Tüpen, die im besten Zwirn und feinsten Krawatten bekleidet am Bahnhof, direkt nach dem Verlassen der Bahn, in den Shop stürmen um sich ein Feierabendbier zu kaufen und dieses auf der Stelle öffnen, sind mir auch immer suspekt. Vor allem, wenn es immer wieder die selben sind, die das übrigens auch schon vor dem Bankentriesel taten.

Junge Mädchen, die sich vor dem Klassenausflug noch schnell eine Pommes und einen Cheeseburger reindrängeln, Teenie-Mädels, die sich hinten die Arschfahnen in die Röhrenjeans stopfen und vorne BZ lesen, bärtige Männer mit Indianerschmuck und Büchsenbier, Mitvierzigerinnen, die Wolfskin-Klamotten immer noch als das Höchste ihrer ökologisch-alternativen Weltsicht verstehen, die Punkerlady, die sämtliche Riffs, die ihr der viel zu laute Player durch die Ohren knüppelt, mit der rechten Hand nachzuspielen vermag, der Berliner im Auto, der immer noch nicht verstanden hat, dass er mit seiner Mittelklasse-Limousine keinerlei Chance gegen eine Tram hat. Bumm. Alles wie immer, Morgens um 09:00 Uhr am Bahnhof.

Durch die Nacht mit … Goldie und Skream. Lief letzte Woche auf arte, dokumentiert den Abend der zwei auf dem diesjährigen melt! Festival und ist hiermit jedem ans Herz gelegt, der beide kennt und beide zu schätzen weiß. Der Alte und der Jungspund. Desto später es wird, desto besoffener werden sie. Aber um so interessanter und aufschlußreicher wird das Ganze dann auch. Es zeigt auch, wie weit, diese sogenannte Indie-Industrie und die Elektronik auseinander stehen.

Ich frage mich ernsthaft, ob dieser grandiose Tritt in einen großen Haufen Berliner Hundescheiße, den sich die Telekom da wieder mal geleistet hat, dazu reicht, als Kunde von einem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen zu können. Auch dann, wenn man nicht Jauch, Kerkeling oder sonst wie Explosiv-prominent gerufen wird.

So langsam kehrt hier wieder Ruhe ein. Auch nett irgendwie, aber über sowas schreibt man sich nicht aus.

Ganz ohne Geschwurbel: Graubrot. Alter, liebgewonnener Insinternetzschreibender in neu, nur andersrum.

Was bin ich froh, dass ich einen Mitbewohner habe, der ebenfalls ein Macbook sein Eigen nennt, es aber liebt zu zocken, wozu er dann doch lieber am PC sitzt, so wie die letzten drei Abende auch schon. Ich wünsche ihm ein extrem kurzweiliges Game, was er da gerade spielt und mindestens 34526 Level, die er zu meistern hat. So kann ich zumindest abends in gewohnter Manier am Book sitzen. Das das dann weiß ist stört mich herzlich wenig und wenn ich, so wie heute, 6 Stunden am PC verbringe um den einzurichten und immer noch nicht verstehe, warum es für Windoofs 2000 so gut wie keinerlei Support mehr zu geben scheint, ist das eine wahre Freunde. Reinschlagen könnte ich in die Dose im Büro. Einfach nur reinschlagen.

Bilder: Wehrunterricht in der DDR

Der

Wehrunterricht war als Teil der Wehrerziehung in der DDR zwischen 1978 und 1989 ein obligatorisches Unterrichtsfach für alle Schüler der 9. und 10. Klassen der Polytechnischen und Erweiterten Oberschulen. Der Unterricht bestand aus einem theoretischen Teil in den Schulen, einem Wehr- oder Zivilverteidigungslager und den abschließenden so genannten „Tagen der Wehrbereitschaft“. Die Wehrerziehung setzte sich mit der vormilitärischen Ausbildung während der Berufsausbildung und in der Abiturstufe der Erweiterten Oberschulen fort.

(Wikipedia)


Wenn ich mich recht erinnere, war das Fach “Zivilverteidigung” damals bei den Großen verhasst wie die Pest. Viele junge Männer versuchten mit den verrücktesten Methoden auch nur irgendwie um den Besuch des “Wehrlagers” herum zu kommen. Ich kannte einen, der schüttete einst 250 Gramm Pfeffer in sich rein um seinen Hals dermaßen erröten zu lassen, dass er aus Gesundheitsgründen nicht mitfahren hätte können. Er flog auf, wurde bestraft und musste sich während eines Fahnenappells vor der gesamten Schule eine Klatsche von der Direktorin abholen. Mitfahren musste er zudem auch noch. Wenn ich die Bilder so sehe, bin ich froh, dass ich das zeitlich um ein Haar verpasst habe. Zeesenboot hat etliche Fotos zusammengetragen, die aussehen als währen sie aus einem Buch o.ä., was ja auch egal ist. Pikanterweise wurden die alle am 3. Oktober geuppt.

Orbital – Halcyon (Live)

Neunzigercontent und das hat einen Grund. Ich war irgendwann mitte der Neunziger mal auf einer Timewarp in der Berliner Arena. Was mich daran reizte, war der Umstand, dass man alle Deejays in den klitzekleinen Keller buchte und den abartig großen Floor oben einzig den Live-Acts vorbehielt. Orbital waren angesetzt, was für mich der eigentliche Grund war dort hinzugehen, die wollte ich schon immer mal live erleben. Cosmic Baby war damals auch nicht frei von Reiz meinerseits. Im völlig überfüllten Keller spielte… Is ja auch egal.

Auf jeden Fall mashten, wie das heute heißt, Orbital oben, Bon Jovi mit Belinda Carlisle und Kirsty Hawkshaw und ich war völlig aus dem Häusschen. In diesem Moment hatte ich mir vorgenommen, irgendwann mal der Carlisle´s ihr Heaven is a place on earth durch den Sampler jagen zu müssen. Gerade fiel es mir wieder ein und ich werde das bei Gelegenheit mal tun. Dann muss es aber mindestens so gut klingen, wie hier ab 4:40. Was war ich angetan von dieser Nummer. Und ich hasse(!) Bon Jovi.

(Direkt: Place on Earth)

Kraftwerk – Rückstoßgondoliere (TV-Aufzeichnung 1971, WDR)

Das muß man sich mal reinziehen: die haben es mit diesem Sound in den Siebzigern tatsächlich bis ins Deutsche Fernsehen geschafft. Da bin ich platt. Aufgezeichnet für den “Beat Club” lief das Dingen 1971 im WDR und hat mit Sicherheit einige Muttis und Papis fragen lassen, “Was zum Teufel machen die da eigentlich?”

(Direkt: Verrückte Zeit)

Bundeswehr im Inneren? Dann bin ich ja auch für Politik nur noch im Äußeren. Der Nordpol wäre fein, oder der am Süden. Haben die da nicht irgendwo so einen Bunker, in dem sie Millionen von Samen einbunkern? Oder ist das in Norwegen? Egal. Da jedenfalls ist bestimmt noch ein Regal frei für die Koalition. (Warum nennen die die eigentlich immer noch “große”?) Dann kann das Grundgesetz so bleiben und die Bundeswehr kann diesen Bunker dort beschützen, wo auch immer der sein mag.

365 Days of Sky

Manchmal sind die besten Ideen so einfacher Natur, dass man selber einfach nicht drauf kommen würde. 365 Days of Sky wäre so eine Idee, die so simpel ist, und mir dennoch nie einfallen würde. Es geht darum, ein Jahr lang, jeden Tag, von der selben Stelle ein Foto des Himmels zu machen. Start war am 12.August und endet dementsprechend am 12. August im Jahr 2009. Bis jetzt sind auch alle Tage lückenlos da, mal sehen, ob das so bleibt.

(via we heart it)

Manchmal, morgens, wenn ich in Stadt unterwegs bin und Zeuge werde, wie Lehrer in den Öffentlichen versuchen, ihre Meuten in Form von Schulklassen unter Kontrolle zu bekommen, würde ich sie am liebsten fragen, ob ihnen ihr Beruf denn Spaß macht. Einfach so.

Ein Track – Eine Stunde: Norman Fairbanks – L.A. Machine

Sounds without context don’t make a story, or at least not an audio concept. This seems contrary to my previous recordings, where I claim that pieces taken out of their original context make sense, if put into a new one. I suppose, this time it’s different. If you arrange recorded pasts in a row, connected with each other, then all single parts suddenly draw an aural route and form a new experience, made of elapsed events.

L.A. Machine is a series of such events, combined with sound from custom made machines, recitals of David Lynch and Pink Floyd lyrics, very simple as well as ambiguous Kraftwerk cover versions and new electronic pieces. Sounds like truly eclectic ingredients for an audio concept and in fact, that’s essentially L.A. Machine. This sonic trip will make you feel like walking in my footsteps, becoming a witness of my life throughout a few days in August this year.

(normanfairbanks.com)

Klasse Ambientnummer, die großartig umgesetzt wurde und mir eben den verregneten Abend versüßt. Hach, diese 808.
(via irgendwie mal alle auf einmal)

Paulo Coelho über das Internet, über Blogs, über Esotorik

Man, hat das gedauert, bis die Print-Version dieses Interviews im Netz gelandet ist. Gelesen hatte ich das schon vor 14 Tagen und sehr lange darüber nachdenken müssen. Ich mag diesen Tüp sehr, und nicht nur wegen seiner Bücher. Unbedingt lesenswert.

Coelho: Was verstehen Sie unter Esoterik? Spiritualität? Für mich bedeutet esoterisch etwas Unverständliches, Mysteriöses. Wollen Sie wissen, was für mich wirklich esoterisch ist? Die Ökonomie. Niemand kann Ihnen wirklich erklären, wie die Weltwirtschaft funktioniert.


SPIEGEL: Ihre Internet-Seite wird vor allem deshalb so viel besucht, weil Sie ein erfolgreicher Buchautor sind.

Coelho: Aber auch ein Blog setzt sich irgendwann durch. Nach zwei Jahren hat sich in meinem Fall eine Eigendynamik entwickelt, und nun läuft es von allein. Es sind täglich rund 50 000 Leute, die meine Seite aufsuchen, die auch untereinander diskutieren. Ich selbst schreibe jeden Tag. Es kann übrigens auch jeder kostenlos Bücher von mir herunterladen, in verschiedenen Übersetzungen.

SPIEGEL: Was sagen Ihre Verlage dazu?

Coelho: Die frage ich nicht. Wir stellen die Bücher auch nicht selbst ins Netz. Wir bieten lediglich Links, die zu Volltextdokumenten weiterleiten.

SPIEGEL: Eine direkte Verbindung zu Raubkopierern?

Coelho: Ich nenne sie die Coelho-Piraten.

SPIEGEL: Das können Sie sich leisten. Sie müssen von den Einnahmen Ihrer Bücher längst nicht mehr leben. Aber was ist zum Beispiel mit den Übersetzern? Erhalten die eine Entschädigung?

Coelho: Deren Arbeit wird doch pauschal abgegolten.

SPIEGEL: Zumeist nach Seiten, der Lohn ist nicht gerade üppig. Und auch das müssen Verlage bezahlen, die die Bücher übersetzen lassen. Viele klagen, dass Bücher viel zu billig seien.

Coelho: Zu billig? Für viele Menschen sind Bücher heute schon unerschwinglich. Deshalb soll jeder meine Romane kostenlos bekommen können, aus dem Internet.

Wunderbar. Großer Tüp.

Idee, irgendwer?

Ich glaube, ich werde in die Geschichte eingehen, als der Tüp, der es geschafft hat, wirklich jeden Mac, der ihm unter die Finger kommt, zu schrotten. Nur, ich habe nichts gemacht. Warum passiert sowas eigentlich immer nur mir, verdammt! Hab jetzt versucht, im Safe-Boot zu laden und auch versucht die Zugriffsrechte sowie die HD zu prüfen und zu reparieren. Alles ohne Erfolg. Die HD ist zwar da und wird angezeigt, lässt sich aber nicht prüfen oder reparieren. Ich habe keinen Plan, was das hier nun wieder zu bedeuten hat.

Kennt das jemand?

Warum mein Macbook ausgerechnet heute Nacht den Geist aufgegeben hat, ist mir nicht ganz klar. Es zeigte mir immer nur den ungeliebten Hinweis an, dass ich doch mal restarten solle. Shice, verdammte. Gut, der Video-Stream war offenbar eh arg überlastet, dafür funktionierte die iPhone-App wunderbar.

Das Kraftfuttermischwerk – Blinkenlights Symphony

Wie bereits angekündigt, hier nun der Audio-Stream zu dem absolut besten aller weltbesten Lichtinstallationskunstwerken ever. Hätte es in irgendeiner Art und Weise die Möglichkeit gegeben, das Ganze live durch nen Stream in der Welt zu verbreiten, hätten wir uns gerne als Teil dessen begriffen und hier nicht so eine Xtrawurst gefahren, aber es geht leider nicht anders. Trotzdem finden wir, dass mensch die Möglichkeit haben sollte, beides zeitglich zu bekommen, da eben die Audioseite eine der Beiden der Medaille ist, die beim Sehen gehört werden müsste. Da Stolz eine Eigenschaft ist, die uns beiden ziemlich abgeht, steht dafür die Freude im Vordergrund, die uns beide erfasst, wenn wir darüber sinnieren, dass wir Teil dieser abgefahren Kiste um die Blinkenlights sein können. Wirklich. Ich möchte auch hier nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass das ohne Inge so nicht möglich gewesen wäre, der seit langem mal wieder enorm konzentriert und zielgerichtet gearbeitet hat. Ohne den würde das heute und hier sicher anders klingen.

Bis auf 2-3 Ausnahmen, wurde die Musik einzig zu diesem Anlaß von uns produziert, was für uns auch einfach eine Herrausforderung war. Aber: wenn es schonmal die Möglichkeit gibt, den Bastai seine Stimme durch Toronto zu jagen, dann wollen wir darauf auch nicht verzichten. Das muss dann so. Das ist dann Ehrensache. Natürlich wird es keine großartigen Überraschungen geben. Dem geneigten Hörer wird eben unsere Signatur gegeben, aber dafür sind wir ja nunmal da. Chilling Culture und so.

Ich weiß nicht, was aus den Fragmenten hiernach noch werden wird. Es wird eine Doku geben, die das aufgreift, so viel ist sicher. Es wird auch einiges davon geben, was später via CC-released werden wird, aber erstmal ist das nicht wichtig. Ich hatte kurz darüber nachgedacht, es auf Beatport zu verkaufen, aber werde es wohl bleiben lassen, weil es uns darum nicht geht. Nie ging. Musik ist Weltsprache und keine schnell Geldmache, um mal ein Zitat zu bemühen.

Ich hoffe alles gesagt zu haben, und freue mich wirklich enorm, Teil dessen sein zu können und hoffe auch, dass sich dem fALk sein Lampenfieber in Grenzen hält, wenn er die Lights in Toronto blinken lässt. Ich würde da jetzt nur ungern stehen. Obwohl, vielleicht ja doch…

Lange Rede, kurzer Sinn, here it is:
Das Kraftfuttermischwerk – Blinkenlights Symphony

Das Kraftfuttermischwerk – Blinkenlights Symphony

Länge: 00.30.38
Qualität: 320 kbs Mp3
Größe: 70,2 Mb


Habt Spaß, und genießt es.

Hier ist der Live-Video-Stream, den ihr um 04:00 Uhr möglichst synchron zum Sound hier klicken solltet:

und die iPhone app ist ja sowieso klar, hoffe ich.

Nun denn, morgen früh um 10:00 Uhr nehme ich den Link hier vorerst wieder runter. Nur das keiner sagt, er hätte von nichts gewusst und so.

[Update:] Aktion beendet – Download vorerst wieder raus.

24:00 Uhr – Blinkenlights Symphony Soundtrack

Hiermit offizell: Der Sound zur Blinkenlights Symphony steht hier ab 24.00 Uhr zum Download und wird morgen früh wieder gelöscht. Somit bekommt jeder die Möglichkeit, sich die Show in vollem Umfang ansehen und anhören zu können. Leider ist es technisch nicht machbar, das Audio- und das Videosignal gemeinsam zu streamen, was mir biss´l leid tut, aber weder in unserer, noch in der Hand der Blinker liegt, wie Tim hier erläutert.

[File under: Risikocontent]

Kill your Idols.
Sorry, Bob.
Knocking On Heavens Door