Wir machen das mit den Kommentaren hier jetzt mal anders

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Ich war jetzt zwei Tage in der Pampa unterwegs, habe auf einen See gesehen, habe auf eine Pute gesehen, die 7 Stunden über einem Feuer grillte, habe im Nebel gestanden, nichts mehr gesehen, habe geliebt, habe sehr viel gelacht, bin sommergerodelt und habe den Mond bewundert. Mein Internet beschränkte sich dort auf Twitter, Instagram und auf Mails. Nicht weil es nicht anders gegangen wäre, nein, sondern weil ich schlicht und einfach keinen Bock auf mehr hatte. Und überhaupt war das einzige worüber ich mich aufregen konnte… Einige der Kommentare, die dann doch per Mail reinkamen. Ich bin es leid.

Nie sind mir die Kommentare hier in meinem Blog so dermaßen auf den Saque gegangen wie in den letzten Wochen. Gemessen daran, dass ich das hier nun schon seit über 7 Jahre mache, hat das lange gebraucht. Die meisten der hiesigen Leser wissen, dass es auch mal etwas derber zugehen kann. Ich kann das einstecken, ich teile auch gerne mal aus. Allerdings ist es nicht Sinn und Zweck dieses Blogs hier, irgendwann nur noch austeilen zu müssen, weil irgendwelche Knetbirnen, denen offenbar sonst niemand da draußen zuzuhören bereit ist, meinen, sie müssten mich oder auch andere hier auf Teufel komm raus und 24/7 vollpupen. Nein, da habe ich keinen Bock drauf.

Ihr konntet hier bisher immer ohne die Angabe einer Mail alles kommentieren, was euch so auf der Tastatur lag. Ihr brauchtet nicht mal einen Namen eingeben. Grundsätzlich mag ich dieses Konzept. Immer noch. Es ist einfach und stellt für niemanden eine Hürde dar, gerne auch mal kontrovers zu argumentieren. Ich lese eh so gut wie alle Kommentare und bin meistens nur dann eingeschritten, wenn es soweit ging, dass irgendwelche Idioten andere beleidigten oder noch idiotigere Idioten ganz klar Grenzen überschritten, die das deutsche Recht setzt. Das war meistens okay. Selbst den ganzen alltags- und eindeutig rassistischsten Müll, der sich gerade in den letzten Wochen hier immer wieder in den Kommentaren sammelte, habe ich weitestgehend stehen lassen. Das hat Gründe. Zum einen wäre es naiv zu glauben, dass es diesen nicht gäbe, nur weil er hier nicht auftaucht, zum anderen müssen Trottel halt dann auch damit leben, wenn sie für ihre Arschloch-Meinungen argumentativ auf die virtuelle Fresse bekommen. Das hat immer ganz gut geklappt, war immer relativ ausgewogen. Jetzt, so habe ich den Eindruck, ist es das nicht mehr. Ich ärgere mich mitunter so dermaßen über manche Kommentare, dass ich diese hier einfach nicht mehr haben will. Ich will nicht mal jene Leute als Leser hier haben, die solche Hirnfürze in meine Kommentare dropen. Warum auch? Nun ist so, dass ich mir nicht aussuchen kann, wer hier mitliest – allerdings kann ich mir sehr wohl aussuchen, wer hier was kommentieren kann.

Mache ich im nicht virtuellen zu Hause ja auch nicht anders. Ich sitze, rede, lache und trinke dort mit Leuten, die ich mag. Ich streite auch mit denen – na klar. Aber ich werde mir nicht von irgendwelchen Arschlöchern in meiner Bude rassistische Parolen anhören. Nee, diese Tüpen würde ich einfach rausschmeißen. Klar. Auch jene, die mich zum Rassisten machen wollen, weil ich Rassisten shice finde. Da sehe ich schlicht keine argumentative Grundlage. Diese gibt es imho auch nicht. Man kann mich an so einem Abend gerne auch mal „Arschloch“ nennen. Ich weiß dann wer das in welchem Kontext sagt und weil ich ihn/sie kenne, weiß ich, wie ich damit umzugehen habe. Hier weiß ich das nicht. Hier musste ich mir sagen lassen, dass ich durch meine mitunter sehr klaren Standpunkte ein Anhänger Adolf Hitlers sei. Was Absurderes habe ich womöglich noch nie gelesen und es fühlt sich an, als käme ein wildfremder Mensch in meine Bude, der mir ein Porträt von Hitler an die Wand hängt, welches allen weiteren Gästen suggeriert, als wäre dieser Pisser mein Heiland. Denjenigen, der das tun würde, würde ich auf ewig nach Mordor verbannen. Natürlich.

Das kann ich hier nicht, aber ich kann entscheiden, wer hier welche Bilder an meine Wand hängt. Und genau das werde ich jetzt – zumindest vorläufig – auch tun. Weil ich es kann, weil ich keine Lust mehr auf Idioten habe, die das Streiten, die Zeit und die darüber gemachten Gedanken nicht wert sind; Punkt.

Nach wie vor ist das hier mein Blog. Ich lade sehr gerne Leute ein, sich hier umzusehen, sich hier wohl zu fühlen, mitzureden, gerne auch zu streiten. Aber ich will nicht mehr mit Arschlöchern streiten müssen. Das mache ich auch im realen Leben nicht sonderlich gerne und es dort trotzdem hin und wieder tun zu müssen, lastet meine diesbezügliche Leidensfähigkeit gänzlich aus. Warum also sollte ich mir das hier auch noch geben, obwohl ich das gar nicht muss? Richtig. Da gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund für. Fiel mir ein, als ich vorgestern Nacht in den Vollmond sah.

Kommentare sind immer noch keine Selbstverständlichkeit sondern ein Privileg.
Und manche hier haben dieses schlichtweg verkackt in letzter Zeit. Und genau diese will ich hier auch nicht mehr haben. Weder als Kommentierende noch als Leser. Verpisst euch einfach wieder dorthin, wo euch sonst keiner zuhört. Wenn ihr gelernt habt, wie man halbwegs angemessen miteinander umgeht, könnt ihr gerne wiederkommen und wir versuchen es noch mal. Da bin ich nicht so. Ihr müsst nicht mögen, was ich hier mache, Ihr müsst auch meine Meinungen nicht teilen, aber kein Mensch zwingt euch dazu, dennoch hierher zu klicken. Wenn ich euch so sehr auf den Saque gehe, dann bleibt doch bitte einfach weg. Da haben wir dann alle was von. Zumindest regen wir uns dann weniger auf und das ist ja fast schonmal Kupfer wert.

Das Ganze läuft hier ab jetzt so: Kommentare nur noch nach Abgabe einer Mail-Adresse. Ob die echt oder ein Fake ist, ist egal, sie zu tippen, bedeutet eine Zeile mehr. Eine Zeile, die noch etwas Zeit gibt, erst die Birne anzuschalten und dann zu schreiben. Soll ja helfen, auch wenn das wohl etwas naiv klingen mag.

Jeder Kommentar muss vorerst von mir freigeschaltet werden. Jeder. Dafür nehme ich mir etwas Zeit. Mal mehr, mal weniger. Taucht der Kommentar nach spätestens 24 Stunden nicht unter dem Artikel auf, wurde er umsonst geschrieben. Da macht es auch keinen Sinn, den wieder und wieder abzuschicken. Wurde unter der abgegebenen Mail-Adresse schon mal kommentiert und von mir freigeschaltet, geht alles seinen gewohnten Gang und ihr könnt genau so wie bisher kommentieren, ohne das ich das alles moderieren muss. Ganz einfach eigentlich.

Es tut mir leid für jene, die hier schon so lange aktiv dabei sind. Die, die ich kenne, die, die mich kennen. Aber ich möchte hier Arschlochkindern keine Plattform mehr bieten. Diese haben sie hier lange genug gehabt. Jene Knüppel von denen, die jetzt gleich wieder nach „ZENSUR!“ schnappatmen: fahrt zurück in die siebente Klasse und lasst euch in PB das mit der Zensur noch einmal vom Lehrer erklären – kann ja keiner außer euch was für, dass Ihr das damals verpennt habt. Und wenn Ihr dann von dort zurück seid, setzt Ihr euch selber ein Blog auf und verteilt eure Hirnfürze ganz selbstständig im Netz. Hier bei mir ist dafür ab genau jetzt kein Platz mehr.

Bitte danke!

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Kommentare: 91

  1. […] zieht ein ganz kleines bisschen an der Handbremse. Ich wünsche ihm viel Erfolg […]

  2. Naja 21. Oktober 2013 at 08:18  zitieren  antworten

    „… sein Wohnzimmer, seine Wortwahl! “ In seinen Wohnzimmer kommt aber nicht jeder rein – hier aber ja.
    Als müßte es hier mit Anmeldung Passwort usw. gemacht werden und das will ja keiner … oder?

  3. Naja 21. Oktober 2013 at 08:23  zitieren  antworten

    @Ronny
    Du schreibst im Text „… sie zu tippen, bedeutet eine Zeile mehr.“ Beim mir im Firefox merkt er sich die Felder und man muß nicht extra etwas eingeben. Die Felder sind schon ausgefüllt (mit Name und Email). Grüße

  4. da]M[ax 21. Oktober 2013 at 08:25  zitieren  antworten

    Ronny vor! Noch ein Tor! Hau den Trollen auffe Schnauze bis es spritzt, die haben das nicht anders verdient. Und jeder, der dir kommt mit Mimimimiöffentlicherraumhierbububuichgehwoandersspielen SOLL bitte woanders spielen gehen. Aber nein, so ne Leute memmen dann immer noch stundenlang weiter rum anstatt ihre eigene Ansage wahr zu machen und sich zu verpissen.

    Ronny: dein Blog soll dir Spaß machen. Punkt. Und dafür tust du genau das was du tun musst. Dazu zählt ganz oben dazu, Spackos rauszufeuern. Ohne Rechtgertigung. Mach weiter so.

  5. ben_ 21. Oktober 2013 at 08:46  zitieren  antworten

    Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich das Problem kenne. Dafür hab ich es mit den Arschlöchern nicht langegenug ausgehalten. Neben dem WordPress-Standard-Features „Kommentare von einer neuen Email-Adresse erst freischalten“ hilft die Robots.txt wie folgt zu gestalten:

    User-agent: *
    Disallow: /

    Und Social Media meiden! Die richtigen Leute finden einen schon.

  6. glamorama 21. Oktober 2013 at 08:50  zitieren  antworten

    Kommentarmoderation finde ich völlig OK. Bei mir im Blog mache ich das auch (obwohl da deutlich weniger Leute mitlesen und insofern auch viel weniger kommentiert wird). Das Prinzip ist dasselbe, wie wenn man Leute auf eine Party zu sich nach Hause einlädt: Da darf auch gerne jeder labern, was er will. Nur wenn’s einer überteibt und die Gäste oder den Gastgeber anpöbelt, wird er eben rausgeworfen. Mit Zensur hat das Ganze wirklich nichts zu tun.

  7. ben_ 21. Oktober 2013 at 08:57  zitieren  antworten

    @: TheOriginalDog,

    Ich glaube, dann hast Du keine Vorstellung davon, was wirklich bei Zeitungen als Leserbriefe eingeht. Ich kann aus eigener kurzer Erfahrung sagen: Das ist unglaublich erschreckend, wieviel blinder Hass da draußen ist.

  8. Gret Komet 21. Oktober 2013 at 09:30  zitieren  antworten

    Die Idioten haben eben lange bebraucht das Internetzeug zu bedienen und jetzt müllen die alles zu, nicht nur hier. Selbst mein Kommentar ist eigentlich schon zuviel.

  9. jens 21. Oktober 2013 at 09:40  zitieren  antworten

    Kann ich voll und ganz nachvollziehen und mache ich, wie auch robyn bereits sagte, schon immer so. Schon aus Spamgründen.

  10. Mark Schneider 21. Oktober 2013 at 09:45  zitieren  antworten

    Mein Wohnzimmer, mein Blog, mein Viertel, mein Kommentar: Ich finde es richtig, dass Du es so machst und finde es richtig schade, dass man es so machen muss. Das dumme ist, dass die die es verursacht haben gar nicht kapieren, dass Sie die Ursache sind. Aber so ist es ja andauernd. Gute Woche gewünscht.

  11. Arne Boecker 21. Oktober 2013 at 09:52  zitieren  antworten

    Ich wundere mich ein bisschen darüber, wie sehr Dich die Trolle beschäftigen. Das ist nun mal eine der Nebenwirkungen dieses Dingsda namens Internet. Lösch sie & vergiss sie! (Karl Valentin hat sich Nerver, Pöbler & Hetzer mit der Maxime vom Leib gehalten: „Net amal ignoriern“, zu seiner Zeit kommunizierte man allerdings noch per Telegramm.) Und jetzt: Right on!

  12. nappel2 21. Oktober 2013 at 10:05  zitieren  antworten

    jetzt habe ich ich irgendwie immer ein schlechtes Gewissen wenn hier was schreibe, ich denke immer, der arme vielbeschäftigte Ronny (Famile, Potsdam, Arbeit, bloggen, Musik machen, Adventskalender organisieren und und und) muss jetzt auch noch diesen Kommentar selber freischalten…

  13. seroc 21. Oktober 2013 at 10:31  zitieren  antworten

    Haste alles richtig gemacht…..Machste eigentlich schon immer ;)

  14. Chris 21. Oktober 2013 at 10:42  zitieren  antworten

    „Auch jene, die mich zum Rassisten machen wollen, weil ich Rassisten shice finde. Da sehe ich schlicht keine argumentative Grundlage“ Hach, das tat mir gut, genau so ne Scheisse musst ich mir neulich auch anhören. Topic: Alles gut, würd ich auch so machen! ;)

  15. ms. hü 21. Oktober 2013 at 11:06  zitieren  antworten

    diesen schritt finde ich klasse.

  16. Wolfgang 21. Oktober 2013 at 11:23  zitieren  antworten

    Leider verarmt die Netzkultur immer mehr. Lange Zeit hab ich in einem Forum moderiert, welches auch offen war, weil wir dachten, so erreicht man einen weiteren Kreis. Pustekuchen – die Spampostings nahmen zu, und zum Kommentieren und moderieren kam man vor lauter löschen nicht mehr.
    Da ist/was es nur ein logischer Schritt eine Anmeldung durchzuführen. Sie die ‚Echtheit‘ des Lesers zu versichern. Denn wenn Beiträge, Posts und Kommentare fundierter sind, kommen auch wieder mehr. Insofern genau richtig!!
    – just my 2c –

  17. Wolfgang 21. Oktober 2013 at 11:40  zitieren  antworten

    Diesen Schritt empfinde ich schonmal als einen in die richtige Richtung. Ich würde sogar noch weiter gehen, und Accounts vergeben. Kommentare nur mehr mit Einloggen. Weil ich glaube die Dumpfbacken haben das mit den Einweg-E-Mail Adressen auch schon kapiert…

  18. skFFM 21. Oktober 2013 at 11:49  zitieren  antworten

    Das Traurige ist ja, dass viele Verfasser/innen nicht veröffentlichter oder gelöschter Kommentare oftmals die Eigenreflexion fehlt und es als unsouveräne Moderation des Bloggers ansehen, obwohl nicht deren andere Meinung per se entscheidend ist, sondern die Form (Wortwahl (Beschimpfungen, Beleidungen…), Unterstellungen, eigenes Lebensmodell scheint das einzig Richtige zu sein, immer schön mit den Finger auf andere zeigen etc.). Als Blogbetreiber/in ist man ja zudem nicht nur für die eigenen Worte verantwortlich.
    Und da man sich offline sicher auch nicht lange mit solch einer „Diskussionskultur“ aufhält, finde ich es völlig legitim, dies auch online zu tun.

  19. Tom 21. Oktober 2013 at 12:19  zitieren  antworten

    War etwas überrascht davon, da ich bisher gerade hier noch nicht darauf gestoßen war, ehrlich. Liegt vielleicht auch an den Themen, bei denen ich mir Kommentare anschaue. Ansonsten: Nicht so ärgern. Es gibt sicher viele Leute, die hier wohlwollend lesen und einfach keine Lust haben, auf Trolle zu antworten. Mach Dir nicht zuviel Arbeit damit. Ich fand es eigentlich immer ganz entspannend, sich nicht erst anmelden zu müssen, um einen Kommentar zu schreiben. Die jetzige Lösung, einmal die Mail-Adresse freizuschalten ist für mich völlig OK. Hauptsache, Du hast nicht zuviel Arbeit damit. Problem Einmal-E-Mail. Muss man halt abwarten, wie es sich entwickelt. Und wenn Dir was nicht passt, lösche es – ist ja Dein Blog.
    Also: Danke für Dein Blog und freu Dich lieber an den vielen durchaus ernst gemeinten Beiträgen. Ich denke, die Überzahl der Leute hier in Deinem Blog ist ganz OK.
    Und: Genießt den herrlichen Spätsommer.

  20. egghat (@egghat) 21. Oktober 2013 at 12:40  zitieren  antworten

    Bei mir blieben anonyme Kommentare schon eh mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90% im Spamfilter hängen. Ich bekam darüber eine Mail und habe die richtigen Kommentare von richtigen Menschen dann von Hand freigeschaltet. Seit mich irgendwelche Spambots entdeckt haben, finde ich die relevanten Kommentare in der Flut von Müll nicht mehr. Daher habe ich die anonymen Kommentare komplett verboten. Ist doof, geht nicht mehr anders.

    Wat will man machen?

  21. Axel Axelsen 21. Oktober 2013 at 12:45  zitieren  antworten

    Ronny, kann dich da nur unterstützen; du musst das so machen wie du es für richtig und angemessen hältst. Zensur übt nur ein Staat aus, die die jetzt meckern haben sich wahrscheinlich noch nie mit den von dir so nett beschriebenen „Knetbirnen“ rumschlagen müssen. Natürlich kannst du auf deiner eigenen Site stehen lassen und lösche was du willst – und das ist richtig so! Viel Kraft, und Ärger dich nicht zuviel! Axel

  22. hans wurst 21. Oktober 2013 at 12:57  zitieren  antworten

    Also ich lese deinen Blog schon recht Lange. Ich muss aber auch zugeben, dass es mir in den letzten Monaten, gerade was deine „ultimative“ Einstellung im politischen Sinne angeht, schon schwer gemacht hat weiterzulesen, wenn es um radikale Politische Themen ging. Es geht z. B. darum, dass du einen Satz wie „Es geht weder um Rechts oder Links sein“ schon im vorhinein vorverurteilst*.

    Auch deine generelle Einstellung zu „andere-Meinung-haber“ wirkt bei mir als ob du von vorneherein eigentlich jede Diskussion ersticken willst und deine Meinung als die einzig Richtige darstellst. Ich sehe hier gleich die Gefahr, dass ich sofort als Rechts abgestempelt werde, nur weil ich mit deiner „offensiven“ Art der Meinungsvertretung nicht immer übereinstimme. Das wirkt als ob du es dir sehr einfach machst.

    Dein Wohnzimmer, deine Regeln. Das hier ist aber nicht dein Wohnzimmer. In dein Wohnzimmer komme ich durch Einladung, nicht durch eine Recherche im Telefonbuch.

    Und wenn ich auf dieser Grundlage überlege, kann ich mir gut Vorstellen warum du gerade jetzt vermehrt Troll Emails bekommst. Ich würde schon sagen, dass es förmlich herausgefordert wurde (*siehe Nazi Bullshit bingo).

    Du bist für die Kommentare verantwortlich, und entsprechend musst du Handeln. Das steht vollkommen außer Frage. Und den Primitiven Müll, ohne nennenswerten Inhalt, zu verbannen ist selbstverständlich.

    Aber vielleicht solltest du noch einmal überdenken, wie du deiner Leserschaft entgegen trittst. Denn ich sehe hier auch genug „ja Sager“ welche es scheinbar einfach hinnehmen, ohne etwas zu reflektieren. Die schreiben aber keine Mail und Vordern auch keine Diskussion. Aber vielleicht ist auch das Kraftfuttermischwerk erwachsen-erwachsen geworden und hat aufgehört über Musik, manchmal auch tiefschürfende Texte oder über das Internet zu schreiben.

    PS: ich hoffe dir ist aufgefallen, dass ich „extreme“ Formulierungen vermieden habe.

  23. Oliver 21. Oktober 2013 at 13:32  zitieren  antworten

    hans wurst: Dein Wohnzimmer, deine Regeln. Das hier ist aber nicht dein Wohnzimmer. In dein Wohnzimmer komme ich durch Einladung, nicht durch eine Recherche im Telefonbuch.

    Dann sieh es als Party. Da hat der Veranstalter im Zweifelsfall auch das Hausrecht und kann dich rausschmeissen, wenn ihm dein frei.wild T-Shirt nicht passt.

  24. Novize 21. Oktober 2013 at 14:46  zitieren  antworten

    Fichte:
    Genau so Ronny! Es soll spaß machen Liebe,Freiheit und Musik und von Ärgern steht nix über Deiner Haustür!

    guter Punkt :-)

    Ja! Ja! Ja! Ronny, du hast Recht! Der rechte Pöbel erstarkt im Netz und bekommt zu wenig Widerstand. Deshalb fühl ich mich gerade auch ein wenig schuldig. Ich dachte mir „omg, auch hier?“ und hab den Tab geschlossen, anstatt dem Bullshit entgegenzutreten. Ich habe kurz überlegt, ob ich was schreibe, aber da ich dich erst seit kurzem verfolge, wusste ich nicht, welcher Ton hier der angemessene ist und habe meine Verantwortung abgegeben :-(
    Dass du diese Wege beschreitest, ist nachvollziehbar, wenn auch traurig (dass es nötig wurde). Auch mein Lieblingsfestival ändert seine Policy, da der Anteil der Menschen, die sich nicht benehmen können, zu groß geworden ist.
    Ich habe in letzter Zeit einige „Communities“ verlassen, weil der Pöbel zu stark wurde und der Rechtsruck zu deutlich. Es ist frustrierend, wenn man irgendwann der Einzige ist, der sich dem entgegestellt und dafür von unbeteiligten „Unpolitischen“ auf die Fresse bekommt.
    Es ist gut, dass du als Betreiber politisch bist und nicht auf Pseudo-Argumente wie Meinungsfreiheit reinfällst! Danke, dass du das auch so klar sagst!

  25. dot tilde dot 21. Oktober 2013 at 14:47  zitieren  antworten

    sehr, sehr gut. danke!

    der vollmond war hier auch sehr schön. hat mir die schlaflose nacht verschönert, rücken an krücken. emotional kann das dem kommentarschmerz recht ähnlich sein.

    gute entscheidung. möge die freude wieder überwiegen!

    .~.

  26. MaC 21. Oktober 2013 at 15:02  zitieren  antworten

    Sehr gut, dass ist mal eine ehrliche Ansage!

  27. Horst Horstmann 21. Oktober 2013 at 19:47  zitieren  antworten

    *klopfklopf*
    Digger, laß mich mal rein.^^

  28. Peddargh 21. Oktober 2013 at 19:59  zitieren  antworten

    Moin,

    Meine vollste Zustimmung für diese Aktion.
    Wohl einer der machbaren Schritte um sich von diesem verhassten Shice zu trennen.
    Leider aber eben auch nur ein oberflächliches agieren, welches dem Problem auch nicht wirklich begegnen kann.
    Dieses Problemen sehe ich bei den Trollen, wie bei den „Netznazis“ gleichermaßen.
    Übersteigertes Selbstwertgefühl!
    Das sich meist aber auch durch gar nichts rechtfertigen ließe,,,
    Allein die Überzeugung der eigenen Höherwertigkeit.
    Aus meinen Augen ein Resultar der „Bildungspolitik“ der vergangenen Jahrzehnte.
    Irgendwie hat man die Bildung aus den Schulen genommen und auf die Bildschirme gelegt.
    Das ist das eigentliche Problem-
    Und dem begegnet man nicht, in dem man es ausblendet.
    Womit ich keineswegs kritisieren will, dass du hier(ich duz mal) die Kommentare erst moderiert frei schalten willst. Wie gesagt: meine volle Unterstützung dafür.
    Erwähnen tue ich das, weil ich mir denke, dass dies nur ein Teil der Aktion sein sollte, und ich auch schon neugierig, sprich „sensationslüstern“ bin.
    Will heißen:
    einerseits:
    Gilt es einen Weg zu finden die Dummen und vom Hass zerfressenen auf einen Weg der Tugend zurückzuführen. Ohne jetzt sagen zu können wie das genau aussehen soll.
    andererseits gilt es Neugierige, leicht beeinflußbare Menschen, vor diesem extrem menschenverachtenden Geistesunrat zu bewahren, tja… und das ohne dabei selbst zur ideologischen Einbahnstraße zu werden.
    Um diese Gedanke dann zusammenzuführen, und den Grund meines Schreibens zu nennen:
    Ich würde mir wünschen dass du gelegentlich „die Perlen vor die Säue wirfst“.
    Ich möchte das Geschreibsel der Trollnazischlechtmenschen lesen…
    Versuchen zu begreifen wie man so drauf kommen kann und mich sicherlich auch schlicht einfach nur über brachiale Doofheit aufzuregen.
    Vor allem aber möchte ich es vorgeführt wissen!
    Denke dabei, dass den herrischen Schlechtmenschen der Nimbus des überlegenen genommen werden muß, und glaube das deren Ergüsse bestens dazu geeignet sind, …entsprechend präsentiert.

    Ansonsten:
    Weiter so! sehr guter Blog!

  29. Christoph 21. Oktober 2013 at 22:25  zitieren  antworten

    Voll verständlich!

  30. Martin 21. Oktober 2013 at 23:12  zitieren  antworten

    Hoi Ronny,
    ich verfolge Deinen Blog jetzt schon seit einigen Jahren. Für mich, der aus dem wilden Partyleben etwas herausgewachsen ist, stellt er eine Verbindung zu meiner Vergangenheit und all den schönen Festivals, auf denen wir getanzt haben, her. Ich weiß sehr zu schätzen, dass Du die Aufgabe auf Dich nimmst, das Internet nach Perlen für meinen iPod zu durchforsten. Auch wenn ich mir vorstelle, dass Dir das Bloggen einen Riesenspaß macht, ist es sicherlich manchmal auch ganz schön anstrengend es neben all den anderen Dingen auf die Reihe zu kriegen. Ich selbst würde es neben Arbeit und Familie nicht hinbekommen. Darum: Jede Menge Respekt. Es ist schön, dass es das Kraftfuttermischwerk gibt.
    Martin

  31. Chris 21. Oktober 2013 at 23:57  zitieren  antworten

    Wie wärs mit nem pseudo-catcha wie bei http://konstantinklein.com/ ? einfach eine Frage wie „neun minus _____ = 3“

    Alternativ: http://www.youtube.com/watch?v=ZG4FawUtYPA

  32. Carsten 22. Oktober 2013 at 12:05  zitieren  antworten

    Eine OT-Frage: Wenn ich diese Seite mit den Browsern Opera, Chrome oder Internet Explorer aufrufe, sieht die Schrift ziemlich krakelig aus. Nur in Firefox ist die Schrift angenehm lesbar. Hast Du einen Tipp, woran das liegt oder wie ich das ändern kann (Firefox ist nicht gerade mein Lieblingsbrowser)?

    Gruß
    Carsten

  33. TOPCTEH 22. Oktober 2013 at 18:48  zitieren  antworten

    Whoa! Dieser Betrag hat es bis ins Bildblog geschafft.

  34. Ronny 22. Oktober 2013 at 19:55  zitieren  antworten

    TOPCTEH,

    Es ist halt so, dass fast alle da draußen ähnliche Probleme damit haben. ;)

  35. p3t3r 23. Oktober 2013 at 01:03  zitieren  antworten

    Genau richtig! Ich sehe das mal so: Wenn ich einen Kumpel besuche, möchte ich bei dem auch keinem Rassisten über den Weg laufen. Mir reicht schon die Gülle, die man in den Foren von Heise oder Spon manchmal findet. Ich will den genannten Foren keinen Rassismus unterstellen, aber die Nazis versuchen halt, sich da breit zu machen.

    Etwas Selbstschutz muss ja auch sein. ich kann mir vorstellen, dass die Troll-Armee irgendwie ferngelenkt mit einem gemeinsamen Ziel arbeitet: Guten Bloggern den Spaß am Bloggen zu vermiesen, bis nur noch böld.de übrig ist.

    Ist der Begriff White-List jetzt auch rassistisch? :D

    Man sollte da mal über die Begriffe „Green-List“ und „Red-List“ nachdenken – kennt man ja von der Ampel.

  36. Rei 23. Oktober 2013 at 13:47  zitieren  antworten

    Peddargh:

    […]Irgendwie hat man die Bildung aus den Schulen genommen und auf die Bildschirme gelegt.
    Das ist das eigentliche Problem-
    Und dem begegnet man nicht, in dem man es ausblendet.[…]

    Dem kann ich weitgehend zustimmen, auch wenn ich von deiner Entscheidung, Ronny, noch nicht ganz überzeugt bin. Ich will nicht behaupten eine bessere Lösung zu kennen, sondern nur einen bescheidenen Denkanstoß geben..
    Seit nun einigen Jahren verfolge ich diesen deinen Blog – bis jetzt kommentarlos. Habe bequem konsumiert, geträumt, gelacht und mich über jeden musikalischen Leckerbissen gefreut und gedankt. Schwelgend in der Romantik, dass trotz der ganzen frustrierten Schwachmaten – ihren Hirnschiss FREI ÄUSSERND – der überwiegende Teil der Kommentare eher frei denkender, empathischer Natur ist. Dass jeder seinen Shice äußern kann, stand hier für Ehrlichkeit und Transparenz. Kein Sichtschutz, keine Tabus und trotzdem unterm Strich angenehme Aussichten!
    Und nun schaltet sich ein Filter dazwischen. Vielleicht berechtigt und sicher gut begründet. Dieser Filter (auch wenn du es bist, Ronny) macht mir diesen Raum leider einen Tick suspekt, da nun objektiv gesehen keine freie Meinungsäußerung mehr herrschen kann. Nun entscheidest du, welche Meinungen es offiziell über deinen Blog gibt und nicht mehr die Leser selbst. Hat sich da vielleicht eine kleine Doppelmoral eingeschlichen? (Neben „Liebe, Freiheit und Musik“ VS „Pflastersteine werfen“)
    Wie ich es auch drehe und wende, komme ich nicht um das böse, böse Wort ZENSUR herum.
    Nur rassistischer Shice bleibt draußen, so heißt es. Wieso? Weil es dem Admin auf den Saque geht und das ZURECHT. Aber vielleicht ist es iwann nicht mehr nur rassistischer Shice, sondern jeder Shice der dem Admin auf den Saque geht. Wir Leser können es nicht prüfen bzw. ausschließen.
    @ Alle:
    Dieser Blog ist auch keine Zeitung und zudem nur begrenzt mit gedruckten Medien vergleichbar, da hier sehr viel mehr über Automatismen läuft, oder laufen kann. Keine begrenzte Seitenzahl, keine begrenzte Tinte, keine begrenzte Arbeitszeit, in der Leserbriefe abgetippt werden müssen! Also kann man sich den Verweis auf selbige sparen.

    Trotzdem werde ich Kraftfuttermischwerk weiterhin verfolgen, wenn auch mit weniger Romantik. Werde tolle gifs sammeln, mich über witzige Bilder und kritische Äußerungen freuen, feinste Mukke genießen und dafür danken, dass jemand bereit ist Arbeit zu investieren und einen bunten Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. In der Hoffnung, dass iwann wieder Konsequente Ideologie betrieben wird.

    Rei

  37. Kitschautorin 23. Oktober 2013 at 22:44  zitieren  antworten

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich lasse in meinem Blog auch keine Müllkommentare (rassistische, beleidigende etc.) stehen.

  38. Tom 23. Oktober 2013 at 23:28  zitieren  antworten

    Hey! Ich mag deine Musik überhaupt nicht. Finde die total shajse…. Aber ich lese dich so gerne. :) Gesocks raus;ich ( bitte) drin. Danke…. Walk on…

  39. Ronny 23. Oktober 2013 at 23:29  zitieren  antworten

    Tom,

    Na damit kann ich doch umgehen. ;)

  40. Michael Freitag 30. Oktober 2013 at 21:26  zitieren  antworten

    Ich bin als nicht kommentierender „Ab-und-Zu-Leser“ spät, durch einen Kollegen mit der Nase auf den Text gestoßen und nun dazu gekommen doch noch etwas zu sagen. Positionsbestimmung: Bruder im Geiste Ronny ;-) ich mach den Job nun auch schon ein paar Jahre (neben der Schreiberei). Also klares Pro und ein schwankendes Contra dazu: Wir sind dazu übergegangen (da liegt die Arbeit – uff), den üblen Sprüchen Nachfragen, Gegenfragen, Antworten, Hinweise und also allgemein Reaktionen dazuzukommentieren. NUR: Es kostet Kraft, Zeit, viele gute Nerven und ist manchmal wirklich so, dass man Abends gern länger duscht … Gerade wenn es um „harte Themen“ geht – der Rest ist eher Freude, da wir gute Leser haben. Etwas – aus professioneller Sicht betrachtet – was man sich als Blogger jedoch echt nicht zumuten muss. Deshalb das klare Pro mit der kleinen Schleife dran. Der Wahnsinn lauert in der Tat in dieser Arbeit – deshalb würde ich hier keinen „Zensur“-Vorwurf erheben …

  41. Blogs im Oktober 2013 | 1. November 2013 at

    […] Zur Kommentarkultur im Internet: Wir machen das mit den Kommentaren hier jetzt mal anders. (kraftfuttermischwerk) […]

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