Der stellvertretende Landesvorsitzende und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft empfindet Demonstranten in Hamburg als „Abschaum“

Björn Werminghaus, seines Zeichens stellvertretender Landesvorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft, lies vorhin auf Twitter durchblicken, dass die Demonstranten, die sich für den Erhalt der Roten Flora in Hamburg auf die Straße stellen, für ihn ja gar keine keine Demonstranten, sondern nichts weiter als „gewalttätiger Abschaum“ wären.

Ausschlaggebend dafür war ein Tweet von Bohm, der auch Stunden nach der Eskalation auf den Straßen Hamburgs monierte, dass kein „Mainstream-Medium“ über die wohl 500 verletzten Demonstranten berichtete, wohl aber immer wohlfeil über die wohl 120 verletzten Beamten.

Ich hoffe gerade, dass der Twitter-Account von Werminghaus ein Fake ist, und sich ein Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft nicht wirklich zu derlei Äußerungen hinreißen lässt, auch wenn die so einiges erklären würden. Ganz sicher allerdings bin ich mir dessen nicht. „Gewalttätiger Abschaum“. Mehr wohl nicht. „Geistes Kind“ und so.

Bohm titulierte Werminghaus daraufhin als „Arschloch„; Punkt. Kann man in diesem Kontext durchaus machen, ja.

Bildschirmfoto 2013-12-22 um 22.04.18

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Kommentare: 49

  1. […] Update: Der stellvertretende Landesvorsitzende und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft empfindet die Demonstranten in Hamburg als “Abschaum”. […]

  2. nicholas 23. Dezember 2013 at 01:16  zitieren  antworten

    Das riecht irgendwie nach Fake.

  3. nicholas 23. Dezember 2013 at 01:20  zitieren  antworten
  4. Mister X 23. Dezember 2013 at 01:21  zitieren  antworten
  5. AtaSe.de-Blog Visions 23. Dezember 2013 at

    #hh2112: Dora, gib’ alles für die Rote Flora

  6. […] der deutschen Polizeigewerkschaft scheint man eine ziemlich eindeutige Meinung über die Demonstranten zu […]

  7. da]v[ax 23. Dezember 2013 at 09:51  zitieren  antworten

    Und heute so:
    https://twitter.com/dpolgbwer/

    Sorry, diese Seite existiert nicht!

    Danke für den Hinweis; wir werden uns sofort darum kümmern und hoffen, dass alles bald wieder normal läuft.

  8. Hier ist übrigens ein Link zum Google-User-Cache des Twitter-Accounts.
    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:https://twitter.com/dpolgbwer

    Allzu aktiv war der Herr nicht und leider fehlt genau der entscheidende Tweet als einzigstes in seiner TL.
    Aber ich versichere Euch: Mein Screenshot wurde genau aus dieser TL heraus gemacht.

  9. watwardad,

    Das ist interessant. Welche wahren Worte sind denn gefallen?
    Und was ist mit den Knüppeln, dem Pfefferspray, den Wasserwerfern und Räumpanzern? Auch nur „wahre Wörter“?
    Wurden die 500 Demonstrant_innen von Wörtern verletzt?
    Erzähl mir doch ein bisschen mehr davon, du scheinst da ja ne Menge Ahnung zu haben.

  10. Micha 23. Dezember 2013 at 14:10  zitieren  antworten

    Marcus:
    Herr Werminghaus, mit Bedauern las ich Ihren Kommantar. Sind Sie tatsächlich der Meinung die über 7000 Menschen welche dort demonstrieren wollten, seinen alles “Abschaum”?.

    Tut er das denn? Oder spricht er von den Gewaltbereiten/Gewaltsuchenden Menschen (in der Frage als „die Verletzten“ ausgezeichnet) die er vieleicht ob des schadens an seinen „Kollegen“ wirklich ziemlich blöd findet?

  11. […] berichtete – aber sehr wohl über die 120 Polizisten, antwortete Björn Werminghaus, und wir zitieren: „Das sind ja auch keine Demonstranten, sondern gewalttätiger […]

  12. nicholas 23. Dezember 2013 at 15:35  zitieren  antworten

    Ysann,

    Ist wohl echt kein Fake… konnte mir nicht vorstellen, dass jemand in seiner Position öffentlich so einen Unsinn schreibt.

  13. […] Gleich drei Baustellen sorgen für alle diejenigen, die sich mindestens als linksliberal begreifen, für Aufregung: Die anhaltende Bedrohung der Flüchtlinge der Gruppe Lampedusa in Hamburg, der zunehmende Ausverkauf der Innenstadt – gepaart mit steigenden Mieten – und eben die Ankündigung zur Räumung der Roten Flora. Jedes dieser Themen birgt genug Raum für Reibungen, die regelmäßig über tausend Leute auf die Straße bewegen. Keines dieser Themen wird von der Stadt sensibel aufgegriffen und behandelt. Im Gegenteil: Bürgermeister Olaf Scholz will endlich Ruhe, behauptet gar, die Lampedusa-Unterstützer verfolgten politische Absichten, die nichts mit dem Schicksal der Flüchtlinge zu tun hätten. Die Evakuierung der Esso-Häuser ist noch nicht einmal eine Pressemitteilung wert und die Demonstranten, die am Samstag Verletzungen davon trugen, werden in ihrer Gesamtheit von der Polizeigewerkschaft sogar als ‚Abschaum‘ abgewatscht. […]

  14. Die Uhr Tickt Weiter 23. Dezember 2013 at 18:11  zitieren  antworten

    Jonny:
    Es zeugt nicht viel von Bildung andere Menschen als “Abschaum” zu bezeichnen. Wie wäre es mit vernünftiger Sachlichkeit und respektvollen menschlichen Umgang…..Muss es überhaupt solch brutalität geben? Geht es nicht friedvoll? Wo sind wir blos gelandet…

    Sag das denen, die sich ständig gegenseitig die Herrschaft in die Schuhe schieben.( und auch gleich noch den HONKs, die diese KRANKHEITEN unterstützen[Po Liz Ei]

  15. […] Aber naja, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, und so fand ich mich heute morgen in Ronys Blog wieder. Nachdem ich nun begriffen hatte, wer mir da eigentlich geantwortet hat, fand ich, man müsse da […]

  16. Marcus 23. Dezember 2013 at 20:14  zitieren  antworten

    JAW,
    leider nicht….nun weiss ich aber wie das geht….man lernt nie aus

  17. Max,
    Hallo Max,
    auch wenn ich mich selbst politisch nicht dem linken Lager zuschreibe, bin ich begeistert von Ihrem Kommentar. Gelebte, Verstandene (und erwachsene) Demokratie. Die Möglichkeit friedlich zu demonstrieren ist ein wunderbares von unserer Verfassung gesichertes Recht. Nicht jedoch die Gewalt, die leider immer wieder bei solchen Demonstrationen passiert. Jeder der sich auf das Recht zur Demonstration bezieht muss sich ebenso klar zu allen anderen Grundsätzen der Verfassung bekennen. Dazu gehört auch die Vermeidung von Gewalt. Vermumte schwarze Blöcke sind der Niedergang freier Meinungsäußerung.

  18. #hh2112 – Eine Linksammlung 24. Dezember 2013 at

    […] Kraftfuttermischwerk Beitrag 1 Beitrag 2, oder wahlweise auch bei S-Online gibt es die Infos […]

  19. Harry 24. Dezember 2013 at 13:45  zitieren  antworten

    Marco J,

    So ein Unfug. Merkst du eigentlich wie widersprüchlich deine Aussage ist? Wer für Meinungsfreiheit ist, darf mit seiner Meinung den Rahmen des Grundgesetzes nicht verlassen… interessante Interpretation von Meinungsfreiheit.
    Diesen Grundgesetzt-Fetisch hab ich noch nie Verstanden. Auch das GG ist ein politisches Dokument in dem bestimmte politische Kräftverhältnisse schriftlich festgehalten wurden. Es ist ein Kompromiss der niemandem völlig gerecht wird. Recht im allgemeinen ist keine absolute Moral und für den Staat gelten aus gutem Grund völlig andere Regeln als für den Bürger.
    Und mal ne blöde Frage: Wenn ich eine Demo mache, weil ich einen Artikel im Grundgesetz ändern möchte (z.B. mehr direktdemokratische Elemente verankern, oder Änderungen in der Finanzverfassung), darf ich mich dann deiner Meinung nach auf die Versammlungsfreiheit berufen oder nicht? Weil der Anlass der Demo ja deutlich macht, dass ich nicht alles im Grundgesetz toll finde.

    Das geht jetzt nicht nur an dich, aber was mich an diesen Diskussionen immer unheimlich nervt sind vor allem 2 Dinge:
    1. Die Vorstellung jede_r der/die gewalt ausübt, macht das nur aufgrund einer psychischen Störung, Gewaltgeilheit und völliger Indifferenz gegenüber dem Anliegen der Demo. Es kann natürlich sein, dass es solche Leute gibt, aber sie machen meiner Erfahrung nach selbst unter den Gewaltbereiten eine verschwindend geringe Minderheit aus. Und mal im Ernst: Wenn jemand einfach nur Bock hat was kaputt zu machen, dann macht er oder sie das nicht bei einer Demo sondern irgendwann Nachts, wenn die Bullen 20 Minuten brauchen bis sie da sind und wenn jemand einfach nur Bock hat Leute zusammen zu schlagen und dafür eine moralische Rechtfertigung zu haben, ist die beste Wahl Polizist_in zu werden (was absolut nicht heißen soll, dass ich denke alle Polizist_innen wäre so).

    2. Die Vorstellung, dass sobald aus einer Demo heraus auch nur eine Flasche geworfen wird, die Polizei das Recht hat ALLES zu tun und zu lassen was sie will. Das ist weder rechtlich noch politisch noch moralisch angebracht und entspringt meiner Meinung nach völlig autoritären und tatsächlich auch undemokratischen Vorstellungen.

    Mit Peace, Love und „Verhandlungen“ hat es noch nie ein besetztes Haus geschafft gehalten zu werden. Die Message geht in dem Fall ganz klar an die Politik und nicht an die Öffentlichkeit: „Wenn ihr die Flora räumen wollt wird das teuer für euch“. Dass das der Weg ist, den man gehen muss wenn man so ein Projekt erhalten will ist leider die Erfahrung die viele solcher Projekte in Deutschland machen mussten. Das liegt auch an einem Grundgesetz, dass es erlaubt solche Räume zu Gunster der Profitmaximierung der Privatwirtschaft platt zu machen. Schon wieder so ein Wert im Grundgesetz, den ich nicht teile.
    Aber so, wie irgendwelche Wirtschaftsheinis einen Scheißdreck auf Meinungsfreiheit geben aber sehr gerne die Eigentumsrechte für sich in Anspruch nehmen, nehme ich die Versammlungsfreiheit für mich in Anspruch und gebe einen Scheißdreck auf Eigentumsrechte.

  20. […] Einsatzstrategie der Hamburger Polizeiführung, die „gezielt Krawallbilder produzieren wollte“; Der stellvertretende Landesvorsitzende und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft empfi…. Björn Werminghaus, seines Zeichens stellvertretender Landesvorsitzender und Geschäftsführer der […]

  21. […] dazu ein Blogpost von Kraftfuttermischwerk, dort findet man einen Twitterauszug, der schon alles […]

  22. Der Meyer 9. April 2014 at

    […] zuletzt bekräftigt auch durch die Äußerungen von Polizeigewerkschafter Björn […]

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