Adbusting-Aktion gegen Polizeikongress empört die Gewerkschaft der Polizei

169845-1
(Foto: Indymedia, CC BY-NC-SA 2.0 DE)

[Update] Eben kam eine Mail rein, die darauf hinweist, dass die unten zitierte Pressemitteilung gefälscht und so an diverse Medien rausgegangen ist. Darin heißt es:

„GdP distanziert sich von gefälschten Plakaten
Anlässlich des vom 23.2. bis zum 24.2. in Berlin stattfindenden
„Europäischen Polizeikongress“ ist die Gewerkschaft der Polizei Opfer
eines hinterhältigen Anschlages der linksextremistischen autonomen Szene
geworden. Rund um den Alexanderplatz, angrenzend an den Veranstaltungsort,
das Berliner Congress Center, haben bislang unerkannt gebliebene
linksradikale Chaoten auf einer bislang unbekannten Anzahl von
Werbeträgern ein gefälschtes Plakat mit unerlaubter Weise verwendetem Logo
der GdP angebracht.“

[…]

„Der Bundesvorsitzende
der GdP, Oliver Malchow, distanziert sich von der illegalen kriminellen
Aktion: „Ich dachte, ich trau meinen Augen nicht, als ich heute morgen
diese infame Frechheit gesehen habe! Wer rechtmäßige Polizeieinsätze als
Anschlag auf die Demokratie verunglimpft, hat unsere Demokratie nicht
verstanden!““

Der erste Satz ist albern und bricht den PR-Sprech. Der zweite Teil ist
ein Originalzitat von Rainer Wendt, dem Vorsitzenden der Deutschen
Polizeigewerkschaft (DpolG), der dies anlässlich von Kritik an den
Prügelorgien seiner Leute zum Castor-Transport 2011 sagte.

Eine gut geplante Fake-Aktion also, auf die auch ich reingefallen bin. Dennoch ein geschaffener Anlass, diese Thematik zu Diskutieren.

Ich bekam vorgestern eine Mail mit dem Hinweis auf diese Adbusting-Aktion, die sich in Berlin gegen den dort stattfindenden Polzeikongress und die Gewerkschaft der Polizei richtete. Ich fand das okay, aber auch nicht so geil, dass ich es hier drin haben wollte. Eigentlich. Denn es ist leider meistens so, dass nur wenige solcher Aktionen von denen wahrgenommen werden, an die sie tatsächlich adressiert sind. In Berlin ist das nun ganz anders, dort empört sich sich gerade die Gewerkschaft der Polizei über die Plakate, die aus Polizisten Gewalttäter machen. Treffer, versenkt.

Der Bundesvorsitzende der GdP, Oliver Malchow, war offenbar außer sich vor Wut: „Ich dachte, ich trau meinen Augen nicht, als ich heute Morgen diese infame Frechheit gesehen habe!“ Denn als miese Schlägertruppe sieht Malchow seine KollegInnen nun wirklich nicht.

In einer Pressemitteilung erklärte er, dass es ja wohl einen Unterschied gebe, ob jemand von einem Uniformierten oder einem nicht Uniformierten verprügelt werde. „Das eine ist gut, demokratisch und rechtsstaatlich, das andere ist verwerflich, gemein und ein verabscheuungswürdiger Angriff auf das demokratische Gewaltmonopol.“

Tagged: , ,






Kommentare: 9

  1. asd 25. Februar 2016 at 12:05  zitieren  antworten

    dieses polizisten-bashing wird auch irgendwann mal langweilig

  2. Balthasar 25. Februar 2016 at 12:50  zitieren  antworten

    asd,

    So lange, bist du von einem Polizisten “gebasht” wirst, dann interessiert es wieder.

  3. Johannes 25. Februar 2016 at 12:56  zitieren  antworten

    sagt man meist solange, bis man selbst mal wieder rechtsstaatswidriges handeln der polizei erlebt u/o körperverletzend am eigenen leib erlebt. Und das amnesty sich am polizistenbashing / hinweisen auf massive missstaende in einem essentiellen funktionellen teil unserer gesellschaft beteiligt, könnte nen hinweis darauf sein, dass da nich ganz hirnlos agiert wird.
    http://www.amnestypolizei.de/kampagne/mission.html
    (Die kampagne ist aus 2010. Amnesty hat den grundsatz, dass ein büro sich nicht in das politische geschehen an seinem sitz einmischt, um eben vor staatlicher verfolgung in dem land geschützt zu sein. In d is man da etwas von abgewichen, da einerseits die rechtsstaatlichen strukturen weniger willkürlich sind und etwaige willkür recht deutlich durch freie presse dokumentiert werden kann, andererseits polizeigewalt hier von staatlichen stellen gut als inexistent dargestellt werden kann, da die hiesige öffentliche meinung dem gerne folgen möchte.)

    Bestenfalls kann dies „polizistenbashing“ auf eine andere politische ebene gehoben werden. Die staatlichen widerstandskraefte dagegen sind natuerlich gegeben.

  4. maybeadayoff 25. Februar 2016 at 14:55  zitieren  antworten

    asd,

    Es muss immer möglich sein, autoritäre Konstrukte – sei es Polizei, Religionen, Regierungen, etc. – zu bashen, d.h. auch auf diese Art mal gründlich mit Schmutz zu bewerfen. Allein das Exerzieren dieser Praxis erhält die Möglichkeit dazu. Wenn es nämlich niemand mehr macht, entwickeln sich demokratische Systeme mit Grundrechten schnell in eine Richtung, wo es ab irgendeinem Punkt niemand mehr darf.

  5. martin Däniken 25. Februar 2016 at 14:59  zitieren  antworten

    Schusssichere Westen haben aber nicht idiotensicher sein!

  6. Rob 25. Februar 2016 at 15:33  zitieren  antworten

    Hm, die Richtigstellung ist aber auch interessant.

    “ […] ist die Gewerkschaft der Polizei Opfer
    eines hinterhältigen Anschlages der linksextremistischen autonomen Szene
    geworden“
    „haben bislang unerkannt gebliebene
    linksradikale Chaoten […]“

    Wenn die Täter unerkannt sind, woher weiß man dann das es sich um linksradikale Chaoten handelt? Oder um einen Anschlag aus der linksradikalen Szene? Ich mein wenn mal wieder ein Flüchtlingsheim brennt, geht man ja auch erst mal davon aus dass das nicht von rechtsradikalen angezündet wurde, sondern von angetüdelten besorgten Bürgern, oder nicht?

  7. Rob 25. Februar 2016 at 16:29  zitieren  antworten

    Kleiner Nachtrag:

    Ich bin also dafür in Zukunft Formulierungen zu verwenden wie

    “ […] ist die Gewerkschaft der Polizei Opfer
    einer unüberlegten Aktion der Gutmenschenszene
    geworden“
    „haben bislang unerkannt gebliebene
    sichtlich angetrunkene Gutmenschen […]“

    usw. Das wär doch hübsch!

  8. Stephan 25. Februar 2016 at 18:09  zitieren  antworten

    Amnesty International sagt, der gefährlichste Ort für eine Person die verhaftet wird, ist auf der Wache. Also da wo es keine Zeugen gibt. Das sagt wohl alles…

  9. Martin Däniken 25. Februar 2016 at 20:20  zitieren  antworten

    Aber doch nicht in Deutschland-das würde mein Weltbild erschüüütttternnn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *