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Kategorie: Nur mal so

Ich vermisse die Mittwochabende im Fabrikgarten Potsdam mittlerweile wirklich sehr. Selten konnten wir so durchweg abwegige Dinge auf die Teller packen, wie zu jener Zeit. Ach, was war das immer schön.

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Einsiedel

Eigentlich sollte es nur ein Kindergeburtstag der etwas besonderen Art werden. Nach ein wenig Überlegung und dem Tipp eines befreundeten, elfenähnlichen Wesens entschieden wir, die 250 Kilometer hin und die 250 Kilometer zurück in die Kulturinsel Einsiedel abzureißen. Weil: Heidepark macht jeder und das mit den Elfen, den Zwergen und den Trollen liegt der Kindergeburtstagsgastgeberin irgendwie im Blut am Herzen. Dann kann man auch mal früh aufstehen und spät wieder Heim kommen. Was wir sahen, war nicht nur für die Kinder eine wahre Freude, sondern auch für mich die reinste Traumreise. Unglaublich schön für alle Träumer/innen, Mystikologen und Restkindgebliebenen. Eine Reise in eine andere Welt. Paar Bilder noch, die nicht annähernd das Erlebte wiedergeben können.

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Das kalte Grausen

Immer wenn ich übers Land etwas tiefer in den Osten hineinfahre, stelle ich mit Erschrecken fest, wieviel dort an Bauten zerfällt und sich offenbar keiner drum kümmert. Nicht kümmern kann, nicht kümmern will. In Richtung Norden hat sich das in den letzten Jahren etwas gefangen, zeichnet aber immer noch traurige Bilder des Zerfalls. Als ich heute die östlichste Gemeinde Deutschlands anfuhr, das von Cottbus nur noch per Landstraße, ereilte mich in fast jeder Gemeinde das naive Gefühl, dass man da doch mal was machen müsste, dass man da was retten könnte. Grausig stellte ich fest, dass das wahrscheinlich aber nicht den geringsten Sinn machen würde, denn dort würde auch ich nicht mal tot über dem Zaun hängen wollen. Wer das Unglück hat, dort hin geboren zu werden, will sicher nur noch eins: Weg. Alles grau, alles desolat. Wie in der Kindheit, der eigenen.

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Als ich vor drei Jahren mit ihr auf einer Dienstreise unterwegs war, saßen wir abends immer vor dem Polnischen Hotel, direkt an der Schnellstraße, da sprach sie über ihre Sehnsüchte nach der Liebe, einem Mann, einer Familie, ja, Kinder wollte sie unbedingt. Man wird ja auch was älter und die biologische Uhr tickt ja auch, sagte sie immer wieder. Jetzt fahre ich auf ihre Hochzeit. Sie wird mit einem rundlich geformten Bauch ihr Jawort geben.
Als ich eben ihre Hochzeitskarte kaufte, lief im Radio „Purple Rain“. Schön.

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Langsam gehts ja los

Als ich eben an einem Gullideckel vorbei lief, hatte ich ernsthaft das Gefühl, Stimmen aus dem Untergrund zu hören, aus dem Gullideckel. Als ich näher ran ging, stehen blieb und lauschte, entpuppten sich die Stimmen als das Rauschen von Wasser. Puh, dann geht das ja noch.

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Jetzt vor genau neun Jahren fuhr ich ziemlich verkatet ins Krankenhaus. Wir hatten den Abend davor viel zu viel getrunken, klar, die bessere Hälfte war nicht da, das musste man ausnutzen. Auf dem Hinweg ins Krankenhaus war ich noch kinderlos, wie das so heißt, doch fünf Stunden und jede Menge Schweißperlen später sollte sich das ändern. Es war ein sonniger, schöner Tag. Abends dann tranken wir noch mehr und machten noch ganz andere Sachen.

Seitdem zieht die Zeit viel schneller an einem vorbei oder nimmt einen viel schneller mit, je nach Belieben.

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