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Schlagwort: Podcast

Podcastserie über das Leben einer Mutter in der DDR: Mensch Mutta

Mensch Mutta ist eine ganz tolle Podcastserie der freien Journalistin Katharina Thoms, die dafür über einen längeren Zeitraum hinweg Gespräche aufzeichnete, die sie mit ihrer ganz „normalen“ Mutter über ihr Leben in der DDR geführt hat. Klingt erst mal vielleicht gar nicht so spannend, bringt aber sehr interessante Einblicke in das alltägliche Leben in der DDR und erinnert mich oft an das, was auch meine Eltern darüber zu erzählen wussten. Ich habe gestern alle Episoden am Stück weggehört, denn irgendwie war das alles dann doch spannender als erwartet.

Ich dachte:
Normal. Durchschnitt. Nicht besonders aufregend.
Das ist das Leben meiner Mutter in der DDR.
Bis ich mehr und mehr andere Mütter kennen gelernt habe – in meiner neuen Heimat, im Süden Deutschlands.

Und gemerkt habe: Normal ist anders.

Sie wollte ein ruhiges Leben haben, musste dann aber trotzdem immer wieder kämpfen.
Sie wollte nicht anecken, musste sich aber trotzdem vor dem Staat rechtfertigen.
Sie war doch eigentlich schüchtern, hat aber dann doch ständig Mut bewiesen.

Mensch, Mutta. Ein Podcast über meine Mutter – und ihr halbes Leben in der DDR.

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Podcast: 30 Jahre Techno – Musik für kaputte Städte?

30 Jahre Techno – Musik für kaputte Städte?“ ist ein Podcast, den Tobias Müller für das Nachtstudio des BR produziert hat und der sich dem 30-jährigen Jubiläum einer Musik widmet, die die bisher letzte Kulturevolution ausgelöst hat: Techno.

Die 51 Minuten bringen für Auskenner nicht viel Neues, fassen 30 Jahre Techno allerdings recht gut zusammen. Wenn mich wer fragen würde, wie man die Geschichte von Techno kompakt erläutern könnte, würde ich ab heute diesen Podcast empfehlen. Auch wenn all die späteren Splittungen fehlen und das Berghain-Gewichse doch sehr klischeehaft daherkommt.


(Direkt-MP3)

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Podcast: Wiege eines Weltsounds – Durch Düsseldorf auf Kraftwerks Spuren

(Foto: Ueli FreyCC BY-SA 3.0)

Sehr schönes Feature von Klaus Wilhelm, der sich dafür auf den Spuren Kraftwerks durch das musikalische Düsseldorf der Jetztzeit bewegt hat. Und das nicht nur mit dem Fokus auf Kraftwerk, aber eben auch in dem Bewusstsein, dass man in Düsseldorf an Kraftwerk nicht gänzlich vorbeikommt.

In den Sechzigerjahren in Düsseldorf wurde ein Sound erfunden, der die Musikgeschichte veränderte: Elektro. Neu!, DAF und vor allem Kraftwerk schufen Klänge, die vorher keiner gehört hatte. Doch wie kam es dazu und was blieb davon? Eine Spurensuche.

Es gibt eine Musiklandschaft zwischen Düsseldorf und Köln, die gewöhnlich nur Insider kennen: eine vom Elektrosound durchdrungene Zone. Sie gründet auf einem Erbe, das bis in die Sechzigerjahre zurückgeht und vorwiegend in Düsseldorf spielt.


(Direkt-MP3)

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Erobique in der Hörbar Rust

(Foto: Robin KrahlCC BY-SA 4.0)

Der großartige Carsten „Erobique“ Meyer war gestern Nachmittag zur Gast in der Hörbar Rust. Ich konnte nur die erste halbe Stunden hören und bin froh, den Rest davon jetzt im Netz nachholen zu können. Auch, wenn hierbei die Musik fehlt.

Niemand kommt als Erobique zur Welt, nicht mal Carsten Meyer – der Mann, in dem die taz den vielseitigsten Entertainer der Republik sieht. Man muss nicht unbedingt bei seinen Live-Gigs anwesend sein, um das nachzuvollziehen, aber es hilft. Denn diese strahlenden Gesichter, verschwitzten T-Shirts und tanzenden Füsse sieht man sonst nur auf Privatpartys gegen 5 Uhr morgens. Erobique hat eine lange musikalische Vita, von der Bandnamen wie International Pony, Salamander Meyer oder Einbahnstrasse zeugen. Geboren wurde er in Sarbeck, Westfalen. Als ihm das benachbarte Münster zu klein wurde, …


(Direkt-MP3)

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Hörspiel: Today your love, tomorrow the world – Der Mythos Ramones

(Foto: Plismo: • CC BY-SA 3.0)

Hörenswertes, wenn auch schon älteres Feature von Veit König über den Mythos Ramones, das jetzt nochmal den Weg in die Mediathek des Ersten gefunden hat. Kurzweilig sowieso.

Sie sahen alle gleich aus, gaben sich alle den Nachnamen Ramone, und sie waren wie Brüder: Sie hassten sich innig. Sie wurden nicht reich, nicht glücklich, nicht alt – aber die „Ramones“ wurden Kult.


(Direkt-MP3, via Dennis)

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1000 Tage Techno Podcast mit Tanith und Ellen Allien: Club the Rest

Ellen Allien, wegen derer Radiosendung „Braincandy“ auf Kiss FM ich Mitte der 90er tatsächlich anfing, tiefer in das Techno-Ding einzusteigen (wegen ihr kaufte ich Kenny Larkins Album „Metaphor“, das alles veränderte) und Tanith, bei dem ich zur selben Zeit gerne im Keller des Tresors tanzte, zusammen in einem Podcast. Gehostet vom mittlerweile etwas knochig wirkenden Jürgen Laarmann, der damals das Fanzine zum ravenden Berliner Zeitgeist machte, die „Frontpage“. Heute macht er die Podcast-Serie 1000 Tage Techno, wo genau diese Episode jetzt raus ging.

Ich bin nicht so der Podcast-Hörer, aber das ist ziemlich kurzweilig, flashbackig und in der Summe ziemlich sympathisch. Auch und gerade wegen Tanith, den ich heute auch auf persönlicher Ebene sehr zu schätzen weiß.

Hach, Berlin, du damals ganz besonders geile Schlange. Als Ambient noch ein Ding war, und der heute trotz allem noch fehlt. Finde ich.

Ellen Allien ist ein Berliner Weltstar – allein im Oktober 2018 legt sie in Japan, Korea, Frankreich, England, Ibiza, Italien, Spanien, Deutschland und Portugal auf. Als Labelmacherin von B-Pitch Control veröffentlichte sie u.a. die Platten von Paul Kalkbrenner, Tok Tok, Sascha Funke & Co. Tanith ist bereits seit 1988 DJ in Berlin und hat bereits im legendären UFO Club und von Anbeginn bei Tekknozid und im Tresor aufgelegt. Gemeinsam machen sie seit 1994 die After Hour „Club the Rest“. In 1000 Tage Techno sprechen sie über die Anfänge und schwere Zeiten, Berlin und den Wandel der Musik und der Szene. Ellen verrät, was die besten Clubs der Welt sind und verrät, wo sie ihre Boyfriends kennenlernt , Tanith spricht über brennende Mischpulte, es entwickelt sich ein spannendes Gespräch, in dem sie u.a. verraten, wie sie sich fithalten und was sie antreibt.

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Radioeins Podcastserie: 1929 – Das Jahr Babylon

Wirklich außerordentlich gute Podcastserie von Volker Heise, der in sechs Episoden das Berlin um das Jahr 1929 beleuchtet: 1929 – Das Jahr Babylon. Jene, die wie ich Babylon Berlin als Serie mögen, werden auch hieran Gefallen finden, denke ich.

Und ja, für genau solche Formate ist der Rundfunkbeitrag bestens investiert.

In der sechsteiligen radioeins-Podcastserie „1929 – Das Jahr Babylon“ erzählt der Berliner Autor und Regisseur Volker Heise von einem Jahr des Umbruchs in Berlin. Im Mittelpunkt jeder Episode steht ein Kriminalfall, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Heise rekonstruiert mit Hilfe von Experten den Fall und die Zeit, in der er spielt – durch Akten und Berichte, durch Tagebuchaufzeichnungen und Zeitungsmeldungen.

Folge 1 – Die Kalte Stadt

(Direkt-MP3)

Folge 2 – Die Baracken

(Direkt-MP3)

Folge 3 – Feindliche Brüder

(Direkt-MP3)

Folge 4 – Frucht des Leibes

(Direkt-MP3)

Folge 5 – Die Drogen

(Direkt-MP3)

Folge 6 – Die Krise

(Direkt-MP3)

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Podcast: Unterwegs zu Orten des Jazz in der DDR

(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-L0221-0333 / Franke, KlausCC BY-SA 3.0 DE)

Interessantes Feature vom Deutschlandfunk Kultur als musikalische Weiterbildung zum Thema Jazz in der DDR.

„Es war ’ne andere Musik. Es war nicht das, was übers Radio kam. Und da ist man halt hingefahren!“ Die DDR hatte zahlreiche Orte, an denen Jazz auf Weltniveau gespielt wurde. Den Ost-Berliner Jazzkeller Treptow, den Jazzclub Tonne in Dresden, die Leipziger Jazztage. Szene-Größen erinnern sich.


(Direkt-MP3)

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Marcus Wiebusch im TV Noir Podcast


(Foto: Henry LaurischCC BY-SA 3.0)

Wenn wir lange mit dem Auto unterwegs sind, hören wir früher oder später immer Kettcar. So auch in den letzten Tagen. Wenn Marcus Wiebusch singt, ist es immer so, als würde ein guter Kumpel die guten Geschichten erzählen. Dass ich Fan bin, ist kein Geheimnis.

Vor ein paar Wochen war Wiebusch zu Gast im TV Noir Podcast und hat ein verdammt hörenswertes Gespräch dort gelassen. Schönes Ding!

Er versucht damit erneut einen Weg aufzuzeigen, ein gemeinsames Zusammenleben zu ermöglichen. Dabei ist der Sänger es gewohnt, dass seine Ideen und Ausdrucksformen gerade im linken Spektrum oft auf Kritik stoßen. So erzählt er im Gespräch mit Tex, wie seine Band …But Alive daran zerbrach, dass er beim vierten Album mit den Erwartungen der Szene brach. Als Rebell, der seiner Rolle nicht mehr gerecht werden wollte. Ein weiterer musikalischer Bruch entstand dann später mit dem Folgeprojekt Kettcar, als sie den Song „Balu“ veröffentlichten, da es ein augenscheinlich unpolitisches Liebeslied ist. Doch selbst bei „Balu“ kann Marcus Wiebusch nicht aus seiner Haut, lautet eine Textzeile in diesem Song doch: „Frieden ist, wenn alle gleich sind.“ Brüche gehören zu Marcus Wiebusch wie – hier gerne Fußballvergleich einfügen. Bereits als der von der falschen Seite der Elbe stammende Hamburg mit seiner ersten Band Die vom Himmel fielen startete, wusste er: „Für unsere ersten Auftritte wären wir hier im Rote Flora, Störtebeker und vielleicht in dem einen oder andere Club geschlachtet worden. Wir wären buchstäblich geschlachtet worden.“ Worüber er im Podcast scherzt, zeigt aber vielmehr seine Bandbreite und das Stehvermögen. Als links sozialisierter, in der Jugend durchaus wütender, aber emphatischer Mensch, akzeptiert Marcus nicht bedingungslos. Er zeigt der linken Szene immer wieder in Liedern und Aussagen auf, wo sie seiner Meinung nach in die falsche Richtung denke und handle. Gegen das System – auch wenn es links ist oder in seinen eigenen Worten: „All die hohen Ideale, retten dich nicht davor ein Arsch zu sein“ („Korrekt I“ von …But Alive)


(via Johannes)

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Rio Reiser – der Rock-Poet von „Ton Steine Scherben“

Für mich nach wie vor einer der größten Musiker, die Deutschland je hervorgebracht hat. Und einer, der heute fehlt. Sehr. Der SWR hatte schon Mai dieses kurze Feature über sein Leben und sein Schaffen.

Berlin in den 70er-Jahren, eine junge Rockband wird Sprachrohr von Linken, Wehrdienstverweigerern und Hausbesetzern: „Ton Steine Scherben“ ist die erste Gruppe, die schnellen und vor allem politischen Rock auf deutsch macht. Der charismatische, spindeldürre Frontsänger, der bürgerlich Ralph Möbius heißt, schreibt unter dem Namen Rio Reiser rebellische Texte gegen Ausbeutung, Bevormundung und Unterdrückung. Aber auch über Sehnsucht, Liebe und den Traum vom Paradies. Als sich die „Scherben“, wie man sie in der Szene nennt, 1985 unter einer gewaltigen Schuldenlast von 300.000 Mark auflösen, tritt Rio Reiser eine Solo-Karriere an. Im Alter von nur 46 Jahren stirbt er 1996 überraschend auf einem Bauernhof in Nordfriesland.


(Direkt-MP3, via René)

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