Wien: 1700 Polizisten räumen besetzte Pizzeria

Klingt ein wenig überzogen, aber in Wien will man offensichtlich nichts anbrennen lassen und räumt aktuell ein Haus, welches nach Bitte der Eigentümer im
Jahr 2011 von ein paar Menschen bezogen wurde, um die bis dahin verbliebenen Altmieter zu vertreiben. Weder die Neu- noch die Altbewohner wollten so schnell gehen und gründeten gemeinsam die “Pizzeria Anarchia”.

Die Punks, die der Hauseigentümer – die Castella GmbH – seit vergangenem Herbst gratis im Haus wohnen lässt, sind zwar immer noch dort. Gegen sie wurde aber mittlerweile eine Delogierungsklage bei Gericht eingebracht, wie der Geschäftsführer der Castella GmbH, Avner Motaev, im Gespräch mit derStandard.at bestätigt. Der befristete Mietvertrag lief schon im Juni ab.

Hausbesetzung oder doch nicht?

Die Punks sollten die letzten verbliebenen Hausbewohner eigentlich vertreiben. Anfangs kam es auch tatsächlich zu Reibereien zwischen den alten und den neuen Bewohnern, die sich hauptsächlich in einer leerstehenden ehemaligen Pizzeria im Erdgeschoß aufhalten und das eine oder andere Mal mächtig über die Stränge geschlagen haben sollen. Die Störenfriede wurden aber von den Vernünftigeren von ihresgleichen aus dem Haus geworfen, in der Folge kam es zu einer Art Bündnis von Alt- und Neumietern gegen den Hauseigentümer.

Für diesen sind die Bewohner mittlerweile klassische “Hausbesetzer”. Mieterschützer bezweifeln das aber; schließlich habe Motaev die neuen Bewohner ganz offenbar selbst ins Haus gelassen, argumentiert etwa der Geschäftsführer des Wiener Mieterschutzverbands, Wolfgang Kirnbauer. Die Punks wollen jedenfalls weiterhin nicht ausziehen, demnächst wird es einen Gerichtstermin geben, sagt Motaev. Dieser dürfte spannend werden.

Die Immobilienbesitzer, deren Plan ganz offenbar nicht aufging, haben jetzt die Schnauze voll und lassen die Bude räumen. Im Einsatz sind wohl 1700 Beamte, was 7% aller österreichischen Polizisten ausmacht. Die kamen mit Sondereinsatzkomando, Hubschrauber und Panzerwagen.

Die Räumung, die in Österreich übrigens “Delogierung” heißt, läuft aktuell und gestaltet sich trotz der 1700 Beamten wohl schwieriger als gedacht. Von verschweißten und betonierten Zugängen ist die Rede und wohl auch Scheiße-Kübel und Buttersäure gehen auf die Pollis nieder. Hier der Live-Ticker auf Standard, hier der Hashtag auf Twitter.

Warum eigentlich soll nun geräumt werden?

Nicht ganz klar ist für Kirnbauer außerdem, was die neuen Eigentümer mit dem Haus in der Mühlfeldgasse 12 eigentlich vorhaben, wenn es erst einmal bestandsfrei ist. Schließlich wäre eine Generalsanierung gemäß Paragraf 18 des Mietrechtsgesetzes auch bei noch in der Wohnung befindlichen Mietern – mitsamt einer Erhöhung des Mietzinses – jederzeit möglich. Ein Abriss des aus dem Jahr 1876 stammenden Gebäudes sei jedenfalls kaum möglich, weil es sich in einer Schutzzone befinde.

Am wahrscheinlichsten ist für Beobachter aber ohnehin ein schneller Weiterverkauf. Das Haus mit rund 930 Quadratmetern Nutzfläche soll schon inseriert worden sein, und zwar für 1,95 Millionen Euro samt “bestandsfreier Übergabe auf Wunsch” bzw. um 1,85 Mio. Euro “mit 3 Mietern”. Erworben hat es die Castella GmbH vor einem Jahr um 1,5 Millionen Euro (inkl. Übernahme eines Pfandrechts in Höhe von 117.600 Euro), der Kaufpreis wurde aber später einvernehmlich um 260.000 Euro reduziert, weil das Haus “schwere statische Mängel” aufweise.

Berlin


Tänzchen, gif’d

(via r0byn)

Die “DDR Revue” über Westdeutsche, die in den Osten übersiedelten

Schönes Zeitdokument, auch wenn die Qualität eher “übersichtlich” ist. Die “DDR Revue”, ein Magazin aus der DDR, herausgegeben von der Gesellschaft für Kulturelle Verbindungen mit dem Ausland und der Liga für Völkerfreundschaft der DDR, befragte – ich vermute in den frühen 60ern – noch junge Westdeutsche, die gerade in die DDR übergesiedelt waren zu ihren Lebensumständen. Vermutlich hatte man damals nur die guten Seiten dessen auch gedruckt, aber das war ja meistens so. Vielleicht war das auch schlicht nur Mittel der Propaganda. Hier das PDF.

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 09.58.52

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 09.58.35

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 09.58.15
(via reddit)

West Norwood Cassette Library – Exclusive Nightflight Guest Mix – 28.07.14

Atmsosphärisches, Breaks, ein paar Anleihen vom Garage, bissl Jazz und allerhand House-Pianos mit Bums. West Norwood Cassette Library mixt den aktuellen Exclusive Nightflight Guest Mix und der hätte eigentlich viel mehr Sonne verdient, als ich hier gerade sehen kann.


(Direktlink)

Tracklist:
INTRO: DATA 70 . Return to Form (Space Loops Vol. 1) (Enraptured)
01. J.TIJN . Flat (West Norwood Cassette Library Remix) (forthcoming WNCL Recordings)
02. FALTY DL . Huff & Puff Bruk (Swamp 81)
03. SEVEN DAVIS JR . Friends (Classic)
04. TREVOR DEEP JR . Git Jazzy (featuring Jazzy Doc) (HPT.Y)
05. BOXWORK . That’s His Take (Unconditional Music)

INTERLUDE: DATA 70 . Live In Munich (Space Loops Vol. 2) (Enraptured)
06. LEVON VINCENT . Games Dub (Underground Quality)
07. J KENZO . TVR (Tempa)
08. DJ CAMACHO . Macho Da Macho (Phuture Trax)
09. U KNOW & THE DRILL . Stackin’ Papers (Slapfunk)
10. S3A . The Return of the Ravist (Phonogramme)

INTERLUDE: DATA 70 . On The Corner (Space Loops Vol. 3) (Enraptured)
11. WEST NORWOOD CASSETTE LIBRARY . Missing You (WNCL Recordings)
12. KNOWING LOOKS . Listen To My 45 (WNCL Recordings)
13. PLASTIC SOUL . Body Form (WNCL Recordings)
14. DON FROTH . Live Notes (forthcoming WNCL Recordings)
15. GIRLS OF THE INTERNET . Prostate Exam (WNCL Recordings)

INTERLUDE: DATA 70 . Delay In Glass (Space Loops Vol. 3)
16. DEMDIKE STARE . Null Results (Modern Love)
17. TESSELA . Rough 2 (R&S)
18. WEST NORWOOD CASSETTE LIBRARY . Roots (Hypercolour)
19. NICK HOOK & VIN SOL & MATRIXXMAN . I Can Feel It (Classicworks)
20. PANGAEA . Ivy (Hadal)
OUTRO: DATA 70 . Stylus. (Space Loops Vol. 2) (Enraptured)

Hier findet Ihr…

… die komplette Playlist der Sendung.
… alle bisherigen Mixe noch ein mal zu Nachhören.

“Der Klang der Familie” als Doku: Party auf dem Todesstreifen

Den Namen hätte man sicher treffender und weniger catchy gestalten können, ansonsten aber ist das eine wirklich rundum gute Doku über den Techno in Berlin der 90er Jahre, die sich an der Techno-Fibel “Der Klang der Familie” orientiert.

Felix Denk und Sven von Thülen haben mit ihrem Buch “Der Klang der Familie” vor zwei Jahren ein Must Read über die Zeit nach dem Mauerfall und den Techno in Berlin veröffentlicht. Dieses fasst so ziemlich all das zusammen, was meine Liebe zum Techno damals gebar und zum Teil heute noch ausmacht. Außerdem spiegeln sich darin ganz wunderbar die Wochenenden meiner Jugend.

Lief gerade auf arte, jetzt für sieben Tage auf arte+7. Und jeder, der wissen will, wie das damals mit dem Techno in der Hauptstadt war, sollte sich das ansehen. Junge deutsche Musikgeschichte.

2014 jährt sich zum 25. Mal der Fall der Mauer. Die Dokumentation zeigt, wie 1989 ost- und westdeutsche Jugendliche in Berlin im Schatten des politischen Umbruchs eine neue Kultur etablieren: den Techno. Auf illegalen Partys tanzen alle gemeinsam, Gegensätze zählen nicht mehr. DJs wie Laurent Garnier und Clubbetreiber wie Dimitri Hegemann teilen ihre Erinnerungen an diese Zeit.

Techno verstärkt das Freiheitsgefühl der Wendezeit und nirgends verdichtet sich das Gefühl grenzenloser Möglichkeiten stärker als in Berlin. Im schnellen Rhythmus des Techno verbindet der Film historisches Bildmaterial von Partys und Clubs mit den Erinnerungen von DJs wie Laurent Garnier, Tanith und Marc Redder, Clubbetreibern wie Dimitri Hegemann und Johnnie Stieler, Partygängern und Künstlern. Sie erzählen von der anarchischen Frühphase der Berliner Technoszene und vom Zusammenwachsen Ost-West. Techno ist nicht nur der Soundtrack der Wende, er ist auch der Antrieb für die erste gesamtdeutsche Jugendbewegung.

Dabei ist dies zunächst purer Zufall. Da entsteht diese neue, raue Maschinenmusik, und dann fällt die Mauer. In Ostberlin kollabiert die Verwaltung, die ehemalige Hauptstadt der DDR verwandelt sich in eine „Temporäre Autonome Zone“. Plötzlich gibt es all diese Räume zu entdecken: Keller im staubigen Niemandsland des ehemaligen Todesstreifens oder Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Gefeiert wird in leerstehenden Heizkraftwerken und Fabrikhallen und natürlich: illegal.

Kaum Text, dafür Rhythmus – die Musik ist sowohl für die Kids aus dem Osten als auch aus dem Westen komplett neu. Dazu die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten, die der politische Umbruch bietet. In den Ruinen und Brachen entsteht eine neue Kultur, die zur prägenden Jugendkultur der 90er Jahre wird. Während sich im Rest der wiedervereinten Bundesrepublik bald der Wendekater einstellt, scheinen in der entstehenden Technoszene für eine Weile Gegensätze nicht mehr zu zählen.


(Direktlink)

Blitzebogen, gif’d


(via)

Arschwackeln

Vergesst Twerking!

(Direktlink, via reddit)

Doku: 25 Jahre Techno – Willkommen im Club!

Frankfurt kommt nach Sicht der Frankfurter ein bisschen kurz, aber dennoch gute Doku über die vielleicht wichtigste Musik nach dem Rock’n’Roll.

Die Dokumentation erzählt die Entstehungsgeschichte des Techno, einer Musikrichtung, die Anfang der 90er Jahre noch belächelt, inzwischen jedoch international anerkannt wird und Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Internet-Revolution, die der Musikszene mit ihrer technologischen Experimentierlust völlig neue Dimensionen eröffnete.

Erfunden wurde der „Techno“ 1986 in Detroit. Seine Begründer Juan Atkins, Derick May und Kevin Saunderson waren alle drei stark vom Sound der kultigen Nighttime-Sendung „Midnight Funk Association” und ihrem Moderator Charles „The Electrifying Mojo” Johnson beeinflusst. Den zündenden Funken brachte dann das Hörerlebnis „Autobahn”, das erste Album von Kraftwerk (1974), den Pionieren der Elektromusik.

In Europa entwickelten sich Berlin und Manchester zu den Techno-Hochburgen. In den 90er Jahren fanden hier die ersten Rave-Partys statt. Nach den Hippies der 70er feierten 1988 die Raver ihren „Summer of Love”.

Da der Ecstasy-Konsum explosionsartig anstieg und die Partylust keine Grenzen mehr kannte, verabschiedete das britische Parlament 1994 die „Criminal Justice Bill” – ein Gesetz, das Rave-Partys schlichtweg verbot. Im Gegenzug radikalisierte sich die Techno-Bewegung und hob die „Free Partys” aus der Taufe. Viele Bands wie beispielsweise Spiral Tribe erklärten Techno zum Lifestyle und lehnten die gängige Club-Musik ab als zu kommerziell ab. Mit Daft Punk und ihrem Debütalbum „Homework” (1997) stieg ein neuer Stern am Firmament der Free-Party-Szene auf, der auch Frankreich ein Fähnchen auf der Weltkarte der Technomusik sicherte.

Der Queen Club in Paris organisierte „Respect”-Partys ausschließlich mit Electro. Die Pariser DJs/Produzenten exportierten sich so gut, dass sie das Clubbing wieder salonfähig machten. Die zu ihren Anfängen eher abfällig betrachtete Techno-Musik gilt heute, 15 Jahre nach ihrer Entstehung, ganz selbstverständlich als der Soundtrack der 2010er Jahre.

Heute Abend dann auf arte: Party auf dem Todesstreifen.


(Direktlink)

Wenn ich nicht hier bin

Wald. Windpark. Kinder. Freunde. Unbekannte. Spaßhaber. Schallplattenspieler. Soundsystem. Wasserschlacht. Sonnenuntergang. Lagerfeuer. Wein. Wodka. Liebe. Sonnenaufgang. Ambient. Hängematten. Jazz. Grill. Russischer Pop. Aufnahme missglückt. Im Bulli schlafen. Halli-Galli-Hippie-Shit. Jungs und Mädels, es war sehr schön.

10570074_632351540194229_1984063323_n

10560970_1514446542106714_1979372964_n

10549889_1537874063107013_2025389151_n

10431969_791977290822786_1325839618_n

10547167_1513969045484138_781454893_n

Place to be

Badeschaukel

Kennt ihr noch diese Schiffchen, die man früher auf dem Rummel mit reiner Muskelkraft zum Schaukeln bringen konnte, ja? So was nur mit einem See daneben in Toronto. Wooohooo! Platsch.

(Direktlink, via r0byn)

Unten am See, gif’d


(via Christian)

An Muttis Telefon mit den Shortcuts rumspielen: wenn “Dirty Clothes” zu “Acid” wird

10402414_655818377826625_4036059985900559113_n
(klick für in groß, via Schlecky)

Und wieder ein Plattenladen auf eBay: 20.000 Artikel für £9000

Nachdem im Herbst letzten Jahres der Londoner Plattenladen The Off Beat bei eBay über die digitale Ladentheke ging, scheint sich dieser Verkaufsweg zumindest in UK für Plattenläden fast zu etablieren. Im Januar wurde dort dann Hairy Records aus Liverpool angeboten und nun zieht ein Shop aus Devon nach. Der Betreiber hat keinen Bock mehr, Mietvertrag für den Laden läuft im Oktober aus. Könnte dann wohl eventuell verlängert werden, was aber nicht Teil des Angebots ist. Dieses umfasst 20.000 verschiedene Artikel und führt von Single-Vinyls über LPs, Poster, Tassen, T-Shirts bis hin zu Kassetten. Kosten dafür: £8999. Und ohne Scheiß: wenn ich so viel Geld übrig hätte, würde ich mir diesen Spaß einfach mal gönnen.

$_57

$_57-1

$_57-2

$_57-3
(via FACT)