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„Lügenpresse“ ist das Unwort des Jahres 2014

Sprachwissenschaftler aus Darmstadt haben den NS-Kampfbegriff „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres 2014 gekürt.

Es wäre schön, wenn Unworte ganz allein ob der „Auszeichnung“ sich wieder von selber abschaffen würden. Ich fürchte aber, dass uns dieses Unwort noch einige Montage begleiten wird. Immer dann nämlich, wenn sich Medien auf den Pegida-Demos als solche zu erkennen geben. Vielleicht wäre es tatsächlich mal an der Zeit, diese Leute dort medial komplett zu ignorieren. In der Berichterstattung kann man es denen danach eh nie gerecht machen.

Übrigens: Die Hannoverische Allgemeine hat noch kurz vor der Bekanntgabe irgendwas mit Porno auf dem Schirm gehabt.

Übrigens 2: Die Welt mag den Titel nicht annehmen.


5 Kommentare

  1. Ronny13. Januar 2015 at 13:41

    da]v[ax,

    Öhm… Die „Lügenpresse“ hat genau diese Story heute auch. Und ebenfalls kritisch. Vielleicht könnte es ja sein, dass sie es zu Beginn auch tatsächlich nicht besser gewusst haben. Das läge ja durchaus im Rahmen des Denkbaren. Und nein, man muss sich nicht mit einem dümmlichen, alles verallgemeinernden Nazibegriff verunglimpfen lassen.

  2. glamorama13. Januar 2015 at 18:59

    Lächerlich ist der Begriff „Lügenpresse“ vor allem wegen seiner impliziten Pauschalisierung.

    Bei aller Abscheu, die mich angesichts der braunen Problembären und ihrer wüsten Parolen überkommt, muss ich dennoch zugestehen, dass sich unsere Medienlandschaft in den vergangenen Monaten mit ihren Euphemismen („Freiheitsdemo auf dem Maidan“), ihrer Einseitigkeit („Stoppt Putin!“) und ihrer Heuchelei („Wir sind Charlie“) auch nicht gerade als „Wahrheitspresse“ qualifiziert hat.

    Die Rügen, die der Deutsche Presserat beispielsweise im Rahmen der Ukraine-Berichterstattung erteilt hat, stützen diese Sichtweise leider ebenso wie die Tatsache, dass Pegida von eben jener Presse konsequent als „islamkritische Bürgerbewegung“ und nicht als ausländerfeindliche Zusammenrottung mit rechtsextremen Hintermännern bezeichnet wird, obwohl Letzteres der Realität deutlich näher käme.

  3. spartacus13. Januar 2015 at 19:51

    Wenn die ***presse Pegida ignoriert, hört es auf zu existieren. Die Medien haben Pegida aufgebaut.
    „Information ist die Währung der Demokratie“ – Thomas Jefferson
    Somit wird Medienkontrolle zum Zaumzeug der Wähler und zur Brechstange der Macht. Als kleinen Filmtip würde ich „Wag the Dog“ empfehlen, und noch so ein neunmalkluges Zitat nach schubsen:
    „Die Lehre von der Freiheit des Willens ist eine Erfindung herrschender Stände.“ – Friedrich Nietzsche

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