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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Kurzfilm: Der Waffenfabrikant Monsieur COK

Eigentlich stellt Monsieur COK keine Waffen, sondern nur Bomben her. Und auch oder gerade in der Bombenindustrie ist natürlich Effizienz gefragt. Diese stören Menschen schon mal und damit den Profit des zweifelhaften Unternehmers. Deshalb entscheidet sich Monsieur COK, die für ihn arbeitenden Menschen gegen Roboter zu ersetzen. Einem der Arbeiter allerdings will das so gar nicht schmecken.

Passend dunkel animiert und mehrfach prämierter Kurzfilm von Franck Dion.


(Direktlink)

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Wie die bisherigen GEMA-Sperrtafeln bei YouTube zukünftig aussehen könnten

Die GEMA klagte vor dem Landgericht München gegen YouTube weil sie die von denen immer wieder angezeigten Sperrtafeln mit Verweis auf die GEMA nicht mehr haben wollen. Das LG hat der Klage nun stattgegeben und YouTube muss wohl umstellen, so denn Google keine Berufung einlegt und das Urteil damit rechtskräftig wäre.

Dann wird sich YouTube etwas Neues einfallen lassen müssen, wenn sie bestimmte Videos nicht mehr anzeigen möchten. Dennis Horn hat sich diesbezüglich schon mal Gedanken gemacht und folgende Idee erarbeitet.

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(via Marc)

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Fotos von der ISS: nachts über Nordkorea

Ende Januar ist die ISS über Ostasien geflogen und hat, wie schon über anderen Teilen des Planeten Nachtaufnahmen Fotos von den Landstrichen gemacht, die sie gerade überflogen hat. Hier unter anderem von Nordkorea. Und da ist es bei Nacht ganz schön dunkel. Hier als Kartenversion. Da ist nicht etwas Wasser zwischen oder so.

Flying over East Asia, astronauts on the International Space Station (ISS) took this night image of the Korean Peninsula. Unlike daylight images, city lights at night illustrate dramatically the relative economic importance of cities, as gauged by relative size. In this north-looking view, it is immediately obvious that greater Seoul is a major city and that the port of Gunsan is minor by comparison. There are 25.6 million people in the Seoul metropolitan area—more than half of South Korea’s citizens—while Gunsan’s population is 280,000.

North Korea is almost completely dark compared to neighboring South Korea and China. The darkened land appears as if it were a patch of water joining the Yellow Sea to the Sea of Japan. Its capital city, Pyongyang, appears like a small island, despite a population of 3.26 million (as of 2008). The light emission from Pyongyang is equivalent to the smaller towns in South Korea.

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(Fotos: NASA, via io9)

Hier der Flug noch als kurzes Timelapse Video. Ab Sekunde 14 kann man das ziemlich gut sehen.

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Frei.Wild und der Echo, nächste Runde

Wir alle erinnern uns noch ziemlich lebhaft an die Diskussionen, die es im letzten Jahr gab, weil die Jammerpatrioten von Frei.Wild in der Kategorie “Rock / Alternative National” für den Echo nominiert und eingeladen wurden. Ich erinnere mich ziemlich genau daran, weil ich einen Artikel darüber und wohl nie vorher soviele Knüppel im Blog hatte, ja.

Die Hosenträgerrocker von „Kraftklub“ sagten damals ihre Teilnahme ab, weil die mit einer Band wie Frei.Wild nicht zusammen auf der Nominierungsbühne genannt, bzw. gesehen wollen wollten. Sie waren nicht die einzigen, andere Bands zogen nach. Mia oder Die Ärzte hatten auch keinen Bock mehr. Es gab allerhand mediale Kloppe für die Echo-Veranstalter – wir erinnern uns, ich weiß.

Aufgrund eben dieser Aufregung zogen die Veranstalter des Echos, „musikindustrie.de“ (sic!), die Reißleine und luden Frei.Wild kurzerhand wieder aus. Musikindustrie.de (sic!) kündigte daraufhin an, etwas am Regelwerk ändern zu wollen, um eben nicht noch einmal so dermaßen auf die Fresse fallen zu wollen. War ja aber auch alles furchtbar peinlich für fast alle Beteiligten. Auch wenn es Frei.Wild noch mehr Schub gegeben haben dürfte. Die „Wir hier unten – ihr da oben“-Fans mögen es, wenn das Geheule der von ihr favorisierten Band immer wieder medial ausgeschlachtet wird. Das bestätigt nur die kruden Thesen, die ihre Band aus den Verstärkern zu pumpen nicht müde wird.

Ende letzten Jahres veröffentlichte die Südtiroler „wir sind nur ‚Patrioten‘-Combo“ dann ihr Album „Still“. Ich erinnere mich im Bus gesessen zu haben, als einer mit der gerade frisch gekauften Deluxe-Edition Box sich vor mich setzte, und ich dachte, „Ja, wenn sie nur das endlich mal auch wären, still.“ Aber so war wohl ihr Plan nicht. Die Platte verkaufte sich bombig und platzierte sich für eine Woche auf Platz 1 der Deutschen Charts (Musikindustrie.de und so). Frei.Wild machte mit einem Song noch eine auf die Tränendrüse drückende Charity Nummer und das Ding lief. Sehr gut sogar. Es war zu erwarten, dass musikindustrie.de sich auch in diesem Jahr wieder einmal mit dem Thema auseinander setzen müsste. Und das taten sie. Vorsorglich hatten sie nun einen „externen Beirat“ in ihrem Regelwerk verankert, der dafür sorgen sollte so derartige Problem-Fälle wie eben Frei.Wild genauer zu beleuchten, bevor die Nominierungen dann auch offiziell öffentlich gemacht werden sollten. Dieser setzte sich letzte Woche zusammen und beratschlagte sich „sachlich“ fünf Tage lang darüber, wie es denn jetzt im Fall Frei.Wild (so haben die das natürlich nicht gesagt) perspektivisch laufen sollte.

Prof. Dieter Gorny, Vorstandvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie:
„In der sehr emotionalen Debatte des vergangenen Jahres haben wir erlebt, dass die Grenzen zwischen gesellschaftlichen Normen und künstlerischer Freiheit fließend verlaufen und wir uns in einem Spannungsfeld bewegen, das für einen Musikpreis eine große Herausforderung und Verantwortung bedeutet. Aus diesem Grund haben wir in unserem Regelwerk nunmehr einen ECHO-Beirat verankert und damit eine außenstehende Instanz, die uns in Zweifelsfragen berät und mit dazu beitragen wird, dass kritische Diskussionen auf einer sachlichen Ebene geführt werden können.“

Man könnte fast meinen, die haben die Verantwortlichkeit dafür jetzt nicht mehr bei sich lassen, sondern auf eben jenen Beirat abschieben wollen, aber so haben die das sicher nicht gemeint. *hust*

Und der Beirat hat entschieden: Frei.Wilds Patrioten-Gejammer darf nun im Jahr 2014 ganz offiziell für den Echo nominiert sein.

Nach der Gründung eines neutralen und unabhängigen Beirats, der in Zweifelsfällen hinsichtlich der Nominierung bzw. Auszeichnung von Künstlern beim Musikpreis ECHO vom Vorstand des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) eingeschaltet werden kann, hat der neue ECHO Beirat im Zuge der aktuellen Prüfung des Albums „Still“ der Band Frei.Wild folgenden Entschluss gefasst:

„Der ECHO Beirat hat nach langer und intensiver Diskussion und Abwägung aller Gesichtspunkte in seiner Sitzung am 19. Februar 2014 einstimmig beschlossen, dass die Künstler „Frei.Wild“ mit dem Album „Still“ nicht von einer Nominierung im Rahmen des „ECHO – Deutscher Musikpreis“ ausgeschlossen werden sollen.

Der ECHO Beirat hat die Künstler „Frei.Wild“ mit ihrem Tonträger „Still“ im aktuellen Gesamtkontext bewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass hier insgesamt die Grenze vom künstlerisch Vertretbaren zum gesellschaftlich völlig Unvertretbarem nicht überschritten sei. Er findet sich in seiner Auffassung bestätigt, da die aktuellen Tonaufnahmen der Künstler von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nicht indiziert sind und auch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft für die Filmanteile des Produkts „Still“ eine Altersfreigabe ab 12 Jahren erteilt hat.“

Helene Fischer wird nun das moderieren, was der Deutsche im Jahr 2013 zu kaufen bereit war (Helene Fischer!) und was musikindustrie.de genau deshalb als auszeichnungswürdig ansieht. Weitere Nominierungen sind bisher nicht bekannt, aber das Frei.Wild in diesem Jahr dabei sein soll haben die Echo-Macher hiermit schon mal klar gemacht. Mal gucken, wer sich dann dort neben denen auf der von musikindustrie.de gestellten Bühne noch verheizen lassen mag. Ich mach mal Popcorn warm, da gibt es ganz sicher auch in diesem Jahr wieder Gegenwind in die Echo-Segel.

Und vielleicht kaufen wir einfach nur gute Musik ohne Gejammer und patriotische Attitüde, denn:

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Das Austrittsformular für die Piraten von Die Partei

Einige dürften mitbekommen haben, dass gestern Abend das IT-Team der Piratenpartei in den von ihnen so genannten „Warnstreik“ gegangen sind und dafür Server lahmgelegt wurden. Zentrale Dienste wie das Wiki der Piratenpartei sind nicht erreichbar. Laut einem Tweet von Johannes Ponander ist es aktuell auch nicht möglich, die im Netz eigentlich zur Verfügung stehenden Austrittsformulare runterzuladen.

Schützenhilfe kommt das jetzt von Die Partei, die ein alternatives Austrittsformular zur Verfügung stellt. Eine sehr kollegiale Geste.

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Jimmy Kimmel rollt mal wieder alle: Der Wolf in Sotschi, der kein Wolf in Sotschi war

Schon krass, wie schnell Medien heute alles auch nur irgendwie Verwertbare mitnehmen und eine Story daraus stricken. Blöd nur, wenn am Ende klar wird, dass diese Storys allesamt so nicht stattgefunden haben. Da twitterte eine amerikanische Sportlerin aus Sotschi einen vermeintlichen Wolf in einem Hotelzimmer und alle drehten durch. Klar, die Stichwörter in einem Absatz triggern natürlich: Wolf. Sotschi. Russland. Olympia. Haha. Kracher.

Allein auf YouTube wurde der Clip innerhalb weniger Stunden dutzende Mal gereuploadet.

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Initiieret allerdings wurde die Sache wieder ein mal von Jimmy Kimmel, der jetzt wieder ein mal alle ganz schön blöde aussehen lässt. Tja.

US Olympic luger Kate Hansen tweeted a video that showed a wolf wandering the hallways of her dorm in Sochi. Within minutes almost every news and sports website ran a story on it. The thing is, it was all a prank we orchestrated with Kate as Jimmy’s co-conspirator. Jimmy reveals the rest of the wolf clip and talks to Kate about their prank.


(Direktlink, via reddit)

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Wenn sich die GEMA und YouTube kloppen und die GEMA gegen die Sperrtafeln von YouTube gerichtlich vorgehen will

Das sind ja die Momente, in denen einem immer zu wenig Popcorn in der Küche scheint.

Bildschirmfoto 2014-02-19 um 22.41.57

Folgendes: In Kiew brennen gerade die Straßen, es werden via Youtube Livestreams gestartet, die dann im schlechtesten Fall hierzulande nicht zu sehen sind. Natürlich nicht. Youtube kassiert die Dinger. Nicht weil sie diese zensieren wollen würden oder die GEMA tatsächlich Rechte daran anmeldem würde oder so. Nein, nur weil es aber durchaus sein könnte, dass die GEMA aus irgendwelchen Gründen daran mal tatsächlich irgendwelche Rechte einräumen könnte. So, wie das bei 3649 Videos der Fall ist, die ihr jeden Tag nicht auf Youtube sehen könnt. Youtube begründet das dann gerne immer mal mit „Wir würden euch die Videos ja gerne zeigen, aber die GEMA lässt uns nicht.“, was natürlich Bullshit ist, wie mittlerweile hoffentlich viele wissen.

Aber die GEMA drängt, anders als von Youtube suggeriert, in wohl fast all dieser 3649 Beispielen Youtube nicht dazu. Das tut sie in lediglich 12 konkreten Fällen, die aufgrund eines Musterverfahrens durch die GEMA auf Youtube gesperrt worden sind. Sagt die GEMA. Und ich glaube das sogar. Also, dass es mehr tatsächlich nicht sind.

Nur wenn ich Youtube wäre und schon ein Musterverfahren von der GEMA am Arsch hätte, würde ich hier und dort auch prophylaktisch eingreifen und sperren lassen. Das nächste Verfahren kommt bestimmt. Ganz bestimmt. Da ist es gut, dem Kläger nicht all zu viel Futter zu bieten.

Also sperrt Youtube uns munter den Content weg und verweist auf die GEMA. Die GEMA findet das irgendwie gar nicht fair. Weil so böse wollen die eigentlich gar nicht sein. Können sie allerdings auch nicht, wenn Youtube den etwaig relevanten Content schon im Vorfeld mit Verweis auf die GEMA wegfischt. Die GEMA wirft Youtube in diesem taz-Interview nun vor, das aus rein propagandistischen Gründen genau so zu handhaben.

Die von Youtube eingeblendeten Sperrtafeln suggerieren fälschlicherweise, die GEMA wäre für die Sperrung der Videos verantwortlich. Das stimmt nicht.

Auch das glaube ich sogar. Teilweise. Aber eben auch immer mit dem Hinblick darauf, dass die GEMA durchaus Inhalte im Rahmen von kommenden Verfahren sperren würde, würde das Youtube nicht mit dem Verweis auf die GEMA ohnehin schon tun.

Die GEMA meint nun, Youtube betreibe da reine Stimmungsmache und die GEMA will sowieso immer nur das Beste für die Rechteinhaber. Auf auf voll fairer Ebene für alle, versteht sich.

Das mit den Sperrtafeln hat Youtube clever gemacht. Ich weiß nicht, welcher Algorithmus dem zugrunde liegt, ob die Sperrungen zufällig erfolgen oder bei Themen, die besonders viel Stimmung machen. Aber es führt ja zum Erfolg. Es ist gelungen, der Gema den Schwarzen Peter zuzuschieben. Leute wettern gegen die Gema, die niemals eine Rechnung von uns bekommen würden. Wir haben mit der privaten Nutzung von Musik nichts zu tun. Durch die Sperrtafeln hat Youtube es geschafft, die Gema doch im Privatleben der Menschen auftauchen zu lassen. Wir sind die, die ihnen den Genuss verwehren. Die Gema ist die Böse. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem wir „Nein“ sagen. Deswegen gehen wir jetzt auch gerichtlich gegen die Sperrtafeln vor.

[…]

Mit den Sperrtafeln wird die Öffentlichkeit seitdem bewusst in die Irre geführt und die Gema zum Sündenbock der Nation.

[…]

Youtube beeinflusst damit die öffentliche Meinung. So können sie mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: „Wir würden euch die Videos ja gerne zeigen, aber die Gema lässt uns nicht.“ Das ist eine geschickte Marketing-Aktion. Dass sie gelingt, sieht man ja an den Hass-Nachrichten, die wir bekommen…

Mir kommen fast die Tränen, liebe GEMA. Aber wart Ihr es nicht, die selbst Weihnachtslieder in Kindertagesstätten und auf Weihnachtsmärkten zu Geld machen wolltet? Wart Ihr es nicht, die selbst für Veranstaltungen kassieren wolltet, auf denen einzig Creative Commons lizenzierte Musik lief? Wart Ihr es nicht, die die mittlerweile völlig verstaubte GEMA-Vermutung auf keinen Fall aufgeben wolltet, weil sie nach eurem Gutdünken immer noch die selbe Gültigkeit wie vor 30 Jahren hat? Und wart Ihr es nicht, die jetzt auch noch für das Einbetten von Videos kassieren wolltet, die Leute auf ihre Seiten per Youtube einbinden? Nicht? Dann bin ich bei euch. Aber dem ist leider so nicht. Ich reiche euch mein Taschentuch zum Tränen trocknen.

YouTube ist nicht weniger ein kapitalistischer den Boden zerfressender Schaufelbagger als die GEMA – machen wir uns nichts vor. Nur wenn ich mich für einen Sitz auf diesen Baggern entscheiden müsste, würde ich wohl auf dem von Team Youtube sitzen. Und dafür trägt eben nun nicht mal Google die Verantwortung. Etwa weil sie soviel dafür getan hätten, dass dem so ist, sondern eher die GEMA, weil sie immer noch soviel so wenig dafür tut, dass überhaupt auch nur irgendwer außer Dieter Bohlen und Christian Anders sich in ihrem Team wähnen würde.

Wie auch immer. Ich mach mal Popcorn warm.

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