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Abgesagt: Keine Autogramme für Frei.Wild-Fans im Media Markt Jena

Die für diesen Freitag in einem Media Markt in Jena geplante Autogrammstunde mit der Band Frei.Wild wurde von Seiten der Media Markt Bereichsleitung abgesagt.

Nachdem in den letzten Tagen auch auf Facebook vermehrt ein Unverständnis über die geplante Autogrammstunde der Band geäußert wurde und die Social Media-Abteilung von Media Markt da offenbar eher auf Textbausteine setzte, kam es wohl auch in der besagten Filiale zu Prostest, der von Kunden mal mehr mal weniger dezent vorgetragen wurde. Die Bereichsleitung versteht das alles nicht, hat aber nun ob der angeblichen Drohungen und Beleidigungen den geplanten Termin abgesagt.

Der bis heute unentschiedene Streit zwischen Freiheit der Kunst und Rechtsrock ist nun auch in Jena angekommen. Seit bekannt ist, dass Frei.Wild zum Start des neuen Albums im Media-Markt an der Stadtrodaer Straße auftritt, ­bekommt der Markt E-Mails in denen die Mitarbeiter als Nazis beschimpft werden. „Der Höhepunkt ist der Auftritt eines jungen Mannes im Markt gewesen, der unsere Kolleginnen an der Information mit Nazischweine und Verbrecher titulierte und unser 33-Monate-Finanzierungsangebot als versteckte Anspielung auf 1933 bezeichnete“, sagt Andreas Blasche. Soviel Intoleranz in einer Stadt wie Jena ist für ihn erschreckend. „Es kann ja jeder seine Meinung haben und sie auch ­äußern, aber doch nicht andere beleidigen und bedrohen“, so Blasche. Die Aufregung um die Band kann der Musik-Verkäufer ohnehin nicht verstehen. „Das Album ist von den zuständigen Stellen geprüft worden und es gibt keine jugendgefährdenden Texte“, sagt Blasche.

Das ist so nicht ganz richtig, denn anders als Bereichsleiter Blasche hier meint, wurden die Platten der Band bisher nicht geprüft, da bis letzter Woche kein diesbezüglicher Prüfungsauftrag vorlag. Die Thüringer Ministerin Heike Taubert (SPD), hat erst jetzt eine Prüfung der Liedtexte durch die BPjM angeregt. Vielleicht hat denen bei Mediamarkt keiner erzählt, dass erstmal alle CDs ungeprüft in ihre Regale kommen. Aber man kann ja auch nicht verlangen, dass das ein Bereichsleiter für Tonträger wissen müsste. Das ist schließlich nicht sein Job. Ähm…

Auch findet er, dass man Nationalisten mehr tolerieren könnte: „Ausgerechnet die Grünen, die sonst vorgeben, die Toleranz mit Löffeln gegessen zu haben, legen ein Gebaren wie früher die DDR-Funktionäre an den Tag“, beklagt Blasche nach einem Brief des grünen Landtagsabgeordneten Dirk Adams. Und weiter: „Wir haben uns da leider ­­linken Krawallmachern beugen müssen, die im Internet Stimmung gegen uns gemacht haben und mit einer Demo drohten“. So ist das nämlich. Die linken Krawallmacher sind daran schuld. Die aus dem Internet! Nicht etwa der Umstand, dass man sich offenbar, ohne sich im Vorfeld zu informieren eine Band in den Laden holt, die kommerziell sehr erfolgreich und somit auch für Media Markt verwertbar, aber eben alles andere als unumstritten ist. Das tut da nichts zur Sache.

Das Problem daran leider aber ist, dass derartige Absagen, die immer wieder mal nach Protesten stattfinden, der Band eher nützen als schaden. Genau das stärkt die verkaufte wir-Underdogs-hier-unten-ihr-Lügenmedien-und-Ahnunglosen-da-oben-Attitüde der Band. „Informiert euch mal!“ und so. Besser wäre, man hätte diese Band nie dorthin eingeladen.

Und die Kommentare unter dem OTZ-Artikel. Man kennt das ja.

Immer dieses mistpack von intolleranten hasspraediger die vorgeben soziale und tollerante menschen zu sein… mir kommts hoch! Die NS zeit ist vorbei und von daher gibt es kein „nazizeug“ ect. Mehr. Man wird vom eigenen volk verachtet wenn man auch nur den geringsten schimmer von heimatstolz erkennen laesst. Klar, solange sich aus der sache noch kohle rausholen laesst, hoeren die gutmenschen auch nicht auf die hetzjagt weiter zu tteiben. Traurig, traurig. Luegen, hass, faschismus und gewalt, alles was sie angeblich vertreiben wollen schueren sie selbst! Nun werden auch noch musiker boykottiert die sich, wie kaum ein anderer musiker/ band, gedanken ueber texte mit aussage und inhalt machen. Als wenn das nicht genug ist, auch die kosten die in diesem beispiel dem MM entstehen und wodurch nun auch fremde menschen, außenstehende und unschuldige muessen nun den faschismus der gruenen ausbaden… sehr toll.

16 Kommentare

  1. da]v[ax19. November 2013 at 12:45

    Hm… ich finde halt auch, dass die Tüpen die AUfmerksamtkeit, die Du ihnen zukoemmen lässt, überhaupt nicht verdient haben. Ich würde über die gar nicht berichten….

  2. Shroomy19. November 2013 at 12:53

    Solange weiter protestieren, bis diese Kackband verschwindet! :D

  3. Ronny19. November 2013 at 12:54

    da]v[ax,

    Machst Du und viele andere ja auch nicht. Das Problem aber erledigt sich deshalb eben auch nicht von alleine. Ich sehe die tatsächlich als ziemlich problematisch, zumal viele Jugendliche sich dieser Parolen annehmen und auf Deutschland übertragen. Auf diesem Weg geht so einiges schief.

  4. da]v[ax19. November 2013 at 13:07

    Ronny,

    dass hier einiges schief läuft, sehe ich ganz genau so. Eigentlich läuft hier fast alles schief. frei.doof sind da nur eine Stilblüte von vielen. Aber solange unsere Politik sich einen Verfassungsschutz leistet, der sich aus Nazi rekitiert, ist der Weg leider vorgezeichnet.

  5. da]v[ax19. November 2013 at 13:08

    au BACKE! Tippen und ich… das sollte heißen „aus Nazis rekrutiert“.

  6. schwerkraftrebellin19. November 2013 at 13:08

    Erinnert mich bisschen an eine Sache, die sich mal wieder im werten Sachsen vor einer Woche zugetragen hat.
    Das Wildgatter Chemnitz sollte aus Kostengründen geschlossen werden, man spart ja gern. Es gründete sich eine FB „Das Wildgatter soll bleiben“ Seite, die binnen von 24 Stunden 15.000 Likes hatte. So weit, so gut.
    Es wurden von den Verantwortlichen der Seite auch Spenden gesammelt und die dem Wildgatter übergeben. Unter anderem war da die örtliche NPD dabei, die auch gern mal etwas Gutes tun wollte. Nun regte sich Unmut an diversen Fronten, was in einem hochgeliketen Kommentar esskalierte. Inhalt dieses Kommentars: Ist doch egal wer spendet, Hauptsache es wird etwas Gutes getan. Und es wäre ja klar, wenn rechtsextrem Gesinnte etwas wohltätiges tun wöllten, wäre das immer schlecht. Immer würden NPD-Wähler schlecht dargestellt, derweil wollen sie doch nur helfen!

    Mir trieb es die Kotze in die Backen.

  7. Stefan19. November 2013 at 13:11

    Ja, das ist leider ein „klassisches“ Dilemma, das man auch von Nazi-Demos und dergleichen kennt.
    Lässt man durch Gegendemonstrationen dem Ganzen erst eine Aufmerksamkeit zukommen, die es sonst nicht hätte, und wertet es damit auf?
    Wäre es besser, es einfach aktiv zu ignorieren und somit seiner Bedeutung zu berauben?

    Es lassen sich leider für beides Argumente finden, es ist leider eine Win-Win-Situation – für die Falschen.

    Ich tendiere trotzdem dazu, lieber die Klappe aufzumachen, sich zu beschweren, sich entgegenzustellen, schon alleine, um den Raum nicht den „Patrioten“ zu überlassen und sie in der Annahme zu bestärken, sie vertreten eine schweigende Mehrheit.

    Der Inszenierung als Opfer kann man wenigstens immer damit kontern, daß sie für sich ja Meinungs-/Äußerungsfreiheit einfordern, dann aber auch Gegenmeinungen aushalten müssen.

  8. Robert19. November 2013 at 13:23

    Bester Satz aus dem Artikel: „Soviel Intoleranz in einer Stadt wie Jena ist für ihn erschreckend. “

    Sicher, Jena ist doch geradezu sprichwörtlich für Toleranz.

  9. Michael19. November 2013 at 14:00

    Danke für den schönen Text, der das ganze mal zusammengefasst widerspiegelt.
    Ich bin aus dem „schönen“ Thüringen und kann es nur verabscheuen das solche Bands hier auch noch eine Chance kriegen. Wir „Ossis“ werden eh als die Nazis dargestellt und gerade Jena war ja lange Zeit in den Medien.
    Wenn ein Bereichsleiter von MM kein verständis dafür hat und sich mit solchen Sachen nicht auseinandersetzt ist er falsch an seinem Platz.

  10. Willi Shake19. November 2013 at 15:18

    Wo wir schon mal bei Frei.Wild sind, vieleicht kann mir hier jemand helfen:
    Die spielen ja am Donnerstag hier in Berlin und meine kleine Cousine aus der Provinz hat Karten und weil sich die Gelegenheit bietet kommt sie mich vorher besuchen. Sie ist ein ganz lieber Mensch und ich würde sagen genauso wenig rechts wie links. Wie bekomme ich nun einen Frei.Wild Fan dazu sich diese Band nicht mehr anzuhören? Hat jemand (auch für einen Fan) einleuchtende Argumente? Oder gute Artikel?
    Alles was gefunden habe ist das sie patriotische Texte und rechte Fans haben. Deshalb sind sie theoretisch noch keine Nazis.
    Ich hab eigentlich auch kein Interesse mich mit dieser Band zu beschäftigen aber würde meinem Cousinchen gerne den richtigen Denkanstoss geben.

  11. some lucid dream19. November 2013 at 17:31

    ich wette das redaktionieren der kommentare hat sich spätestens hier gelohnt :P

  12. Captain Correction19. November 2013 at 20:22

    Willi Shake,

    Vielleicht ist das beste Argument sie nicht zu mögen der selbe wie bei den Onkelz.
    Die Texte sind dumm(?)<- Kenne frei.wild nicht…

  13. Olly19. November 2013 at 22:47

    und das bei den Unternehmensfarben schwarz, weiß, rot.
    hätte ich nicht gedacht =)

  14. da)v(ax19. November 2013 at 23:54

    Willi Shake,

    Na ich weiß nicht. Wenn ich die Texte hör‘ kommt die Abneigung dagegen einfach ganz von alleine und dazu dann die strammen Deutschen, buääh. IGeh doch einfach mit ihr da hin, hör dir die Texte mal „in Ruhe“ an, schau dir die Leute an und danach weißte sicher was du ihr vermitteln willst. Die sind so hohl, da braucht man eigentlich keinen Gesprächsleitfaden, oder?

  15. sag ich nicht20. November 2013 at 14:07

    @Captain Correction

    Im Gegensatz zu den Onkelz haben sich Frei.Wild nie glaubhaft von braunem Gedankengut distanziert. Auch in aktuelleren FW-Texten finden sich weiterhin Nationalstolz und ähnlicher Müll.
    Sinngemäß trällern die doch „Südtirol über alles – wer anders denkt, kriegt auf’s Maul“. Sowas gab es von den Onkelz eigentlich nie.

  16. Nicht Merkbefreit20. November 2013 at 21:01

    Stefan,
    Du kritisierst: „Und es wäre ja klar, wenn rechtsextrem Gesinnte etwas wohltätiges tun wöllten, wäre das immer schlecht. “

    Das Problem ist, dass die Rechtsextremen Gruppierungen sich mit diesem sozialen Engagement schmücken und so für sich werben – und da sollte man sehr wohl hinterfragen, ob man diese Spenden annehmen sollte, oder nicht.
    Wenn man nicht will, dass sich diese Arschgeigen so profilieren und neuen Zulauf erhalten, weil sie „was für uns tun“, dann sollte man solche Spenden dankend ablehnen.

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