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Schlagwort: Indie

Schneemusik: We Are At Home #40 by Christian Kuhlmann – #stayrave

Kennt ihr das, wenn man sich in den letzten Monaten durch seinen eigentlich wohl sortierten Soundcloudstream geklickt und von allem einfach genug hat? Weil das alles nur noch nervt, der Bummeltechno sich zum 367. Mal total uninspiriert wiederholt, wobei man eh nicht zu ihm tanzen kann. Also wenn dann nur alleine halt. Hat ja aber auch keiner so richtig Bock drauf.

Also hatte ich es heute mal fast wieder aufgegeben und wollte nur noch einmal vorskippen, vielleicht käme dann ja mal doch noch mal was, was mich irgendwie einsammeln könnte. Und dann kam dieser Mix von Christian Kuhlmann, zu dem ich jetzt keine genauen Infos hatte, aber das Intro war schon super und deutete an, dass der Mann sich wirklich Gedanken gemacht hat. Und so kommen da dann nicht wenige Indie-Perlen mit jeder Menge zum Detail. Und mit Tocotronic und mit Radiohead und mit The Notwist und mit US-Cloud(t)rap. Alles sehr unerwartet, alles mich in diesem Moment sehr überzeugend. Alles irgendwie sehr schön. Alles sehr stimmig.

Als ich dann Feierabend hatte und es hier gerade nicht wenig zu schneien begann, setzte ich mich auf mein Rad und machte mich auf den Heimweg. Scheiß mal auf die Trittfrequenz einfach. Als der Mix dabei zu seinem Ende kam, switchte auf „Neon Golden“ und fuhr so vor mich hin. Im Dunkel durch den Schnee. War auch schön.

Weekend like it‘s winter 2021: am Freitagabend auf‘m Rad mit 23er Slicks durch die Stadt und den Schnee fahren, the Notwists „Neon Golden“ hören, laut mitsingend auf bessere Tage hoffen. Auch fast ’ne Party.

„Could be enough if only we are pilots once a day.“

(Und während ich das alles schreibe, fällt mir ein, dass ich genau diesen Mix hier im August 2020 schon mal hatte, was mir egal ist, weil er mich heute auf‘ Rad im Schnee noch deutlich tiefer abgeholt hat als noch im Sommer. Ja.)

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Mixtape: Quiet Indie Songs of 2020

Zugegeben: derartiger Sound kommt hier zu kurz, was dem geschuldet ist, dass ich von dem schlichtweg keine Ahnung habe. Wenn dann aber drüben bei Low Light, wo man ja eigentlich eher für Ambient verantwortlich ist, auftaucht, dann klicke ich schon mal auf Play und bin nicht wenig überrascht, wie gut mir dieses Mixtape gefällt. Sehr schön und passt mir gerade ganz wunderbar in die Stimmung.

Tracklist:
00:00 Squirrel Flower – Seasonal Affective Disorder
03:33 Field Report – Puget Sound
07:54 Devendra Banhart – Franklin’s Tower
16:19 Phoebe Bridgers – Moon Song
20:48 Clem Snide – Roger Ebert
23:36 Bonny Light Horseman – Bonny Light Horseman
27:58 Kevin Morby – Sundowner
32:56 Sarah Jarosz – Hometown
35:48 North Americans – Rivers That You Cannot See
39:28 Mute Forest – Crater Laugh
43:28 Kronos Quartet with Meklit – The President Sang Amazing Grace
47:15 Alexandra Savior – Soft Currents
50:20 S. Carey – Take It With Me
55:06 Tresspassers William – Winterstorms
58:18 H.C. McEntire – Hands for Harvest
62:28 Squirrel Flower – Headlights
64:55 Bedouine, Waxahatchee, Hurray for the Riff Raff – Thirteen
67:51 M. Ward – Migration of Souls
71:19 end

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Mixtape: Djanzy – Beautiful Sadness

Djanzys Mixtape für den November passt sich akustisch ganz der Jahreszeit an und klingt wie der Herbst aussieht. Lädt zum zu Hause verweilen ein. Dazu ließe es sich ganz wunderbar kochen oder mit einem Earl Grey auf der Couch rumhängen. Ich probiere heute mal beides dazu.

Tracklist:
1 Intro / Moondog –Stamping Ground (Edit)
2 Gil Scott-Heron – I’m New Here
3 Michael Kiwanuka – Hard To Say Goodbye
4 David McCallum – The Edge (Edit)
5 Guts – You Make Me Cry
6 Sugar Candy Mountain – Windows
7 Skinshape – Mandala
8 The Whitefield Brothers – Prowlin’
9 The Babe Rainbow – Fall In Love
10 El Michels Affair – Can It All Be So Simple
11 Richard In Your Mind – Shooting Star
12 Mocky – Birds Of A Feather
13 Desmond Cheese – Boo Ha ‘Yeah Yeah’
14 Nick Hakim – Cuffed
15 Yellow Days – The Way Things Change
16 Soft Hair – Lying Has To Stop
17 Sir Was – In The Midst
18 Kraak & Smaak feat. Alxndr London
19 Esbe – Darling
20 HNNY – Sunday

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Adventskalender 2019, Türchen #22: Neobeo – Where are all the Christmas trees gone?

Als ich im Sommer meine Fusion-Playlist zusammensammelte, fand ich auch den Mix, den ɳeoƁeơ dort auf der Dubstation gespielt hatte. Ich fand diesen Mix einen der „besseren Mixe“. Um genau zu sein, war es für mich am Ende der beste Mix der ganzen Sammlung und ich höre ihn bis heute immer wieder mal ganz gerne. Gerade sonntags. Und mir war recht fix klar, dass ich nach einem Kalendermix fragen würde.

Er sagte umgehend zu, was zeitlich allerdings etwas eng bemessen war, denn Ende November machte ich sich auf, um ein halbes Jahr in Australien zu bleiben. Nachdem er dort angekommen war, machte er sich an diesen sehr speziellen Mix, den hier wohl nur die Wenigsten so erwartet haben. So auch ich, denn es gibt Eine kleine alternative Indie-Weihnachtsgeschichte aus Down Under. Entspannter Indie mit jeder Menge Perlen. Und auch dafür liebe ich den Kalender: immer wieder für schöne Überraschungen gut.


(Direktlink)

Style: Indie
Lenght: 01:23:04
Quality: 320 kBit/s

Tracklist:
01 Market Place by Eden Ahbez
02 The Sicilian Plan (Ennio Morricone cover) by Khruangbin
03 Wondrous Place by Billy Fury
04 Sound Of Silence by Honey Boy
05 Stonecutters by Dope Lemon
06 Perro Viejo by Los Espiritus
07 Misirlou by Martin Denny
08 You Could Be More As You Are by Saada Bonaire
09 Amazoniaque (La decadanse edit) by Yves Simon
10 Black Balloon by Monster Magnet
11 Silbad el calipso by Axel Krygier
12 Los Padres by Tommy Guerrero
13 High Flying Bird by Judy Henske
14 Bang Bang by The Ukulele Orchestra of Great Britain
15 Malela by The Brian Jonestown Massacre
16 Friday by J.J. Cale
17 There Was A Bar by Capey Cash
18 Black Hole Sun by Handsome Hank And His Lonesome Boys
19 The Love Me or Die by C.W. Stoneking
20 Belong Tonight by Tarran The Tailor
21 Sheep by GonjaSufi
22 Social Scene by Insaunas
23 Christmas by Clinic

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Adventskalender 2019, Türchen #01: Herr van Bohm – Würdelos, aber sympathisch seit 1986

Herr van Bohm schrieb mir hierzu, „Du musst unbedingt mit reinschreiben, dass dieses Mixtape für all meine Freunde ist und ich die alle total dolle lieb hab.“
Das sei hiermit geschehen und man hört es halt auch wirklich. Und man weiß, dass er das ernst meint, wenn man ihn kennt.

Wir haben uns vor ein paar Jahren unter grotesken Umständen in Berlin kennengelernt. Dabei sah er nicht ganz so gut aus, war aber eben auch total Berlin. Eigentlich lernten wir uns damals nur kennen, weil er und seine Freundin damals von Berlin nach Wien machen wollten, was sie taten – und sie fragte per Twitter, ob nicht irgendwer ihre Bude mitstreichen könnte, was ich bejahte, weil ich es gerade konnte. Also fuhr ich nach Schöneberg, um eine Bude zu streichen. Die der Beiden. Und das war strange, aber irgendwie auch sehr sympatisch. Die beiden zogen dann nach Wien, wir besuchten sie dort. Wir hatten sofort unsere Herzen in spürbarer Nähe.

Später kamen die Beiden hier bei uns vorbei. Das mit den in der Nähe hüpfenden Herzen wurde sehr viel deutlicher. Die Beiden trennten sich, was mir sehr leid tat, aber auch nicht in meiner Entscheidungskraft lag.

Seit dem sehen der Bohm und ich uns 3-4 Mal im Jahr. Meistens hier bei mir, weil ich viel zu selten in Wien bin und er öfters mal in Berlin, das ja hier um die Ecke liegt.

Dann kommt er, wir kochen irgendwas geiles, trinken Schnaps (er trinkt ja selbst als ausgebildeter Bartender eigentlich gar keinen Schnaps), reden viel darüber wie man den Kapitalismus kaputt kriegen könnte, sitzen am Feuer, bis er irgendwann die Gitarre rausholt und zu singen beginnt. Dann spielt er Gundermann, Tamara Danz und Rio Reiser. Und dann haben wir hier halt so eine Hippie-Punk-Liebe-Situation. Herr van Bohm ist einer von den ganz Guten. Einer von denen, von denen es viel zu wenige gibt. Und dann fragte ich ihn, als er neulich mal wieder hier war, wir tranken und sangen, ob er denn nicht auch einen Mix für meinen Kalender machen wollen würde. Wohlwissend, dass das ungewöhnlich im Ergebnis werden könnte. Wurde es. Natürlich.

Und so haben wir hier hinter dem ersten Kalendertürchen für 2019 einen Mix, den ich mir so hier vorher nicht hätte vorstellen können. Gitarre, Piano, Text, Text, Text, Gunderman, Silly, Rio Reiser, Arbeiterklasse, Haftbefehl und Helge Schneider. Bohm, ick lieb dir och!

Bohm ist diese Art von Hippie-Punker, mit dem du erst einen fetten SUV in Berlin, dann das Patriarchat, jede Monarchie auf Erden und am Ende den Kapitalismus in seiner Gänze abfackeln könntest. Wenn es mehrere wie ihn geben würde. Er arbeitet dran, das zu vermehren. Und er liebt Rio Reiser nicht weniger als ich. Lasst mal alle was anzünden gehen. Die erste Adventskerze. Oder so.


(Direktlink)

Style: Singer songwriting, Indie
Length: 01:12:11
Quality: 192 kBit/s

Tracklist:

00:00 —> Fortuna Ehrenfeld, Bad Hair Day
03:20 —> Tocotronic, Pure Vernunft darf niemals siegen
07:34 —> Element of Crime, Am Ende denk ich immer nur an dich
11:38 —> Silly, Bataillon d’amour
15:14 —> Hannes Wader, Einheitsfront-Lied
17:33 —> Georg Kreisler, Das Wort „verlassen“
21:10 —> Haftbefehl, Rolle mit mein Besten
24:14 —> Spaceman Spiff, Photonenkanonen
27:25 —> Gerhard Gundermann, Leine Los
29:58 —> Schnipo Schranke, Pisse
34:24 —> Daniel Kahn, Hallelujah
38:38 —> Dota Kehr und die Stadtpiraten, Zuhause
40:43 —> Bodo Wartke, Er
43:37 —> Rio Reiser, Für dich
48:59 —> Helge Schneider, Möhrchenlied
52:51 —> Götz Widmann, die zwei Trauben
57:25 —> Faber, lass mich nicht los
1:01:05 —> Zupfgeigenhansel, Still – die Nacht is ojsgesternt
1:04:30 —> Rainald Grebe, Verliebt
1:07:21 —> Gerhard Gundermann, Old Dixie down.

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Indie in der DDR 1989

Von weitem und von außen mag Indie in der DDR keine große Rolle gespielt haben. Musik in der DDR verbindet man aus dieser Sicht eher mit realsozialistisch reguliertem Ostrock, Schlager und sonstig beliebigen Gedudel, das mitunter nur schwer zu ertragen ist.

Spätestens aber, wenn man das großartige Buch „Bye bye, Lübben City“ gelesen hat, weiß man, dass es auch in der DDR eine durchaus lebendige Indie-Szene gab, die nicht selten abenteuerliche Ausmaße annahm, aber das nur am Rande.

Im NDR‐Nachtclub gab es neulich eine wirklich hörenswerte Sendung über Indie in der DDR im Jahr 1989. Lutz Schramm, der damals bei DT64 die Sendung „Parocktikum“ moderierte erinnert sich an das im Osten aufregende Musikjahr und hat Aufnahmen dieser Zeit dabei. Hier zu hören in der NDR-Mediathek.

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Adventskalender 2016, Türchen #14: Sarah P. – 27th Bday Mixtape

ak2016-14


Sarah ist hier, so glaube ich, nicht zum ersten Mal im Blog gelandet. So hat sie schon für Mmoths und die Sun Glitters gesungen. Das nachdem sie eine ziemlich erfolgreiche Karriere beim Indie-Duo Keep Shelly in Athens aufgab, um sich auf Solopfade zu begeben.

2015 erschien ihre Debut-Solo-EP Free, im Mai kommt dann ihr erstes Solo-Album, von dem am 06. Januar die erste Single ausgekoppelt wird. Und hier sorgt sie für einen Mix, der ziemlich außergewöhnlich klingt. Weil er musikalische Grenzen einreißt und ganz eigen daherkommt. Elektronische Indie-Mucke, wie ich sie hier eher selten habe. Gefällt mir ziemlich gut.

Sarah hat heute Geburtstag und feiert ihren 27. In diesem Zuge hatte sie sich das Türchen am 14. gewünscht. Nun denn. Feier schön, Sarah, und bleib musikalisch so eigenständig wie bisher.

Außerdem könnte dieser Mix der Beweis sein, dass sich Soundcloud tatsächlich mit der Verwertern geeinigt hat, denn ob der mit dieser Tracklist in den letzten Jahren durchgegangen wäre? Ich bin mir da nicht ganz sicher.


(Direktlink)

Style: Indie
Length: 00:44:12
Quality: 320 kbit/s

Tracklist:
Providence (Album Version) – Sonic Youth
Obama – ANOHNI
Here – Christine & the Queens
Frozen To Death – Kadebostany
50:50 – Sad Lovers & Giants
A Line In The Sand – Pj Harvey
Fulfilling Romance – Teddy
Reptile – The Church
It’s Alright – Echo & The Bunnymen
Whatever – Roisin Murphy
Street Song – Matthew Dear
You Wouldn’t Understand – Sarah P.

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier.

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