Klassische Soundsysteme auf dem Notting Hill Carnival

Ich mag diese auf klassische Weise zusammengebauten Soundsysteme sehr gerne. Auf der Fusion, auf der mittlerweile auf fast jedem Floor eine Funktion One hämmert, hatte die beste Anlage in den letzten Jahren die Rootsbase. Ein Soundsystem, dessen Bass einem die Magengrube massiert. Als ich letztens mit Rudi auf dem Moxxom spielte, kam der Sound in unserem Zelt auf einem Soundsystem der alten Schule. Der Fairness halber und weil man das nun mal so macht, müsste ich jetzt beide Soundsysteme auch benennen können, was ich gerade nicht hinbekomme, aber darum soll es eigentlich auch gar nicht gehen.

Der Fotograf Brian David Stevens ist schon vor zehn Jahren auf dem Notting Hill Carnival in London unterwegs gewesen und hat die Dinger fotografiert, bevor die Menschen davor tanzten. Nun soll es seine Aufnahmen in einem Buch geben – außerdem steht eine Ausstellung an. Das Mixmag hat vorab schon mal einige seiner Fotos.

Ob die Bässe heute immer noch durch diese Boxen wandern ist mir nicht bekannt, eine Antwort auf diese Frage allerdings würde mich schon interessieren.


(via r0byn)

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Kommentare: 15

  1. Smart 24. August 2014 at 09:38  zitieren  antworten

    Solche Sound Systems spielen dort auch heute noch. Hier findet man einige Bilder (wenn man etwas runterscrollt):
    http://forum.dancehallreggae.com/showthread.php/247035-Notting-Hill-Carnival-2013-Soundsystems
    http://forum.dancehallreggae.com/showthread.php/225794-Notting-Hill-Carnival-2011-Sound-Systems-Road-Map

    Und ein Blick ins Forum von http://www.speakerplans.com zeigt, das es auch immer noch genug Leute gibt, die solche Dinger neu bauen.

  2. Jan 24. August 2014 at 16:18  zitieren  antworten

    Das auf der Fusion sind die Jungs vom DANDELION Soundsystem aus Freising (Bayern).

  3. […] via Kraftfuttermischwerk […]

  4. Socialdread 24. August 2014 at 23:10  zitieren  antworten

    Hallo Ronny,
    ich bin unfassbar glücklich, dass du die wahre Sound System Kultur hier bei dir im Blog spielst. Das Buch klingt spannend und die Fotos auf Brians Internetseite sehen dufte aus. Durch einige dieser Boxen ballert der Bass wahrscheinlich immer noch. Allerdings gibt es beim Notting Hill ähnliche Probleme wie hier bei uns: Immer schärfere Auflagen nehmen der ganzen Sache den Spaß. http://www.standard.co.uk/news/london/8000-protest-over-threat-to-notting-hill-carnival-sound-system-9651424.html

  5. BigBox 25. August 2014 at 03:36  zitieren  antworten

    Da Du im Text die Funktion One-Systeme erwähnst, hier noch ein Hinweis auf den interessanten Groove-Artikel »Funktion One – Umhüllt wie von Körperwärme« (http://www.funktion-one.com/news/klang-im-club-in-german/) aus dem Jahr 2008, welcher die Entstehungsgeschichte und die Klang-Philosophie dieser Firma etwas näher beleuchtet. Den krönenden Abschluß bildet ein kurzes Interview mit Tony Andrews als einem der beiden Gründer. Zitat: »Das erste, wonach man beim Sound Ausschau hält, ist die eigene innere Balance.« :) Ich erwähne den Artikel deshalb, weil Funktion One klein angefangen und bis heute ihre Ansichten über guten Klang nicht verändert haben, was oftmals vergessen wird. Die von Dir erwähnten Soundsysteme sollten ihnen also nicht fremd sein. Davon abgesehen haben genau diese auch heute noch ihre Berechtigung, denn schon morgen könnte es möglich sein, daß ein bisher unbekannter Bastler Dinge fabriziert, von denen andere bisher nur träumten. Funktion One zeigen, daß dies möglich ist.

  6. walter 25. August 2014 at 12:41  zitieren  antworten

    Immer wieder interessant, wie unterschiedlich und wie subjektiv doch Wahrnehmung ist.
    Ich finde, die Anlage an der Rootsbase überhaupt nicht gut. Insbesondere dieses Jahr klang sie einfach nur unterirdisch. (Jedenfalls, wenn ich vorbeigekommen bin.)

    Ich glaube ja, alte Reggae-Soundsysteme sind das Vinyl der PAs.
    Da ist sehr viel Nostalgiefaktor bei.
    Die Anlage an der Dubstation zB gibt halt lange nicht so viel her, was Optik die Optik betrifft und ist auch klanglich wesentlich unauffälliger als ein schönes altes Soundsystem oder eine auf Hämmern abgestimmte Funktion One. Dafür klingt halt auch fast alles gut auf darauf.
    Ein anderes Beispiel von der Fusion ist die PA am Trancefloor. Das Ding deklassiert IMHO alles, was sonst noch auf dem Gelände rumsteht.

    Aber die Rootsbase? Völlig andere Liga.

    Eigentlich muss man wegen der Bauweise der meisten alten Soundsysteme auf die Frage nach dem Klang sowieso immer mit der Gegenfrage „Wo genau?“ kontern, denn dank der derben Kammfiltereffekte muss man sich nur ein paar cm bewegen und kriegt einen völlig anderen Sound.

  7. p3t3r 26. August 2014 at 04:06  zitieren  antworten

    Meine Top-Erfahrung waren Lautsprecher von EAW, die von Crown-Endstufen gefüttert wurden. Das war noch Anno D-Mark.

    Diese Fossilien scheinen ja 1970er zu sein. Cool! Meine Lieblings-HiFi zuhause ist von Sony, Testsieger 1975.

    Es war ja nich alles schlecht, damals. ;-)

  8. jens 26. August 2014 at 08:02  zitieren  antworten

    The only good System is a Soundsystem!

  9. muetze 26. August 2014 at 20:29  zitieren  antworten

    auf dem Sunrise Reggae and Ska Festival in Burtenbach (Bayern) waren dieses Jahr Collynization Soundsystem (welche aber anscheinend auch auf der Fusion waren) und die hatten ihre netten Bassrutschen dabei!!

  10. Socialdread 29. August 2014 at 00:31  zitieren  antworten

    walter:
    Ich glaube ja, alte Reggae-Soundsysteme sind das Vinyl der PAs.

    Passender Vergleich. Ein bisschen Nostalgie steckt schon drin, aber auch viel, viel Liebe und Arbeit.

  11. […] (via Kfmw) […]

  12. Steffen 29. August 2014 at 19:08  zitieren  antworten

    Tolle Fotos. Freu mich auf das Buch.
    VG Steffen

  13. kobpy 3. September 2014 at 04:26  zitieren  antworten

    aloha,mein erstes kommentar hier
    zuerst ein DICKES ding in soundsystem optik, wohl kaum zu toppen:

    http://puregroovesystems.com/category/outdoor/festival-stadium/

    aufm trancefloor stand dieses jahr ne L’acoustic…is halt so internationaler oberstandart…

    rootsbase fand ich auch nur im ersten jahr ihres erscheinens toll, aber DAS dürfen die wohl leider nie wieder XD hat man ja über alles andere aufm ganzen gelände gehör.. äh gespürt :-)
    dieses jahr fand ich dagegen und im allgemeinen echt lame, das Videomapping dagegen war sehr fein

    funktion.one is toll egal ob hype oder nich, die jungs haben es einfach drauf excellenten sound exact so in die luft zu stellen wie er in die Rille gepresst wurde. hört man sofort wenn man mal vinyl ohne digitaltechnik dazwischen ranklemmt
    dubstation is auch halt so standart, nur direktstrahl, keine horngeladenen Bässe, die kann halt funktion one…was nicht heisst dass man die unbedingt braucht…

  14. kobpy 3. September 2014 at 04:33  zitieren  antworten

    p3t3r,

    huii crown is leider inzwischen zu dem schlimmsten verkommen, was ich je hörte

  15. walter 3. September 2014 at 18:47  zitieren  antworten

    Hui ja, das erste Jahr Rootsbase war krass. Alle, die das Pech hatten, dort zu campen, wo die Basskeulen von Trancefloor und Rootsbase sich überschnitten, wurde das Hirn unweigerlich zu Brei geklopft. :-)

    Funktion One ist auch nur gut, wenn die Techniker wissen, was sie tun. Das erste Jahr mit der Funktion One an der Turmbühne war grauenhaft. Üble Interferenzen (schlimmer als jedes Reggae-Soundsystem. :-) )

    Dieses Jahr war die Bühne mit dem schlimmsten Sound der Bassline-Circus. Trotz oder wegen der völlig überdimensionierten F1. Es war schauderhaft, egal, wann ich dort vorbeikam.

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