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Das Kraftfuttermischwerk Posts

Und weg

Ich bin seit Gestern Richtung Süden unterwegs. Wir hatten bei liebevollen Menschen in der Steiermark ein Nachtquartier, haben heute Slowenien und einen ersten Teil Kroatiens hinter uns gelassen und schon kurz mal in der pullerwarmen aber dennoch geilen Adria verweilt. Stabile 39 Grad Celsius. So, wie Sommer sein soll.

Kurz vor Split ein Hotelzimmer abgegriffen, das den Flair von Jugendherberge hat und mehr als viel zu teuer ist. Immerhin eine Klimaanlage, die jeden Euro wert ist.

Morgen geht es für ein paar Tage auf eine der vielen Inseln hier und ich mache ab jetzt , so wie den letzten Sommern auch, im Blog einfach mal gar nichts. Schlicht Urlaub. Durchatmen, Familie, sich aufräumen, Salz auf der Haut. Sommerliebe am Meer. Ich komme irgendwann wieder.

Bis dahin bleibt mir gewogen und genießt die Zeit. So wie ich. Und macht mir nichts kaputt hier!

DDR Hausbuch

(Foto: Tilman Piesk)
In dem damals schon alten Neubau, in dem ich als Kind aufwuchs, gab es vier Aufgänge mit je 8 Wohnungen. In jedem der Aufgänge gab es meistens nur eine Mietwohnung, die über einen Telefon-Anschluss verfügte. Bei uns im Aufgang waren es zwei mit Telefonanschlüssen. Über uns das alte Pärchen, das ständig durch die Welt reiste. Russland, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn sogar in die Mongolei fuhren die hin und wieder. Sie bauten damals seit einer gefühlten Ewigkeit an einem Haus im Grenzgebiet, in das sie irgendwann mal ziehen wollten. Sie war Klavierspielerin und schmierte mir immer ein Brot mit Bierschinken, wenn ich mal wieder meinen Schlüssel vergas, was ziemlich häufig vorkam. In dem Fall brauchte man bei unseren „Sicherheitsschlössern“ eigentlich nur einen Schraubendreher und eine Zange, so denn nicht abgeschlossen wurde. Beides borgte ich mir in diesen Fällen bei ihr. Dann schraubte man Knauf und Blende ab und drehte mit der Zange am Vierkantstift. Im besten Fall brauchte man dann keinen Schlüssel, die Tür war offen. Wenn abgeschlossen war, ging das nicht. Sicher wusste man das aber erst, wenn man es ausprobiert hatte. Das Werkzeug borgte ich mir immer bei ihr. Ihr Mann war selten zu Hause und ohnehin etwas eigen, auch wenn er sich immer nett gab.

Wenn doch mal wieder abgeschlossen war, brachte ich ihr das Werkzeug wieder hoch, setzte mich in ihr Klavierzimmer, das direkt über meinem Kinderzimmer lag, ass meine Bierschinkenstulle und hörte ihr beim Klavierspielen zu, bis irgendwer mit Schlüssel nach Hause kam.

Den zweiten Telefonanschluss hatte Familie S., 1. Stock rechts. Nicht sonderlich gesprächig und der Inbegriff des unangenehmen Nachbarn, der gerne auch mal die Kinder vollnöhlte, wenn sie über dem Rasen unter seinem Haselnussstrauch liefen, was wir allein deshalb natürlich ganz besonders gerne taten. Klar.

Herr S. jedenfalls hatte nicht nur einen Telefonanschluss, er führte bei uns im Aufgang auch das Hausbuch, von dem es eins für jeden Aufgang gab. Meistens wurden diese Dinger von den Leuten in den Aufgängen geführt, die nicht besonders cool rüberkamen. Einige von denen hatten offensichtlich Freude daran, Buch über die Vorkommnisse in ihrer nächsten Nachbarschaft zu führen. Man sagte manchen nach, das auch haupt- oder nebenberuflich zu tätigen, was sich freilich nicht beweisen, aber auch nicht ausschließen ließ. Meistens mied man diese Leute.

Fiel mir gerade so ein, als ich das Exemplar eines geführten Hausbuchs sah. Was Herr S. wohl heute so macht? Wahrscheinlich ist er schon länger nicht mehr am Leben.

Besucher aus der DDR, die länger als drei Tage blieben, mussten sich beim Hausbuchbeauftragten melden und wurden ins Hausbuch eingetragen. Besucher aus dem Ausland mussten innerhalb von 24 Stunden eingetragen werden.

Beim besuchsweisen Aufenthalt war neben dem Namen der Person das Geburtsdatum, die Staatsbürgerschaft, die zurzeit ausgeübte Tätigkeit, die Anschrift der Hauptwohnung, der Name des Besuchten, der Zeitraum des Besuchs sowie die eventuelle An- und Abmeldung bei der Volkspolizei (DVP) einzutragen. Besucher aus dem Ausland mussten zusätzlich das Datum des Grenzübertrittes eintragen lassen. Die Meldung bei der Volkspolizei musste von Nicht-DDR-Bürgern innerhalb von 24 Stunden erfolgen. DDR-Bürger mussten sich bei der DVP melden, wenn der Besuchszeitraum 30 Tage überschritt.

Der Volkspolizei, den freiwilligen Helfern der DVP oder den Mitarbeitern der Staatssicherheit war das Hausbuch auf Verlangen vorzulegen.

Diese Jugend

Bestimmt war das nur ein Versehen. Hoffentlich!

Polizeieinsatz: Katze im Baum mit Sturmgewehr?

In Newport, Oregon, hat jemand die Polizei gerufen, weil er dachte, dass eine Katze mit einem Sturmgewehr im Anschlag im Baum sitzen würden. Nachrichten, wie es sie nur aus Amerika geben kann. Scharfschützenkatzen zum Weltkatzentag. Miau.

The Newport, Oregon Police Department was recently alerted to a cat who appeared to be armed, possibly with a semi-automatic weapon, and had situated itself high in a tree.


(via Misha)

US-Regierung versteigert die Nutzung einiger Leuchttürme

Wer schon immer mal Bock auf einen eigenen Leuchtturm hatte, kann jetzt in den Gewässern der USA zuschlagen. Dort werden aktuell nämlich sechs verschiedene Türme versteigert, die ziemlich klein, dafür aber sehr charmant erscheinen. Sie sind zwar alle ziemlich runtergerockt, aber hey, bisschen sanieren schadet ja nichts. Preislich variieren die Angebote zwischen $15.000 – $30.000. Genau genommen, allerdings, ersteigert man nur die Nutzung, aber vielleicht fragt da ja keiner nach.

Prospective bidders must agree to put down a $5,000 to $10,000 deposit on the lighthouse they’re interested in. They must also be prepared to renovate the house’s interior so it will meet the legal standards for public habitation. The actual property each lighthouse stands on will still belong to the government, but with the building no longer needed for its original purpose, the new owner will be free to transform it into a bed and breakfast, a summer home, or anything else they envision.
(Mental floss)


(via BoingBoing)

Escape from Syria: Rania’s odyssey

Die 21-jährige Rania Mustafa Ali hat ihre Flucht aus dem syrischen Kobane nach Österreich filmisch dokumentiert. Mit allem „Drum und dran“. Ich hoffe sehr, es geht ihr gut.

Rania Mustafa Ali, 20, filmed her journey from the ruins of Kobane in Syria to Austria. She is cheated by smugglers, teargassed and beaten at the Macedonian border. She risks drowning in the Mediterranean, travelling in a boat meant to hold 15 people but stuffed with over 50. Her footage shows what many refugees face on their perilous journey to Europe.

[Update:] Rania lebt mittlerweile in Wien. Sie fühlt sich In Sicherheit, aber allein. (Danke, Johnny!)

Wenn das erledigt ist, will sie studieren und Journalistin werden. Rania Mustafa Ali wurde vom Bundesasylamt subsidiärer Schutz gewährt. Drei Jahre kann sie bleiben, dann wird wieder über ihren Asylstatus entschieden.

Shahak Shapira sprayt nicht gelöschte Hass-Tweets vor die deutsche Twitter-Zentrale

Man kann darüber diskutieren, ob das ein Weg sein kann, Hass im Netz einzudämmen. Ob es einer der richtigen Wege sein kann. Man kann sich auch fragen, warum Twitter es bis heute nicht schafft, Dreck wie diesen einfach zu löschen, oder wenigstens darüber, warum sie keine Auskunft darüber geben, warum sie es nicht tun. Und man kann durchaus radikale Wege gehen, um das in eine öffentliche Diskussion zu ziehen. Shahak Shapira hat einen solchen Weg gewählt. Vor der deutschen Twitter-Zentrale in Hamburg. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das bei Twitter angekommen sein könnte.


(Direktlink, via René)