Der stellvertretende Landesvorsitzende und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft bedauert seinen “Abschaum”-Tweet

Da muss heute bei Herrn Björn Werminghaus ordentlich das Mailfach geglüht haben. Etliche Leute müssen ihn wohl angemailt haben, so dass er aufgrund der hohen Nachfrage schon an den Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft verwies. Dazu kommt noch, dass er sich heute im Umgang mit Social Media geübt hat. Mein Blogbeitrag von letzter Nacht hatte schon heute Morgen ordentlich die Runde gemacht, woraufhin Werminghaus erst seinen Tweet löschte, zwei Stunden später dann deaktivierte er seinen Twitter-Account, von dem viele dachten, der sei ein Fake. Wie ich erwähnt hatte, war ich mir auch nicht ganz sicher, ob ein Mann dieser Position derartige Äußerungen tatsächlich öffentlich tätigen würde. Dem aber war so, wie jetzt Rainer Wendt, der Bundesvorsitzende der DPolG, in einer Pressemitteilung sagte.

Der Kollege Werminghaus habe die Ausschreitungen in Hamburg via Twitter verfolgt, sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt SPIEGEL ONLINE. „Dabei hat ihn besonders empört, in welch zynischer Art und Weise über die verletzten Beamten hergezogen wurde.“
Im Zustand äußerster Erregung habe Werminghaus sich dann zu seinem Tweet hinreißen lassen und sich in der Wortwahl vergriffen, so Polizeigewerkschafter Wendt. „Das ist äußerst bedauerlich, die Vokabel ‚Abschaum‘ gehört nicht zum Sprachgebrauch der Deutschen Polizeigewerkschaft.“ Der Fehler sei mit dem Kollegen erörtert worden und man habe ihn gebeten, das Twittern über die Feiertage einzustellen, sagte Wendt. Werminghaus habe sich einsichtig gezeigt.

Mittlerweile hat er auch seinen privaten Facebook-Account hübsch aufgeräumt, so das derartige Kommentare wie dieser hier auf seiner Pinnwand wieder verschwunden sind.
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Schön, dass er diesen Tweet bedauert, was das allerdings über die Denke eines stellvertretenden Landesvorsitzenden und Geschäftsführer der Deutschen Polizeigewerkschaft durchblicken lässt, ist weniger schön, um das mal gelinde auszudrücken. Schließlich sind es Menschen wie Werminghaus die uns eigentlich die Rechtsstaatlichkeit auch von Demonstrationen garantieren sollen. Na da freut man sich doch über Engagement dafür. Tolle Polizisten haben wir da.

Dickes Danke an Bohm!

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Kommentare: 10

  1. Ronny 24. Dezember 2013 at 11:59  zitieren  antworten

    Marco J,
    Nein. Ich hatte eben nicht eine Verallgemeinerung kritisiert, sondern primär die völlig missratene Wortwohl. Hätte Werminghaus nämlich von „tollen Demonstranten“ gesprochen, die wir da haben, hätte sich kein Mensch darüber mokiert. Nach ihrem queren Gleichnisversuch hätte ich alle Polizisten demnach als „Abschaum“ beschimpfen müssen, was ich in keinster Weise getan habe.

  2. Ronny 24. Dezember 2013 at 12:14  zitieren  antworten

    Marco J,
    Das mag sein. Damit aber wird der Artikel dann wohl leben müssen.

  3. Speravir 25. Dezember 2013 at 04:43  zitieren  antworten

    Dieser Kommentar passt so wunderbar dazu: „Was alles nicht gesagt wird“ (Autor: Christian Bartlau) – BTW auf den Seiten von n-tv, wo ich so was, ehrlich gesagt, überhaupt nicht erwartet hätte.

    Ach ja: Auch Herr Rainer Wendt selbst hat in der Vergangenheit gelegentlich den Eindruck hinterlassen, dass ihm, der als Polizist die Verfassung schützen sollte, einiges am Grundgesetz zuwider sein oder gar am Ar*** vorbeigehen könnte.

  4. Oliver 25. Dezember 2013 at 20:27  zitieren  antworten

    Marco J: “Tolle Polizisten haben wir da.”?
    Diese ist ja kein Stück besser als die Verallgemeinerung des Herrn Werminghaus. Hatten Sie Ihn nicht gerade dafür kritisiert?

    Das ist doch noch nicht einmal eine Verallgemeinerung, sondern bezieht sich (wenn ich das nicht völlig falsch lese) auf Werninghaus und seine Kollegen von der DPolG, die den „Sprachgebrauch“ bedauern, aber nicht die Denkweise dahinter.

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