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Bei Mustafa’s Gemüsekebap eine Essensmarke kaufen und einem Bedürftigen schenken: Essensmarke

Wenn ein Staat nicht dazu in der Lage ist, ausreichend Hilfe für Bedürftige zu realisieren, muss man halt auf Angebote wie die Arche oder Tafeln hoffen. Ein ähnliches und sehr praxisorientiertes Projekt kommt jetzt von der Stiftung Friends with Benefits in Kooperation mit Mustafa’s Gemüsekebap in Berlin. Wenn es nach beiden geht, kann sich das gerne deutschlandweit etablieren. Inwiefern das dann tatsächlich wirklich Bedürftigen zu gute kommen wird, wird sich zeigen. Inwiefern sich das Konzept ausbauen lässt ebenso. Schwierig daran ist, dass sich so immer mehr Menschen neben der berechtigten Unterstützung vom Staat selber organisieren. Bleibt zu hoffen, dass dieser sich auch ob solcher Angebote nicht noch weiter aus der Unterstüztung zurückziehen wird. Wir leben schließlich in einem Land, in dem die CDU darüber nachdenkt, den Preis für Pfandflaschen zu erhöhen, damit jene, die die sammeln gehen, „auch etwas von ihren Bemühungen haben“.

Dennoch eine ziemlich gute und praxisnahe Idee, die erstmal von gestern bis zum 22.12.13 laufen soll.

Viele Menschen in Deutschland haben nichts zu Essen. Allein in Berlin ist jeder 5. von Armut bedroht und über 11.000 Menschen haben kein Dach über dem Kopf.

Aus diesem Grund hat sich Friends with Benefits etwas besonderes ausgedacht und gemeinsam mit Mustafa’s Gemüsekebap ein einzigartiges Hilfsprojekt gegründet: Die Essensmarke.

Die Marke beträgt den Preis eines Döners (3,20 €), davon gehen spendet Mustafa’s 1,00 € für einen gemeinnützigen Zweck.


(Direktlink, via Andi)

16 Kommentare

  1. Kritiker19. November 2013 at 15:56

    Ich halte das vor allem für Werbung für Mustafas Gemüsekepab. Auch wenn die Absichten gut sind.

    Wenn man einem Bedürftigen helfen will, kann man ihm Geld geben. Ja, dann gibt es das Risiko, das er davon Schnappes kauft. Aber man achtet dadurch auch seine Würde, indem man ihm selbst die Wahl lässt, wie er sich entscheidet.

    Essensmarken, Essensspenden, etc. sind dort, wo der Hungertod nicht akut bevor steht, ein Eingriff in die Würde eines (armen) Menschen, dem vorgeschrieben wird, welches Essen er sich wo zu besorgen hat/zu essen hat. Die Souveränität, selbst über einen (auch zugestandenen) Betrag zu verfügen und Entscheidungen zu treffen, sollte man auch einem obdachlosen Menschen, der auf Almosen angwiesen ist, nicht nehmen.

  2. r0byn19. November 2013 at 16:10

    jeder der schon mal da war weiss: mustafa braucht keine werbung

  3. Flo19. November 2013 at 17:49

    Kritiker,

    du hast vielleicht recht mit der würde eines armen menschen, aber ich (und ich denke viele andere auch) bin viel ehr bereit zu spenden wenn ich weiß, dass damit wirklich essen gekauft wird. wenn ich mir vorstelle, das die 50 cent die ich in ein becher geworfen habe 20 min später in ein stroh 80 gehen, dann bewirkt meine spende nicht dass geholfen wird sondern das gegenteil.
    zu dem denke ich das es in ordnung ist über den zweck eines gespendeten betrages etwas entscheiden zu können. wenn man ans rote kreuz spendet dann auch nur damit die anderen damit helfen und nicht damit die bei sich ne riesen party machen. (der vergleicht hinkt aber mir fällt grad nix besseres ein)
    man könnte das mit dem „vorschreiben was gegessen wird“ ändern, wenn mehr läden mitmachen und alle die selben marken nutzen (ist ja sowieso der plan glaub ich).
    und mustafas braucht ganz ganz sicher keine werbung, wenn nachts um 3 sich die schlangen von curry 36 und mustafas treffen… ist vielleicht etwas übertrieben aber ich denke es ist kla was gemeint ist.

    so long
    flo

  4. huch19. November 2013 at 17:59

    und warum gibt man leuten die keine kohle haben das geld nicht, und lässt sie selbst entscheiden ob sie heute hunger auf mustafas gemüsekebap oder vieleicht doch etwas anderes haben? das bedient für mich nur wieder wieder klischees über menschen ohne viel kohle à la: die kaufen sich sonst wohlmöglich zigaretten oder alkohol.

  5. mama19. November 2013 at 18:19

    Lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber ich denke, dass keiner dieser 11.000 Menschen ernsthaft länger als zwei Wochen auf der Straße leben MUSS

  6. Jägi19. November 2013 at 18:23

    Was heißt hier „nicht in der Lage“? Die wollen schlicht nicht, in der Lage wären die schon.

  7. micxer19. November 2013 at 20:36

    Ich meine, das mit der Erhöhung des Pfands beim Postillion gelesen zu haben. Wollen die das wirklich machen? Das war keine Satire?

  8. Sascha Bürk19. November 2013 at 20:54

    Kritiker,

    Nuja, sieh es mal so: Er kann selber entscheiden, ob er das Geschenk eines Mitbürgers annimmt oder eben nicht.

  9. Sascha Bürk19. November 2013 at 20:57

    Ich finds echt krass. Da gibt es einen Plan, wie Menschen anderen Menschen etwas schenken. Und sofort kommen Kritiker, die bemängeln, warum man den Beschenkten nicht das Geld schenkt. Da wird von Würde und weiterem und vor allem negativ gesprochen…
    Hallo? Geschenk? Freiwillig?

  10. @Kritiker20. November 2013 at 08:54

    Kritiker,
    sry aber was ist denn das fuer ein quark?
    was spricht denn dagegen, dem bedürftigen etwas zu essen zu kaufen?
    muss man jetzt selbst bei guten taten darauf achten, dass man politisch korrekt ist? so ein blödsinn! wenn sich der bedürftige dann auch noch in seiner würde angetastet fühlt, soll er die marke verkaufen.

  11. al20. November 2013 at 11:26

    was für ein quatsch dieses projekt und die kommentare dazu sind.. selbst wenn man die marke einem obdachlosen vor ort gibt, glaube ich nicht dass jener lust hat sich scheiss 30 minuten für einen döner in eine schlange zu stellen. ich meine in der zeit wird er sich meinst mindestens 3 euro erbettelt haben. und wenn man jemandem geld schenkt, dann dieser mensch verflucht nochmal damit machen was ihm beliebt und wenn jemand ein problem damit hat dass dieser ein suchtverlangen damit befriedigt, wofür jeder abhängige mensch scheiße dankbar wäre, dann soll man halt einen verfluchten apfel oder ne stulle verschenken.
    und natürlich braucht mustafa werbung- woher kommt denn wohl die 30 m lange schlange? die ist auch erst so krass seitdem im lonley planet dafür geworben wird…

  12. Hei nz20. November 2013 at 16:37

    3,20€ fürn döne?
    oh man, ich msus sagen, gute aktion aber 3,20 sind einfach mal pure abzocke, vor genau 10 jahren hatn döner 2€ gekostet jetze 10 jahre später ist kostet der döner in meinem stammladen 3,00€ und das ist eindeutig zu viel, zumal von jahr zu jahr weniger drinne ist. Die entwicklung in meener stadt jefällt ma nicht, jedes jahr wird der döner um ca. 10/20ct teurer, die sprechen sich doch ab!

  13. Schnäppchen20. November 2013 at 21:46

    Hei nz,

    Richtig! insbesondere bei Fleischprodukten gilt: Je billiger desto besser! Auch Döner sollte jedes Jahr billiger werden. Schließlich bekommen die Rumänen in den Schlachthöfen ja auch jedes Jahr weniger Geld.

  14. Kritiker20. November 2013 at 22:55

    @Sascha

    „Ich finds echt krass. Da gibt es einen Plan, wie Menschen anderen Menschen etwas schenken…“

    Den Plan gibt es schon sehr lange und er ist äußerst einfach: Wenn Du jemandem helfen willst, dann hilf ihm, z.B. indem Du ihm Geld gibst. Dafür braucht es keine Essensmarken von Mustafa (an denen dieser verdient). Der Plan ist also nicht, dass uns jetzt mit einem Mal endlich ein Weg aufgezeigt wird, wir wir Bedürftigen endlich helfen können, sondern dass diese Barmherzigkeit sich so kanalisiert, dass das Geld sich am Ende an einer (an oder wenigen) Stellen landet.

    @@Kritiker
    Ich überlese einfach mal das mit dem „Quark“. Wir sind sicher beide erwachsen genug, um zu diskutieren ohne einander anzumaulen.

    Es spricht nichts per se dagegen, einem Bedürftigen Essen zu kaufen. Wer kein Geld, aber Hunger hat, wird sich auch darüber freuen.

    Zur Würde eines Menschen zählt es aber eben auch, ihm Entscheidungen zu lassen und ihn nicht zu infantilisieren. Jemand, der lediglich gewillt ist, ihm eine Essensmarke zu geben, aber nicht, ihm den selben Betrag in die Hand zu drücken, infantilisiert diesen Menschen. Genau wie der Staat Hartz 4 Empfänger infantilisiert, wenn er ihnen Essensmarken statt Geld aushändigt. Wenn man einem Menschen mal eben einen Apfel oder ein Brötchen zusteckt, weil man gerade eh einkaufen war, ist dagegen nichts zu sagen. Wenn aber eine Barmherzigkeitskampagne ausgerufen wird, dass man künftig bei Mustafa Essensmarken für Obdachlose kaufen soll (an denen Mustafa verdient), dann wird damit eine Kampagne gefahren, Obdachlosen grundsätzlich kein Geld mehr zu geben (woran Mustafa weniger verdienen würde). Das halte ich für falsch.

    Weiterhin müssen Obdachlose natürlich auch lernen, Verantwortung für sich zu übernehmen. Das macht man nicht, indem man ihnen eine Essensmarke in die Hand drückt, sondern man ihnen die Entscheidung überlässt, wie sie mit ihrem Geld umgehen. Notfalls müssen sie dann auch die Konsequenzen tragen. Da Hunger auf der anderen Seite ähnlich am Körper zehrt wie unbefriedigte Alkoholsucht, kann man davon ausgehen, dass sie sich irgendwann notgedrungen Essen kaufen.

  15. Heinz21. November 2013 at 11:31

    Schnäppchen,

    was soll das denn jetzt? Genau, weil das ja auch genau meine Aussage is! (man man man)
    Ich seh einfach nich ein, warum ein Döner innerhalb von einem jahr 50 ct teurer wird, für mich ist da kein Sinn hinter. Da es auch tausend andere fleisch produkte gibt, die immer gleich viel kosten bzw. teuer werden, dafür aber auch die inflation mit einberechnet wurde. Beim döner seh ich das nicht.
    Ich hatte mal einen Verkäfuer gefragt, weil von einem Tag zum anderen der Döner 30 ct. teurer wurde, da meinte er zu mir, das ja benzin teuer wurde und alles halt teurer wird, da muss der döner auch mehr kosten!

    ein döner für 3,20 zu verkaufen grenzt an Ausnutzung! finde das echt scheiße.
    und das du jetz auch noch schlachthöfe aus osteuropa mit reinziehst is mir etwas zu blöde

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