Zum Inhalt springen

Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Doku: Bäm Bäm Westbam

Ich war in den 90ern, nachdem das Matrix in der alten Jakobsstraße dichtgemacht hatte, mehr Gast im E-Werk als im Tresor, weshalb ich schon deshalb nie an den Mixen von Westbam vorbeigekommen bin. Später war ich zu Gast auf einer Mayday in der Berliner Deutschlandhalle und verliebte ich mich in ein viehisch laute Anlage, die ich bis dahin so noch nie gehört hatte. Die Acid Junkies schmolzen mir das Hirn, und ich hörte zum ersten Mal Ultra Shocks „The Sound Of E“, welches Laurent Ho auf die Teller packte und mich damit ziemlich wegklatschte. So klang das damals nämlich.


(Direktlink)

Im Sommer, ein Jahr davor, war ich nach der Loveparade auf meinem ersten großen Rave in der Halle Weißensee. Auch dieser wurde organisiert von Low Spirit, dem Label von Westbam und Co.

Kurz darauf begannen die Leute von Low Spirit auch auf den Dorfdiskos im Berliner Umland aufzulegen. Wenn die Gage stimmte und im besten Fall der halbe Low Spirit Laden mitgebucht wurde, kamen die auch raus. Ich arbeitete damals als Garderobenpiepel in solch einer Disko und bekam dann mit, wie der Techno auf die Dörfer kam. Kurz darauf zog ich aus dem Kaff nach Berlin und widmete mich anderen Ausläufern des Technos in der Hauptstadt, der mit Westbam nicht mehr viel zu tun hatte.

Das E-Werk war dicht, der Sound von Westbam und Co war mir egal und Psystrance wurde für mich immer interessanter. Später dann ging mir diese egozentrisch künstlische Kasper-Attitüde von Westbam immer schnell auf die Nerven. So auch in dieser Doku, die anlässlich zu seinem 50. Geburtstag entstanden ist und gestern auf Arte ausgestrahlt wurde.

Dabei aber fiel mir auf, dass der Mann sich in den ersten Jahren meiner Techno-Sozialisation schon oft in meiner Nähe rumtrieb, wenn auch nicht primär akustisch, denn vieles von dem, was direkt aus seinen Federn kam, konnte man schon damals trotz diverser Bewusstseinserweiterungen manchmal nur schwer ertragen. Mit Ausnahme des Low Spirit Subs „Loud & Slow„, die ziemlich geile Releases hatten. Will heißen: man muss Westbam nicht mögen, um anzuerkennen, dass er eben auch schon so einiges für den Techno getan hat. Wenn auch nicht immer für den Techno, sondern halt auch um seiner selbst willen. Denn Schotter dürften die 90er ohne Ende für ihn abgeworfen haben. Ob es ihm am Ende nur um diesen ging, kann und will ich nicht beurteilen.

Er wird auch nach dieser Doku keiner meiner Helden sein, aber sehenswert halte ich sie dennoch. Auch weil das alles ein Teil meiner Jugend ist. Zumindest in gewissen Maßen. Für alles andere ist dann wohl Tanith zuständig, der dass auch hinter den Kulissen miterlebt hat.


(Direktlink)

Sein, meines Erachtens, beste Stück Musik lieferte Westbam dann tatsächlich auch erst im Jahre 2013 ab. Zusammen mit Richard Butler nahm er „You Need The Drugs“ für sein Album „Götterstraße“ auf. Die Nummer kam als Soundtrack auf B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin und verschafft der Doku eine ganz eigene Note, die ohne diesen Track gewiss eine andere wäre.


(Direktlink)

Einen Kommentar hinterlassen

BILD.de sperrt Adblock-User aus

bilblock

Wer auch nicht mehr versehentlich auf Links von BILD.de landen will, sollte sich spätestens ab heute einenAdblocker installieren. Jene Leser nämlich, die diesen installiert haben, können auf BILD.de jetzt keinerlei Content mehr sehen.

Ich habe keinen Adblocker und hatte bisher auch nicht die Absicht einen solchen zu benutzen. Vielleicht ändere ich meine Einstellung jetzt.

Im Hause Bild allerdings nutzen einige offensichtlich selber einen Adblocker, um nicht ständig von der Werbung abgelenkt zu werden. Der Springer Verlag klagt aktuell die Eyeo GmbH, die die Software Adblock Plus herstellt.

11 Kommentare

Schweden: Ein Club von Bartträgern wird für Terroristen gehalten

Am Samstag trafen sie sich bei einer alten Schlossruine in Schweden 28 Männer die durch die Reihe weg Bärte tragen. Die „Bearded Villains“ wollten dort für ein Foto posieren und trugen eine schwarze Flagge, auf der in weißen Lettern der Name des Bartträgerklubs stand. Irgendwer fuhr mit dem Auto an der Truppe vorbei und alarmierte die Polizei
, da er die Bärtigen für Anhänger des IS hielt.

Ein besorgter Bürger hatte die Beamten alarmiert. Er war in einem Auto an der Truppe vorbeigefahren und dachte beim flüchtigen Hinsehen, sie würden mit einer Flagge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) posieren. Das Missverständnis habe sich schnell geklärt, schrieb Fransson. Die Beamten seien lachend davongezogen.

Yesterday, we had our Bearded Villains flag shoot at a castle ruin called Braehus.

In the middle of the shoot, two…

Posted by Andreas Fransson on Sonntag, 11. Oktober 2015


1 Kommentar

Doku: Dunkles Deutschland – Die Front der Fremdenfeinde

Eine Doku, die nachher im Ersten läuft, jetzt aber schon in der Mediathek und auf YouTube zur Verfügung steht. Besorgte Nazis aller Orten.

HoGeSa, PEGIDA, Die Rechte, Der Dritte Weg, NPD, AfD – sie alle arbeiten dran: An einer „Volksbewegung“ von rechts, die sich gegen alles Fremde richtet. Mit Macht versuchen Rechtsextremisten, aus Verunsicherung, Wut und Angst der Menschen Kapital zu schlagen und Proteste gegen Flüchtlingsheime zu organisieren. Und sie gehen den entscheidenden Schritt weiter: Auch vor Gewalt schrecken die Hardliner nicht zurück.

Die Reporter Jo Goll, Torsten Mandalka und Olaf Sundermeyer zeigen, mit welchen Strategien Rechtsextremisten das demokratische Gemeinwesen bedrohen. An Orten wie Nauen in Brandenburg oder Heidenau in Sachsen ist ihnen bereits der Anschluss an die bürgerliche Mitte gelungen. Dieser Anschluss gelingt im Westen bislang nicht. In Nordrhein-Westfalen oder Bayern zündeln Rechtsextremisten ohne Unterstützung der breiten Masse – noch.


(Direktlink)

53 Kommentare

Skateboarder starten Petition gegen Skateboarden bei Olympia 2020

3465282348_7a1291cae9_z


(Foto: Alexander Hommel, CC BY 2.0)

Die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio haben kürzlich erst fünf neue Sportarten für die Aufnahme in ihr Programm empfohlen. Neben dem Baseball/Softball, Karate, Sportklettern und Surfen ist auch angedacht, ab 2020 das Skateboarden olympisch zu machen. Profis wie Tony Hawk und Shaun White haben sich dem gegenüber wohlwollend geäußert, andere Skater sind da nicht so angetan und haben nun eine Petition gestartet, die dafür sorgen soll, dass das Skaten eben nicht olympisch werden soll.

Die Petenten meinen, „Skaten sei kein Sport“, passe nicht zur olympischen Idee und haben offenbar Angst, vereinnahmt zu werden. So kann es gehen.

“We feel Olympic recognition will not due justice to the purity, individuality and uniqueness of skateboarding culture. We feel dedicated viewers of the Olympic games will not be interested in skateboarding. Skateboarding should not be viewed or utilized as a sport or game or used as a marketing tool for the personal gain of organizations. Skateboarding competition as presented to the public eye today is primarily invitational-only television productions for the purpose of attracting high paying corporate sponsors. These programs are very unpopular, poorly attended, and most skateboarders do not watch them because they do not represent what skateboarding is really about.

The typical skateboarder does not have anything in common with an Olympian athlete. Athletes train endlessly, have trainers, coaches, hard schedules to keep, many competitions and a true dedication to their goal of winning a gold metal. Skateboarding does not fit this scenario. The majority of skateboarders do not have a desire to compete against other countries. Skateboarders do not work upward towards a competitive goal of receiving metals. Skateboarding is an individual creative activity and skaters enjoy lesser known, non-televised, informal competitions among their peers with no corporate sponsors for the mere purpose of having fun.”

(via Good)

2 Kommentare

Bewegte Lichtbilder projizierende Dreiräder

anim-2 anim-1

Das aus São Paulo stammende Künstlerduo VJ Suave von Ygor Marotta und Ceci Soloaga Dreiräder entwickelt, mit denen sie im Dunkeln durch die Straßen fahren und Visuals an Häuserwände projizieren. Dazu gibt es Musik.

The São Paulo-based artists pack these hefty trikes to the gills with all manner of batteries, laptops, speakers, and high-powered projectors so they can roll through the night with crowds in tow as their animations spring to life against the urban backdrop. Using the on-board computers, Marotta and Soloaga are able to manipulate the videos in real-time to play certain animations tailored to different environments, creating unpredictable moments between space, audience, and art.

(Direktlink, via Colossal)

1 Kommentar