Soundcloud ist durch

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(Grafik von Chrispop)

Ich habe vor ein paar Tagen eine Mail bekommen, die mich freundlich daran erinnerte, dass mein Soundcloud-Pro-Account in nun 10 Tagen auslaufen wird. Ich werde ihn nicht verlängern.

Ich habe das auch im letzten Jahr schon nicht getan. Allerdings fiel Gilly dann auf, dass alte Tracks von mir dort fehlten und fragte mich, was da los sei. Darauf sagte ich ihm, dass ich nicht bezahlt habe und es eigentlich auch nicht mehr vorhätte. Weil er aber unbedingt an eines meiner alten Alben wollte, die dort liegen, bezahlte er kurzerhand den sich daraufhin um ein Jahr verlängernden Pro-Account. Danke dafür auch hier noch mal, Gilly!

Nun ist es wieder soweit und ich stelle fest, dass mir Soundclound den Hunni im Jahr eigentlich nicht mehr wert ist. Das hat mehrere Gründe. Zum einen hatte ich im letzten Jahr immer wieder ©-Bullshit-Trouble mit Mixen, die auch schon mal Musik in sich hatten, die frei von irgendwelchen ©-Fragen war. Zum anderen wurden Mixe gesperrt, die Tracks in sich hatten, die ich exklusiv schon vor Veröffentlichung bekam, vermixte und die dann fälschlicherweise irgendwelchen Labels und Künstlern zugeordnet wurde, die sie weder veröffentlicht noch produziert hatten. Gesperrt wurden die Mixe trotzdem und ich hatte nicht die Motivation, dagegen irgendwie zu intervenieren. Ich fühlte mich mitunter verarscht. Und ich fühlte mich das ganz zurecht, wie ich finde.

Walter hat drüben mal wieder einen Artikel darüber geschrieben, warum Soundcloud endgültig für’n Arsch sei. Das tut er öfters mal. Meistens sind mir die von ihm dafür angegebenen Gründe komplett egal gewesen. User beschwerten sich darüber, das irgendwelche Reposts mal gingen und mal nicht gingen. Darüber, dass irgendwelche Statistiken verloren gingen und irgendwas mit der Kommentarfunktion. All das war mir bisher komplett egal. Ärger darüber konnte ich nicht nachvollziehen. Ich mochte das, was ich hatte. Trotzdem hat Walter recht, wenn er sagt:

„Ich kann mich des Eindrucks nicht länger erwehren, dass bei Soundcloud ein Experiment läuft, indem es darum geht, wie sehr man zahlende Kunden verarschen kann. Sorry, aber netter kann ich es nicht mehr sagen.“

Ich habe dort meinen Stream, der mir immer die neuen Uploads von denen anzeigt, die ich mag. Mehr brauchte und mehr wollte ich auch nie. Gut, ich habe über die Jahre einiges an Followern gesammelt, die natürlich dafür sorgen, dass vieles von dem, was ich dort hochlade schnell von vielen gehört wird. Aber was nützt das schon, wenn ich keine Mixe mehr hochladen kann. Mixe hochladen war einst letztendlich das, was Soundcloud zu dem gemacht hat, was es heute ist. Aber man soll nicht auf toten Pferden reiten.

Ziehen wir weiter.

Ich bin aktuell mit meinem Hearthis-Account sehr zufrieden und werde den ausbauen. Auch wird der komplette Adventskalender der letzten Jahre einen eigenen Hearthis-Account bekommen. Mit allen Mixen – auch denen, die Soundcloud mittlerweile gefickt hat.

Und trotzdem werde ich meinen Soundcloud-Account behalten. Allein meines lange sortiertem Streams dort wegen. Und mal ehrlich: das Design dort ist aktuell wirklich exorbitant beschissen. Leider.

So long, Soundcloud, war immer schön mit dir. Bis vor ein-zwei Jahren. Ab dann begannst du zu nerven. Ich würde auch gerne als Pro bleiben, aber ich werde unter den gegebenen Umständen dafür nicht mehr zahlen. Ist deine Schuld.

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Kommentare: 13

  1. Peter 8. Oktober 2014 at 23:05  zitieren  antworten

    Das kann ich echt nachvollziehen.
    Die Tags runden den Artikel ab :)

  2. renovatio 8. Oktober 2014 at 23:12  zitieren  antworten

    Erinnert mich an das Flickr-Desaster, als sie von Yahoo! gekauft wurden und die sog. Content-Filter einführten – auch bei zahlenden Usern und erst nach Protest jener zahlenden Nutzer (auch mir, damals). Copyright war nicht das Thema, aber Sichtbarkeit des contents (wie auch bei Deinen Mixen). Hab‘ mich damals dem Massenexodus zu ipernity angeschlossen. Zahlende Nutzer verarschen ist also offenbar keine ganz neue Erfindung… Ärgerlich für uns user trotzdem. Und ich stimme zu: ‚Ne scheiß customer-policy ist deren Schuld.

  3. Richard 8. Oktober 2014 at 23:12  zitieren  antworten

    Okey, heißt das jetzt, ich muss deine Musik von Soundcloud laden, oder ist die schon komplett auf Hearthis? :P

  4. Ronny 8. Oktober 2014 at 23:14  zitieren  antworten

    Richard,
    10 Tage haste noch. ;)

  5. raketenstecker 8. Oktober 2014 at 23:17  zitieren  antworten

    kann das sein das soundcloud tierisch langsam geworden ist? so wie damals myspace…
    oder liegt das an meinem rechner? ;-)

  6. Richard 8. Oktober 2014 at 23:19  zitieren  antworten

    Ach Ronny, einer dieser wunderbaren Momente, wo ich richtig gute Musik herunterlade und nicht wirklich beten muss, gerade etwas illegales zu tun.

    Dank diesem Blog-Beitrags und dem Kommentar von renovatio, hab ich soeben auch meinen Flickr-Account gekündigt (leider 24 Stunden zu spät, das Ding lüppt noch bis 1. Januar 2015 :D)

  7. ant 9. Oktober 2014 at 01:57  zitieren  antworten

    denke jetzt nach deinem artikel über einen hearthis-account nach [official fm zeigt nicht mehr die tracklists an bei mir; zumindest kriege ich’s nicht raus wie]
    p.s. das lustigste bei soundcloud war vor ca. 1 jahr als sie mein eigenes lied wegen copyright-bullshit gelöscht haben lol

  8. nappel2 9. Oktober 2014 at 08:18  zitieren  antworten

    es gibt noch was anderes außer Soundcloud? man lernt nie aus… Übrigens freue ich mich schon auf meinen bzw. Deinen Adventskalender!!!

  9. relumed 9. Oktober 2014 at 12:44  zitieren  antworten

    Hm, ich bin mit Soundcloud eigentlich ganz gut zufrieden, bin aber auch kein Premiumkunde. Ich hab dort die Möglichkeit 3h meines selbstproduzierten Materials kostenlos zugänglich zu machen und genau das ist ja auch der ursprüngliche Zweck von SC.

    Dass die Sache für DJs und Mixe anders aussieht, mag sein aber wenn ich im verlinkten Artikel sowas lese:

    „Einerseits lehnten sie DJ-Sets in den AGB zwar ganz deutlich ab, taten aber lange nichts gegen Mixe“

    , frag ich mich schon, worüber man sich denn nu aufregt.

    Einerseits soll es falsch sein, wenn Soundcloud User, die (bewußt!) gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, nicht abstraft. Tun sie es dann doch irgendwann, ist das auch wieder falsch. Well, bei so einem Maßstab kann man wohl nur scheitern.

  10. mik. 9. Oktober 2014 at 18:27  zitieren  antworten

    Ich bin noch nicht so lange bei Hearthis.at, kann den Dienst bis jetzt aber echt empfehlen, die Reaktionszeiten der Streams sind „noch“ sensationell gut, auch klanglich ist das eine sehr feine Sache. Das Soundcloud immer mehr Leute erreichen wird ist klar, aber wer braucht schon Fame und Facebook. ;-)

  11. alex 9. Oktober 2014 at 21:47  zitieren  antworten

    Soundcloud ist nach wie vor ne super Sache. Und die gebotenen Leistungen sind für das Geld imho ansehnlich, vor allem nachdem sie die Preise ja vor nicht allzulanger Zeit gesenkt haben. Verarsche der zahlenden Kunden könnte man ihnen retrospektiv daher vor allem für die früheren Jahre und Proaccounts so um die 500 € per anno nachreden. Natürlich ist Copryrightkagge das verständlicherweise momentan größte Ärgernis. Aber dafür können doch die Leute von Soundcloud nichts. Und ganz ehrlich, probiert’s gerne alle aus, aber ich warte darauf, wie Hearthis.at mit dem Wachstum und den Nutzerzahlen umgeht, die SC in den letzten Jahren erreichte. Die werden bestimmt um Copyrightcrawler herumkommen, die Seite wird bestimmt funzen wie geschmiert und dabei noch top aussehen…

  12. MKzero 10. Oktober 2014 at 08:40  zitieren  antworten

    Ich finde, hier werden ganz eindeutig die falschen für den Copyright-Crap verantwortlich gemacht. Ich bezweifle, dass sich da ein SC-Entwickler „Oh komm, lass mal so eine Check einbauen der prüft, ob das wem anders gehört und wahrscheinlich auch false positives liefern kann“…

    Das hat ganz eindeutig die gierige Industrie zu verantworten. Wenn die mal ihren goldenen Stock aus dem allerwertesten ziehen und sich etwas locker machen würden, gäbe es sowas auch nicht. Und ich bin immer noch der festen Überzeugung, das soetwas jedem internationalen Dienst mit entsprechender Größe passieren kann…

  13. mik. 10. Oktober 2014 at 16:41  zitieren  antworten

    Für mich hat Soundcloud definitiv auf der technischen Seite verkackt: In den letzten Wochen/Monaten klickt man auf irgendwelchen Seiten embedded Soundcloud-Player an, um sich irgendwelche Snippets/Tracks/Mixe von irgendwelchen Künstlern anzuhören, oder um diese schnell mal durch-zu-skippen und es passiert zu 50% NICHTS, aber auch wirklich GAR NICHTS, STILLE! Ich habe für so etwas unprofessionelles keine Zeit, da kann man ja locker fünf eingeschweißte 12-Inches auspacken und old school mäßig auf einem Wackel-Thorens durchhören (ink. Kaffee und Zigarettenpause), bis der völlig überlastete Server von Soundcloud mal reagiert. (vielleicht arbeitet deren Peripherie ja auch noch, oder wieder mit Riemenantrieb :-) Ich habe extra den Test gemacht: Geht man direkt auf Soundcloud und klickt das File an, dann dauert es zwar auch noch lange, aber es fängt dann an zu spielen, so als ob die Klicks auf der eigenen Seite bevorzugt behandelt werden. Klar bekommt Hearthis ähnliche Probleme, wenn die mal so groß werden sollten, aber wenn der Werdegang so beschissen verläuft wie bei Soundcloud, dann muss man sich halt wieder nach einer Alternative umschauen, so sieht das aus.

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