Zwei Bilder aus Brasilien

Während außerhalb der Stadien in Brasilien immer noch Menschen demonstrieren und auf verachtenswerte Weise gar derartige Pfefferspray-Attacken erdulden müssen, lassen sich Lukas Podolski und Mesut Özil hinter den Zäunen munter und lustig mit brasilianischen Sicherheitskräften ablichten. In Pose natürlich, soll ja auch nach was aussehen. Kritisches Bewusstsein im Hinblick auf das, was dort neben der WM vor sich geht, offenbar Fehlanzeige

„We’re safe here“, steht neben dem Bild, das am Mittwoch auf Podolskis Instagram-Account auftauchte. Für einige mag das vielleicht eine frohe Botschaft sein, dass sich die deutsche Nationalmannschaft in Sicherheit wiegt. Doch auf welche Kosten und durch welche Kräfte – das klammert dieser Schnappschnuss vollkommen aus.
Die Polizei des WM-Ausrichters gilt als extrem militarisiert, korrupt und gewalttätig. Laut Amnesty International sterben jährlich 2.000 durch Polizeigewalt. Ein Großteil der Bevölkerung fürchtet die Polizei. Auch am Eröffnungstag gingen die Einsatzkräfte wie bereits im Vorfeld mit Knüppeln, Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten vor. Während der Spiele werden insgesamt 170.000 Uniformierte in den Austragungsorten eingesetzt. Zusätzlich wurden 20.000 Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen engagiert. Welcher Organisation die abgebildeten Bewacher angehören, ist unklar.

Was mich nach Sotschi ja ein wenig wundert, ist wie kleinlaut die Kritik an den Umständen dieser WM aus den politischen Reihen bleibt. Als Olympiade in Russland war, konnte kaum ein deutscher Politiker schnell genug seine Nichtbereitschaft äußern, dort hinzufahren. Aber bei einer Fußball-WM nimmt man es dann wohl doch nicht so ganz genau mit den Menschenrechten. Schon gar nicht, wenn diese in Brasilien stattfindet.
(Danke, Tim!)

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Kommentare: 20

  1. SoltänSoltän 13. Juni 2014 at 15:51  zitieren  antworten

    ach du scheisse….epic fail

  2. […] Kotze. Kommentiert das bitte beim Ronny, der ist da abgehärteter als ich. […]

  3. Xakal 13. Juni 2014 at 16:28  zitieren  antworten

    hirnlose Fußbaler .(

  4. […] Zwei Bilder aus Brasilien […]

  5. Lorenz 13. Juni 2014 at 16:55  zitieren  antworten

    Das ist überhaupt nicht danaben. Fakt ist, dass Brasilien nun mal kein sicheres Land ist, Entführungen und Raub an der Norm sind. Besonders eine Nationalmannschaftbraucht daher sehr wohl auch bewaffnete Security. Sie gehört zum Personal der Mannschaft genau wie das Bedienungspersonal und das Team das den Rasen pflegt.

    Auch haben die Demonstranten, trotz ihrer Lage, sehr wohl kein Recht auf Gewalt. Das wird nicht gezeigt. Auch wenn mich das .gif so betroffen macht.

  6. MKzero 13. Juni 2014 at 17:15  zitieren  antworten

    Tja.. Fussball ist halt „Volkssport“. Also direkt nach Volksverdummung auf dem Volks-TV-Sender.

    Ich mein, da kann man ja auch als Politiker oder Polizist schon mal ein Auge zudruecken. Oder halt zuspruehen.

    Ausserdem haben die hiesigen Politiker ja jetzt zu tun. Die muessen schliesslich die kuriosesten und widerwaertigsten Sachen durchbringen, schliesslich ist ja die grosse Masse durch den Fussball wunderbar abgelenkt.

  7. r0byn 13. Juni 2014 at 17:56  zitieren  antworten

    ich glaube auch, dass es eben nicht nur was mit volkssport sondern wirklich mit russland / brasilien an sich zu tun hat.

  8. glamorama 13. Juni 2014 at 19:28  zitieren  antworten

    Die Bilder sind keine Skandale – das wären sie nur, wenn sie negativ aus einem ansonsten sauberen Geschäft herausstechen würden. Praktisch gesehen ist hier jedoch nichts anderes als die Normalität aller sportlichen Großveranstaltungen abgebildet. Leistungssport ist leider schon seit langer Zeit ein sehr schmutziges Geschäft mit zahlreichen Opfern und nur wenigen Gewinnern.

  9. pelau 13. Juni 2014 at 19:40  zitieren  antworten

    Man könnte das inszenierte Foto + zugehörigen Kommentar durchaus als (selbst-)ironisches Statement Podolskis zur Situation vor Ort verstehen. Auch wenn er Fußballer ist, muss er nicht auf den Kopf gefallen sein.

  10. Robert 13. Juni 2014 at 23:31  zitieren  antworten

    Treffen sich zwei Mannschaften…. eine mit Ball, eine ohne Ball… und schwupps gibts ein „Mannschaftsfoto“. Und beide sind Nationalmannscgaften… halt Völkerverständigung und so!

  11. […] mich auch nervt, ist dieses “Wir machen auf heile Welt” Ding. Ein anderer Blogger, vom kraftfuttermischwerk.de hat dies schön geschrieben. Abseits des Trubels um die WM finden nicht nur […]

  12. […] Dos imágenes de Brasil (alemán)   […]

  13. Moss 14. Juni 2014 at 00:37  zitieren  antworten

    Xakal,

    Du hast gerade «weisser Schimmel» geschrieben.

  14. esta 14. Juni 2014 at 10:05  zitieren  antworten

    der armeee

  15. Eisboer 14. Juni 2014 at 14:42  zitieren  antworten

    Ich kann da Last Week Tonight mit John Oliver empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=DlJEt2KU33I

    „Fußball ist eine Religion“ und wie jede schöne Religion muss sie so richtig abstoßend und widerwertig sein, damit man sie bejubeln kann.

  16. Frau Bauer 14. Juni 2014 at 15:07  zitieren  antworten

    Das Befriedungskonzept ‚Brot und Spiele‘ beginnt an Wirkung zu verlieren. Der lächerliche verfettete Fußballzirkus zieht nicht mehr richtig, darum wird so ganz am Rand schon mal ein bisschen geprügelt.

    -> http://www.bap.de/start/musik/songtexte/titel/widderlich

  17. Ravenbird 15. Juni 2014 at 11:14  zitieren  antworten

    Lorenz,

    Tatsache ist das man die WM in Brasilien hätte besser ignorieren sollen! Den das was sich die regierenden Politiker, ihre Handlanger und auch die FIFA dort erlauben ist unter aller Sau!

  18. Acedone 16. Juni 2014 at 09:29  zitieren  antworten

    Scheiß Fußball. Beachvolleyball (in Brasilien) gefällt mir besser…

  19. karl 16. Juni 2014 at 09:50  zitieren  antworten

    Interessiert mich während der WM nicht. Legt es mir gerne danach wieder vor.

  20. andré hermann basile gubelmann 14. Dezember 2014 at 06:59  zitieren  antworten

    Als die Fussball-WM stattfand wimmelte es von Sicherheitskräften in der ganzen Gegend von Porto-Seguro bis Santo André.Jetzt ist der Spuck vorbei und man muss die Polizei buchstäblich suchen.

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