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Schlagwort: Podcast

„Eine lange Nacht“ über Stanisław Lem: Das Geheimnis der Sterntagebücher

Neue, hörenswerte Ausgabe der langen Nacht beim Deutschlandradio Kultur über den nicht nur SciFi-Autoren Stanisław Lem.

Stanisław Lem gilt als Klassiker der Science-Fiction: virtuelle Realität, neuronale Netze und Nanotechnologie beschrieb er schon vor Jahrzehnten. Er war Visionär, Autor, Philosoph und Gesellschaftskritiker. Vor 100 Jahren wurde er geboren.

Stanisław Lem zählt neben den Brüdern Strugatzki zu den wenigen, auch im Westen bekannten und gefeierten Science-Fiction-Autoren aus dem früheren Ostblock. Romane wie „Solaris“ und „Die Astronauten“ wurden Klassiker ihres Genres, daneben schrieb er Kurzgeschichten und technikphilosophische Schriften.


(Direkt-MP3)

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Eine lange Nacht über den Kurfürstendamm: Prachtboulevard mit unendlich viel Geschichte

(Foto: valentin_b90)

Als Randberliner, der im Osten aufwuchs, war der Kurfürstendamm in den 1990ern wie ein Magnet, zu dem es mich immer wieder zog. Kino im Zoo-Palast, Eisessen im Europa-Center, tanzen im Linientreu, Platten shoppen bei City Music. Sneakerkauf und Fast Food bei Burger King. Später verlies mich ein wenig das Interesse daran, Berlins Mitte im Osten der Stadt wurde zunehmend interessanter. Aber dennoch verbinde ich mit dem Kudamm immer noch geile Momente. Offenbar bin ich damit nicht alleine.

Das immer wieder tolle Format der langen Nacht beim Deutschlandfunk Kultur hat gerade ein sehr ausführliches Feature über Berlins Prachtboulevard. Und das passt natürlich außerordentlich gut in einen Sonntag.

Der Berliner Kurfürstendamm steht für ein Lebensgefühl, das oft totgesagt wurde und doch immer wieder auferstanden ist. Mit ihm verbunden sind die Namen weltberühmter Künstler, von Großmeistern der Täuschung und ganz gewöhnlicher Gauner.

Alles begann mit einem einfachen Knüppeldamm. Kurfürst Joachim II. hatte sich 1542 ein Jagdschloss „Zum gruenen Wald“ vor den Toren Berlins gebaut. Später hat man den umgebenden Wald nach dem Schloss benannt, Grunewald. Auf diesem Knüppeldamm ritt der Kurfürst mit seinem Gefolge von seiner Residenz in sein Jagdschloss hin und zurück. 1767 taucht dann das erste Mal auf einer Karte der Name „Churfürsten Damm“ auf.


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Podcast: Mensch, erzähl doch mal! #02 – Lilly ist die erste weibliche Azubi in ihrem Handwerksbetrieb

Mensch, erzähl doch mal!, ein Podcast, der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Stimme geben möchte, ohne sie zu belehren. Mensch, erzähl doch mal stellt Fragen und lässt die Befragten in all der für sie notwendigen Zeit antworten. Damit ihnen zugehört werden kann, denn gerade im letzten Jahr wurde die Gelegenheit dazu, für sie immer kleiner..

Die zweite Folge des Mensch erzähl doch Mal! Podcasts – ein Podcast von und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen – für Jugendliche und junge Erwachsene. Kai spricht mit Lilly, die eigentlich Abitur machen wollte und nun die erste weibliche Azubi in einem Handwerksbetrieb ist.

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Kai Remen
Stiftung JOB
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Mensch, erzähl doch mal! Ein Podcast von und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen – für Jugendliche und junge Erwachsene

Ich trenne meine eigentliche Arbeit und das was ich hier so mache ganz gerne. Einfach weil das eine mit dem anderen wenig bis nichts zu tun hat. Hin und wieder mache ich mal eine Ausnahme. Das ist eine davon.

In der offenen Jugend- und Jugendsozialarbeit hat sich im letzten Jahr so ziemlich alles verändert. „Shutdown“, Wiederöffnungen mit Einschränkungen, „Shutdown light“, Eindämmungsverordnungen, die ich für richtig hielt und halte. Das alles hat den direkten Kontakt zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen dennoch immens eingeschränkt. So durften seit Herbst nur junge Menschen unter 14 überhaupt das Angebot der offenen Jugendarbeit wahrnehmen, jene die älter sind, durften nur einzeln und dann nur zur Beratung vorbeikommen. Zeitlich begrenzt. Sie hatten dann nicht ihre Peergroup um sich, sondern nur jenen, von dem sie sich beraten lassen wollten. Freizeitangebote für sie fielen gänzlich weg. Viele kamen auch nicht zu Beratungen. Vielleicht, weil sie diese für sich nicht als Bedürfnis sahen, vielleicht, weil ihnen das ganze Procedere, um mal auf einen Kaffee vorbeizukommen zu blöde erschien. Verstehe ich. Jedenfalls ist da im letzten Jahr auf Kontakt- und Beziehungsebene so einiges weggebrochen. Wir haben versucht, neue Pfade in der Jugendarbeit zu begehen. Haben vieles ins Digitale verlagert, viel ausprobiert, was manchmal klappte, meistens aber nicht, denn ganz viel in diesem Arbeitsfeld lässt sich halt nicht ins Digitale verlagern. So mein Eindruck, den, wie ich weiß, andere Kollegen teilen.

Offene Arbeit heißt, wenn auch nicht nur, dass Jugendliche und junge Erwachsene in denen von und für sich eroberten Freiräumen einfach mal nur mit ihren Besten rumhängen können, sich langweilen dürfen oder auch nur mal Billard, Kicker oder Konsole zocken zu können. Blöde zu quatschen. Das geht digital nicht ganz so gut und ist trotz dort verorteten Alternativangebote schwer zu ersetzen. Auch gemeinsames Kochen ist da eher schlecht. Geht auch in einer Videokonferenz, macht aber so viel weniger Spaß, dass einige, die offline sehr gerne dabei sind, keinen Bock auf eine solche Konferenz haben. Wir haben da ein paar Sachen durchprobiert.

Aber irgendwie sollten und müssten die jungen Leute ja doch mal wieder zu Wort kommen dürfen, dachten wir und überlegten uns gemeinsam ein eigentlich klassisches Radioformat. Mit richtiger Musik. Wir planten das ganz gut durch und hatten am Ende dann aber doch nicht so Lust auf die Sache mit der Musik. Dann entschieden wir gemeinsam, dass so ein Podcast eine Idee sein könnte. Ob den irgendwer hören wollen würde, stand dabei nicht im Fokus der Idee. Die ist die, Jugendliche und junge Erwachsene einfach mal zu Wort kommen zu lassen: Mensch, erzähl doch mal.

Mensch, erzähl doch mal!, ein Podcast, der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Stimme geben möchte, ohne sie zu belehren. Mensch, erzähl doch mal stellt Fragen und lässt die Befragten in all der für sie notwendigen Zeit antworten. Damit ihnen zugehört werden kann, denn gerade im letzten Jahr wurde die Gelegenheit dazu, für sie immer kleiner.

Dann nahm der Journalist Kai Remen, der einst auch Besucher der Einrichtung war, die Projektskizze und schnitze ein Konzept für einen Podcast daraus. Das hier ist die erste Episode. Weitere werden folgen und Kai wird auch durch diese führen.

Kai spricht mit Darius Paul. Darius ist Studierender und junger Musiker. In der ersten Episode des Mensch, erzähl doch mal!-Podcasts erzählt er Kai, wie er zu dem wurde, der er heute ist und was die Musik ihm bedeutet.

Darius Paul
Kai Remen
Stiftung JOB
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Lange Nacht über Anarchismus – Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland

Ausführliches und hörenswertes Radio Feature, das Rolf Cantzen für die lange Nacht beim Deutschlandfunk Kultur produziert hat.

Anarchie gleich Chaos – so ein sorgfältig gepflegtes Vorurteil. Aber Herrschaftsfreiheit heißt nicht unbedingt Unordnung. Tatsächlich bündelt der Anarchismus ein schillerndes Aufgebot utopischer Ideen – und ist damit hochaktuell.

„Keine Macht für Niemand“, so sang in den Siebzigern die Anarcho-Band „Ton, Steine, Scherben“. Dafür wurden sie und andere Anarchisten von rechts bis links scharf kritisiert: Konservative und Liberale sahen in der herrschenden Macht des Staates mit seinem Gewaltmonopol den Garanten für Recht und Freiheit. Sozialdemokraten und Kommunisten wollten Macht haben, um eine sozialistische oder kommunistische Gesellschaft zu verwirklichen.

Bereits Marx und Engels bekämpften die Anarchisten in der „Internationale“. Unter Lenin in der revolutionären Sowjetunion gehörten sie zu den ersten, die von den Vertretern der Sowjetmacht liquidiert wurden. So saßen Anarchisten von jeher zwischen allen politischen Stühlen. Die maßgeblichen politischen Kräfte – von rechts bis links – hatten größtes Interesse an der bis heute gängigen Gleichsetzung: „Anarchie gleich Chaos, Gewalt und Terror.“

Dabei verbindet sich mit dem Begriff Anarchismus durchaus ein positives – wenn auch vielgestaltiges – Programm, wie der Kulturwissenschaftler Olaf Briese betont: Anarchisten seien nicht einfach nur gegen Machtausübung, sondern auch „für eine möglichst herrschaftsfreie Gesellschaft, für ein Leben in Assoziationen, Kooperationen, Genossenschaften, für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit.“


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„Schön, Sie nicht kennenzulernen!“ – Die Regeln des unpersönlichen Bekanntenkreises

(Foto: Free-Photos)

Sehr gutes, und sehr treffendes Feature von Fritz Tietz. Schreib ich so als Pendler, der ich sehr gerne bin.

Das Übelste an dem Allen ist ja: dass ich keinen Bock habe, mit irgendwelchen mir eigentlich komplett Fremden kommunizieren zu müssen. Ihr wisst schon. Hoffe ich.

Unbekannte Bekannte sind Menschen, die sich regelmäßig begegnen, aber sich nicht ansprechen. Ob auf dem Arbeitsweg, in der Kantine oder beim Gassigehen. Man kennt sich, nickt sich allenfalls zu – das ist alles. Jahrelang kann das so gehen. Bis man sich eines Tages aus den Augen verliert. Warum?


(Direkt-MP3, via Jochen)

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Podcast: Durch die Gegend mit Monchi von Feine Sahne Fischfilet

Ich hatte die letzten Tage bissl was zu tun und bin seit heute für ein paar Tage an der Ostsee unterwegs. Urlaub. Abschalten. Bisschen Meer. Bisschen Sport. Bisschen runterfahren. Dennoch gebe ich mir Dinge, die mich im Netz so antreiben. So wie die aktuelle Podcast-Folge von Durch die Gegend, für die Christian Möller im Rahmen des „Wasted in Jarmen“ Festivals mit Jan Gorkow aka Monchi durch die Gegend gelaufen ist – und mit ihm gesprochen hat.

Durch die Gegend ist im Herbst 2019 für mehrere Folgen in Ostdeutschland unterwegs. Diesmal mit Jan Gorkow, besser bekannt als „Monchi“ von der Band Feine Sahne Fischfilet. 1987 in der Kleinstadt Jarmen im äußersten Nordosten des Landes geboren, gehört er zur ersten Generation, die im Osten aufgewachsen ist, für die die DDR kaum noch eine Rolle gespielt hat. Und er gehört zu denen, die sich seit Jahren gegen den Rechtsruck engagieren. Das tut er zusammen mit seiner Band auch in seiner Heimatregion Mecklenburg-Vorpommern. Mit „Wasted in Jarmen“ veranstaltet sie jedes Jahre ein Festival in Jarmen „op n Dörp“, wie er auf Platt sagt. Da hat ihn Christian Möller besucht.

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Podcast: Das Erbe der Tanzmusik – 30 Jahre Techno

(Foto: 453169)

Ein sich schön weghörendes Feature vom BR: Das Erbe der Tanzmusik – 30 Jahre Techno. Ich bin Anfang der 90er im gerade wiedervereinigten Berlin zum Techno gekommen und bis heute dabei geblieben. War geil. Ist immer noch geil. Und ich weiß gar nicht, wo ich heute ohne Techno stehen würde. Wirklich nicht. Er begleitet mich seit meiner Jugend wirklich täglich. Immer noch.

Techno lebt. Doch wer hätte vor 30 Jahren geglaubt, dass Techno bleibt? Als Musikstil, als Kulturtechnik, als Wirtschaftsfaktor? Der Beginn der Technobewegung fiel mit dem Ende des Kalten Krieges zusammen. Besonders in Berlin boten die Tracks eine Projektionsfläche für den Anbruch einer neuen Zeit. Auch sexuell und politisch war der Dancefloor ein Feld für Experimente jenseits klarer Grenzen. Doch solche Erfahrungen konnte man ebenso in der fränkischen Provinz machen, wie der Schriftststeller Max Wolf berichtet.
Berlin war und ist die Hauptstadt des Techno, die Clubs ziehen noch immer täglich tausende Besucher an. Ihren Namen aber bekam die Techno Music in Detroit. Dort war der Sound weder ganz neu noch feierte er die Grenzüberschreitung. In der krisengeschüttelten Stadt linderte Techno die Symptome und stand in der afrofuturistischen Musiktradition, die von einer besseren Zukunft träumte.


(Direkt-MP3, via Tilman)

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Wie war das im Osten? – Verkäuferin in der DDR: „Wir waren der Buhmann der Nation“

Hörenswerter, sehr interessanter Podcast von Michael Schlieben und Valerie Schönian für die Zeit, die dafür mit der ehemaligen Konsum-Chefin Sigrid Hebestreit über Bückware und Wartegemeinschaften gesprochen haben.

In der DDR war Mangel eine zentrale Erfahrung. Hungern musste niemand, aber Südfrüchte gab es nur selten. Auf ein neues Auto musste man jahrelang warten. Für andere Produkte, etwa flauschige Handtücher, Baumaterialien oder Backzutaten, musste man lange anstehen. Für manche Produkte stellten sich DDR-Bürger schon mitten in der Nacht an – ohne Garantie, die Waren am Ende wirklich zu bekommen. „Sozialistische Wartegemeinschaft“ nannten sich die Schlangensteher selbstironisch.


(Direkt-MP3)

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