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Schlagwort: #charliehebdo

Charlie-Hebdo-Attentäter sind tot

Laut SpOn, die sich auf französische Medienberichte berufen, wurden die beiden Verdächtigten des „Charlie Hebdo“-Anschlags bei der Erstürmung der Druckerei in Dammartin getötet. Eine von ihnen dort heute Morgen genommene Geisel blieb unversehrt. In Paris wurde außerdem ein jüdischer Supermarkt gestürmt, in dem es heute im Laufe des Tages zu einer Schießerei und einer anschließenden Geiselnahme kam. Dabei wurden vier Menschen getötet. Der dortige Geiselnehmer drohte damit, seine Geiseln zu erschießen, sollte die Druckerei in Dammartin gestürmt werden. Mittlerweile wurden dort 10 Geiseln befreit, auch dieser Attentäter soll nach Berichten von „Le Monde“ getötet worden sein.

Was das für ein Wahnsinn ist. Alles!

Ich habe übrigens innigst gehofft, dass alle vermeintlichen Täter lebendig festgenommen werden. Hätte mir gewünscht, dass ihnen auf der Grundlage des französischen Rechts ein Prozess gemacht werden würde und sie auf Basis desselbigen im Falle ihrer Schuld verurteilt worden wären.

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Es lebe der Witz!

Tim Wolff, Chefredakteur der Titanic zu den aktuellen Geschehnissen. Dem schließe ich mich vollumfänglich an, auch wenn ich hin und wieder selber so meine Probleme mit „schlechten Witzen“ habe. Es gibt da wohl kaum einen Mittelweg. Wenn schon, denn schon und dann lieber denn schon. Es lebe der Witz!

Es ist natürlich schöner, wenn Komik auch noch eine kluge Botschaft transportiert, aber sie ist auch ohne sehr viel wert. Das müßten die meisten Menschen eigentlich wissen, denn sie praktizieren es privat. Als etwa gestern ca. 100 Journalisten Interviews und Statements von mir haben wollten, fielen immer wieder Wendungen wie „Wir wollten Sie nicht überfallen“ oder „Schießen Sie los“ – und was taten diese Leute, als Ihnen auffiel, was sie da gerade versehentlich, aus Routine gesagt hatten? Sie lachten. Nicht etwa, weil sie sich damit über die ermordeten Satiriker lustig machten, sondern weil ihre üblichen Phrasen auf einmal in einem anderen Kontext standen, eine Bedeutung bekamen, die sie nicht haben sollten. Dahinter steckt keine wertvolle Aussage, es nimmt schlicht für einen Moment dem Ernst die Macht.

Und das dürfte der Grund sein, weswegen Fanatiker, speziell religiöse, Komik verachten. Sie vertreten eine todernste, einzige ewige Wahrheit, und der Witz – egal wie klug oder lustig er im Einzelfalle sein mag – bedroht diese Wahrheit. Religion (und so manch andere Weltanschauung) ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität, Satire und Komik Rationalität im Kleide des Wahnsinns. Das eine muß das andere mißverstehen. Deshalb werden Vertreter des heiligen Ernstes der Komik stets mit Zorn begegnen. Und es ist ihr gutes Recht. Solange sie dies mit denselben Waffen wie Satiriker tun: mit Wort und Bild. Und nicht mit Maschinenpistolen.

Seit gestern gilt mehr denn je: Es lebe der Witz. Der kluge. Der platte. Jeder, der genügend Menschen findet, die über ihn lachen. Und für alle, die ihn nicht mögen, sollte mehr denn je gelten: Ertragt ihn oder ignoriert ihn. Ihr werdet der Komik nicht Herr!

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Nicht von Banksy, von Lucille Clerc

Danke für die Aufklärung. Die gerade weltweit rumgehende Zeichnung, die auf den (Fake) Accounts von Banksy für Furore sorgt, ist nicht von Banksy, sondern von Lucille Clerc. Das ändert natürlich an der Message nichts, aber Ehre denen, denen sie gebührt.

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Cartoonisten gegen den Irrsinn

Mir kamen heute jede Menge Cartoons unter, mit denen Cartoonisten aus aller Welt ihren ganz eigenen Umgang mit dem zu finden versuchen, was heute in Paris und in den Räumen von Charlie Hebdo geschehen ist, wo einige Kollegen von ihnen vermeintlich für das, was Cartoonisten nun mal so tun, umgebracht wurden. Ich dachte kurz darüber nach, diese zu sammeln, war dann aber unterwegs. Jetzt sehe ich, dass René das schon und sehr umfangreich umgesetzt hat, wobei er diese Sammlung ständig aktualisieren wird: Cartoonists react to Charlie Hebdo-Killings.

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