Zum Inhalt springen

Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Die leicht schrullige, alte Dame, Marke „Charlottenburger Original“, trägt Pelzmantel und einen darauf abgestimmten Hut – auch aus Pelz – und sagt sehr wohlmeinend und auch scheinbar erstaunt zu mir: „Der Hund“, mein Hund, „hat aber ein wirklich wunderschönes Fell!“

Im Hinblick darauf, dass sie auch in der nächsten Wintersaison einen neuen Mantel brauchen könnte, suchte ich sehr schnell den Abstand zu ihr.

Einen Kommentar hinterlassen

Als mich sanft der warme Südwind am Strand wach küsste die Laubgebläse vor dem Fenster mit ihrer Flugzeugturbinen-ähnlichen Lautstärke aus dem Schlaf rissen, musste ich unweigerlich daran denken, wie wir als Kinder bei der Oma auf dem Dorf immer in den Kirchturm kletterten, um von dort mit der Knicker auf die Tauben zu schießen.

Ich verstehe diesen Gedankengang noch nicht so ganz, aber ich glaube, ich habe da so eine leise Ahnung.

Ein Kommentar

Gunter Gabriel covert Radioheads „Creep“, nennt es „Ich bin ein Nichts“, und spielt es live im Hamburger Knust.

Und das ist so übel, da es mir hier nicht reinkommt. Überzeugt euch ruhig selber.

Ich mag den Gabriel nicht, mochte den nie. Ich weiß, dass Alter milde macht und viele, die ihn einst nicht mochten, ihm jetzt doch irgendwie zugestehen, dass er was zu sagen hätte. Für mich bleibt er der ewige polternde Prolet, der sich in die Ohren der Trucker LKW-Fahrer und der Bauarbeiter gesungen hat. Furchtbar. Dafür habe ich meinen Frieden mit Udo Jürgens gemacht. Alter und Milde und das. Aber das ist eine andere Geschichte.

2 Kommentare

Eigentlich wollten die netten Herren Rohrleitungsbauer hier auf Arbeit nur mal eben die Zu- und Abwasserleitungen erneuern. Bilanz bisher: Ein aus dem Boden gerissener Außentisch, an dem eigentlich 20 Leute Platz haben, wenn sie am Grill sitzen und der einen halben Meter tief in die Erde betoniert war. Zwei komplett zerstörte Abwassergruben, die bis letzte Woche eigentlich noch in Ordnung zu sein schienen. Daraus resultierend: zwei Riesenlöcher im Garten, die locker je 10m3 haben und in denen die Gruben steckten. Ein abgefahrenes Gartentor, was im Garten rumliegt und zusätzlich ein ganzes zerlegtes Zaunteil, was irgendwo dahinten steht.

Die lassen sich nicht lumpen, die Herren, die meinen es wirklich ernst. Aber hey: Ich habe hier jetzt immerhin neue Zu- und Abwasserleitungen. War alles ganz easy.

Und wo sind eigentlich meine blutdrucksenkenden Medikamente?!

Einen Kommentar hinterlassen

„Wir waren Franz Müntefering“ – Vorspielgelung mitunter wahrer Tatsachen

Mit dem jetzt angekündigten Rückzug von Franz Müntefering endet auch die Geschichte seines Twitter-Accounts, den wir Metronauten einfach mal gekapert hatten. Wir haben SPD-Ortsvereine an der Nase herumgeführt, Medienforschungsinstituten die Studien versaut, Robert Basic reingelegt und zahlreichen Medien falsche Zitate in den Block diktiert. Doch nun einmal alles von Anfang an – die Chronik unseres ganz persönlichen Onlinewahlkampfes:

Ein Netzprofil im Jahr 2009, Kommunikationsguerilla ala Metronaut. Und das war mit Sicherheit nicht das letzte seiner Art.
(via Netzpolitik)

Einen Kommentar hinterlassen

Endvierzigerinnen in pinkem bauchfreiem Top, rosa bauchfreier Lederjacke darüber, Röhrenjeans, die mindestens 2 Nummern zu röhrig ist, blonder Dauerweille und hohen roten Lack-Pömps, sind nicht unbedingt das, was ich ich abends in der Bahn neben mir haben muss. Schon gar nicht wenn sie dann noch Prosecco aus der Dose trinken.

Einen Kommentar hinterlassen

Er ist einer der typischen Bahnhofs-Punks, mit seinen fast 30 gealtert zwar, aber immer noch bemüht, unter den weit jüngeren seiner Kumpels nicht aufzufallen. Er trägt Neuner-Martens, ungefärbten Iro, eine abgerissene hoch gekrempelte Jeans, eine Kutte, über der eine Weste sitzt, die ihre besten Zeiten schon lange hinter sich hat und nur durch die unzähligen Aufnäher zusammengehalten wird: Daily Terror, Dritte Wahl, Wir sind für jeden Spaß zu haben – 110. Die Sticker eben, die man auch in den 90ern schon tragen konnte. In der Hand hat er ein Sternburg, was er schnell noch leert, bevor er in den Bus einsteigt. Nachdem er seine Schuhe ganz punk-like auf der gegenüberliegenden Sitzfläche geparkt hat, die er vorher eigens mit der großen Klapplasche seines Rucksackes ausgelegt hat, damit seine Schuhe keinen Dreck auf den Sitzen hinterlassen, greift er tief in seinen Rucksack und kramt ein Buch hervor. Dann lehnt er sich schmunzelnd zurück, nimmt das Lesezeichen aus circa der Mitte des Buches und liest. Als ich aussteige kann ich einen Blick auf das Cover werfen. Er liest ein Buch von Rainer Büttner, er liest ALF.

2 Kommentare