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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Am Anfang weißt du gar nicht, wo das alles enden wird.
Am Ende weißt du gar nicht, wo das alles angefangen hat.

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Wer es progressiv mag, kann sich gerne mal den Oktober-Mix von Piet laden. Es gibt so Garanten für wirklich gute Sets. Was kümmern einen da Namen und irgendwelche Hypes. Es gibt nunmal Deejays, die mehr sind als Hypes und die mit solchen auch gar nix zu tun. Sie sind eben einfach nur fantastische Mixmaschinen und werden das womöglich immer bleiben. Weil sie das lieben, was sie da tun. Scheiß doch auf die großen Namen, die werden eh ohehin schon immer überbewertet. Den letzten Mix von ihm „Upstream “ hatte ich über Monate nicht vom Player schmeißen wollen und auch immer wieder gehört. Mit dem aktuellen könnte das ähnlich verlaufen. Ganz große Filmmusik, wenn man so will.
Und jetzt schick mich auf die Reise.

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Auf den Ziegeln lag der Frost der Nacht. Wenn es nicht windig war, lagen alle noch auf den Dächern und machten aus dem dunklen Rot, was doch immer grau schimmerte, weiße Zelte, die mächtig in den Himmel ragten und schon vom Winter erzählten. Wenn es doch mal windig war, fielen sie zu Hauf von den Dächern und lagen dann gebarsten auf dem Gehweg, den es zu gehen galt. Auch hier waren sie noch weiß bedeckt und man wusste, die warmen Zeiten sind vorbei. Man lief um sie herum, kickte sie hin und her und holte sich Anranzer, von allen Hausmeistern, an denen man, bis man den Weg zur Schule geschafft hatte, vorbei musste. Die Ziegel sollten ganz bleiben und irgendwie den Weg zurück auf die Dächer finden, um die nächtlich enstandenen Löcher auf den Dächern zu schließen. Ziegel gab es wohl nicht so viele und die, die den Weg nach unten noch halbwegs unbeschadet überstanden hatten, sollten wieder rauf. Rauf zu den weißen Zelten, um sie wieder dicht zu machen. Im Regelfall blieben sie dort dann bis zum nächsten großen Wind und fielen wieder auf die Gehwege. Von Glück konnte man sprechen, wenn sie dabei nicht die Säufer erschlugen, die nachts aus der Treffpunkt-Gaststätte ihren Weg nach Hause wankten. Tüpen wie Kutte vielleicht, die es auch damals zu Hauf schon gab.

Auf dem Schulhof ergab sich einem ein ähnliches Bild. Ziegel soweit man sehen konnte. Man musste dann immer schnell ins Gebäude, damit nichts passieren könnte mit den noch kleinen Köpfen. Da hätte auch das Pionierkäppi nichts ausrichten können. Soviel wussten sie. Man schlurfte dann durch das alte Schulhaus, was vor 1945 eine Kommandozentrale für den sich im Bau befindlichen Flughafen war, schaute bei den Hausmeistern vorbei, die unten im Keller die riesigen Öffen heizten, damit es wenigstens halbwegs warm wurde. Sie taten das schwitzend, mit freiem Oberkörper und großen Schippen. Schnell waren sie und gechickt. Sie ließen sich gerne dabei zusehen, es machte sie ein wenig stolz, so eine wichtige Aufgabe erledigen zu dürfen. Wenn mal einer der beiden nicht da war, merkte man das umgehend. Es war kälter in den Räumen. Wenn man genug davon hatte, ihnen beim Schuften zuzusehen, schlurfte man weiter. Zum Werklehrer vielleicht, der in seinem Raum eine große Karte an der Wand hängen hatte. Eine Karte, auf der Flugplatz komplett dargestellt war, so wie Adolf in bauen lassen wollte. Der Werklehrer war ein netter Mann und der einzige, der politisch nicht so verbrähmt war, wie fast alle anderen Lehrer. Er erklärte einem all diese Sachen vom Flugplatz und von dem, wie weit die damals kamen und warum sie nicht noch weiter bauen konnten. Er sammelte alles darüber und bewahrte es in seinem kleinem Raum auf. Nicht um es den Schülern zu zeigen, sondern um es bei sich zu haben. Manchmal lief er am Wochenende mit dem Spaten in der Gegend rum und buddelte irgendwelches Zeug aus der Erde. Man fand sowas spannend damals, man war klein.

Die Klassenräume waren groß, mitunter ziemlich kalt und rochen nach einer Mischung aus nassen Klamotten, Schulstullen, die noch irgendwo in den Bänken lagen, Qualm aus den riesigen Öffen im Keller und manchmal auch ein wenig nach Pisse. Der Gestank von den Toiletten kroch durchs ganze Schulhaus. Auch wenn die Türen alle zu waren. Die Fenster waren undicht und zog es einem immer kalt um den Nacken, wenn man da so saß. Die Jacken mussten auf dem Flur hängen bleiben, so das man sie nicht überziehen konnte. Das ergab ein lustiges Bild, wenn man mal wieder dem Unterricht vor der Tür beiwohnen musste, was ja hin und wieder mal vorkam. Da hingen dann auf einhundert Meter Flur massig viele Jacken zwischen den Türen und sahen so aus, als würden ihre Träger noch in ihnen stecken und alle brav an der Wand stehen. An guten Tagen, wenn man bis zum nächsten Klingeln noch Zeit hatte, verstauschte man einige von denen. Auch über die Etagen. So kam es vor, dass die Tüpen aus der Zehnten, die ganz oben im Haus untergebracht waren, ihre Jacken im Keller wieder fanden, wo die Ersten lernten. Wenn sie rausbekamen, wer dafür verantwortlich war, fanden sie das nicht zum Lachen. Wohl dem, der einen großen Bruder hatte.

Wenn es mal all zu kalt war, beide Hausmeister krank waren, so dass keiner heizen konnte, oder es eben sehr stark stürmte, wurde die Schule ganz geschlossen und man konnte den Weg, wieder mit den Ziegeln kickend, umgehend zurück gehen. Zu Hause wartete der Ofen darauf, dass man ihn fütterte. Asche raus, runter in den Keller, um die Kohlen zu holen anheizen und erstmal für eine halbe Stunde wieder ins Bett kriechen, damit es auszuhalten war. An guten Tagen hatten die Eltern das morgens noch gemacht. An schlechten, wenn auch sie schon weg mussten, war man dafür selbst verantwortlich. Für alle Zimmer wohlgemerkt. Asche raus – Kohle rein. Jeden Tag. Man hat es gehasst. Jeden Tag die Kohlen aus dem Keller schleppen – immer Abends vor dem Essen. Nach nach der halben Stunde unter der wärmenden Decke und dann, wenn die dick zugefrorenen Fenster endlich den Blick nach draußen zuliessen, verließ man das Bett und genoß die wohlige Wärme, die aus dem Ofen bullerte. Solange bis es wieder Nacht wurde und mit ihr die Kälte kam.

Wenn man morgens mal nicht soviel Geduld hatte und auf die Wärme warten wollte, setzte man sich in die Küche und machte alle Flammen das Gasherdes an, schloß die Tür und wärmte sich dort. Genau so, wie ich es heute tue.

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Heute ist so ein Tag an dem nichts mehr geht. Keine Zeilen mehr, die es zu schreiben gibt, keine Bassline, die es einzubauen, die es zu basteln gibt, keine Meldodie mehr, die raus muss. Kein Nichts. Einfach nur mal Musik hören, die einen erdet, einen runterholt von diesem ganzen Wahnsinn, der sich da draußen täglich um einen herum abspielt. Booka Shade haben die neue DJ Kicks auf K7! zusammengemixt und die erdet einen wirklich so richtig. Und morgen dann – mit dieser Platte im Ohr – wird alles wieder besser sein, hoffe ich. Elektronik brauch keine vielen Schubladen, die ohne hin immer viel zu klein sind, für das, was die Leute da so reinstopfen wollen.

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Wenn Du morgens wach wirst und Du feststellt, dass dir das Kreuz dermassen weh tut, so als sei nachts ein Planierraupe drüber gefahren, dann merkst Du, dass Du alt wirst. Und das nur wegen den paar Quadratmetern, die Du am Tag zuvor umgegraben hattest. Autsch.

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Wort zum Sonntag

Früher war alles besser,
früher war alles gut,
da hielten alle noch zusammen,
die Bewegung hatte noch Wut.

Früher, hör auf mit früher,
ich will es nicht mehr hörn.
Denn damals war es auch nicht anders,
mich kann das alles nicht störn.

Ich bin noch keine 60
und ich bin auch nicht nah dran.
Und erst dann werde ich erzählen,
was früher einmal war.

Solange Johnny Thunders lebt,
solange bleib ich ein Punk.
Solange es was zu trinken gibt,
dauern alle unsere Feste an.
Solange ich noch zwei Freunde find,
werden wir durch die Straßen ziehn.
Solang die Wellenreiter lästern,
weiß ich, dass es nichts Besseres gibt.

Früher war alles besser,
früher war alles gut,
da hielten alle noch zusammen,
die Bewegung hatte noch Wut.

Früher, hör auf mit früher,
ich will es nicht mehr hörn.
Denn damals war es auch nicht anders,
mich kann das alles nicht störn.

Ich bin noch keine 60
und ich bin auch nicht nah dran.
Und erst dann werde ich erzählen,
was früher einmal war.

Solange Johnny Thunders lebt,
solange bleib ich ein Punk.
Solange es was zu trinken gibt,
dauern alle unsere Feste an.
Solange ich noch zwei Freunde find,
werden wir durch die Straßen ziehn.
Solang die Wellenreiter lästern,
weiß ich, dass es nichts Besseres gibt.

Ich bin noch keine 60
und ich bin auch nicht nah dran.
Und erst dann werde ich erzählen,
was früher einmal war.

Ich werde immer laut durch’s Leben ziehn,
jeden Tag in jedem Jahr,
und wenn ich wirklich einmal anders bin,
ist das heute noch scheißegal!

Kein Zeitungsknabe wird uns jemals erzählen,
was grad alt oder brandneu ist.
Damit wird er höchstens so viel erzielen
wie ein Hund, der gegen Bäume pisst.
Das Ende setzen wir uns selbst
und niemand anders auf der Welt.
Begreift besser jetzt als nie:
Es kommt erst, wenn es uns gefällt!

Wir sind noch keine 60
und wir sind auch nicht nah dran.
Und erst dann werden wir erzählen,
was früher einmal war.

Kein Zeitungsknabe wird uns jemals erzählen,
was grad alt oder brandneu ist.
Damit wird er höchstens so viel erzielen
wie ein Hund, der gegen Bäume pisst.
Das Ende setzen wir uns selbst
und niemand anders auf der Welt.
Begreift besser jetzt als nie:
Es kommt erst, wenn es uns gefällt!

Wir werden immer laut durch’s Leben ziehn,
jeden Tag in jedem Jahr,
und wenn wir wirklich einmal anders sind,
ist das heute noch scheißegal.
(©)

Aye!
Wort zum Sonntag – Live

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