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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Doku: Günter Wallraffs Einblicke in die Welt der Obdachlosen – Unter Null

Man kann von Wallraff halten, was man will. Die Rollen die er sich selber überhilft, sind eben diese Lebensläufe, in die sich kaum jemand freiwillig reinsehen lässt, wenn überhaupt irgendwer Interesse an diesen äußert. Außerdem war „Ihr da oben – wir da unten“ jener Zeit das erste Buch, was ich in diesem Land von diesem Land gelesen habe.

Hierfür

„hat er die Kälte in unserem Land erforscht – und hat bei minus 20 Grad auf der Straße übernachtet
Im Winter 2008/2009 hat sich Günter Wallraff unter Menschen begeben, die alles verloren haben: Ihren Beruf, ihr Geld, ihre Bleibe, ihre Familie. Für seine Reportage „Unter null“ hat er am eigenen Leibe erfahren, wie Obdachlose in Deutschland leben. Er verbrachte die kältesten Tagen des Winters auf der Straße, bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad – und erfuhr dabei erstaunlich viel Wärme von seinen Leidensgenossen.“

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Ein Lied für alle homophoben Gangster-Rapper

Eigentlich für alle Homophoben. Und diese Nummer hätte ich dann gerne beim nächsten Echo live auf der Bühne. Vor der Verleihung des „besten Hip Hop Acts national“. Und dann die Totale von allen Gesichtern, für die dieses Liebeslied geschrieben wurde. „Leck mich am Arsch!“ Das wäre ein Spass hoch³!


(Direktlink, via Blogrebellen)

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Ich glaube, den Eistee und die Tüte Eykaliptus-Bonbons hat er im Bahnhofs-Shop vorhin nur gekauft, damit sein Becks und der doppelte Flachmann Doppelkorn um 08:30 Uhr nicht all zu sehr auffällig wirken. Auch deshalb hat er wohl 0,74Cent Trinkgeld da gelassen. „Ihr Weihnachtsgeld. Hohoho.“ wie er sagte, worauf sie ihr routiniert gequältes Lächeln aufsetzte. Immerhin aber trank er dann wider Erwarten doch nicht zuerst das Becks, sondern den Eistee. Nach dem Doppelkorn.  

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„Diese Dixi-Klos sind schlimmer noch als Schweinegrippe!“ sagte der alte Mann zu seiner Frau und pisste direkt hinter den Glühweinstand. „Ich habe mir aber extra den Schal davor gehalten, damit es keiner sieht.“

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Travel Pussy – Die künstliche Vagina

Nein, ich mache hier jetzt nicht auf Schweinkram, und nein, das ist kein Scherz. Das Bild ist grottenschlecht, reicht aber als Beweisfoto.

Ich bin heute an einem Kondomautomaten vorbeigekommen, in diesem steckte dieser Wahnsinn – die künstliche Vagina. WTF24?! Natürlich habe ich das Teil nicht gezogen, worüber ich mich jetzt etwas ärgere. Da sind ja so die Sachen, die sonst keiner sieht, weil sie keiner zeigt. Allerdings, man stelle sich vor, ich hätte das jetzt hier gebracht so in echt und so: was sollen die Leute denken?

Und eigentlich will ich auch gar nicht weiter drüber nachdenken. Die künstliche Vagina, ich fass‘ es nicht!

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Lauthals klagt er, schreit er, geifert fast, der alte Mann, als er in die Kaffeetasse blickt, die er soeben frisch gefüllt und mit noch dampfendem Inhalt über dem Tresen der Baguetterie von der netten Bedienung entgegen nimmt, sie auf seinen Tisch stellt und sich irgendwie komisch mit seinem Körper und seiner geöffneten Jacke über die Tasse gebeugt hat. „Die scheiß Milch ist sauer!“ blökt er durch den Laden und versaut die ruhige freitägliche Atmosphäre in dem Laden. Alle schauen über ihre Zeitungen hinweg, erst in ihre Tassen, dann auf den Lauten, der sich weit in eine Ecke gesetzt hat. Stille. Der Blick ihn ihre Tassen sagt ihnen, dass ihre Milch nicht schlecht war – sie lesen weiter. Menschen eben.

Als der Alte merkt, dass er in den hier Anwesenden keine Koalitionspartner finden wird, die ihm im besten Fall zu einer neuen, einer kostenlosen Tasse Kaffee verhelfen können, versucht er es im Alleingang. Lautstärke soll sein Argument sein, und die Flocken in seiner Tasse. Er klagt, er schreit, er will einen neuen Kaffee. „Auf der Stelle!“

Die nette Bedienung, kampferfahren und siegessicher, prüft in aller Ruhe die kleinen, blitzenden Edelstahlkännchen, aus denen wahlweise Kondens- oder H-Milch raus läuft um den Kaffee zu blondieren. Sie schüttelt mit dem Kopf, „Hier is nüscht sauer,“ sagt sie bestimmt. „allet frisch, wie immer bei uns. Und bei die Anderen iss ja wohl och nüscht sauer, wie de sehen kannst.“ Die Anderen, die das Geschehen nun offenbar doch interessanter finden, als die Nachrichten von gestern zu lesen, nicken beipflichtend. Unentschieden.

Doch der Alte gibt nicht auf und holt das Bolzplatzvokabular raus: „Son Sauladen hier! Nich mal n Kaffee können die hier richtich machen! Ick komm hier nicht mehr hier. Könnta vajessen, sach ick euch, vajessen könnta dit. Und meine Kumpels kommen hier och nicht mehr, dat dit klar is!“ Seine Stimme überschlägt sich, sein Gesicht wird roter und roter, alle Blicke richten sich auf ihn.

Die Bedienung atmet sich beruhigend tief ein und setzt etwas lauter doch als vorher, aber gemessen an der Situation immer noch ruhig zu einem Absatz an. „Ick hatte ja jedacht, dat de da von alleene druff kommst, aber wennde hier son Terror machs’t, dann muss ick jetzt och mal etwas deutlicher werden. Jeden Tach kommst hier rinn, koofst dein Kaffe schwarz und allet is super. Heute aber willste den mit Mülsch und wunderst dir, dat die Mülsch flockt? Dat dir aber och selber nüscht dabei uffällt, vastehste? Dein Schnapps nämlich den de dir da imma in den Kaffe machen tust und die Mülsch, die vertragen sich nich. Die kommen nicht zusammen und deshalb wird die Mülsch sauer. So einfach is det. Also lass den Suff weg oder eben die Mülsch, klar?“ Sie holt Luft und sieht in sein arg verblüfftes Gesicht. „So. Und jetzt setzte dir wieder uff deinen Hintern da hinten inna Ecke und machst hier keen Theater mehr! Ansonsten fliegst de nämlich schneller raus, als de kieken kannst, dat det mal och kla iss, wa!“ Knock Out – Runde 3.

Er trollt sich in seine Ecke und trinkt seinen Kaffee, mit den Flocken, mit dem Schnaps. Alle schmunzeln, ich auch. Alle gucken wieder in ihre Zeitungen, ich gehe.

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