard bezahlt. Im Zug habe er jedoch bemerkt, dass er die Plastikkarte im Automaten stecken gelassen hatte. Also sei er nach Glauchau mit dem nächsten Zug zurückgefahren und habe sich sofort nach dem Aussteigen zum Automaten begeben. Die Girocard habe sich indes nicht mehr im Kartenschlitz befunden. Von einem Reisenden habe er den Tipp erhalten, dass zwei Jugendliche soeben eine solche an sich genommen und in den Zug gestiegen seien, mit dem der Azubi gerade angekommen war. Sofort habe er sich deshalb wieder in den Regionalexpress zu den Jugendlichen begeben und sie angesprochen. Diese hätten ihm dessen Karte auch sofort ausgehändigt. Zwischenzeitlich hatte der Triebfahrzeugführer, der vom Geschehen verständlicherweise nichts mitbekam, bereits die Türen verschlossen und den Zug in Bewegung gesetzt. Allerdings befanden sich nun noch das Fahrrad des jungen Mannes sowie dessen Rucksack auf dem Bahnsteig unmittelbar am Fahrausweisautomaten. Dieser Umstand veranlasste den Jugendlichen wohl dazu, die Notbremse zu ziehen, um damit weitere materielle Verluste an diesem für ihn „schwarzen“ Montag zu verhindern. Wie der Tag für ihn weiter verlief, ist der Bundespolizei nicht bekannt, es konnte aber wohl nur besser werden. Durch den Nothalt erhielt der Regionalexpress etwa 5 Minuten Verspätung. Reisende wurden durch die Notbremsung nicht verletzt.

3 Kommentare

  1. weitergedacht3. Mai 2016 at 21:27

    Hach ja, das erinnert mich an eine alte Bahnansage: „Liebe Damen und Herren, auch wenn der Zug eigentlich überfüllt ist, halten Sie sich bitte nicht an der Notbremse fest, das wird sonst mehr so Stop & Stop statt Stop & Go“

  2. dimi4. Mai 2016 at 06:59

    Hmmm… naja, eigentlich ist das ja ein Notfall, wenn auch ein persönlicher. Ich glaube, der Azubi kommt ungestraft davon. So hoffe ich zumindest.

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