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Till Brönner über die aktuelle Misere der deutschen Kultur- und Veranstaltungsbranche

Till Brönner ganz ohne Schwurbelei und ohne Hysterie mit ganz wichtigen Dingen zur katastrophalen Lage der deutschen Kultur-und Veranstaltungslandschaft, um die halt gerade wirklich beschissen steht. Mir fehlten die in diesem Jahr komplett weggefallenen DJ-Gigs nicht nur mental sondern tatsächlich auch finanziell, aber durch meinen Job bin ich dennoch easy abgesichert. Ich kenne aber einige, den es da ganz anders geht und die sich komplett in der Luft hängend fühlen und die Hoffnung auf eine etwaige Rettung ihrer Situation so gut wie aufgegeben haben. Till Brönner appelliert hier auch an die Politik, die in diesem Fall zu handeln offenbar vergessen hat.

6 Kommentare

  1. Malte28. Oktober 2020 at 15:42

    Bin beeindruckt. Habe ein paar mal gedacht, dass er Anlauf nimmt um gleich in die allein vorwerfende oder jammernde Spur ob der aktuellen Entwicklungen zu kommen.

    Die Besinnung aber auf den direkten Zusammenhang mit der Vertretung der eigenen Leistung in Form von momentan nicht oder nur minimal vorhandenen Berufsverbänden an dieser Stelle ins Spiel zu bringen finde ich aber wahrlich beeindruckend! Denn schon in den Branchen die bestens vertreten werden, mit den besten Abschlüssen und Tarifverträgen, haben es Gewerkschaften, Betriebsräte und Verbände zunehmend schwer Nachwuchs zu finden, der die Arbeit weiter trägt und Mitglieder die sie finanzieren. Weil ein solcher Gemeinschaftssinn und solidarischer Support – zumal wenn er noch was kostet – einfach nicht fancy ist. Die Urlaubstage und Lohngruppen werden aber natürlich gerne mitgenommen. Das ist wahrlich ein Problem unserer heutigen Konsum-Gesellschaft.

    Umso schlimmer steht daher eine Branche da, die warum auch immer – und evtl. ist das auch der Arbeitskultur der Beteiligten und der strukturellen Eigenart der Branche geschuldet (wofür erst mal niemand etwas kann) – nicht so gewerkschaftlich organisiert ist wie andere. Das macht das Problem in der Tat heftiger für die Betroffenen. Denn dann werden die anderen großen Berufsverbände und Lobbyisten einfach wesentlich besser gehört. Und das führt dann zu politischen Maßnahmen die die Künstler und Eventbranche links liegen lassen. Mit massiven finanziellen Problemen.

    Von mir definitiv ein JA zu zur kulturellen Agenda in Deutschland. Zu staatlichen Zuschüssen und unterstützenden Hilfen für die ganze Branche. Und da sind die genannten Ministerien definitiv die richtigen! Vor allem wenn es nun doch nochmal zu einer geplanten Auszeit kommen sollte. Dann können wir Kunst und Kultur nicht einfach außen vor lassen. Ich bin mir sicher, dass wir uns das nicht nur leisten können sondern auch dringend sollten! Weil es ohne Kunst und Kultur echt trist und öde werden würde in unserer Gesellschaft! Keine schöne Vorstellung.

    Vielen Dank für die Worte und den Denkanstoß, Till Brönner!!!

  2. F.28. Oktober 2020 at 19:35

    Alles Verständlich und nachvollziehbar.

    Und schicke Rolex Milgauss.

  3. Jack29. Oktober 2020 at 08:50

    Na klar sind wir alle grade in einer blöden Situation – in der wir übrigens nicht wären wenn wir viel konsequenter gehandelt hätten. Aber dies ist ja keine Verhandlungssache. Es ist als hätten wir Krieg oder eine landesweite Naturkatastrophe. Aber Deutschland hat doch ein Sozialsystem – natürlich ist es nicht toll wenn man plötzlich arbeitslos ist und Sozialhilfe beantragen muss. Wenn die ganzen Vermögen auf einmal weg sind. Umgekehrt zu glauben hier mit einem blauen Auge raus zu kommen weil der Staat einspringt ist etwas naiv – dies geht ja ab bestimmten Größenordnungen nicht mehr so einfach. Wir haben grade 200Mrd Neuverschuldung (7000€/sekunde). Schließlich sind wir im Kapitalismus. Vielleicht ja mal ein guter Punkt umzudenken und ein BGE einzuführen. Würde jemand auf alle Gewinne verzichten wenn er dafür vor Schulden geschützt ist – genau den Deal gibt es nämlich vom Staat – natürlich keine tolle Aussicht. Vielleicht müssten wir auch viel flexibler sein und in der Krise umsatteln und alle in KKH und Gesundheitsämtern aushelfen. Offensichtlich haben wir ja derzeit „weit über 1.5Mio“ Menschen die nix mehr zu tun haben. Und nebenbei sind dies nicht einmal halb so viele wie LKW- Fahrer in DE, und die werden mit den kommenden autonomen Fahrzeugen über die nächsten 20Jahre alle ihre Jobs verlieren.

  4. skopeko29. Oktober 2020 at 13:03

    Das hat er wirklich ganz unaufgeregt vorgetragen.
    Kann hier jemand was zu den Zahlen sagen?
    Die 1.5Mio die er anpricht sind ja jetzt nicht alle Arbeitslos. Rundfunk etc. läuft ja weiter. Es sind ja „nur“ Konzerte/Veranstaltungen betroffen. Dau gehört dann aber auch z.B. Catering.
    Wir haben 3Mio LKW-Fahrer in Deutschland?

    • Jack29. Oktober 2020 at 16:09

      Jupp
      21,5 Mio mit LKW Fahrerlaubnis,
      3,3 Mio LKW in DE 2020 zugelassen. (gesamt Nutzfahrzeuge ca. 6Mio)
      (Quelle kba.de )

      • skopeko29. Oktober 2020 at 19:30

        Uff

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