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Schlagwort: Podcast

„Schön, Sie nicht kennenzulernen!“ – Die Regeln des unpersönlichen Bekanntenkreises

(Foto: Free-Photos)

Sehr gutes, und sehr treffendes Feature von Fritz Tietz. Schreib ich so als Pendler, der ich sehr gerne bin.

Das Übelste an dem Allen ist ja: dass ich keinen Bock habe, mit irgendwelchen mir eigentlich komplett Fremden kommunizieren zu müssen. Ihr wisst schon. Hoffe ich.

Unbekannte Bekannte sind Menschen, die sich regelmäßig begegnen, aber sich nicht ansprechen. Ob auf dem Arbeitsweg, in der Kantine oder beim Gassigehen. Man kennt sich, nickt sich allenfalls zu – das ist alles. Jahrelang kann das so gehen. Bis man sich eines Tages aus den Augen verliert. Warum?


(Direkt-MP3, via Jochen)

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Podcast: Durch die Gegend mit Monchi von Feine Sahne Fischfilet

Ich hatte die letzten Tage bissl was zu tun und bin seit heute für ein paar Tage an der Ostsee unterwegs. Urlaub. Abschalten. Bisschen Meer. Bisschen Sport. Bisschen runterfahren. Dennoch gebe ich mir Dinge, die mich im Netz so antreiben. So wie die aktuelle Podcast-Folge von Durch die Gegend, für die Christian Möller im Rahmen des „Wasted in Jarmen“ Festivals mit Jan Gorkow aka Monchi durch die Gegend gelaufen ist – und mit ihm gesprochen hat.

Durch die Gegend ist im Herbst 2019 für mehrere Folgen in Ostdeutschland unterwegs. Diesmal mit Jan Gorkow, besser bekannt als „Monchi“ von der Band Feine Sahne Fischfilet. 1987 in der Kleinstadt Jarmen im äußersten Nordosten des Landes geboren, gehört er zur ersten Generation, die im Osten aufgewachsen ist, für die die DDR kaum noch eine Rolle gespielt hat. Und er gehört zu denen, die sich seit Jahren gegen den Rechtsruck engagieren. Das tut er zusammen mit seiner Band auch in seiner Heimatregion Mecklenburg-Vorpommern. Mit „Wasted in Jarmen“ veranstaltet sie jedes Jahre ein Festival in Jarmen „op n Dörp“, wie er auf Platt sagt. Da hat ihn Christian Möller besucht.

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Podcast: Das Erbe der Tanzmusik – 30 Jahre Techno

(Foto: 453169)

Ein sich schön weghörendes Feature vom BR: Das Erbe der Tanzmusik – 30 Jahre Techno. Ich bin Anfang der 90er im gerade wiedervereinigten Berlin zum Techno gekommen und bis heute dabei geblieben. War geil. Ist immer noch geil. Und ich weiß gar nicht, wo ich heute ohne Techno stehen würde. Wirklich nicht. Er begleitet mich seit meiner Jugend wirklich täglich. Immer noch.

Techno lebt. Doch wer hätte vor 30 Jahren geglaubt, dass Techno bleibt? Als Musikstil, als Kulturtechnik, als Wirtschaftsfaktor? Der Beginn der Technobewegung fiel mit dem Ende des Kalten Krieges zusammen. Besonders in Berlin boten die Tracks eine Projektionsfläche für den Anbruch einer neuen Zeit. Auch sexuell und politisch war der Dancefloor ein Feld für Experimente jenseits klarer Grenzen. Doch solche Erfahrungen konnte man ebenso in der fränkischen Provinz machen, wie der Schriftststeller Max Wolf berichtet.
Berlin war und ist die Hauptstadt des Techno, die Clubs ziehen noch immer täglich tausende Besucher an. Ihren Namen aber bekam die Techno Music in Detroit. Dort war der Sound weder ganz neu noch feierte er die Grenzüberschreitung. In der krisengeschüttelten Stadt linderte Techno die Symptome und stand in der afrofuturistischen Musiktradition, die von einer besseren Zukunft träumte.


(Direkt-MP3, via Tilman)

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Wie war das im Osten? – Verkäuferin in der DDR: „Wir waren der Buhmann der Nation“

Hörenswerter, sehr interessanter Podcast von Michael Schlieben und Valerie Schönian für die Zeit, die dafür mit der ehemaligen Konsum-Chefin Sigrid Hebestreit über Bückware und Wartegemeinschaften gesprochen haben.

In der DDR war Mangel eine zentrale Erfahrung. Hungern musste niemand, aber Südfrüchte gab es nur selten. Auf ein neues Auto musste man jahrelang warten. Für andere Produkte, etwa flauschige Handtücher, Baumaterialien oder Backzutaten, musste man lange anstehen. Für manche Produkte stellten sich DDR-Bürger schon mitten in der Nacht an – ohne Garantie, die Waren am Ende wirklich zu bekommen. „Sozialistische Wartegemeinschaft“ nannten sich die Schlangensteher selbstironisch.


(Direkt-MP3)

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Podcastserie über das Leben einer Mutter in der DDR: Mensch Mutta

Mensch Mutta ist eine ganz tolle Podcastserie der freien Journalistin Katharina Thoms, die dafür über einen längeren Zeitraum hinweg Gespräche aufzeichnete, die sie mit ihrer ganz „normalen“ Mutter über ihr Leben in der DDR geführt hat. Klingt erst mal vielleicht gar nicht so spannend, bringt aber sehr interessante Einblicke in das alltägliche Leben in der DDR und erinnert mich oft an das, was auch meine Eltern darüber zu erzählen wussten. Ich habe gestern alle Episoden am Stück weggehört, denn irgendwie war das alles dann doch spannender als erwartet.

Ich dachte:
Normal. Durchschnitt. Nicht besonders aufregend.
Das ist das Leben meiner Mutter in der DDR.
Bis ich mehr und mehr andere Mütter kennen gelernt habe – in meiner neuen Heimat, im Süden Deutschlands.

Und gemerkt habe: Normal ist anders.

Sie wollte ein ruhiges Leben haben, musste dann aber trotzdem immer wieder kämpfen.
Sie wollte nicht anecken, musste sich aber trotzdem vor dem Staat rechtfertigen.
Sie war doch eigentlich schüchtern, hat aber dann doch ständig Mut bewiesen.

Mensch, Mutta. Ein Podcast über meine Mutter – und ihr halbes Leben in der DDR.

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Podcast: 30 Jahre Techno – Musik für kaputte Städte?

30 Jahre Techno – Musik für kaputte Städte?“ ist ein Podcast, den Tobias Müller für das Nachtstudio des BR produziert hat und der sich dem 30-jährigen Jubiläum einer Musik widmet, die die bisher letzte Kulturevolution ausgelöst hat: Techno.

Die 51 Minuten bringen für Auskenner nicht viel Neues, fassen 30 Jahre Techno allerdings recht gut zusammen. Wenn mich wer fragen würde, wie man die Geschichte von Techno kompakt erläutern könnte, würde ich ab heute diesen Podcast empfehlen. Auch wenn all die späteren Splittungen fehlen und das Berghain-Gewichse doch sehr klischeehaft daherkommt.


(Direkt-MP3)

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Podcast: Wiege eines Weltsounds – Durch Düsseldorf auf Kraftwerks Spuren

(Foto: Ueli FreyCC BY-SA 3.0)

Sehr schönes Feature von Klaus Wilhelm, der sich dafür auf den Spuren Kraftwerks durch das musikalische Düsseldorf der Jetztzeit bewegt hat. Und das nicht nur mit dem Fokus auf Kraftwerk, aber eben auch in dem Bewusstsein, dass man in Düsseldorf an Kraftwerk nicht gänzlich vorbeikommt.

In den Sechzigerjahren in Düsseldorf wurde ein Sound erfunden, der die Musikgeschichte veränderte: Elektro. Neu!, DAF und vor allem Kraftwerk schufen Klänge, die vorher keiner gehört hatte. Doch wie kam es dazu und was blieb davon? Eine Spurensuche.

Es gibt eine Musiklandschaft zwischen Düsseldorf und Köln, die gewöhnlich nur Insider kennen: eine vom Elektrosound durchdrungene Zone. Sie gründet auf einem Erbe, das bis in die Sechzigerjahre zurückgeht und vorwiegend in Düsseldorf spielt.


(Direkt-MP3)

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Erobique in der Hörbar Rust

(Foto: Robin KrahlCC BY-SA 4.0)

Der großartige Carsten „Erobique“ Meyer war gestern Nachmittag zur Gast in der Hörbar Rust. Ich konnte nur die erste halbe Stunden hören und bin froh, den Rest davon jetzt im Netz nachholen zu können. Auch, wenn hierbei die Musik fehlt.

Niemand kommt als Erobique zur Welt, nicht mal Carsten Meyer – der Mann, in dem die taz den vielseitigsten Entertainer der Republik sieht. Man muss nicht unbedingt bei seinen Live-Gigs anwesend sein, um das nachzuvollziehen, aber es hilft. Denn diese strahlenden Gesichter, verschwitzten T-Shirts und tanzenden Füsse sieht man sonst nur auf Privatpartys gegen 5 Uhr morgens. Erobique hat eine lange musikalische Vita, von der Bandnamen wie International Pony, Salamander Meyer oder Einbahnstrasse zeugen. Geboren wurde er in Sarbeck, Westfalen. Als ihm das benachbarte Münster zu klein wurde, …


(Direkt-MP3)

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Hörspiel: Today your love, tomorrow the world – Der Mythos Ramones

(Foto: Plismo: • CC BY-SA 3.0)

Hörenswertes, wenn auch schon älteres Feature von Veit König über den Mythos Ramones, das jetzt nochmal den Weg in die Mediathek des Ersten gefunden hat. Kurzweilig sowieso.

Sie sahen alle gleich aus, gaben sich alle den Nachnamen Ramone, und sie waren wie Brüder: Sie hassten sich innig. Sie wurden nicht reich, nicht glücklich, nicht alt – aber die „Ramones“ wurden Kult.


(Direkt-MP3, via Dennis)

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